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Streit in einer Talkshow

Subtitle: Eine linguistische Untersuchung am Fallbeispiel der Sendung: "Menschen bei Maischberger"

Termpaper, 2007, 19 Pages
Author: Angelika Hein
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Event: Aspekte und Methoden der linguistischen Gesprächsanalyse
Institution/College: University of Cologne (Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Tags: Streit, Talkshow, Aspekte, Methoden, Gesprächsanalyse
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V80592
ISBN (E-book): 978-3-638-87888-3

File size: 89 KB
Notes :
Diese Gesprächsanalyse wird nur hinsichtlich der sprachlichen Auffälligkeiten eines Streitsgesprächs (anhand eines kurzen Streitgesprächsusschnitts aus der Sendung Menschen bei Maischberger vom 30.05.2006) untersucht.


Abstract

Einleitung in das Thema: Streitgespräche im Alltag und im Fernsehen "Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten" , notierte schon Johann Wolfgang von Goethe zum Thema Streit. Streit ist etwas Alltägliches, jeder hat sofort eine persönliche Assoziation dazu. Um einen Streit linguistisch zu untersuchen, bedarf es einer Audioaufnahme und eines davon angefertigten Transkripts. Da ein Streit immer spontan auftritt, lässt er sich schwer festhalten. Niemand wird sofort ein Aufnahmegerät zur Hand haben, um ihn aufzuzeichnen. Auch wenn es Linguisten in der Sprachforschung gelungen ist, Streitgespräche mittels Aufnahmegeräten festzuhalten und diese zu transkribieren, so fehlen doch in der Transkription die Emotionen, um den Streit im Nachhinein als Außenstehender nachvollziehen zu können. Aus diesen Gründen habe ich es vorgezogen, ein Streitgespräch in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ zu analysieren. Um sich dem Begriff „Streit“ jedoch erst einmal anzunähern, bedarf es einer Eingrenzung. Deshalb soll zunächst auf den Begriff „Streit“ eingegan-gen werden. Was bedeutet er? Ist das Wort „ Streit“ synonym für das Wort „Konflikt“? Im weiteren Verlauf sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie entsteht ein Streit? Wer ist dafür verantwortlich, dass er eskaliert oder auch deeskalieren kann? Was unterscheidet das Streitgespräch von anderen Gesprächen? Daran werden sich die Fragen anschließen, ob das Fernsehgespräch dem Alltagsgespräch gleichzusetzen ist und ob Macher von Talksendungen gerade daran interessiert sind, dass sich ihre Gäste untereinander Wortgefechte liefern? Lassen sich diese Streitereien vorhersehen oder werden sie gar von den Medien inszeniert? Im Folgenden werden die sprachlichen Auffälligkeiten des Streites anhand der Sendung vom 30.05.2006 „Menschen bei Maischberger“ mit dem Thema: “Freud ist schuld: Schluss mit dem Sexwahn?“ analysiert.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln, Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik
SS 06 Seminar: Aspekte und Methoden der linguistischen Gesprächsanalyse

Streit in einer Talkshow
Eine linguistische Untersuchung am Fallbeispiel der Sendung: "Menschen bei Maischberger"

von

Angelika Hein

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in das Thema: Streitgespräche im Alltag und im Fernsehen... 3

2. Bedeutung der Begriffe: „Streit“ und „Konflikt“ in der Linguistik... 4

3. Die Unterschiede zwischen Streit- und Alltagsgesprächen... 4

4. Spezifische Phänomene des Streitgesprächs... 5

4.1 Eskalation und Deeskalation eines Streites... 6
4.2 Streitbeendigung... 7

5. Gesprächsbedingungen in Talkshows... 7

6. Gesprächsanalyse der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ mit dem Thema: „Freud ist schuld: Schluss mit dem Sexwahn?“ vom 30.05.2006... 8

6.1 Vorstellung der Gäste mit Sitztordung... 8
6.2 Kurze Bemerkung zum Studioaufbau und zur Sitzordnung... 9

7. Transkriptionspassagen der Sendung... 9

7.1 Transkription mit Randbemerkungen zu spezifischen linguistischen Phänomenen des Streitgesprächs... 10
7.2 Linguistische Analyse zu den spezifische Phänomenen des transkribierten Streitgesprächs... 12
7.3 Transkription mit Randbemerkungen zu den Eskalations- und Deeskalationsphasen in einem Streitgespräch... 13
7.4 Linguistische Analyse des Streitgesprächs zu den Es- und Deeskalationsphasen des transkribierten Streitgesprächs... 15
7.5 Linguistische Analyse zu der Streitbeendigung des transkribierten Gesprächs... 16

8. Fazit... 17

Literaturverzeichnis... 19


 

1. Einleitung in das Thema: Streitgespräche im Alltag und im Fernsehen

"Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten"1, notierte schon Johann Wolfgang von Goethe zum Thema Streit. Streit ist etwas Alltägliches, jeder hat sofort eine persönliche Assoziation dazu. Um einen Streit linguistisch zu untersuchen, bedarf es einer Audioaufnahme und eines davon angefertigten Transkripts. Da ein Streit immer spontan auftritt, lässt er sich schwer festhalten. Niemand wird sofort ein Aufnahmegerät zur Hand haben, um ihn aufzuzeichnen. Auch wenn es Linguisten in der Sprachforschung gelungen ist, Streitgespräche mittels Aufnahmegeräten festzuhalten und diese zu transkribieren, so fehlen doch in der Transkription die Emotionen, um den Streit im Nachhinein als Außenstehender nachvollziehen zu können. Aus diesen Gründen habe ich es vorgezogen, ein Streitgespräch in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ zu analysieren.
Um sich dem Begriff „Streit“ jedoch erst einmal anzunähern, bedarf es einer Eingrenzung. Deshalb soll zunächst auf den Begriff „Streit“ eingegangen werden. Was bedeutet er? Ist das Wort „ Streit“ synonym für das Wort „Konflikt“? Im weiteren Verlauf sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie entsteht ein Streit? Wer ist dafür verantwortlich, dass er eskaliert oder auch deeskalieren kann? Was unterscheidet das Streitgespräch von anderen Gesprächen?
Daran werden sich die Fragen anschließen, ob das Fernsehgespräch dem Alltagsgespräch gleichzusetzen ist und ob Macher von Talksendungen gerade daran interessiert sind, dass sich ihre Gäste untereinander Wortgefechte liefern? Lassen sich diese Streitereien vorhersehen oder werden sie gar von den Medien inszeniert? Im Folgenden werde ich die sprachlichen Auffälligkeiten des Streites anhand der Sendung vom 30.05.2006 „Menschen bei Maischberger“ mit dem Thema: “Freud ist schuld: Schluss mit dem Sexwahn?“ analysieren. Diese Gesprächsanalyse wird nur hinsichtlich der sprachlichen Auffälligkeiten eines Streitsgesprächs untersucht.

2. Bedeutung der Begriffe: „Streit“ und „Konflikt“ in der Linguistik

Die Begriffe „ Streit“ und „Konflikt“ werden in der Linguistik synonym gebraucht. Auch wenn Sprachwissenschaftler wie Apeltauer, Schwitalla, Schank und Kallmeyer2 in ihren Definition zu den Begriffen „Streit“ und „Konflikt“ nur etwas voneinander divergieren, kann festgehalten werden, dass der Streit als eine verbale Form der Konfliktaustragung im interpersonalen Bereich verstanden wird, in welcher voneinander abweichende Standpunkte oder Problemsichtweisen in Bezug auf Sachverhalt, Handlung oder Verhalten mindestens eines Aktanten kontrovers diskutiert werden. Dieser emotionale Gesprächsstil ist häufig verbunden mit Imageverletzungen des Gegenübers. Konflikte können sowohl friedlich (kooperativ) als auch kontrovers (unkooperativ) gelöst oder behandelt werden. Sie werden unterschiedlich ausgetragen, es kann mit einer verbalen Auseinandersetzung anfangen und bis hin zur körperlichen Gewaltanwendung gehen. Im schlimmsten Fall wird ein Konflikt als Krieg ausgetragen.

3. Die Unterschiede zwischen Streit- und Alltagsgesprächen

Streitgespräche weisen eine Reihe spezifischer Merkmale auf, die sich von nicht konfliktären (alltäglichen) Gesprächen unterscheiden. Alle Merkmale leiten sich von einem Punkt ab: der Störung der kooperativen Basis. „Kooperativität ist eine grundlegende Voraussetzung für Verständigung im Gespräch und gegebenenfalls für eine positive Konfliktaustragung. Sie sichert die Nicht- Verletzung der Basisregeln des Gesprächs, insbesondere die Befolgung der Reziprozitätsforderung.“3 Kooperativ sein heißt, sich verstehen wollen, sich gegenseitig guten Willen unterstellen, sich ernst zu nehmen, ein für beide Seiten positives Ziel erarbeiten wollen. Bei der linguistischen Analyse ist der Streit ein Gesprächstyp, der sich, wie andere verbale Interaktionen auch, durch Vorkommen und Fehlen ganz spezifischer Charakteristika auszeichnet.

4. Spezifische Phänomene des Streitgesprächs

[...]


1 Goethe, Johann Wolfgang von. Sprüche in Prosa. Sämtliche Maxime und Reflexionen. Sämtliche Werke (Hg. v. Friedmar Apel u.a.) Frankfurt/M. 1993. Bd. I:13, S. 81

2 Spiegel, Carmen. Streit. Eine linguistische Untersuchung verbaler Interaktion in alltäglichen Zusammenhängen. Tübingen 1995. S.19

3 Schank, Gerd / Schwitalla, Johannes. Konflikte in Gesprächen. Tübin- gen 1987. S.31


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