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Über die Implementierung des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" in die betriebliche Praxis

Diplomarbeit, 2006, 158 Seiten
Autoren: Carmen Wolfsteiner, Michelangelo Ferrentino
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 158
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 161  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V79635
ISBN (E-Book): 978-3-638-79990-4

Dateigröße: 497 KB

Zusammenfassung / Abstract

In den Fachzeitschriften der Pflege wird dem Thema Dekubitus sowie der in diesem Zusammenhang beschriebenen Prophylaxe und Problemen der Pflegepraxis ein hohes Interesse entgegengebracht. Es ist jedoch festzustellen, dass die Literatur bezüglich der Implementierung des bereits im Jahre 2000 verabschiedeten nationalen Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ – im Vergleich zu den Berichten über die neuesten Wundheilungstechniken, die Diskussion von Risikoskalen, epidemiologischen Erhebungen und Veröffentlichungen von Prävalenzdaten oder Prophylaxen - aus unserer Sicht als vergleichsweise gering zu bewerten ist. Die vorliegenden Veröffentlichungen zum Expertenstandard handeln unter anderem von Anpassungen der hausinternen Standards an den Expertenstandard, über Diskus-sionsbeiträge zur Umsetzung bis hin zur Beschreibung der Implementierung des Expertenstandards in die pflegerische Praxis. Für uns steht fest, dass die Einführung und Umsetzung von Expertenstandards in den Zuständigkeitsbereich des Pflegemanagements als unser zukünftiges Arbeitsgebiet zu verorten ist und somit strukturiertes, geplantes als auch direktives Vorgehen erfordert. Unsere persönliche Motivation zur Bearbeitung von Expertenstandards und deren Imp-lementierung innerhalb dieser Arbeit beruht auf der gemeinsamen Annahme, dass dieses Thema von hoher Relevanz in unserem zukünftigen Berufsfeld sein wird. Außerdem ergab sich bereits innerhalb der im Rahmen der Studienordnung durchgeführten Praxissemester für uns die Möglichkeit, die Implementierung des nationalen Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ vor Ort in einem Krankenhaus der Maximalversorgung mitzuerleben und methodisch zu begleiten. Als einer der Schlüsselpunkte des Projektes gestaltete sich die Frage, wie man ein solches Instrument in den Pflegealltag, in bestehende Dokumentationssysteme und vor allem in das Bewusstsein der Pflegekräfte als festen Bestandteil der täglichen Arbeit integriert. Des Weiteren ergab sich die Möglichkeit, bei einem Forschungsunternehmen im Rahmen einer Studie zum Thema Dekubitus im stationären Altenhilfebereich Erfahrungen zu sammeln. Inhalte der Studie waren unter anderem die Dekubitusprophylaxe sowie der nationale Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“. Somit konnten wir unser er-worbenes Wissen aus den Erfahrungen mit der Praxis in diese Arbeit miteinfließen lassen.


Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule Esslingen – Hochschule für Sozialwesen
Fachbereich Gesundheit und Pflege
Studiengang Pflege/Pflegemanagement

Diplomarbeit

Über die Implementierung des nationalen
Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in
der Pflege“ in die betriebliche Praxis

vorgelegt von:

Carmen Wolfsteiner

und

Michelangelo Ferrentino

Esslingen, 29. März 2006

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... I
Aufteilung der Diplomarbeit  ... III
Abkürzungsverzeichnis  ... IV
Abbildungsverzeichnis  ... V
Tabellenverzeichnis ... VI

1 Einleitung  ... 1
1.1 Einführung ... 1
1.2 Abgrenzung der Problemstellung ... 2
1.3 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit  ... 3
1.4 Literaturlage und Aufbau der Arbeit  ... 5

2 Einordnung des Expertenstandards als Qualitätsinstrument und Rahmenbedingungen bei Implementierung ... 8
2.1 Externe Qualitätsentwicklung ... 8
2.1.1 Bedarf von externer Qualitätsentwicklung in der Pflege  ... 8
2.1.2 Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege  ... 10
2.1.3 Die Entwicklung von nationalen Standards ... 12
2.2 Abgrenzung von Standards, Leitlinien und Richtlinien ... 13
2.3 Monodisziplinarität von nationalen Expertenstandards ... 16
2.4 Evidence - based Nursing als Basis für professionelles pflegerisches Handeln  ... 19
2.5 Wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen bei Implementierung  ... 23
2.5.1 Ökonomische Implikationen im Krankenhaussektor  ... 23
2.5.2 Qualität unter juristischen Aspekten ... 26
2.6 Grenzen in der Entwicklung von Expertenstandards  ... 27
2.7 Zusammenfassung  ... 28

3 Prozesshafte Implementierung von expertenbasierter Dekubitusprophylaxe in einem betriebswirtschaftlichen und pflegerisch - qualitativen Kontext ... 30
3.1 Definition von Dekubitusprophylaxe ... 30
3.2 Relevanz der Dekubitusprophylaxe  ... 31
3.3 Betriebliche Einflussfaktoren und Qualitätskonzepte der Pflege ... 37
3.3.1 Der Expertenstandard unter Berücksichtigung von betrieblichen Gesichtspunkten und bestehenden Qualitätsmethoden der Pflege  ... 37
3.3.2 Der Pflegeprozess und die Implementierung des Expertenstandards ... 45
3.4 Implementierungsprozesse der Pflege  ... 53
3.4.1 Das Phasenschema des DNQP zur Implementierung  ... 53
3.4.2 Definition des Phasenmodells ... 53
3.4.3 Die vier Phasen der Implementierung ... 54
3.4.3.1 Fortbildungen  ... 54
3.4.3.2 Anpassung des Expertenstandards an die Zielgruppe ... 59
3.4.3.3 Einführung des Expertenstandards  ... 61
3.4.3.4 Datenerhebung mittels Auditinstrument  ... 62
3.5 Wirkungen von Expertenstandards bei Implementierung im betriebswirtschaftlichen Prozessmanagementkontext ... 63
3.5.1 Thematische Hinführung  ... 63
3.5.2 Definition von Prozessen  ... 64
3.5.3 Der Expertenstandard im Produktionsprozess des Krankenhauses ... 66
3.6 Zusammenfassung  ... 69

4 Pflegerisches Innovations-, Veränderungs- und Projektmanagement bei Implementierung des Expertenstandards  ... 70
4.1 Die Einführung des Expertenstandards als Innovation in der Pflege ... 70
4.2 Die Inhouse - Vermarktung von Expertenstandards als ein Innovationsprodukt  ... 75
4.3 Veränderungsmanagement im Zuge der Implementierung ... 77
4.3.1 Der Expertenstandard als Veränderung im pflegerischen Kontext  ... 77
4.3.2 Der Umgang mit Veränderungen und Bewältigungsstrategien bei Implementierung  ... 78
4.4 Theoretische Einordnung des Projektmanagements und Lösungsansätze zur Implementierung ... 85
4.4.1 Theoretische Grundlagen ... 85
4.4.2 Beispielhafter Projektplan zur Umsetzung des Expertenstandards ... 88
4.5 Zusammenfassung  ... 95

5 Empirische Erhebung zur Implementierung des Expertenstandards ... 97
5.1 Forschungsproblem und methodisches Vorgehen  ... 97
5.1.1 Auswahl des Untersuchungsdesigns  ... 98
5.1.2 Methode der Datensammlung ... 100
5.1.3 Akquirierung der befragten Einrichtungen und Durchführung der Erhebung  ... 101
5.1.4 Auswertung der Erhebung  ... 104
5.2 Ergebnisse der schriftlichen Befragung  ... 108
5.2.1 Vorstellung der implementierenden Einrichtungen und Beschreibung der verantwortlichen Personen  ... 108
5.2.2 Wissensmanagement ... 111
5.2.3 Anpassung und projekthafte Umsetzung des Expertenstandards  ... 112
5.2.4 Durchführung des Audits ... 114
5.2.5 Reflexion der Implementierung  ... 115
5.3 Zusammenfassung der relevantesten Ergebnisse ... 117

6 Gesamtergebnisse und Empfehlungen zur Implementierung ... 119
6.1 Zusammenfassung und Diskussion  ... 119
6.2 Empfehlungen für die Implementierung  ... 122
6.3 Ausblick ... 126

Literaturverzeichnis ... 128

Anhang  ... 145

 

 

1 Einleitung

1.1 Einführung

In den Fachzeitschriften der Pflege wird dem Thema Dekubitus sowie der in diesem Zusammenhang beschriebenen Prophylaxe und Problemen der Pflegepraxis ein hohes Interesse entgegengebracht. Es ist jedoch festzustellen, dass die Literatur bezüglich der Implementierung des bereits im Jahre 2000 verabschiedeten nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" - im Vergleich zu den Berichten über die neuesten Wundheilungstechniken, die Diskussion von Risikoskalen, epidemiologischen Erhebungen und Veröffentlichungen von Prävalenzdaten oder Prophylaxen - aus unserer Sicht als vergleichsweise gering zu bewerten ist.

Die vorliegenden Veröffentlichungen zum Expertenstandard handeln unter anderem von Anpassungen der hausinternen Standards an den Expertenstandard, über Diskussionsbeiträge zur Umsetzung bis hin zur Beschreibung der Implementierung des Expertenstandards in die pflegerische Praxis. Für uns steht fest, dass die Einführung und Umsetzung von Expertenstandards in den Zuständigkeitsbereich des Pflegemanagements als unser zukünftiges Arbeitsgebiet zu verorten ist und somit strukturiertes, geplantes als auch direktives Vorgehen erfordert.

Unsere persönliche Motivation zur Bearbeitung von Expertenstandards und deren Implementierung innerhalb dieser Arbeit beruht auf der gemeinsamen Annahme, dass dieses Thema von hoher Relevanz in unserem zukünftigen Berufsfeld sein wird. Außerdem ergab sich bereits innerhalb der im Rahmen der Studienordnung durchgeführten Praxissemester für uns die Möglichkeit, die Implementierung des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" vor Ort in einem Krankenhaus der Maximalversorgung mitzuerleben und methodisch zu begleiten. Als einer der Schlüsselpunkte des Projektes gestaltete sich die Frage, wie man ein solches Instrument in den Pflegealltag, in bestehende Dokumentationssysteme und vor allem in das Bewusstsein der Pflegekräfte als festen Bestandteil der täglichen Arbeit integriert. Des Weiteren ergab sich die Möglichkeit, bei einem Forschungsunternehmen im Rahmen einer Studie zum Thema Dekubitus im stationären Altenhilfebereich Erfahrungen zu sammeln. Inhalte der Studie waren unter anderem die Dekubitusprophylaxe sowie der nationale Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Somit konnten wir unser erworbenes Wissen aus den Erfahrungen mit der Praxis in diese Arbeit mit einfließen lassen. Es hat sich somit in der gemeinsamen Diskussion herausgestellt, dass unser Interesse speziell innerhalb des Themas Dekubitus und Dekubitusprophylaxe liegt, beziehungsweise in der Implementierung des Instrumentes Expertenstandard in die pflegerische Praxis. Die Implementierungsmöglichkeiten des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" scheinen vielfältig zu sein; herauszufinden, welche jedoch annähernd effiziente und effektive Wege sein könnten, liegt hierbei in unserem gemeinsamen Interesse.

1.2 Abgrenzung der Problemstellung

Bei den Implementierungsmöglichkeiten in die pflegerische Praxis werden sich im All-gemeinen vielfältige Wissensgebiete und Fragestellungen ergeben, die hier eine Abgrenzung notwendig machen. Die konkrete Eingrenzung der Thematik stellte für uns hierbei einen kontinuierlichen Prozess dar, der im Laufe der Literaturrecherche konkretere Form annahm. Um das Thema sinnvoll zu bearbeiten, wird der Problembereich auf bestimmte Aspekte in der Bearbeitung konzentriert, die sich nach übereinstimmendem Diskussionsprozess ergaben und aus unserer Sicht mit dem Hauptthema, der Implementierung, zusammenhängen.

Die theoretischen Grundlagen zur Entwicklung und Bedeutung des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" sowie deren Einordnung als Qualitätsinstrument wurden erarbeitet, um ein grundlegendes, umfassendes Verständnis und damit einhergehend eine theoretische Verortung der Thematik darzulegen. Nach Darlegung der Substanz des Instrumentes machen wir uns Gedanken, wie nationale Expertenstandards in etablierte Qualitätskonzepte und den Pflegeprozess verankert sein können. Dies ist unserer Ansicht nach prüfungswürdig, da bestehende Konzepte eventuell zur Sicherung der Implementierung beitragen können. Dabei ist es unserer Ansicht nach sinnvoll zu prüfen, wie man den Standard in bestehende pflegerische Qualitätskonzepte integriert und somit auch im Sinne einer kontinuierlichen Anwendung sichern kann.

Die Untersuchung von Implementierungsmöglichkeiten unter einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise beziehungsweise einem organisationstheoretischen Kontext stellt für uns einen der Schwerpunkte der Untersuchung dar. Die Begründung hierfür ist, dass im Bereich der Profession der Pflege zu dieser Thematik kaum fundierte Ergebnisse vorfindbar sind, jedoch nach unseren Erkenntnissen durchaus Konzepte vorliegen, die hilfreich bei der Implementierung sein können. Der Sachverhalt der erfolgreichen Implementierung wird in der Praxis, wie wir auch in den Vorlesungen an der Fachhochschule lernen konnten, als wichtiger Teilaspekt oft unterschätzt und vernachlässigt.

Weiter begrenzen wir unseren Blick auf das Projekt- und Veränderungsmanagement, weil dies unserer Ansicht nach aus methodischer Sicht eine wichtige Unterstützung bei der Implementierung des Expertenstandards darstellt und für die Managementpraxis im Allgemeinen von hoher Relevanz ist. Die Implementierung von Expertenstandards in Praxiseinrichtungen gebietet sich - in Anbetracht der Komplexität und der Tangierung vielfältiger Bereiche - nach unserer Auffassung vor allem projekthaft. Das Projektmanagement ist hierbei aus unserer Sicht für ein erfolgreiches Umsetzen in die Praxis und als Handwerkzeug des modernen Pflegemanagements in Zeiten knapper Ressourcen sinnvoll, da dadurch Mittel effizient und effektiv eingesetzt werden. Der professionelle Umgang mit Veränderungen beziehungsweise Innovationen ist für uns deshalb so zentral, weil wir ohne professionelle Begleitung bei Problemen ein großes Frustrations-potenzial beziehungsweise die Gefahr des Scheiterns solcher Projekte sehen. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Veränderungen überfordert sind beziehungsweise diese Prozesse nicht professionell fachlich geleitet werden, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch eine gewisse Abneigung mit dem Instrument assoziiert wird. Dies kann im Endergebnis mit dazu führen, dass die Implementierung des Expertenstandards in der Praxis scheitert. Zu vernachlässigen war für uns hierbei das Thema der Mitarbeitermotivation und die damit zusammenhängenden Motivationstheorien, die eine wichtige Rolle bei der Implementierung spielen können, uns aber zu weit von dem Thema der Implementierung entfernen würden.

1.3 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit

In der hier vorliegenden Diplomarbeit wird die Einführung des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" in die pflegerische Praxis anhand einer fundierten literarischen Analyse in ausgewählten Themenfeldern sowie unter Einbeziehung einer empirischen Untersuchung aufgearbeitet. Die hierfür zu analysierenden Themen wurden auf die bereits erwähnten Kernbereiche eingegrenzt, welche nach unserem Ermessen in engem Zusammenhang mit dem Gelingen der Implementierung stehen. Nach einer Analyse der Kernbereiche in Bezug auf die theoretischen Grundlagen und die erfolgreiche Umsetzung des nationalen Expertenstandards "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" soll als Zielsetzung in Verbindung mit den empirischen Ergebnissen auf folgende Fragestellungen eingegangen werden:

[....]


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