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Spanisch in Mexiko - Mit besonderer Betrachtung des mexikanischen Spanisch im Film "Amores Perros - Was ist Liebe?"

Scholary Paper (Seminar), 2006, 12 Pages
Author: Elisabeth Adam
Subject: Romance Languages - Spanish Studies

Details

Event: Gesprochenes und geschriebenes Spanisch
Institution/College: Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Tags: Spanisch, Mexiko, Betrachtung, Spanisch, Film, Amores, Perros, Liebe, Gesprochenes, Spanisch
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 12
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V80745
ISBN (E-book): 978-3-638-87379-6
ISBN (Book): 978-3-638-87387-1
File size: 198 KB

Abstract

Mi rund 106 Millionen Einwohnern ist Mexiko das größte hispanophone Land der Welt. Spanisch ist allerdings nicht gleich Spanisch. Das mexikanische Spanisch weist einige Besonderheiten auf, die es sowohl vom Kastilischen als auch vom Spanisch der übrigen lateinamerikanischen Länder abgrenzen. Laut einigen Sprachforschern sind die Unterschiede des Mexikanischen zum Rest der Hispania so deutlich, dass sie sogar von Laien erkannt werden können. In dieser Arbeit wird versucht genau diese speziellen Charakteristika des mexikanischen Spanischs herauszuarbeiten. Zunächst werden die geschichtlichen und sprachlichen Einflüsse, die durch die Kolonialzeit und die indianischen Ureinwohner vorhanden sind, erläutert und anschließend die Besonderheiten in Phonetik, Morphosyntax und Lexik erklärt. Anschließend sollen am Beispiel von Amores Perros - Was ist Liebe?, einem mexikanischen Film aus dem Jahr 2000, die vorher herausgearbeiteten Charakteristika aufgezeigt und verdeutlicht werden.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Proseminar: Gesprochenes und geschriebenes Spanisch
Sommersemester 2006, 4. Fachsemester

Spanisch in Mexiko -
Mit besonderer Betrachtung des mexikanischen
Spanisch im Film "Amores Perros - Was ist Liebe?"

von

Elisabeth Adam

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung... 1

1. Sprachgeschichte und sprachliche Einflüsse... 2

2. Phonetik... 2

2.1 Vokalismus... 3
2.2 Konsonantismus... 3

2.2.1 Seseo... 3
2.2.2 Yeísmo... 4
2.2.3 weitere konsonantische Besonderheiten... 4

3. Morphosyntax... 5

3.1 Voseo - Tuteo... 5
3.2 Loísmo... 5
3.3 Temporastrukturen... 5

4. Lexik... 6

5. Amores Perros - Was ist Liebe?... 7

5.1 Inhalt... 7
5.2 Sprache in Amores Perros - Was ist Liebe?... 7

5.2.1 Sprache allgemein... 7
5.2.2 Charakteristika des mexikanischen Spanisch... 7

Schluss... 9

Literaturverzeichnis... 10


 

Einleitung

Der Name Mexiko leitet sich vom aztekischen Stamm der Méxika ab. Das Land wurde 1519 von Hernán Cortés erobert und unterstand darauf lange der Kolonialmacht Spanien. 1535 wurde das Vizekönigreich Neu-Spanien gegründet, das neben dem Gebiet des heutigen Mexikos noch weitere Gebiete (zum Beispiel Guatemala) beinhaltete. 1948 wurden alle Gebiete nördlich des Río Grande an die USA abgetreten. Mexiko ist heute knapp 2 Millionen km² groß und hat ca. 106 Millionen Einwohner. Es zählt zu Nordamerika und ist geographisch folgendermaßen gegliedert: Halbinsel Baja California, pazifische Küstenebene, zentrales Hochland mit Randgebirgen, Río-Balsas-Senke im Südwesten, Isthmus von Tehuantepec, Küstenebene am Golf von Mexiko, Gebirgsland von Chiapas im Süden und Halbinsel Yucatán. Mit knapp 100 Millionen Sprechern ist Mexiko das größte hispanophone Land der Welt. Jedoch ist Spanisch nicht gleich Spanisch. Das mexikanische Spanisch weist einige Besonderheiten auf, die es sowohl vom Kastilischen als auch vom Spanisch der übrigen lateinamerikanischen Länder abgrenzen. Laut einigen Sprachforschern sind die Unterschiede des Mexikanischen zum Rest der Hispania so deutlich, dass sie sogar von Laien erkannt werden können.
In dieser Hausarbeit werde ich versuchen genau diese speziellen Charakteristika des mexikanischen Spanischs herauszuarbeiten. Ich werde zunächst die geschichtlichen und sprachlichen Einflüsse, die durch die Kolonialzeit und die indianischen Ureinwohner vorhanden sind, erläutern und anschließend die Besonderheiten in Phonetik (Vokalismus, Konsonantismus), Morphosyntax (Anrede, Temporastrukturen, etc.) und Lexik (besondere lexikalische Elemente) erklären. Anschließend werde ich versuchen, am Beispiel von Amores Perros - Was ist Liebe?, einem mexikanischen Film aus dem Jahr 2000, die vorher herausgearbeiteten Charakteristika aufzuzeigen und zu verdeutlichen.

1. Sprachgeschichte und sprachliche Einflüsse

Das mexikanische Spanisch ist aufgrund der geschichtlichen, kulturellen und sozialen Entwicklung und der Größe des Landes eine extrem vielschichtige und variantenreiche Sprache, die auch innerhalb der Landesgrenze viele Unterschiede aufweist. Es gibt keine Einteilung in bestimmte bzw. genaue Dialektzonen. Allgemein wird in Mexiko chilango, die Sprache von Mexiko Stadt, als Einheitssprache angesehen.1 In der Wissenschaft erfolgt die regionale Einteilung in tierras altas, also das Hochland Mexikos, und tierras bajas, also das Tiefland und die Küstengebiete im Südosten und der Pazifikküste, da sich hier die größten sprachlichen Unterschiede finden.2
Besonders die lange Kolonialgeschichte hatte großen Einfluss auf die mexikanische Sprache. Nach der Eroberung durch Spanien passte sich Mexiko stark an die sprachlichen und kulturellen Gebräuche seines Mutterlandes an. Durch diese enge sprachliche und geistige Bindung konnte Spanien eine eigene Sprachentwicklung in Mexiko unterbinden. Nach der Unabhängigkeit ging jedoch der Einfluss Spaniens zurück und eine Vermischung verschiedener ethnischer Einflüsse verstärkte sich. Hierbei spielten hauptsächlich die Indiosprachen der Ureinwohner Mexikos eine Rolle. Heute ist der Einfluss der indianischen Sprachen durch deren extreme Vielfalt (ca. 48 Sprachgruppen wie beispielsweise aztekisches Náhuatl, Mayasprache, oder Inkasprache Quechua) und die immer stärkere Vermischung mit der weißen Kultur zwar nur noch gering, jedoch weitaus bedeutender als im Rest Lateinamerikas. Dennoch ist Spanisch alleinige offizielle Staatsprache.3

2. Phonetik

Bei der Betrachtung des mexikanischen Spanisch wird in der Wissenschaft besonders die Darstellung von phonetischen Eigenheiten hervorgehoben, da diese im Rest Hispanoamerikas nur sporadisch oder gar nicht auftreten.4

2.1 Vokalismus

Als auffälligste Merkmale der mexikanischen Phonetik gelten der Ausfall unbetonter und der teilweise Ausfall haupttoniger Vokale. Ausfall und Schwächung der Vokale treten fast ausschließlich im zentralen Hochland zwischen /s/ und den stimmlosen Verschlusslauten /p/, /t/ und /k/ bzw. vor Auslaut /s/ auf. Hier sagt man beispielsweise tods für todos oder cóm° stá für cómo está. In häufig gebrauchten Wörtern fallen häufig sogar Diphthonge weg; so wird zum Beispiel pues zu ps. Für Außenstehende sind diese Phänomene extrem auffällig und erwecken durch die entstehende Anhäufung von Konsonanten, die der spanischen Phonemabfolge gänzlich fremd ist (creo que sí croksi), oft den Eindruck einer hastenden Redeweise.
Zusätzlich weist das mexikanische Spanisch Veränderungen am Vokalismus auf, die auch im Rest der Hispania vorkommen. Beispielsweise entsprechen Vokale am Wortanfang manchmal alten spanischen Formen: escuro statt oscuro oder fallen aus satzphonetischen Gründen komplett aus: ahístá für ahí está. Des Weiteren werden unbetonte Vokale häufig verändert, wie zum Beispiel in señor oder quiero, die in Mexiko als siñor bzw. queru realisiert werden. Auch bei Vokalgruppen, also Diphthongen und Hiaten, treten Veränderungen auf. So werden Diphthonge oft reduziert: umentar statt aumentar oder konsonantisiert: jabla statt jaula und Hiaten durch Akzentverlagerung oder Vokalschließung zu Diphthongen vermindert: leímos wird zu leimos.5

2.2 Konsonantismus

[...]


1 Lipski, John M.: El español de América, Madrid: Cátedra, 1996. 294.

2 Kubarth, Hugo: Das lateinamerikanische Spanisch, München: Hueber, 1987. 67-68. / Noll, Volker: Das amerikanische Spanisch, Tübingen: Max Niemeyer, 2001. 25.

3 Kubarth, Hugo: Das lateinamerikanische Spanisch, München: Hueber, 1987. 63-66.

4 Vgl. ebd. 68.

5 Kubarth, Hugo: Das lateinamerikanische Spanisch, München: Hueber, 1987. 68-70.


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