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Einflüsse der Psychoanalyse auf den literarischen Schaffensprozess von Arthur Schnitzler

Scholary Paper (Seminar), 2007, 18 Pages
Author: Dominik Gerhard
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V79997
ISBN (E-book): 978-3-638-85768-0
ISBN (Book): 978-3-638-85553-2
File size: 200 KB

Abstract

In meiner Hausarbeit werde ich mich ausführlich mit der Frage auseinander setzen, in welcher Art und Weise die Einflüsse der zur damaligen Zeit neu entstandenen Psychoanalyse auf den literarischen Schaffensprozess von Arthur Schnitzler gewirkt haben. Im Verlauf meiner Ausarbeitung werde ich mich zuerst mit dem Verhältnis zwischen Literatur und Psychoanalyse im Allgemeinen auseinandersetzen, anschließend werde ich die Beziehung zwischen Arthur Schnitzler und Sigmund Freud erhellen, um nachfolgend der Frage nach der Bedeutung von psychoanalytischem Wissen für den kreativen Schreibprozess Schnitzlers auf den Grund zu gehen. Abschließend werde ich meine Ausarbeitung mit einer Schlussbetrachtung zu Ende führen. _____________ Umfang: 19 Seiten


Excerpt (computer-generated)

Einflüsse der Psychoanalyse auf den literarischen Schaffensprozess von Arthur Schnitzler

von

Dominik Gerhard

 


Gliederung

I. Vorwort

II. Verhältnis zwischen Psychoanalyse und moderner Literatur

III. Beziehung zwischen Arthur Schnitzler und Sigmund Freud

IV. Bedeutung psychoanalytischen Wissens für den kreativen Prozess von Arthur Schnitzler

V. Schlussbetrachtung


 

 

Vorbemerkung:

Die in der Hausarbeit angeführten Zitate wurden aus dem jeweiligen Originaltext unverändert, demnach ohne grammatikalische oder die derzeit geltende Rechtschreibung betreffende Veränderungen, übernommen. Sofern in den angeführten Zitaten eine Veränderung vorgenommen worden ist, wurde diese Veränderung in eckigen Klammern in folgender Form markiert: […, D.G.], wobei die Abkürzungen D.G. für die Initialen des Verfassers stehen.

I. Vorwort:

In meiner Hausarbeit werde ich mich ausführlich mit der Frage auseinander setzen, in welcher Art und Weise die Einflüsse der zur damaligen Zeit neu entstandenen Psychoanalyse auf den literarischen Schaffensprozess von Arthur Schnitzler gewirkt haben. Im Verlauf meiner Ausarbeitung werde ich mich zuerst mit dem Verhältnis zwischen Literatur und Psychoanalyse im Allgemeinen auseinandersetzen, anschließend werde ich die Beziehung zwischen Arthur Schnitzler und Sigmund Freud erhellen, um nachfolgend der Frage nach der Bedeutung von psychoanalytischem Wissen für den kreativen Schreibprozess Schnitzlers auf den Grund zu gehen. Abschließend werde ich meine Ausarbeitung mit einer Schlussbetrachtung zu Ende führen.

II. Verhältnis zwischen Psychoanalyse und moderner Literatur

Obgleich die Psychoanalyse heute, wie bereits zu ihrer Entstehungszeit um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert, als umstritten galt, ist man sich über die von ihr ausgehende epochale Bedeutung einig. ,,Sigmund Freud, Schöpfer der Psychoanalyse, prägte das Jahrhundert wie kein anderer“, befand der Spiegel (15.6.1998) in einem ihn und sein Lebenswerk würdigenden Artikel.
Unter diesem Hintergrund betrachtet erscheint es als nicht verwunderlich, dass sich nahezu jeder bedeutende Autor der literarischen Moderne nach der Veröffentlichung von Freuds Traumdeutung, im Jahr 1900, mit der Psychoanalyse auseinander gesetzt hat und sich dadurch, sei es bewusst oder unbewusst, von ihr prägen ließ. Dabei kam es neben ergreifenden Lobreden, die Freud als Begründer einer neuen ,,Weltbewegung“ feierten, von der ,,alle möglichen Gebiete des Geistes und der Wissenschaft sich ergriffen zeigten“1, auch zu starken Ablehnungshaltungen gegenüber der Psychoanalyse, wie sie beispielsweise Karl Kraus seiner Zeit in seinem bekannten Bonmot äußerte: ,,[Die] Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“2 Robert Musil beschrieb die dramatischen Spannungen, die zwischen Psychoanalyse und moderner Literatur herrschten, sehr trefflich mit der Äußerung, dass die Psychoanalyse für den Dichter eine ,,finster drohende und [dennoch, D.G.] lockende Nachbarmacht“3 darstelle.
Diesen Ausspruch des zeitgenössischen Dichters zu Grunde legend, lässt sich analysierend herauslesen, dass sich das Verhältnis zwischen Psychoanalyse und moderner Literatur, um die Zeit der Jahrhundertwende, als ein Verhältnis von gegenseitiger Kooperation und Konkurrenz gestaltet hat. Hierbei war die zum Teil hoch dramatische Beziehung sowohl durch gegenseitige Wertschätzung, als auch durch starke Rivalitäten und Prioritätsansprüche gekennzeichnet.

III. Beziehung zwischen Arthur Schnitzler und Sigmund Freud

Wenn es einen Schriftsteller gegeben hat, dessen literarische Werke sprichwörtlich in der unmittelbaren Nähe zu Freud und der Psychoanalyse entstanden sind, so ist das Arthur Schnitzler gewesen. Die Beziehung zwischen den beiden herausragenden intellektuellen Größen der Jahrhundertwende ist von einer Vielzahl an Gemeinsamkeiten und Vorlieben geprägt, was die heutige Forschung, wie auch zeitgenössische Beobachter, dazu veranlasst hat, von Schnitzler gemeinhin als ,,Doppelgänger [Freuds, D.G.] auf dem Feld der Literatur“4 zu sprechen. Gestützt wird diese These in der Forschung durch Zuhilfenahme des nachfolgenden berühmten Zitats, welches Arthur Schnitzler 1930 in einem auf Englisch geführten Interview selbst äußerte:

,,In some respects I am the double of Professor Freud. Freud himself once called me his psychic twin. I tread in literature the same path which Freud explores with amazing audacity in science.”5

[...]


1 Thomas Mann, Freud und die Psychoanalyse: Reden, Briefe, Notizen, Betrachtungen, hrsg. von Bernd Urban (1991), S. 48.

2 Karl Kraus, "Die Fackel," Nr. 376/277 (30.Mai 1913), 21.

3 Robert Musil, Prosa und Stücke: Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, Kritik, hrsg. von Adolf Frisé (1978), S.1404.

4 Thomas Anz, Psychoanalyse in der literarischen Moderne: Einleitung und Wiener Moderne (2006), S.129.

5 Georg S. Viereck, The World of Arthur Schnitzler (1930), MAL 5/3-4, 7-17, 10.


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