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Der literarische Beitrag zum Erzählerwerb - In Theorie und Praxis

Termpaper, 2005, 19 Pages
Author: Julia Kloiber
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Mündliches und schriftliches Erzählen
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Beitrag, Erzählerwerb, Theorie, Praxis, Mündliches, Erzählen
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V80291
ISBN (E-book): 978-3-638-87514-1
ISBN (Book): 978-3-638-87525-7
File size: 150 KB

Abstract

Kinder eignen sich die Welt durch erzählen und Erzählungen an. Sie benutzen die Sprache um sich zu orientieren, die Welt zu benennen und zu entdecken. Durch das abendliche Vorlesen, Kassetten hören, Comic lesen oder Bilderbücher betrachten haben Kinder ein breites Spektrum an literarischen Erzählstilen bereits bei Schuleintritt kennen gelernt. Zum Erzählen gehört auch das Zuhören und Nachfragen. Doch viele Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten diese Komponenten zu bewältigen. Sie müssen erst noch erlernt werden. In den Schulen kommt dabei das mündliche Erzählen oft zu kurz. Der Morgen- oder Wochenkreis bildet meist die einzige Art mündliches Erzählen und aktives Zuhören zu fördern. Eine mangelnde Erzähl- und Zuhörfähigkeit wirkt sich ebenso negativ auf die Lese- und Schreibfähigkeit aus. Das schriftliche Erzählen baut auf dem Mündlichen auf. Wird letzteres nicht genügend gefördert oder gänzlich vernachlässigt, leidet das schriftliche Erzählen gleichsam darunter. Ein mangelndes Leseverständnis bildet sich aus, da das Zuhören eines Lesers eine Schwierigkeit darstellt. Viele Lehrer sind jedoch nicht ausreichend auf den Erwerb der mündlichen und schriftlichen Erzählkompetenz ausgebildet. Eine gezielte Förderung hätte jedoch bedeutende Vorteile. Das aktive Zuhören und kreative Erzählenlernen fördert sowohl die Kreativität, als auch die Kommunikationsfähigkeit; auch soziale Fähigkeiten werden erweitert. Erfahrungen und Weltwissen werden ausgetauscht und kommunikative Fähigkeiten erworben. Die Schule muss hierbei einen großen Teil leisten, denn Erzählen und Zuhören werden nicht ohne fachliche Unterstützung gelernt. Welchen Beitrag die Literatur in Verbindung mit der fachkompetenten Lehrkraft hierbei geben kann, soll in diesem folgenden Text dargestellt werden.


Excerpt (computer-generated)

Universität Duisburg-Essen, Standort Essen
Kurs: Mündliches und schriftliches Erzählen
WS 2004/2005

Der literarische Beitrag zum Erzählerwerb - In Theorie und Praxis

von

Julia Parschmann

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 3

2 Mündliche und schriftliche Erzählformen... 3

2.1 Die Alltagserzählung... 4
2.2 Die literarische Erzählung... 4
2.3 Das dialogische Erzählen... 5
2.4 Das monologische Erzählen... 5

3 Die Wichtigkeit von Kinderliteratur für Kinder... 6

3.1 Gefühle für die Kohärenz entwickeln... 6
3.2 Konzilianz der Erzählerrolle vorführen... 7
3.3 Relevanz des Alltäglichen erkennen... 8
3.4 Kooperatives Erzählen... 9

4 Erzählen lernen mit Hilfe der Kinderliteratur... 10

4.1 Die narrative Markierung... 10
4.2 Soziokulturelle Muster... 11
4.3 Erzählen nach Vorlagen... 12

4.3.1 Erzählen mit Bildergeschichten... 13
4.3.2 Vor- und Nachteile der Nacherzählung... 14
4.3.3 Die Buchvorstellung... 15
4.3.4 Die Fortsetzungsgeschichte... 15

5 Konsequenzen für die Lehrperson... 17

6 Schlussbemerkung... 18

Literaturverzeichnis... 19


 

1 Einleitung

Kinder eignen sich die Welt durch erzählen und Erzählungen an. Sie benutzen die Sprache um sich zu orientieren, die Welt zu benennen und zu entdecken. „Bereits vor Schulantritt haben Kinder in unserem Kulturkreis ein bestimmtes literarisches Wissen.“1. Durch das abendliche Vorlesen, Kassetten hören, Comic lesen oder Bilderbücher betrachten haben Kinder ein breites Spektrum an literarischen Erzählstilen bereits bei Schuleintritt kennen gelernt. Zum Erzählen gehört auch das Zuhören und Nachfragen. Doch viele Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten diese Komponenten zu bewältigen. Sie müssen erst noch erlernt werden. In den Schulen kommt dabei das mündliche Erzählen oft zu kurz. Der Morgen- oder Wochenkreis bildet meist die einzige Art mündliches Erzählen und aktives Zuhören zu fördern. Eine mangelnde Erzähl- und Zuhörfähigkeit wirkt sich ebenso negativ auf die Lese- und Schreibfähigkeit aus. Das schriftliche Erzählen baut auf dem Mündlichen auf. Wird letzteres nicht genügend gefördert oder gänzlich vernachlässigt, leidet das schriftliche Erzählen gleichsam darunter. Ein mangelndes Leseverständnis bildet sich aus, da das Zuhören eines Lesers eine Schwierigkeit darstellt. Viele Lehrer sind jedoch nicht ausreichend auf den Erwerb der mündlichen und schriftlichen Erzählkompetenz ausgebildet. Eine gezielte Förderung hätte jedoch bedeutende Vorteile. Das aktive Zuhören und kreative Erzählenlernen fördert sowohl die Kreativität, als auch die Kommunikationsfähigkeit; auch soziale Fähigkeiten werden erweitert. Erfahrungen und Weltwissen werden ausgetauscht und kommunikative Fähigkeiten erworben. Die Schule muss hierbei einen großen Teil leisten, denn Erzählen und Zuhören werden nicht ohne fachliche Unterstützung gelernt. Welchen Beitrag die Literatur in Verbindung mit der fachkompetenten Lehrkraft hierbei geben kann, soll in diesem folgenden Text dargestellt werden.Mündliche und schriftliche Erzählformen Das mündliche Erzählen findet meist außerschulisch statt, da die Schule ihren Schwerpunkt oftmals auf die Verschriftlichung von Geschichten und Erzähltem legt. Dies muss natürlich nicht überall so sein.
Beim mündlichen Erzählen hat der Erzähler meist ein Gegenüber dem er seine Geschichte erzählt. Er kann mit ihm zusammen agieren, Fragen stellen, seine Erzählung durch Gestik, Mimik oder Stimmveränderungen beeinflussen. Der Zuhörer kann auf das Erzählte reagieren, nachfragen und eingreifen. Bei der schriftlichen Erzählung gibt es keinen aktiven Austausch zwischen Autor und Leser, Erzähler und Publikum. Der Leser kann die Interaktion unterbrechen, indem er das Buch bei Seite legt, eine direkte Reaktion und Zwischenfragen auf den literarischen Diskurs sind jedoch unmöglich.
Bei mündlichen und schriftlichen Erzählungen werden verschiedene Stufen unterschieden, die folgend kurz erklärt werden sollen. Dabei stehen sich die Alltagserzählung und die literarischen Erzählung, sowie die monologische Höhepunkterzählung und die dialogische Geflechtserzählung gegenüber.

2.1 Die Alltagserzählung

Die Alltagserzählung findet man in einer alltäglichen Situation, wie der Name es besagt. Sie folgt der Alltagssprache und ist pragmatisch geprägt. Der Zweck dieser Erzählung dient ausschließlich der Kommunikation und Interaktion zwischen zwei oder mehreren Gesprächspartnern. Es werden Informationen und persönliche Geschichten ausgetauscht. Alltagserzählungen können elliptisch sein und geben meist außergewöhnliche und als subjektiv erzählenswert erachtete Ereignisse wieder. Die Alltagserzählung wird schon in einem frühen Stadium der sprachlichen Sozialisation gefestigt. Laut Wagner gilt als Erzählkompetenz „die Fähigkeit, Alltagsgeschichten zu erzählen“1. Eine Unterscheidung zwischen den Formen des dialogischen und monologischen Erzählens gibt es in der Erzählpraxis der Kinder, aufgrund zahlreicher fließender Übergänge und Mischformen, nicht2. Trotz dieser Tatsache soll eine Unterscheidung in diesem Text aufgeführt werden.

2.2 Die literarische Erzählung

Die dagegen stehende literarische Erzählung findet man eigens in dafür inszenierten Situationen; sie ist konstruiert. Sie folgt den Regeln der Schriftsprache und stellt eine monologische Gesprächssituation dar. Eine poetische Sprachverwendung und fiktionale Handlung ist hierbei oft gegeben3. Diese Form der Erzählung kann ebenfalls vom Leser beeinflusst werden. Jedoch nur auf einseitige Art und Weise. Sie kann nach Belieben unterbrochen und ebenso wieder aufgenommen werden. Zu den besonders wichtigen literarischen Erzählungen gehören Märchen, die eine sehr einfache Struktur verfolgen, sowie Episodengeschichten aus Erstlesebüchern und Bilderbüchern. Die Strukturen der literarischen Erzählung werden im Laufe der literarischen Sozialisation erworben1 und erfolgen nicht durch die Anwendung im alltäglichen Sprachgebrauch.

2.3 Das dialogische Erzählen

[...]


1 LYPP, MARIA: Literarische Bildung durch Kinderliteratur. S. 70. In: CONRADY, PETER (Hrsg.): Literatur-Erwerb: Kinder lesen Texte und Bilder (Jugend und Medien; 17). Frankfurt am Main: dipa-Verlag, 1989

1 RANK, BERNHARD: „Nacherzählen“ oder „Weitererzählen“? Zum Einfluss der Kinderliteratur auf die Erzählfähigkeit. In: RANK, B. (Hrsg.) Erfahrungen mit Phantasie. Baltmannsweiler: Schneider Verl. Hohengehren, 1994, S.166

2 RANK, BERNHARD: „Nacherzählen“ oder „Weitererzählen“? Zum Einfluss der Kinderliteratur auf die Erzählfähigkeit. In: RANK, B. (Hrsg.) Erfahrungen mit Phantasie. Baltmannsweiler: Schneider Verl. Hohengehren, 1994, S.166

3 RANK, BERNHARD: Wege zur Grammatik und zum Erzählen. Grundlagen einer spracherwerbsorientierten Deutschdidaktik. Schneider Verlag. Baltmannsweiler 1995, S. 106

1 BECKER, TABEA: Kinder lernen erzählen: zur Entwicklung der narrativen Fähigkeiten von Kindern unter Berücksichtigung der Erzählform. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag. Hohengehren, 2001, S. 53


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