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Zwischenprüfungsarbeit, 2005, 25 Seiten
Autor: Michaela Lehr
Fach: Philosophie - Philosophie der Antike
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Philosophisches Seminar)
Tags: Augustinus, Annahme, Glaubens, Hilfe, Platonismus, Augustinus, Bekenntnisse
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 2,5
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-86551-7
Dateigröße: 176 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Augustinus von Hippos autobiographisch geschriebenes Buch, die Bekenntnisse (lat.: confessiones), ist eines der größten Glaubensbekenntnisse an Gott. Augustinus legt Gott und auch dem Leser sein Leben mit einer beeindruckenden Offenheit und Demut dar. Er erzählt seine Geschichte ab dem ersten Kindesalter, an das er sich erinnern kann, bis nach dem Moment seiner Bekehrung zum Christentum. Die Sünden, welche er begangen hat, beichtet er genauso wie die Sünden seines Geistes, die zu keinen Taten geführt haben. Ein ergreifender Höhepunkt des Buches liegt auf Augustinus’ endgültiger Annahme des christlichen Glaubens. Doch bis zu dieser Bekehrung ist es für den mittlerweile über dreißigjährigen Mann ein langer und oft bitterer Weg. Dieser Weg ist hauptsächlich ein Weg des Geistes, der Vorstellungen und der Gedanken des Augustinus. Dabei ist es unübersehbar, dass er von vielen verschiedenen Denkrichtungen beeinflusst wird, aber auch, dass genau eine philosophische Schule ihn besonders und nachhaltig geprägt hat. Der Neuplatonismus kann für Augustinus als eine große Hilfe gesehen werden, sich endlich dem christlichen Glauben anzunähern. Auf welche Art dies geschieht, und warum gerade diese Philosophie Augustinus eine beträchtliche Unterstützung liefert, soll in dieser Arbeit untersucht und dargestellt werden. Es wird hierzu ausschließlich der Bericht der Confessiones betrachtet, welcher in einigem Abstand und deswegen auch aus der Sicht des Christen Augustinus geschrieben wurde.
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Philosophisches Seminar
Proseminar: Die Richtungen der Seele. Augustinus, Bekenntnisse
Sommersemester 2006, 3. Fachsemester
Zwischenprüfungsarbeit
Augustinus’ Weg zur Annahme des christlichen Glaubens mit Hilfe des Platonismus
von
Michaela Lehr
Inhalt
1. Einführung... 5
2. Voraussetzungen... 6
2.1. Augustinus Vorstellungen über Gott, das Böse und die Beschaffenheit der Welt... 7
3. Die Verwerfung des Manichäismus mit Hilfe des Bischof Ambrosius... 9
4. Das neuplatonische Gedankengut als Voraussetzung für die Bekehrung zum Christentum... 11
4.1. Augustinus’ Meinungen über Gott und die Frage nach dem Ursprung des Bösen kurz vor der Berührung mit den platonischen Schriften... 11
4.2. Welche Literatur hat Augustinus studiert?... 14
4.3. Die Neuplatoniker... 14
4.3.1. Plotin... 15
4.4. Welche Gedanken Plotins halfen Augustinus zu christlichen Ansichten zu kommen?... 17
4.5. Was trennt Augustinus vom Neuplatonismus?... 19
5. Die Überschreitung des neuplatonischen Systems... 22
5.1. Welche Rolle spielen die neuplatonischen Schriften innerhalb der Bekehrung... 22
5.2. Was Augustinus zu einer vollständigen Bekehrung zum Christentum noch fehlt... 23
6. Zusammenfassung... 25
Primärliteratur... I
Sekundärliteratur... I
1. Einführung
Augustinus von Hippos autobiographisch geschriebenes Buch, die Bekenntnisse (lat.: confessiones), ist eines der größten Glaubensbekenntnisse an Gott. Augustinus legt Gott und auch dem Leser sein Leben mit einer beeindruckenden Offenheit und Demut dar. Er erzählt seine Geschichte ab dem ersten Kindesalter, an das er sich erinnern kann, bis nach dem Moment seiner Bekehrung zum Christentum. Die Sünden, welche er begangen hat, beichtet er genauso wie die Sünden seines Geistes, die zu keinen Taten geführt haben. Ein ergreifender Höhepunkt des Buches liegt auf Augustinus’ endgültiger Annahme des christlichen Glaubens. Doch bis zu dieser Bekehrung ist es für den mittlerweile über dreißigjährigen Mann ein langer und oft bitterer Weg. Dieser Weg ist hauptsächlich ein Weg des Geistes, der Vorstellungen und der Gedanken des Augustinus. Dabei ist es unübersehbar, dass er von vielen verschiedenen Denkrichtungen beeinflusst wird, aber auch, dass genau eine philosophische Schule ihn besonders und nachhaltig geprägt hat. Der Neuplatonismus kann für Augustinus als eine große Hilfe gesehen werden, sich endlich dem christlichen Glauben anzunähern. Auf welche Art dies geschieht, und warum gerade diese Philosophie Augustinus eine beträchtliche Unterstützung liefert, soll in dieser Arbeit untersucht und dargestellt werden. Es wird hierzu ausschließlich der Bericht der Confessiones betrachtet, welcher in einigem Abstand und deswegen auch aus der Sicht des Christen Augustinus geschrieben wurde.
2. Voraussetzungen
Um die Frage beantworten zu können wie die neuplatonischen Schriften Augustinus den Weg zu einer Bekehrung zum Christentum geebnet haben, muss im Voraus verstanden werden, auf welchem geistigen Niveau sich Augustinus zu der Zeit befand, als er die Neuplatoniker für sich entdeckte. Mit Hilfe dieses Wissens lässt sich daraufhin verdeutlichen, welche philosophischen Annahmen sich nicht mit dem christlichen Glauben vereinen ließen und deshalb einer Bekehrung im Weg gestanden hätten. Im Laufe seines Rhetorik-Studiums lernt Augustinus Ciceros »Hortensius« kennen. Diese Lektüre lässt in ihm erstmals den Wunsch nach der Erlangung von Weisheit reifen und führt ihn damit zur Philosophie.1 Seine Suche nach Weisheit beginnt er mit dem Studium der Bibel, welches er aber nach kurzer Zeit abbricht. Er schreibt im dritten Buch seiner Bekenntnisse, dass er auf Grund seines damaligen Hochmuts nicht an die Weisheit der heiligen Schrift gelangen konnte. So sieht er die Bibel zu dieser Zeit im Vergleich mit den Schriften Ciceros als unter seiner „Würde“.2 Er wendet sich also vom Christentum ab und der Lehre der Manichäer zu.
Die Manichäer versprechen Augustinus die von ihm gesuchte Wahrheit. Sie lehren die Existenz von zwei entgegen gesetzten Prinzipien, dem Guten und dem Bösen, dem Licht und der Finsternis.3 Außerdem ist ihre Lehre eine materialistische; ihre Auffassung von Gott als dem guten Prinzip ist eine Auffassung von einem „…ewigen Stoffe von geistigsinnlicher Beschaffenheit…“4.
Zehn Jahre lang bleibt Augustinus Mitglied dieser Religion, ehe er erkennen muss, dass auch sie nicht alle seine Fragen zufrieden stellend beantworten kann. Dies wird Augustinus wohl endgültig deutlich, als der des Wissens hoch gelobte Manichäer Faustus sich nicht einmal auf Augustinus’ Fragen einlassen möchte.5 Er schreibt über die Enttäuschung dieses Treffens: „Solcherweise kam nun mein Eifer, den ich an die Schriften der Manichäer gewendet hatte, ins Stocken.“6 Die Folge für Augustinus ist eine zumindest schwache Abwendung vom Manichäismus. „Nicht als hätte ich mich gänzlich von ihr [der Lehre der Manichäer] losgesagt, vielmehr, wie wenn ich doch nichts Besseres finden könnte als eben dies, woran ich nun einmal getreten war, kam ich mit mir überein, mich einstweilen zufrieden zu geben, bis vielleicht irgend ein Licht erschiene, das besser für mich wäre.“7 In dieser geistigen Unsicherheit gefangen findet Augustinus Gefallen an der skeptischen Philosophie der Neuen Akademie.8
Augustinus befindet sich nun zwar in der Lage, dass er die Möglichkeit der Erlangung absolut sicheren Wissens verneinen muss, besitzt aber immer noch gewisse, manichäisch beeinflusste Vorstellungen über die Beschaffenheit der Welt, das Gute und das Böse und über Gott. Auf diesen Auffassungen gründet sich auch seine zu dieser Zeit falsche Vorstellung darüber, was die katholische Kirche lehrt.
2.1. Augustinus Vorstellungen über Gott, das Böse und die Beschaffenheit der Welt
[...]
1 Vgl. Conf. (Augustinus: Bekenntnisse. Zweisprachige Ausgabe. Aus dem Lateinischen von Joseph Bernhart. Mit einem Vorwort von Ernst Grasmück, Frankfurt am Main 1987) III 4,7-8
2 Vgl. Conf. III 5.9
3 Vgl. Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Stuttgart 2003, S. 250
4 Siehe Bernhart, Joseph: Erläuterung zu: Augustinus „Bekenntnisse“, Frankfurt am Main 1987, Seite 953
5 Vgl. Conf. V 7,12
6 Siehe Conf. V 7,13
7 Siehe Conf. V 7,13
8 Vgl. Conf. V 10,19: „Allmählich wuchs ja auch in mir der Gedanke, die gescheitesten von allen Philosophen seien doch die üblich so genannten Akademiker, weil sie der Ansicht waren, man müsse an allem zweifeln, und sich für den Satz entscheiden, der Mensch sei nicht imstande, irgendwelches Wahre in seinen Griff zu bekommen.“
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