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Termpaper, 2006, 17 Pages
Author: Dipl. Math. Stefanie Winter
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Tags: Armenfürsorge, Schwäbisch, Hall, Spätmittelalter
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-87754-1
ISBN (Book): 978-3-638-88145-6
File size: 202 KB
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Abstract
Reichsstädte sind im Mittelalter eigentlich dafür bekannt, dass in ihr alle Bürger „gleich“ sind1. Dennoch ist es unumstritten, dass in allen Reichsstädten, so auch in Schwäbisch Hall, faktische und gesellschaftliche Ungleichheiten existieren2. Sogar im finanzkräftig starken Schwäbisch Hall leben etwa 33% der Einwohner in Armut leben und sind daher auf öffentliche Armenfürsorge angewiesen sind3. In dieser Arbeit soll das Fürsorge- und Spendewesen untersucht werden, das in Hall immer eine große Rolle gespielt hat4. Die Schlüsselfrage soll daher sein, welche zentrale Einrichtung zur Armenfürsorge in Schwäbisch Hall im Mittelalter zu finden ist und welche geschichtliche Entwicklung diese durchlief. Zuerst wird hierbei untersucht, welche Personen im Spätmittelalter überhaupt als arm bezeichnet werden und welche Berufsschichten speziell in Schwäbisch Hall demnach in die Gruppe der Armen fallen. Im Anschluss an die Einteilung in Sozialschichten wird das Johannesspital als eine Einrichtung der öffentlichen Armenfürsorge im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Obwohl das sogenannte Johannesspital nicht die einzige Einrichtung in Schwäbisch Hall ist, die sich um die Armenfürsorge kümmert5, wird sich diese Arbeit ausschließlich der geschichtlichen Beschreibung der Einrichtung dieses Hospitals widmen, da es sich hierbei um die größte, wirksamste und historisch gesehen wohl interessanteste Fürsorgestätte in der Reichsstadt handelt. An die historische Behandlung schließt eine kurze Beschreibung der administrativen Regelungen im Spital an, um einen Überblick über das Funktionieren und die Verwaltung hinter dem karitativen Gedanken der Fürsorgeanstalt zu verschaffen. Am Ende wird ein Fazit die wesentlichen Punkte der Arbeit noch einmal aufgreifen und kurz zusammenfassen. [...]
Excerpt (computer-generated)
StefanieWinter
Universität Stuttgart
Historisches Institut; Abteilung Mittlere Geschichte
PS: Armut, Alter und Krankheit in der Gesellschaft des späten Mittelalters
Öffentliche Armenfürsorge in Schwäbisch Hall im Spätmittelalter
Inhaltverzeichnis
Einleitung 3
Betroffene der Armut in Schwäbisch Hall 4
Öffentliche Maßnahmen zur Armenfürsorge anhand der Geschichte des einstigen Johanneshospitals 6
Die Verwaltung des Heilig-Geist-Hospitals in Schwäbisch Hall 10
Hierarchieebenen im Spital 10
Zum Leben der Spitalinsassen 11
Die geistliche Versorgung im Spital 12
Stiftungen für das Spital 12
Regeln im Spital 13
Zusammenfassung 13
Literatur-, Quellenverzeichnis und Weblinks 16
Einleitung
Reichsstädte sind im Mittelalter eigentlich dafür bekannt, dass in ihr alle Bürger „gleich“ sind1. Dennoch ist es unumstritten, dass in allen Reichsstädten, so auch in Schwäbisch Hall, faktische und gesellschaftliche Ungleichheiten existieren2. Sogar im finanzkräftig starken Schwäbisch Hall leben etwa 33% der Einwohner in Armut leben und sind daher auf öffentliche Armenfürsorge angewiesen sind3.
In dieser Arbeit soll das Fürsorge- und Spendewesen untersucht werden, das in Hall immer eine große Rolle gespielt hat4. Die Schlüsselfrage soll daher sein, welche zentrale Einrichtung zur Armenfürsorge in Schwäbisch Hall im Mittelalter zu finden ist und welche geschichtliche Entwicklung diese durchlief. Zuerst wird hierbei untersucht, welche Personen im Spätmittelalter überhaupt als arm bezeichnet werden und welche Berufsschichten speziell in Schwäbisch Hall demnach in die Gruppe der Armen fallen. Im Anschluss an die Einteilung in Sozialschichten wird das Johannesspital als eine Einrichtung der öffentlichen Armenfürsorge im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Obwohl das sogenannte Johannesspital nicht die einzige Einrichtung in Schwäbisch Hall ist, die sich um die Armenfürsorge kümmert5, wird sich diese Arbeit ausschließlich der geschichtlichen Beschreibung der Einrichtung dieses Hospitals widmen, da es sich hierbei um die größte, wirksamste und historisch gesehen wohl interessanteste Fürsorgestätte in der Reichsstadt handelt. An die historische Behandlung schließt eine kurze Beschreibung der administrativen Regelungen im Spital an, um einen Überblick über das Funktionieren und die Verwaltung hinter dem karitativen Gedanken der Fürsorgeanstalt zu verschaffen. Am Ende wird ein Fazit die wesentlichen Punkte der Arbeit noch einmal aufgreifen und kurz zusammenfassen.
Da die Spitäler als selbstständige Einrichtung eine eigene, meist sorgfältig geführte Registratur und Archive haben6, ist die Quellenlage zur Untersuchung des Spitalwesens sehr gut. Ab dem Jahre 1228 finden wir eine nahtlose Überlieferung an Urkundensammlungen, die wertvolle Einblicke in die soziale, rechtliche und wirtschaftliche Struktur des Hospitals gewähren. Editierte Versionen der Spitalurkunden sind dagegen nur in Einzelfällen vorhanden. Das ist relativ erstaunlich, da das Hospital zum Heiligen Geist in Schwäbisch Hall in der Literatur mehrfach Gegenstand der Betrachtung ist und Druckversionen der einzelnen Urkunden das wissenschaftliche Arbeiten teilweise erleichtern oder zumindestens ein zügigeres Arbeiten fördern könnten.
Unvermeidlich sind bei der Recherche nach Informationen zum Spital von Schwäbisch Hall vor allem die Werke der Autoren wie Kuno Ulshöfer, Gerd Wunder und Ekkehard Kaum .
Das Werk „Das Johannesspital in Schwäbisch Hall bis zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts“ von Ekkehard Kaum beschäftigt sich sehr sorgfältig und ausführlich mit der Haller Anstalt. Kaums Werk bietet als Einheit die umfassendsten Informationen und belegt durch zahlreiche Quellenverweise und Anektdoten den Werdegang und das Wesen des Hospitals zu Hall.
Als Herausgeber der „Regesten der Urkunden des Hospitals zum Heiligen Geist in der Reichsstadt Hall bis 1480“ verfasste Kuno Ulshöfer des weiteren eine kurze prägnante Monographie über die Geschichte des Spitals zum Heiligen Geist, beginnend ab der Stauferzeit bis in das 20. Jahrhundert.
Dagegen beschäftigt sich Gerd Wunder weder speziell noch ausschließlich mit der Institution des Hospitals. Vielmehr geben seine Monographien Auskunft über die sozialgeschichtliche Entwicklung in der Reichsstadt Schwäbisch Hall. Besonders in Hinblick auf die ärmeren Bevölkerungsschichten bieten Wunders Werke wertvolle Informationen.
[...]
1 Vgl. http://www.g26.ch/texte_zeichen_freiheit_04.html sowie http://www.interpublic-berlin.-de/files/230.html am 28. Februar 2006.
2 Vgl. WUNDER, Gerd: Die Unterschichten der Reichsstadt Hall. Methoden und Probleme ihrer Erforschung, in: Gesellschaftliche Unterschichten in den südwestdeutschen Städten, hrsg. von Maschke, Erich/Sydow, Jürgen (Veröffentlichung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Forschungen, 41), Stuttgart 1967, S. 101-118.
3 Vgl. WUNDER, Gerd: Die Unterschichten der Reichsstadt Hall, S. 105.
4 Vgl. WUNDER, Gerd: Die Bürger von Hall. Sozialgeschichte einer Reichsstadt 1216-1802 (Forschungen aus Württembergisch Franken, 16), Sigmaringen 1980, S.166.
5 Vgl. Museum. Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall, S.34: Hausarmen Leuten wurde erlaubt in den Bürgerhäusern zu nächtigen; sowie WUNDER, Gerd: Die Bürger von Hall, S.167: In Schwäbisch Hall gab es auch ein Armenhaus.
6 Vgl. ZELLER, Bernd: Die schwäbischen Spitäler, in: ZWLG, Bd.13 (1954), S.72.
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