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Neue Musik in der DDR

Subtitle: Eine Annäherung an künstlerische Konzepte und kritische Versuche der 60er Jahre

Termpaper, 2006, 21 Pages
Author: Norman Grüneberg
Subject: Musicology

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V79994
ISBN (E-book): 978-3-638-85036-0
ISBN (Book): 978-3-638-84947-0
File size: 163 KB

Abstract

Seit dem Ende der DDR ist einiges an Erkenntnissen über die Musikgeschichte dieses Staates zusammengetragen worden. Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Diskursen und kunsttheoretischen Konzeptionen vor allem der 1960er Jahre. Während diese Zeit für die BRD als Art Bewährungssituation der Avantgarde anzusehen sind, stellt sich die Frage nach der Entwicklung in der DDR. Über den Protestcharakter der 60er im Westen hinaus konnten für die DDR diesbezüglich bislang keine grundlegenden Aussagen gemacht werden. Ein grundsätzliches Problem scheint dabei im Staats und Gesellschaftsverständnis der DDR selbst zu liegen. Als im eigenen Selbstverständnis linker Staat „benötigte“ man keine linke Protesthaltung, sondern nur eine linke Legitimation als antifaschistischer Staat in historischer Abgrenzung zur propagierten imperialistischen, kapitalistischen und dem Vorwurf des Faschismus ausgesetzten Bundesrepublik. Durch einen in der DDR herrschenden Verfügungsanspruch des Staates auf Kunst, der sich mit einem Anspruch der Partei auf die Definitionsmacht von Kunst verband, sahen sich die Künstler einer Situation „mit gesellschaftlich-politisch vorgeprägten Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten“ konfrontiert, innerhalb derer sich paradoxerweise eine eigene Kreativität herausbildete, die man charakteristisch für die DDR-Musik nennen kann. In vorliegendem Titel soll die kunstpolitische Situation der DDR während der sechziger Jahre dargestellt und mögliche staats- bzw. gesellschaftskritische Momente herausgearbeitet werden Ganz bewusst wird die Darstellung politischer und politisch genutzter Musik einen wichtigen Platz einnehmen, da einerseits von einer totalen Politisierung der Kunst die Rede sein wird und andererseits das vorliegende Material (noch) keine weiteren Zugänge ermöglicht. Einen nicht unerheblichen Teil wird die Beschäftigung mit außerhalb der künstlerischen „Produktion“ stehenden Protagonisten einnehmen. Der Musikwissenschaftler Frank Schneider hat in jüngerer Zeit wichtige Hinweise für eine Geschichte der DDR-Musik gegeben; es bleibt zu fragen, welche Stellung er jenseits theoretischer Grundlagen in Bezug auf sein früheres und heutiges Schaffensfeld einnimmt.


Excerpt (computer-generated)

Neue Musik in der DDR - Eine Annäherung an künstlerische Konzepte und kritische Versuche der 1960er Jahre

 

 

1. Einleitung

2. Historisches: Einordnung der DDR-Kulturpolitik in die Jahre 1959-71
2.1. Allgemeines
2.2. ZK-Kulturkonferenz 1959: Der „Bitterfelder Weg“
2.3. Die Kulturkonferenz des ZK 1964
2.4. Das 11. Plenum des ZK 1965

3. Musikgeschichtliches: Wahrnehmung – Darstellung – Rezeption
3.1. Zur Person und Figur Frank Schneiders
3.2. Frank Schneider: Momentaufnahmen (1979) – Wahrnehmung
3.3. Frank Schneider: Neue Musik in der DDR (2004) – Darstellung

4. Musikalisches: Darstellung ausgewählter Werke von DDR-Komponisten
4.1. Sinfonische Werke
4.2. Instrumentalkonzerte
4.3. Gesang

5. Kritisches: Ablehnung oder Liebesdienerei
5.1. Politische Musik
5.1.1. Anmerkungen
5.1.2. Die „Jüdische Chronik“ – ein gesamtdeutsches Manifest
5.2. Die Akademie der Künste – Eine Diskursinsel?

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

 

 

Seit dem Ende der DDR ist einiges an Erkenntnissen über die Musikgeschichte dieses Staates zusammengetragen worden. Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Diskursen und kunsttheoretischen Konzeptionen vor allem der 1960er Jahre. Während diese Zeit für die BRD als Art Bewährungssituation der Avantgarde anzusehen sind, stellt sich die Frage nach der Entwicklung in der DDR. Über den Protestcharakter der 60er im Westen hinaus konnten für die DDR diesbezüglich bislang keine grundlegenden Aussagen gemacht werden.

Ein grundsätzliches Problem scheint dabei im Staats und Gesellschaftsverständnis der DDR selbst zu liegen. Als im eigenen Selbstverständnis linker Staat „benötigte“ man keine linke Protesthaltung, sondern nur eine linke Legitimation als antifaschistischer Staat in historischer Abgrenzung zur propagierten imperialistischen, kapitalistischen und dem Vorwurf des Faschismus ausgesetzten Bundesrepublik.

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