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Islamic Banking - Alternatives Bankensystem

Diploma Thesis, 2007, 91 Pages
Author: Diplom Kaufmann (FH) Ismail Karadöl
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2007
Pages: 91
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V80679
ISBN (E-book): 978-3-638-01946-0
ISBN (Book): 978-3-638-92031-5
File size: 501 KB

Abstract

„Islamic Banking“ ist in der westlichen Welt ein noch eher unbekanntes Gebiet. Der entscheidende Anlass, warum Islamic Banking entstanden ist, besteht in dem Zinsverbot für Muslime. Die Idee des Islamic Banking besteht in der Nutzung von Finanzinstrumenten die auch ohne Zinszahlungen auskommen. Die Zahl der Muslime wird heute weltweit auf etwa 1,3 Milliarden geschätzt, und damit ist der Islam die zweitgrößte Weltreligion nach dem Christentum. Seine Anhänger sind geographisch betrachtet nahezu in allen Regionen der Welt vertreten. Das Bedürfnis nach Finanzprodukten, die im Einklang mit islamrechtlichen Grundsätzen stehen, wird als groß eingeschätzt. Gerade auch wegen dem steigenden Wohlstand der islamischen Bevölkerung, vor allem im Mittleren Osten, verstärkte sich der Wunsch nach islamkonformen Finanzinstrumenten. Um den Prozess der Überprüfung, ob ein Finanzinstrument den islamrechtlichen Grundsätzen entspricht, zu verstehen, bedarf es einer zumindest grundlegenden Kenntnis der rechtlichen Grundlagen des Islamic Banking. Jede wirtschaftliche Aktivität im Islam hat seinen rechtlichen Ursprung aus der Sharia, welche die Rechtslehre des Islam darstellt. In Kapitel 3 werden die Rechtsquellen der Sharia und der Prozess der Rechtsfindung im Islam vorgestellt. Darüber hinaus behandelt dieses Kapitel die Standpunkte des Islam zu Eigentum und Wohlstand, aus denen die Sichtweise der Muslime zu Finanzen und Geld kenntlich werden soll. Kapitel 4 behandelt das System des Islamic Banking. Zu Beginn werden vier Schlüsselprinzipien, die ihren Ursprung aus der Sharia haben, erläutert. Diese Schlüsselprinzipien sollen jedem ermöglichen, das notwendige Verständnis für das System des Islamic Banking entgegenzubringen. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels wird die Geschichte und Entwicklung des Islamic Banking betrachtet. Hierbei soll deutlich werden, dass der Gedanke eines solchen Systems schon lange zuvor bestanden hat. Die aktuelle globale Situation des Islamic Banking wird anhand vom Marktpotenzial und den Geschäftsaktivitäten der Banken in diesem Segment dargelegt. Verschiedene Ausprägungen der aktiven Finanzinstitute die islamische Finanzprodukte anbieten, sollen zeigen, dass das Islamic Banking nicht nur aus Universalbanken besteht. Zum Schluss dieses Kapitels wird das „Sharia Board“, ein bankinternes Organ, das die Finanzprodukte auf ihre Konformität zur Sharia überprüft, veranschaulicht.


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Köln
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Diplomarbeit

(Drei-Monats-Arbeit)
zur Erlangung des Diplomgrades
Diplom-Kaufmann (FH) in der Fachrichtung Wirtschaft

„Islamic Banking“ - Alternatives Bankensystem

vorgelegt am 28.06.2007

von 

Ismail Karadöl

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis ... 2

Abbildungsverzeichnis ... 4
Tabellenverzeichnis ... 5
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis  ... 6

1 Einleitung  ... 7

2 Begriffsabgrenzungen  ... 9

3 Hintergrund des Islamic Banking  ... 11
3.1 Eigentum und Wohlstand ... 11
3.2 Zakat – Pflichtabgabe  ... 12
3.3 Sharia - Islamische Rechtsgebung  ... 13

4 Grundlagen des Islamic Banking  ... 16
4.1 Definition  ... 16
4.1.1 Schlüsselprinzipien des Islamic Banking ... 16
4.1.2 Geschichte und Entwicklung  ... 19
4.1.3 Aktuelle Globale Situation  ... 19
4.2 Ausprägungen von Islamischen Finanzinstituten ... 21
4.3 Aufsichts- und Dienstleistungsorgane ... 23
4.3.1 Sharia Board  ... 23
4.3.2 The Islamic Financial Services Board (IFSB)  ... 25
4.3.3 The Accounting and Auditing Organization for Islamic Financial Institutions (AAOIFI)  ... 26

5 Finanzinstrumente ... 27
5.1 Einlagengeschäft  ... 27
5.1.1 Girokonto ... 27
5.1.2 Sparkonto ... 28
5.1.3 Anlagekonto  ... 29
5.1.4 Zusammenfassung ... 29
5.2 Kreditgeschäft  ... 30
5.2.1 Musharaka - Equity Participation ... 30
5.2.2 Mudaraba - Profit Sharing Agreement ... 32
5.2.3 Murabaha - Cost Plus Financing  ... 34
5.2.4 Al-Salam - Islamic Forward  ... 37
5.2.5 Istisna - Islamic Forward  ... 40
5.2.6 Ijara - Leasing ... 42
5.2.7 Sukuk - Islamic Bond ... 45
5.2.8 Zusammenfassung ... 51
5.3 Investmentgeschäft ... 52
5.3.1 Sukuk – Anleihenmarkt  ... 52
5.3.2 Aktienfonds ... 54
5.3.3 Dow Jones Islamic Market Index ... 57
5.3.4 Aktienfonds am Beispiel „DWS Noor Global Equity Select Fund“  ... 59
5.3.5 Indexzertifikat am Beispiel „Islamic EquityBuilder“  ... 61

6 Praxisbeispiel “Islamic Bank of Britain”  ... 63
6.1 Geschichte und Entstehung ... 63
6.2 Produktportfolio ... 64
6.2.1 Privatkunden  ... 65
6.2.2 Geschäftskunden  ... 69
6.3 Sharia Board ... 71

7 Islamic Banking in Deutschland  ... 73
7.1 Marktpotential  ... 73
7.2 Rahmenbedingungen ... 75
7.3 Ausblick ... 78

8 Zusammenfassung und Ausblick  ... 

Literaturverzeichnis  ... 84

Glossar  ... 87

 

 

1 Einleitung 

„Islamic Banking“ ist in der westlichen Welt ein noch eher unbekanntes Gebiet. Der entscheidende Anlass, warum Islamic Banking entstanden ist, besteht in dem Zinsverbot für Muslime. Die Idee des Islamic Banking besteht in der Nutzung von Finanzinstrumenten die auch ohne Zinszahlungen auskommen. Die Zahl der Muslime wird heute weltweit auf etwa 1,3 Milliarden1 geschätzt, und damit ist der Islam die zweitgrößte Weltreligion nach dem Christentum. Seine Anhänger sind geographisch betrachtet nahezu in allen Regionen der Welt vertreten. Das Bedürfnis nach Finanzprodukten, die im Einklang mit islamrechtlichen Grundsätzen stehen, wird als groß eingeschätzt. Gerade auch wegen dem steigenden Wohlstand der islamischen Bevölkerung, vor allem im Mittleren Osten, verstärkte sich der Wunsch nach islamkonformen Finanzinstrumenten. Um den Prozess der Überprüfung, ob ein Finanzinstrument den islamrechtlichen Grundsätzen entspricht, zu verstehen, bedarf es einer zumindest grundlegenden Kenntnis der rechtlichen Grundlagen des Islamic Banking. Jede wirtschaftliche Aktivität im Islam hat seinen rechtlichen Ursprung aus der Sharia, welche die Rechtslehre des Islam darstellt. In Kapitel 3 werden die Rechtsquellen der Sharia und der Prozess der Rechtsfindung im Islam vorgestellt. Darüber hinaus behandelt dieses Kapitel die Standpunkte des Islam zu Eigentum und Wohlstand, aus denen die Sichtweise der Muslime zu Finanzen und Geld kenntlich werden soll. Kapitel 4 behandelt das System des Islamic Banking. Zu Beginn werden vier Schlüsselprinzipien, die ihren Ursprung aus der Sharia haben, erläutert. Diese Schlüsselprinzipien sollen jedem ermöglichen, das notwendige Verständnis für das System des Islamic Banking entgegenzubringen. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels wird die Geschichte und Entwicklung des Islamic Banking betrachtet. Hierbei soll deutlich werden, dass der Gedanke eines solchen Systems schon lange zuvor bestanden hat. Die aktuelle globale Situation des Islamic Banking wird anhand vom Marktpotenzial und den Geschäftsaktivitäten der Banken in diesem Segment dargelegt. Verschiedene Ausprägungen der aktiven Finanzinstitute die islamische Finanzprodukte anbieten, sollen zeigen, dass das Islamic Banking nicht nur aus Universalbanken besteht. Zum Schluss dieses Kapitels wird das „Sharia Board“, ein bankinternes Organ, das die Finanzprodukte auf ihre Konformität zur Sharia überprüft, veranschaulicht. Nach Kenntnis der islamrechtlichen Grundlagen und der Schlüsselprinzipien des Islamic Banking werden in Kapitel 5 die bekanntesten Finanzinstrumente, untergliedert in das Einlagen-, Kreditund Investmentgeschäft, beschrieben. Um das Verständnis für diese Finanzinstrumente zu fördern, werden hier die jeweiligen Strukturen und Abläufe in einer Abbildung dargestellt. Es werden zudem wesentliche Merkmale und Anwendungsgebiete dieser Finanzinstrumente genannt. Die Finanzinstrumente des Investmentgeschäftes werden anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht. Kapitel 6 widmet sich dem Praxisbeispiel „Islamic Bank of Britain“, die erste europäisch islamische Bank mit Lizenz. Aufgrund der ähnlichen Voraussetzungen zu Deutschland stellt sie eine gute Möglichkeit zum Erfahrungstransfer. Neben ihrer interessanten Geschichte und Entwicklung wird hier verstärkt das Produktportfolio dargestellt. Die im vorherigen Kapitel behandelten Finanzinstrumente bekommen hierbei ihren Praxisbezug. Die Rahmenbedingungen der einzelnen Produkte werden aufgezeigt. In Kapitel 7 wird das Marktpotenzial des Islamic Banking in Deutschland eingeschätzt und Vergleiche zu Großbritannien gezogen. Eine Einschätzung der deutschen, steuerlichen und juristischen Rahmenbedingungen im Integrationsprozess einer islamischen Bank in Deutschland wird ansatzweise dargelegt. Mögliche Probleme und Lösungsansätze werden aufgezeigt. Eine Zusammenfassung, sowie ein kurzer Ausblick auf die weitere Entwicklung des Islamic Banking schließen die Arbeit ab.

2 Begriffsabgrenzungen

Der Begriff „Islamic Banking“ stellt ein alternatives Geschäftsfeld dar, indem die Finanzprodukte und jegliche andere Dienstleistungen ohne Zinszahlungen auskommen. Es umfasst in erster Linie das für die Banken übliche Einlagen- und Kreditgeschäft. Aber auch das Investmentgeschäft, in der eine islamische Universalbank zumindest als Zwischenanbieterin z.B. Aktienfonds anderer Kapitalanlagegesellschaften anbietet, kann dazu gehören. Zudem gibt es noch den Bereich der islamischen Versicherungen, der aber nicht dem Islamic Banking zugeordnet und daher in dieser Arbeit bewusst nicht behandelt wird.

Die Arbeit hat ihren Fokus auf die Finanzinstrumente des Islamic Banking und seinen rechtlichen Ursprung gesetzt. An dem Praxisbeispiel „Islamic Bank of Britain“ wird zudem versucht, Parallelen zwischen Großbritannien und Deutschland zu erkennen, um so ansatzweise eine Aussage über einen möglichen deutschen Markt für islamische Finanzprodukte zu treffen. Die Untersuchung des deutschen Marktes, hinsichtlich der Praktikabilität von islamischen Finanzinstrumenten, ist nicht Schwerpunkt der Arbeit. Die dafür notwendigen Daten waren, für den Umfang dieser Arbeit, nicht ermittelbar. Um eine aussagekräftige Beurteilung zu treffen, bedarf es neben der Kenntnis der einzelnen Finanzinstrumente, zudem auch einer einschlägigen Marktforschung in Deutschland. Auch müssen steuerrechtliche und juristische Analysen, die die mögliche Integrität einer islamischen Bank in Deutschland genauer untersuchen, durchgeführt werden. Im Verlauf der Arbeit werden aber dennoch Bezüge zwischen der Thematik und des deutschen Marktes hergestellt.

In der Literatur gibt es zahlreiche Diskussionen über das Zinsverbot. Die Arbeit akzeptiert das Zinsverbot im Islam und wird auf den Zins im volkswirtschaftlichen Sinne nicht weiter eingehen oder gar Beweise für oder gegen eine Zinswirtschaft aufstellen.

Als weiterer Punkt ist zu beachten, dass die Sharia in dieser Arbeit nur einführend behandelt wird und nur Aspekte der Sharia genannt werden die auch eine Relevanz für das Islamic Banking haben.

[....]


1 Schätzungen des CIA World Factbook Stand 2004


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