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Die Helden der klassischen Artusepik am Beispiel des Erec close

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Die Helden der klassischen Artusepik am Beispiel des Erec

Termpaper, 2002, 25 Pages
Author: Stephanie-Lioba Bauer
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V8074
ISBN (E-book): 978-3-638-15154-2

File size: 202 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Helden der klassischen Artusepik am Beispiel des Erec

von Stepahnie-Lioba Bauer

Inhaltsverzeichnis:

I. Vorwort: Die Artusepik in Deutschland

II. Der mühsame Saelden wec:

Die Helden der klassischen Artusepik am Beispiel des Erec

1. Der Weg in die Schuld (erster Kursus)
2. Die Frage nach der Schuld
3. Der Weg aus der Schuld (zweiter Kursus)

III.. Schlussgedanke

IV. Literaturverzeichnis

I. Vorwort: Die Artusepik in Deutschland

Der Artusroman wurde zur bedeutendsten Romangattung des europäischen Mittelalters, die jahrhundertelang alle anderen dominierte.
Schöpfer des Artusromans ist der Franzose Chrétien de Troyes. Alle Merkmale sind bei ihm bereits vorgeprägt, die auch für den deutschen Artusroman typisch wurden:
Den Kopf der Tafelrunde bildet der große, tapfere, ehrbare und strahlende König Artus.
Er ist der Kristallisationspunkt der höfischen Freude für die um ihn versammelten Helden. An der runden Tafel ist keine hierarchische Sitzordnung möglich und dies dokumentiert die Gleichberechtigung aller Mitglieder. Größtmögliche Freiheit gewährt der König als primus inter pares (als "Erster unter Gleichen") seinen Rittern, da von deren Vollkommenheit der Glanz des Artushofes abhängt. Dem einzelnen Ritter wird durch die Aufnahme in die Tafelrunde seine Idealität bestätigt. Allerdings muss er sich immer wieder aufs neue bewähren und seinen Rang durch ritterliche Taten, durch Âventiuren, verteidigen.
In der Âventiure verwirklicht der Ritter sich durch eine Tat, ein Kampf unter Einsatz seines Lebens. Für das erfolgreiche Bestehen wird er dann oft mit einer ebenso schönen wie reichen Frau belohnt.
Die Romane enden meist mit dem Einzug des Paares in den Artushof, in die "heiligen Hallen der Artusepen".

Mit Hartmann von Aue (ca. 1165 - ca. 1215) setzt die Artusdichtung in Deutschland gleich auf höchstem Niveau ein.
Mit seinem ersten Roman dieser Gattung "Erec" (um 1185) wurde die Artusepik in Deutschland eingeführt und entwickelte sich zum Muster der Gattung. Dies ist heute unbestritten, jedoch darüber wie und auf welchem Wege der Stoff nach Deutschland kam ist die Forschung sich nicht ganz einig. Als Vermittler sind wohl einflussreiche Mäzene deutscher Fürstenhäuser mit engen Kontakten nach Frankreich und der dort bereits blühenden höfischen Kultur anzusehen. Aus diesem Grund gibt es drei Thesen zur Stoffrezeption:

1. über die Staufer
2. über die Zähringer und
3. über den mittelniederrheinischen Raum mit seinen engen Beziehungen nach Frankreich.

Dabei muss man aber bedenken, dass in Deutschland kein einziger französischer Text überliefert ist, so dass immer noch unklar ist, wie die Autoren der hochhöfischen Zeit an ihre Vorlagen gelangten.

An Chrétiens "Erec" und "Yvain" und an Hartmanns Epen wurden aber dann die folgenden Charakteristika bestimmt, die die germanistische Forschung lange Zeit übernahm:
So ist demzufolge das klassische Artusepos charakterisiert durch eine "Zweiteilung"(Vgl. Reto R. Bezzola), den "doppelten Kursus" (Vgl. Hugo Kuhn) und nach Kurt Ruh durch "zwei Zyklen" beziehungsweise durch eine "Doppelwegstruktur" (Vgl. Hans Fromm).
Diese Doppelung und die damit in Verbindung stehende Spannung von Individuum und Gesellschaft hat 1947 zunächst Bezzola als strukturelles Prinzip in Chrétiens Epen gesehen und beschrieben. Somit kennzeichnet ein Dualismus die Epen, der zunächst dem Helden zur Erfüllung seines Lebens verhilft (Minne und Ehe: Erec heiratet Enite).
Jedoch wird der Held im Folgenden mit den Belangen der Gesellschaft konfrontiert und macht sich schuldig (Krise des Helden: Erec verliegt sich).
Bezzola führt aus, dass der Held sich dann in den folgenden Âventiuren bewährt und sich schließlich wieder in die Gesellschaft eingliedern kann. Der Artushof wird daher auch als "Seismograph der Sozialisationsfähigkeit des Protagonisten" bezeichnet.

[...]


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