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Basel II – Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand gewinnen an Bedeutung

Hausarbeit, 2006, 28 Seiten
Autor: Björn Christiansen
Fach: Wirtschaft - Investition und Finanzierung

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 28
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 36  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V80255
ISBN (E-Book): 978-3-638-87338-3

Dateigröße: 288 KB

Zusammenfassung / Abstract

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen auf deutsche mittelständische Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf deren Finanzierung, zu untersuchen. Zur traditionellen Kreditfinanzierung sollen alternative Finanzierungsformen aufgezeigt werden. Anschließend soll die praktische Relevanz betrachtet und eine kritische Beurteilung vorgenommen werden.


Textauszug (computergeneriert)

Basel II – Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand gewinnen an Bedeutung

von

Björn Christiansen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 5

2. Basel II im Überblick... 6

2.1. Entwicklung und Zielsetzung von Basel II... 6
2.2. Die drei Säulen von Basel II... 7

2.2.1. Einleitung... 7
2.2.2. Mindestkapitalanforderungen... 8

2.2.2.1. Kreditrisiko... 9
2.2.2.2. Operationelles Risiko... 10
2.2.2.3. Marktrisiko... 11

2.2.3. Bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozess... 11
2.2.4. Marktdisziplin/Offenlegung von Risikoinformationen... 11

3. Der Mittelstand in Deutschland... 12

3.1. Begriffseingrenzung Mittelstand... 12
3.2. Finanzierungsstruktur im deutschen Mittelstand... 14
3.3. Auswirkungen von Basel II auf den deutschen Mittelstand... 15

4. Alternative Finanzierungsformen... 16

4.1. Einleitung... 16
4.2. Erhöhung der Eigenkapitalquote... 16
4.3. Beteiligungsfinanzierung... 17
4.4. Mezzanine-Kapital... 19

4.4.1. Einleitung... 19
4.4.2. Verbrieftes Mezzanine-Kapital... 20
4.4.3. Nicht verbrieftes Mezzanine-Kapital... 21

4.5. Leasing... 22

5. Fazit... 23

Literaturverzeichnis... 25

 

 

1. Einleitung

Der Begriff Basel II1 hat in den letzten Jahren eine intensive öffentliche Diskussion ausgelöst, wie es zuvor noch kein anderer Fachbegriff des Bankenaufsichtsrechts getan hat.2 Das am 03. Juni 1999 vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht veröffentlichte Konsultationspapier dient als Ausgangspunkt, um die Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) zu reformieren.
Gründe der Diskussion liegen in den Veränderungen in der Kreditvergabepraxis, die Basel II mit sich bringt. Die Differenzierung des zu hinterlegenden Eigenkapitals anhand des Kreditrisikos erfordert ein gutes Rating der Kreditnehmer. Allerdings wird dieses Rating wesentlich von der Eigenkapitalquote bestimmt, welche im deutschen Mittelstand traditionell sehr gering ist.3 Über 99% der deutschen Unternehmen können der Gruppe der Kleinen und Mittleren Unternehmen zugeordnet werden.4 Immer wieder ist durch Einschränkung oder Verknappung bei der Kreditvergabe von der Benachteiligung des deutschen Mittelstandes und der damit verbundenen „Finanzierungskrise des Mittelstandes“ zu hören.
Die Finanzierungsstruktur des deutschen Mittelstandes im internationalen Vergleich rechtfertigt es, aufgrund des Stellenwertes der Kreditfinanzierung von einer erhöhten Belastung deutscher Mittelständler zu sprechen.5 Daher verwundert die lang anhaltende öffentliche Diskussion über Basel II nicht. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen auf deutsche mittelständische Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf deren Finanzierung, zu untersuchen. Zur traditionellen Kreditfinanzierung sollen alternative Finanzierungsformen aufgezeigt werden. Anschließend soll die praktische Relevanz betrachtet und eine kritische Beurteilung vorgenommen werden.

2. Basel II im Überblick

2.1. Entwicklung und Zielsetzung von Basel II

Der Baseler Ausschuss für Bankaufsicht wurde 1974 von den Zentralbanken der G10- Staaten6 gegründet. Dieser Ausschuss erarbeitet international anerkannte und anwendbare sowie einheitliche Richtlinien, die dann auf nationaler Ebene durch die Legislative umgesetzt werden. Die einzelnen Staaten können eigenverantwortlich festlegen, in welchem Umfang diese Richtlinien umgesetzt werden. Diese Empfehlungen/Richtlinien werden i. d. R. aber auch von den übrigen Staaten, die nicht der G10 angehören, übernommen.
Die erste Baseler Eigenkapitalvereinbarung wurde 1988 durch den Baseler Ausschuss für Bankaufsicht eingeführt. Grund für diese Einführung war die mangelnde Stabilität des Bankensystems in den 80er Jahren. Diese gemeinsamen Regelungen sollten den damals herrschenden Verdrängungskampf im Bankensektor entschärfen und eine adäquate Eigenmittelausstattung der Kreditinstitute gewährleisten.7
Das Ziel sollte zum einen durch eine Eigenkapitalhinterlegung von 8% der Kreditsumme und zum anderen durch eine Begrenzung des Kreditvolumens auf das 12,5-fache des Eigenkapitals erreicht werden. Durch die Entwicklungen an den Finanz- und Kapitalmärkten stieß Basel I in den 90er Jahren schnell an seine Grenzen. Da unter anderem Anwendungen von neuen Risikomodellen oder innovative Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Kreditderivate oder verbriefte Aktiva, nicht berücksichtigt wurden.8 Das erste Konsultationspapier zu Basel II, welches im Juni 1999 veröffentlicht wurde, sollte Abhilfe schaffen. Nachbesserungen, die aufgrund von Widerständen einiger Interessenverbände durchgeführt werden mussten, erfolgten in den Jahren 2001, 2003 und 2004. Der Rat der Wirtschafts- und Finanzminister der EU hat am 11. Oktober 2005 die Richtlinien zur Umsetzung von Basel II innerhalb der EU gebilligt. Damit muss Basel II ab dem 1. Januar 2007 in allen Kreditinstituten der EU angewendet werden. Mit Basel II sollen die Schwächen nun soweit wie möglich beseitigt und eine höhere Stabilität im internationalen Bankensystem erreicht werden. Dies soll durch Erfassen von Kreditausfallrisiken und die damit verbundene risikoadäquate Eigenmittelhinterlegung von Krediten erreicht werden. Eine Betrachtung der Schuldnerbonität ist notwendig, um die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung der Kreditgeber nicht mehr pauschal, sondern nach der Bonität der Kreditnehmer zu ermitteln.9
Die Anzahl und der Entwicklungsstand, der von den Kreditinstituten anzuwendenden Risikomessmethoden, werden bei einzelnen Banken unterschiedlich ausfallen. Dieser Tatsache trägt das Basel II Konzept insofern Rechnung, dass für die zentralen Risikobereiche der Kreditinstitute, das Kreditrisiko, das Marktpreisrisiko und das operationelle Risiko zukünftig standardisierte oder bankeigene Verfahren/ Modelle zur Verfügung stehen.
Da die Mindestkapitalanforderungen nicht alleine ausreichen um die Solvenz eines Kreditinstitutes zu gewährleisten, werden diese Anforderungen um eine Bankenaufsicht, die überwiegend durch die Bundesbank durchgeführt wird und eine Offenlegungspflicht der Banken erweitert.10

2.2. Die drei Säulen von Basel II

2.2.1. Einleitung

[...]


1 International Convergance of Capital Measurement and Capital Standards: A Revised Framework.

2 Vgl. Engbers, Bernd: Basel II: Eine Chance für den Mittelstand, in: Finanz Betrieb, 7-8/2003, S. 456-459.

3 Vgl. Kamp, Andreas/Solmecke, Henrik: Mezzanine-Kapital: Ein Eigenkapitalsubstitut für den Mittelstand?, in: Finanz Betrieb, 10/2005, S. 618.

4 Vgl. Du bist deutscher Mittelstand: Der Mittelstand macht´s. Online im Internet unter: http://www.du-bistdeutscher- mittelstand.de/deutscher_mittelstand.htm, [Stand 19.05.2006].

5 Vgl. Uhde, Andreas: Europäisches Parlament berät über Basel II, Einführung erfolgt voraussichtlich Ende 2006, in: VentureCapital Magazin „Mittelstandsfinanzierung 2005“, April 2005, S. 10.

6 Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweden, Schweiz und USA.

7 Vgl. Deloitte (Hrsg.): Basel II, Handbuch zur praktischen Umsetzung des neuen Bankenaufsichtsrecht, Berlin, 2005, S. 19.

8 Vgl. Ehlers, Harald: Basel II/Rating: Die Hausaufgaben für Mittelstandsunternehmer und ihre Berater, Herne/Berlin, 2003, S.7.

9 Vgl. Gürtler, Marc/Schunck, Stefan: Basel II und Auswirkungen auf den Mittelstand – Total Quality Management und das Bewertungsrisiko von KMU, in: Meyer, Jörn-Axel (Hrsg.): Unternehmensbewertung und Basel II in kleinen und mittleren Unternehmen, Köln, 2003, S. 33.

10 Vgl. Deutsche Bundesbank: Monatsbericht September 2004, Frankfurt am Main 2004, S. 76. Online im Internet unter: http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/mba/2004/200409mba_baselII.pdf, [Stand 19.05.2006].


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