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Scholary Paper (Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Svenja Schäfer
Subject: German Studies - Miscellaneous
Details
Institution/College: RWTH Aachen University (Germanistisches Institut/ Lehrstuhl für Deutsche Philologie)
Tags: Wort, Entwicklung, Proseminar, Mündlichkeit, Schriftlichkeit
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-87085-6
ISBN (Book): 978-3-638-87086-3
File size: 164 KB
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Abstract
Die Schrift ist für uns so alltäglich und selbstverständlich, dass ein Leben ohne sie für den modernen Menschen kaum vorstellbar ist. Sie ist die bildhafte Darstellung (Graphem) von Lauten (Phonemen) und begegnet uns in Form von Buchstaben in allen Print- und elektronischen Medien. Im Verlauf meiner Arbeit beschreibe ich den Ursprung und die Weiterentwicklung der schriftlichen Sprache bis zum heutigen Tag. Vom mündlich überlieferten Märchen bis zur virtuellen Email, von der kunstvoll angefertigten Handschrift zur Massenauflage über Rotationsmaschinen oder digitalen Druck hat sie einen langen Weg durchlaufen. Der historische Rückblick meiner Arbeit (Kapitel 2) zeigt die beiden großen Richtungen der Schriftkultur, der Orientierung an der Wortbedeutung (Logographie) und der Ausrichtung an den Lauten der Sprache (Phonographie) auf. Den Mittelpunkt der Arbeit bildet die Erklärung des Einflusses der geschriebenen Sprache auf die Zivilisationen der Welt, der entscheidenden Prägung unserer Gesellschaft durch sie und ihren Nutzen für den Menschen. Daher befasse ich mich in Kapitel 3 zunächst mit den Funktionen, die die Schrift erfüllt und deren Auswirkungen auf die Öffentlichkeit. Kognitionsentlastung (3.2.1), Wissensvermehrung (3.2.2) und ein neues Geschichtsbewußtsein durch historische Recherchemöglichkeiten (3.2.3) finden hierbei besondere Berücksichtigung.
Excerpt (computer-generated)
Germanistisches Institut der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Deutsche Philologie
Proseminar: Mündlichkeit und Schriftlichkeit
Sommersemester 2003
Das geschriebene Wort in seiner historischen Entwicklung
von
Svenja Schäfer
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung... 2
2 Rückblick: Historie... 3
3 Die Schriftkultur und ihre Auswirkungen... 4
3.1 Von der Notwendigkeit der Schrift... 5
3.2 Funktionen der Schrift... 5
3.2.1 Schrift ermöglicht Kognitionsentlastung... 6
3.2.2 Schrift ermöglicht Wissensvermehrung und Externalisierung... 7
3.2.3 Schrift ermöglicht Archivierung und Recherchierbarkeit... 8
3.2.4 Schriftliche Kommunikation... 9
3.3 Funktionen der Schrift verändern das menschliche Zusammenleben... 9
4 Der Buchdruck als Perfektionierung der Schrift... 10
4.1 Reaktionen der Gesellschaft... 12
4.2 Auswirkungen des Buchdrucks auf die Schrift... 13
5 Zeitung- das geschriebene Wort gedruckt und massenweise publiziert... 14
5.1 Anfänge der Presse und Schriftlichkeit... 15
5.2 Zeitung als Zeitzeugnis... 18
6 Zusammenfassung: Die Schrift - ein machtvolles Kommunikationsmittel... 20
7 Ausblick: Symbiose von Schrift und Computerwesen... 21
8 Literaturverzeichnis... 22
1 Einleitung
Die Schrift1 ist für uns so alltäglich und selbstverständlich, dass ein Leben ohne sie für den modernen Menschen kaum vorstellbar ist. Sie ist die bildhafte Darstellung (Graphem) von Lauten (Phonemen) und begegnet uns in Form von Buchstaben in allen Print- und elektronischen Medien. Im Verlauf meiner Arbeit beschreibe ich den Ursprung und die Weiterentwicklung der schriftlichen Sprache bis zum heutigen Tag. Vom mündlich überlieferten Märchen bis zur virtuellen Email, von der kunstvoll angefertigten Handschrift zur Massenauflage über Rotationsmaschinen oder digitalen Druck hat sie einen langen Weg durchlaufen.
Der historische Rückblick meiner Arbeit (Kapitel 2) zeigt die beiden großen Richtungen der Schriftkultur, der Orientierung an der Wortbedeutung (Logographie) und der Ausrichtung an den Lauten der Sprache (Phonographie) auf. Den Mittelpunkt der Arbeit bildet die Erklärung des Einflusses der geschriebenen Sprache auf die Zivilisationen der Welt, der entscheidenden Prägung unserer Gesellschaft durch sie und ihren Nutzen für den Menschen. Daher befasse ich mich in Kapitel 3 zunächst mit den Funktionen, die die Schrift erfüllt und deren Auswirkungen auf die Öffentlichkeit. Kognitionsentlastung (3.2.1), Wissensvermehrung (3.2.2) und ein neues Geschichtsbewußtsein durch historische Recherchemöglichkeiten (3.2.3) finden hierbei besondere Berücksichtigung. Die Kunst der Verbreitung der Schrift wird mit dem Buchdruck perfektioniert. Die Facetten und Auswirkungen, vor allem nach der Erfindung Gutenbergs, werden in Kapitel 4 behandelt. Eine mögliche Realisierungsform des gedruckten Wortes, stellt die Zeitung dar. Diesem Massenmedium und seinen Auswirkungen ist das 5. Kapitel der Hausarbeit gewidmet. Im Anschluss bietet Kapitel 6 eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und stellt noch einmal wichtige zentrale Punkte heraus. Kapitel 7 beschäftigt sich in Form eines Ausblicks mit der Frage, wie die modernen Kommunikationsmittel Email, Internet und die übrigen elektronischen Medien als Printerzeugnisse die traditionellen Schriftformen ergänzen, verändern oder verdrängen.
2 Rückblick: Historie
Der historische Rückblick auf die Entwicklung der geschriebenen Sprachen verdeutlicht, dass die Verbindung der Schrift mit sprachlichen Elementen in den Zivilisationen der Welt in unterschiedlicher Weise gelöst worden ist. Grundsätzlich gibt es zwei Alternativen: „Orientierung an der Wortbedeutung (Logographie), oder man schreibt unabhängig von der Bedeutung, die Laute der Sprache (Phonographie) (Haarmann 1990:147). Logographie (griech. „logos“ = Gedanke + „graphein“ = schreiben) bezeichnet die Wiedergabe sprachlicher Inhalte. Hier steht jeweils ein Zeichen für ein Wort (z.B. die chinesische Schrift). Diese Schreibweise besitzt die längste Tradition in der Schriftgeschichte. Die Phonographie (griech. phone >Ton, Laut< + graphein >schreiben<) hat sich chronologisch später aus der inhaltsbezogenen Schreibweise entwickelt. Solche frühzeitigen logographischen Schriftsysteme, deren Ursprungszeit vor etwa 5000 Jahren (Jäger 1989:52) liegt, setzen sich aus bildlichen (piktographischen) und sinnbildlichen (ideographischen) Zeichen zusammen. Sie standen teils für einzelne Gegenstände, teils für ganze Sinnzusammenhänge (siehe die Hieroglyphen der Ägypter oder die sumerische Keilschrift). So wurde z.B. die Nacht durch den Mond symbolisiert. Graphische Symbole unterscheiden sich in sofern von Piktogrammen, als dass zwischen dem Bild und dem bezeichneten Begriff kein direkter sondern ein assoziativer Zusammenhang besteht. Ein Totenkopf symbolisiert eine Lebensgefahr und braucht keine weitere Erläuterung. Als Schreibkonvention ist der Zusammenhang kulturell spezifisch, es könnte auch ein Strichmännchen mit einem Kreuz verwendet werden. Eine weitere Variante des logographischen Schreibens stellt das abstrakte Symbol dar (vgl. & = und, § = Paragraph, u.a.) (Haarmann 1990:148).
Betrachtet man die Entwicklung, sind phonographische Schriftweisen jünger, wobei Alphabetschriften am spätesten ausgebildet worden sind und daher die modernste Stufe in der Schriftentwicklung präsentieren. Im 13. Jhd. vor Chr. finden wir bei den Phöniziern die erste Form eines Alphabetes, als Bezeichnung für die Gesamtheit der in Buchstaben fixierten Lauten einer Sprache (Hiller 1985:18). Die frühesten Alphabete beinhalteten ausschließlich Konsonanten. Erst die Griechen, die das Alphabet im 11. Jhd. von den Phöniziern übernahmen, führten die heutigen 5 Vokale ein. Für Haarmann stellt das Alphabet den Kulturträger aller modernen Zivilisationen dar. „Vieles spricht dafür, dass die Entwicklung der europäisch-christlichen (...) Kultur von der Verwendung einer Alphabetschrift abhängig war.“ (Haarmann 1990:555)
3 Die Schriftkultur und ihre Auswirkungen
Die Entwicklung jeder Schriftkultur geht einher mit der Technologisierung der Wortsprache des Menschen. Das orale, gesprochene Wort wird mit Hilfe von Buchstaben fixiert- Phoneme werden zu Graphemen. Jäger zählt die zentralen Medien der Schriftkultur, die den Übergang zu einer literalen Gesellschaft kennzeichnen, auf: das Schriftsystem, die Schreib-, Druck- und Lesetechniken und die Schriftträger (Jäger 1989:6). Ich beginne mit einem Rückblick auf das kulturelle Erbe nicht-literaler Gesellschaften, um aufgrund ihrer Überlieferungsweisen und – möglichkeiten, Konsequenzen aufzuzeigen, die durch die Einführung eines leicht handhabbaren und effektiven Mittels der Schrift, entstanden (Goody, Watt 1981:47). Als „Schrift“ lassen sich alle Zeichensysteme definieren, die eine graphische Fixierung der Sprache wort- und formulierungsgetreu erlauben (Kuckenburg 1989:168).
[...]
1 Ich beziehe mich hier auf unser westeuropäisches alphabetisches Schriftsystem.
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