Autor: Felix Mannheim
Fach: Ethik
Details
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 183 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-15068-2
ISBN (Buch): 978-3-638-92554-9
Albert Schweitzers Ethik im Hinblick auf heute und den Journalismus. In der Einleitung ein kurzer Abriss darüber, wie Schweitzer seine Ethik lebte.141 KB
Zusammenfassung / Abstract
Albert Schweitzer war ein besonderer Philosoph – und ist gerade deshalb heute noch vielerorts präsent. Ob bei den Vegetariern, der Tierschutz-Lobby oder bei Vorkämpfern für eine gerechtere Weltordnung und Hilfe für die ärmsten Länder: Viele berufen sich auf den Theologen und Philosophen, vergeben Schweitzer-Plaketten oder schalten Zeitungsanzeigen mit dem Bild des klavierspielenden Schweitzers um für Spenden für Projekte in der Dritten Welt zu werben. Was Schweitzer noch immer so populär und glaubwürdig macht, ist die Konsequenz, mit der er seine Ideale, seine Philosophie gelebt hat. Einen großen Teil seines Lebens (Schweitzer wurde 1875 in Kaysersberg im Oberelsass geboren und starb 1965 in Lambaréné) verbrachte er in Afrika. In Lambaréné gründete er ein Hospital und heilte und versorgte die Ärmsten unter den Armen. Geld, das er durch seine wachsende Bekanntheit, etwa durch Klavierspielen, verdiente, steckte er in das Krankenhaus und andere Hilfsprojekte. Dazu war er stets ein wichtiger Vordenker der Friedensbewegung. In seinen Predigten und Schriften reagierte er unmittelbar und eindringlich auf die wachsenden Bedrohungen seiner Zeit, etwa durch die Entwicklung der Atombombe oder die immer weiter fortschreitende Industrialisierung. Für sein weit über das Verfassen von philosophischen Schriften hinausgehende Engagement erhielt er 1951 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1952 den Friedensnobelpreis. Im Mittelpunkt von Schweitzers Handeln stand immer die „Ehrfurcht vor dem Leben“. Wie viel davon findet sich in unserer modernen Welt? Wo wäre eine größere Portion nötig? Fördern die Journalisten die Ehrfurcht der Menschen untereinander, oder geben gerade sie ein Beispiel für mangelnde Ehrfurcht vor dem Leben ab? Könnten die Medien vielleicht gar in Schweitzers Sinne zur „Vergeistigung der Massen“ beitragen – und machen es womöglich aus Profitstreben doch nicht? Im folgenden werde ich die Grundlagen und Ideen Schweitzers darstellen, um im Fazit auf die Frage nach der Übertragbarkeit auf unsere Zeit und die Bedeutung für Medien- also Öffentlichkeitsschaffende zurückzukommen.
Textauszug (computergeneriert)
Albert Schweitzer - Die Ehrfurcht vor dem Leben
von Felix Mannheim
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Hauptteil: Schweitzers Ethik
2.1 Der Grundgedanke 3
2.2 Positives Menschenbild 4
2.3 Grenzenlose Verantwortung 5
2.4 Kultur, Fortschritt und Ideale 8
2.5 Drei große Versuchungen und Wege dagegen 10
3. Fazit
3.1 Ein bisschen mehr Schweitzer bitte... 11
3.2 ...und das auch in den Redaktionen 13
4. Quellenangabe 15
1.) Einleitung
Albert Schweitzer war ein besonderer Philosoph - und ist gerade deshalb heute noch vielerorts präsent. Ob bei den Vegetariern, der Tierschutz-Lobby oder bei Vorkämpfern für eine gerechtere Weltordnung und Hilfe für die ärmsten Länder: Viele berufen sich auf den Theologen und Philosophen, vergeben Schweitzer-Plaketten oder schalten Zeitungsanzeigen mit dem Bild des klavierspielenden Schweitzers um für Spenden für Projekte in der Dritten Welt zu werben. Was Schweitzer noch immer so populär und glaubwürdig macht, ist die Konsequenz, mit der er seine Ideale, seine Philosophie gelebt hat. Einen großen Teil seines Lebens (Schweitzer wurde 1875 in Kaysersberg im Oberelsass geboren und starb 1965 in Lambaréné) verbrachte er in Afrika. In Lambaréné gründete er ein Hospital und heilte und versorgte die Ärmsten unter den Armen. Geld, das er durch seine wachsende Bekanntheit, etwa durch Klavierspielen, verdiente, steckte er in das Krankenhaus und andere Hilfsprojekte. Dazu war er stets ein wichtiger Vordenker der Friedensbewegung. In seinen Predigten und Schriften reagierte er unmittelbar und eindringlich auf die wachsenden Bedrohungen seiner Zeit, etwa durch die Entwicklung der Atombombe oder die immer weiter fortschreitende Industrialisierung. Für sein weit über das Verfassen von philosophischen Schriften hinausgehende Engagement erhielt er 1951 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1952 den Friedensnobelpreis.
Im Mittelpunkt von Schweitzers Handeln stand immer die "Ehrfurcht vor dem Leben". Wie viel davon findet sich in unserer modernen Welt? Wo wäre eine größere Portion nötig? Fördern die Journalisten die Ehrfurcht der Menschen untereinander, oder geben gerade sie ein Beispiel für mangelnde Ehrfurcht vor dem Leben ab? Könnten die Medien vielleicht gar in Schweitzers Sinne zur "Vergeistigung der Massen" beitragen - und machen es womöglich aus Profitstreben doch nicht? Im folgenden werde ich die Grundlagen und Ideen Schweitzers darstellen, um im Fazit auf die Frage nach der Übertragbarkeit auf unsere Zeit und die Bedeutung für Medien- also Öffentlichkeitsschaffende zurückzukommen.
2.) Hauptteil: Schweitzers Ethik
2.1) Der Grundgedanke
Der Gedanke, der jeder Äußerung, jeder Predigt, jeder Philosophie von Albert Schweitzer zu Grunde liegt, ist die "Ehrfurcht vor dem Leben". Jedem Willen zum Leben müsse mit der gleichen Ehrfurcht, dem gleichen Respekt begegnet werden. Dabei wird nicht zwischen den Lebensformen unterschieden. Der Lebenswille eines Tieres oder einer Pflanze verdiene ebenso Ehrfurcht wie der eines Menschen. Ausgedrückt wird dies im zentralen Satz: "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will." Hieran habe sich jeder Mensch zu jeder Zeit zu orientieren und im Bewusstsein dieses Leitsatzes zu handeln.
Albert Schweitzer hat damit den Begriff des Ethischen auf Tiere und Pflanzen ausgeweitet. Er kritisierte allein auf Menschen fixiertes Leben und Denken. Seine Ethik der "Ehrfurcht vor dem Leben" sei ein geistiges Verhältnis zum Universum. Ethik, die nur für Menschen erdacht sei und nur für Menschen gelte, sei kraftlos - und würde dem Fortbestand der Erde und somit der Menschen nicht dienen. Das Lebensumfeld, die gesamte Vegetation müsse jederzeit in das Denken und Leben einbezogen werden.
Um in Ehrfurcht vor dem Leben handeln zu können, sei die Bejahung des Lebens die erste Voraussetzung. Nur wer sein Leben und das Leben um sich herum bejaht - also nicht etwa vor scheinbarer Sinnlosigkeit resigniert oder ob der augenscheinlichen Probleme beginnt die Menschen und die Welt zu verabscheuen - könne wirklich Ehrfurcht vor jedem Leben empfinden. Lebensbejahung und Ethik müssten miteinander und ineinander verwoben sein - und aufeinander aufbauen. Damit stellt sich Schweitzer deutlich gegen jede Form von Nihilismus.
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