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„Big Business“ – Unternehmensstrukturen in den USA (19./20. Jh.)

Subtitle: Konzernbildung und Trusts in der Automobilindustrie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Nicolas Bühler
Subject: Economics / Business : Economic and Social History

Details

Event: Big Business“ – Unternehmensstrukturen in den USA (19./20. Jh.)
Institution/College: RWTH Aachen University (Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Tags: Business“, Unternehmensstrukturen, Business“, Unternehmensstrukturen
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V80620
ISBN (E-book): 978-3-638-87734-3
ISBN (Book): 978-3-638-87739-8
File size: 112 KB

Abstract

Keine technische Errungenschaft hat das 20. Jahrhundert so sehr geprägt wie die Erfindung des Automobils. Obwohl Gottfried Daimler bereits im Jahre 1886 mit seinem motorisierten Kutschenwagen das erste Vierrad-Automobil entwickelte, dauerte es noch ungefähr zwei Jahrzehnte, bis der Siegeszug des Automobils seinen Anfang nahm. Der Erfolg des Automobils als anerkanntes Transportmittel für die Massen wurde aber nicht in seinem Ursprungsland Europa begründet, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es waren amerikanische Techniker und Kaufmänner, die aus dem Luxusgut Automobil ein für die breite Masse erschwingliches Produkt machten und so innerhalb von wenigen Jahrzehnten eine der wichtigsten Industriebranchen schufen. Hauptsächlich die Jahre zwischen 1900 und 1930 sind interessant im Hinblick auf Marktentstehung und Marktentwicklung, da sich in dieser Zeit die noch heute dominierende Unternehmensstruktur auf dem US-Automobilmarkt herauskristallisiert hat. Seit dem Ende der zwanziger Jahre verkaufen die Konzerne General Motors, Ford und Chrysler über 80 % der in den USA hergestellten PKW. Besonders prägend für den amerikanischen Automobilmarkt waren die Unternehmen Ford und General Motors. Beide Konzerne hatten zeitweise enormen Erfolg und setzten mit ihren Innovationen in den Bereichen der Produktion und des Managements neue Standards. Ihre Ursprünge, Wachstum und Krisen werden in den Kapiteln drei und vier bis zum Jahr 1930 analysiert. Zu deren besseren Verständnis soll daher das folgende zweite Kapitel Aufschluss über die vorherrschenden Bedingungen in den Jahren von 1900 bis 1930 geben und die allgemeine Marktentwicklung in diesem Zeitraum wiederspiegeln. Abschließend werden in der Zusammenfassung die wichtigsten Entscheidungen und Merkmale der Konzerne zusammengefasst und gewürdigt.


Excerpt (computer-generated)

RWTH Aachen, SS 2006
Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hauptseminar: „Big Business“ – Unternehmensstrukturen in den USA (19./20. Jh.)

„Big Business“ – Unternehmensstrukturen in den USA (19./20. Jh.)
Konzernbildung und Trusts in der Automobilindustrie

von

Nicolas Bühler

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Die Marktentwicklung in der US-Automobilbranche von 1900 bis 1930... 4

3. Die Ford Motor Company... 7

3.1 Aufstieg und Marktbeherrschung... 7
3.2 Krise und Neuausrichtung... 12

4. Die General Motors Corporation... 14

4.1 Gründung und Überlebenskampf... 14
4.2 Aufstieg zur Marktführerschaft... 17

5. Zusammenfassung... 21

Literaturverzeichnis... 23


 

1. Einleitung

Keine technische Errungenschaft hat das 20. Jahrhundert so sehr geprägt wie die Erfindung des Automobils. Obwohl Gottfried Daimler bereits im Jahre 1886 mit seinem motorisierten Kutschenwagen das erste Vierrad-Automobil entwickelte, dauerte es noch ungefähr zwei Jahrzehnte, bis der Siegeszug des Automobils seinen Anfang nahm.1 Der Erfolg des Automobils als anerkanntes Transportmittel für die Massen wurde aber nicht in seinem Ursprungsland Europa begründet, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es waren amerikanische Techniker und Kaufmänner, die aus dem Luxusgut Automobil ein für die breite Masse erschwingliches Produkt machten und so innerhalb von wenigen Jahrzehnten eine der wichtigsten Industriebranchen schufen.2 Hauptsächlich die Jahre zwischen 1900 und 1930 sind interessant im Hinblick auf Marktentstehung und Marktentwicklung, da sich in dieser Zeit die noch heute dominierende Unternehmensstruktur auf dem USAutomobilmarkt herauskristallisiert hat. Seit dem Ende der zwanziger Jahre verkaufen die Konzerne General Motors, Ford und Chrysler über 80 % der in den USA hergestellten PKW.3
Besonders prägend für den amerikanischen Automobilmarkt waren die Unternehmen Ford und General Motors. Beide Konzerne hatten zeitweise enormen Erfolg und setzten mit ihren Innovationen in den Bereichen der Produktion und des Managements neue Standards. Ihre Ursprünge, Wachstum und Krisen werden in den Kapiteln drei und vier bis zum Jahr 1930 analysiert. Zu deren besseren Verständnis soll daher das folgende zweite Kapitel Aufschluss über die vorherrschenden Bedingungen in den Jahren von 1900 bis 1930 geben und die allgemeine Marktentwicklung in diesem Zeitraum wiederspiegeln. Abschließend werden in der Zusammenfassung die wichtigsten Entscheidungen und Merkmale der Konzerne zusammengefasst und gewürdigt.

2. Die Marktentwicklung in der US-Automobilbranche von 1900 bis 1930

Alle wichtigen Rohstoffe, die für den Bau und Betrieb eines Automobils benötigt werden, waren in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts in großen Mengen erhältlich. Die Stahlindustrie hatte im Jahr 1901 einen Ausstoß von etwa 24 Millionen Tonnen Flussstahl.4 Die Erdölvorkommen waren ebenso bereits gut erschlossen, so dass sich in den Jahren von 1897 bis 1913 die Rohölförderung von 60 Millionen Barrel auf 250 Millionen Barrel erhöhte.5 Auch die Kautschukindustrie hatte sich etabliert, und es wurden bereits moderne Werkzeugmaschinen, wie z.B. Bohrmaschinen und Revolverdrehbänke, bei der Produktion verwendet.6 Diese unterstützenden Faktoren führten dazu, dass um die Jahrhundertwende viele kleine Unternehmen als Automobilhersteller in den Markt drängten. Nicht wenige von ihnen hatten bereits Erfahrungen im Kutschen- oder Fahrradbau gesammelt und erkannten daher frühzeitig die Chancen dieses neuen Produkts.7
Kennzeichnend für den damaligen Herstellungsvorgang war aber immer noch die kosten- und arbeitsintensive handwerkliche Einzelstückfertigung. Dadurch waren die ersten Automobile sehr teuer und nur für die reicheren Bevölkerungsschichten erschwinglich.8 Dies hatte wiederum zur Folge, dass die Unternehmenssterblichkeit recht hoch war. Von 126 Firmen, die seit dem Jahr 1906 in den Markt eingetreten waren, existierten im Jahr 1920 noch 84. Diese Zahl reduzierte sich bis zum Jahr 1926 auf 44 Firmen, also noch einmal um fast die Hälfte innerhalb von sechs Jahren.9
Die Einführung von neuen Produktionsverfahren, die eine Serienfertigung ermöglichten, wirkte sich dann aber auch bald auf die Preise der Automobile aus, die spürbar sanken. Besonders das Jahr 1908 ist in der Geschichte des amerikanischen Automobilmarktes und seiner Entwicklung hervorzuheben. In diesem Jahr wurde zum einen die General Motors Company gegründet und zum anderen entschloss sich der Automobilhersteller Ford, nur noch ein Modell, das berühmte T-Modell, anzubieten.10 Dies ist auch ungefähr der Zeitraum, in dem sich das Automobil vom Luxusgut zum Konsumgut für die Massen entwickelte.11 Wie Tabelle 1 zeigt, stieg die Zahl der registrierten PKW ab 1908 rasant.

Tabelle 1: Registrierte PKW von 1900 bis 1930. [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

Die Unternehmen, die dem Wettbewerbs- und Preisdruck standhalten konnten, begannen nun zu expandieren. Die meisten versuchten, ihre Produkte und Produktionsprozesse zu verbessern, um dadurch Kosten zu senken und Marktanteile zu erhöhen. Hervorzuheben ist hierbei wieder Henry Ford, der diese Art der Expansion perfektionierte. Aber auch Wilfred H. Leland, der Begründer von Cadillac, verfolgte diesen Weg. Beide versuchten also, durch internes Wachstum zu expandieren.

[...]


1 Vgl. Voigt, Fritz, Verkehr, 2 Bde., Berlin 1965, Bd. 1: Die Entwicklung des Verkehrssystems 1, S. 446 f.

2 Vgl. Seligmann, Ben B., Sie kauften sich Amerika, München 1971, S. 243 f.

3 Vgl. Cochran, Thomas C., American Business in the Twentieth Century, Cambridge 1972, S. 28.

4 Vgl. Whitten, David O./Whitten, Bessie E., The Birth of Big Business in the United States, 1860-1914. Commercial, Extractive, and Industrial Enterprise, Westport 2006, S. 150.

5 Vgl. Chandler, Alfred D. Jr., Giant Enterprise. Ford, General Motors, And The Automobile Industry, New York 1964, S. 237.

6 Vgl. Seligmann, Amerika, S. 244.

7 Vgl. Chandler, Giant, S. 10 f.

8 Vgl. Berghoff, Hartmut, Moderne Unternehmensgeschichte, Eine themen- und theorie- orientierte Einführung, Paderborn 2004, S. 288

9 Vgl. Hacker, Louis M., The Course of American Economic Growth and Development, New York 1977, S. 252.

10 Vgl. Berg, Hartmut, Die General Motors Corporation und der Wettbewerb auf dem US-Automobilmarkt: Aufstieg, Macht und Niedergang einer „dominant firm“, Dortmund 1992, S. 3.

11
Vgl. Berghoff, Unternehmensgeschichte, S. 293 f.


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