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Subtitle: Eine Einführung in die Standortplanung
Termpaper, 2006, 34 Pages
Author: Diplom-Betriebswirt Roman Karl
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Dortmund
Tags: Standortplanung, Produktionsstätten, Logistikmanagement
Year: 2006
Pages: 34
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-87957-6
ISBN (Book): 978-3-638-87967-5
File size: 391 KB
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Abstract
In den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung ist das Thema Standortplanung und Standortwahl und dessen erhebliche Bedeutung immer mehr in das Bewusstsein der Unternehmen gerückt, denn in der Vergangenheit waren strategische und auf Analysen basierende Standortentscheidungen hauptsächlich für Großunternehmen relevant, doch heute sind sie zunehmend auch für kleine und mittlere Unternehmen wettbewerbsnotwendig und von großem Interesse. Zudem stellt sich die Frage nach dem geeigneten Unternehmensstandort in zunehmendem Maße nicht nur für neu zu gründende Unternehmen sondern auch für bereits existierende Unternehmen. Der strategische und konstitutive Charakter sowie der langfristige Einfluss und die enorme Tragweite einer Standortentscheidung untermauern die Bedeutung dieses Themas. Die Praxis dagegen zeigt, dass die Wichtigkeit der Standortplanung und Standortwahl von vielen Unternehmen verkannt wird. Fehlentscheidungen, die einen hohen Verlust für das gesamte Unternehmen bedeuten können, resultieren oft aus unternehmerischen Gründen wie begrenzte Planungskapazitäten, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, aus mangelnder Kenntnis der notwendigen methodischen Werkzeuge zur Standortplanung und aus Vernachlässigung wesentlicher Aspekte. Somit besteht eine Diskrepanz zwischen der Wichtigkeit und der geringen Einbeziehung der Standortplanung in die strategische Unternehmenswelt. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieser schriftlichen Arbeit die Ermittlung und Erläuterung der Kerninhalte der Standortplanung und der Standortwahl für Produktionsstätten. Zu diesem Zweck erfolgt eine Darstellung der Standortfaktoren, der Informationsquellen und der Bewertungsverfahren, die zusammen die drei wichtigsten Determinanten der Standortplanung darstellen. Im Anschluss werden die Determinanten in einen dynamischen Entscheidungsprozess, der detailliert vorgestellt wird, eingebunden. Zum Schluss wird ein Bezug zur Thematik Standortplanung und Standortwahl der Unternehmen in der Praxis anhand eines ausgewählten Beispiels hergestellt und die Notwendigkeit für ein permanentes Standortcontrolling aufgezeigt. Im Rahmen dieser Arbeit wird nur die betriebliche Standortplanung behandelt, die sich deutlich von der innerbetrieblichen Standortplanung abgrenzt.
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Wirtschaft
Veranstaltung Logistikmanagement
Sommersemester 2006, 5. Semester
Standortplanung für Produktionsstätten
von
Roman Karl
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 1
2. Einführung in die Standortplanung... 3
2.1. Grundlagen und Begriffe... 3
2.2. Stellenwert und Bedeutung... 4
2.3. Standortplanungsanlässe... 5
3. Determinanten der Standortplanung... 6
3.1. Standortfaktoren für Produktionsstätten... 6
3.1.1. Standortfaktorensystematik nach Lüder und Küpper (1983)... 7
3.1.2. Zusammenfassende Betrachtung... 9
3.2. Informationsquellen für die Bewertung von Standortfaktoren... 10
3.3. Verfahren zur Bewertung von Standorten... 12
3.3.1. Qualitative Bewertungsverfahren... 13
3.3.2. Quantitative Bewertungsverfahren... 16
3.3.3. Zusammenfassende Bewertung... 16
4. Standortplanungsprozess... 18
4.1. Initiativphase... 19
4.2. Konzeptphase... 20
4.3. Informationsbeschaffungs- und Bewertungsphase... 21
4.3.1. Ländervorauswahl... 22
4.3.2. Grobauswahl... 23
4.3.3. Feinauswahl... 23
4.4. Entscheidungsphase... 24
5. Standortplanung in der Praxis... 25
6. Fazit und Ausblick... 28
Management Summary... 29
Quellenverzeichnis... 30
Abstract
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung des komplexen Prozesses der betrieblichen Standortplanung für Produktionsstätten. In diesem Zusammenhang werden zuerst die Bedeutung und die Notwendigkeit einer gezielten Standortplanung aufgezeigt. Im Weiteren finden Standortfaktoren, Informationsquellen und Bewertungsverfahren besondere Berücksichtigung und werden in den dynamischen Standortplanungsprozess eingebunden. Im Anschluss wird die Thematik mit Hilfe eines Praxisbeispiels veranschaulicht.
1. Einleitung
In den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung ist das Thema Standortplanung und Standortwahl und dessen erhebliche Bedeutung immer mehr in das Bewusstsein der Unternehmen gerückt, denn in der Vergangenheit waren strategische und auf Analysen basierende Standortentscheidungen hauptsächlich für Großunternehmen relevant, doch heute sind sie zunehmend auch für kleine und mittlere Unternehmen wettbewerbsnotwendig und von großem Interesse. Zudem stellt sich die Frage nach dem geeigneten Unternehmensstandort in zunehmendem Maße nicht nur für neu zu gründende Unternehmen sondern auch für bereits existierende Unternehmen. Der strategische und konstitutive Charakter sowie der langfristige Einfluss und die enorme Tragweite einer Standortentscheidung untermauern die Bedeutung dieses Themas.
Die Praxis dagegen zeigt, dass die Wichtigkeit der Standortplanung und Standortwahl von vielen Unternehmen verkannt wird. Fehlentscheidungen, die einen hohen Verlust für das gesamte Unternehmen bedeuten können, resultieren oft aus unternehmerischen Gründen wie begrenzte Planungskapazitäten, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, aus mangelnder Kenntnis der notwendigen methodischen Werkzeuge zur Standortplanung und aus Vernachlässigung wesentlicher Aspekte. Somit besteht eine Diskrepanz zwischen der Wichtigkeit und der geringen Einbeziehung der Standortplanung in die strategische Unternehmenswelt. Ein passendes Beispiel für die Aktualität der Standortdiskussion ist der Standort Deutschland. Viele deutsche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Produktionsstätten in Niedriglohnländer wie z.B. Ungarn, Tschechien, Malaysia und China verlagert und der Trend setzt sich weiter fort. Als zwei Hauptgründe für die Abkehr vom Produktionsstandort Deutschland werden hohe Arbeitskosten sowie hohe Steuerbelastungen genannt. Doch unter diesen Standortentscheidungen sind auch Fehlentscheidungen zu erkennen, denn seit Ende der 90er Jahre ist auch das Phänomen der Rückverlagerung zu beobachten. Unternehmen verlagern enttäuscht ihre Produktion aus dem Ausland nach Deutschland zurück, weil sich ihre Erwartungen im Ausland nicht erfüllt haben.1
Es stellt sich die Frage: Hätten die betroffenen Unternehmen diese Rückverlagerungen durch eine geeignete Standortplanung vermeiden können? Vor dem Hintergrund dieser Frage und der Feststellungen ist das Ziel dieser schriftlichen Arbeit die Ermittlung und Erläuterung der Kerninhalte der Standortplanung und der Standortwahl für Produktionsstätten. Zu diesem Zweck erfolgt eine Darstellung der Standortfaktoren, der Informationsquellen und der Bewertungsverfahren, die zusammen die drei wichtigsten Determinanten der Standortplanung darstellen. Im Anschluss werden die Determinanten in einen dynamischen Entscheidungsprozess, der detailliert vorgestellt wird, eingebunden. Zum Schluss wird ein Bezug zur Thematik Standortplanung und Standortwahl der Unternehmen in der Praxis anhand eines ausgewählten Beispiels hergestellt und die Notwendigkeit für ein permanentes Standortcontrolling aufgezeigt. Im Rahmen dieser Arbeit wird nur die betriebliche Standortplanung behandelt, die sich deutlich von der innerbetrieblichen Standortplanung abgrenzt. Der direkte Bezug zu Produktionsstätten wird nicht in jedem Kapitel hergestellt, da die allgemeine betriebliche Standortplanung mit der spezifischen betrieblichen Standortplanung für Produktionsstätten in vielen Hinsichten übereinstimmt.
2. Einführung in die Standortplanung
2.1. Grundlagen und Begriffe
In der Betriebswirtschaftslehre wird der Begriff Standort meistens als geographischer Ort, an dem ein Unternehmen Produktionsfaktoren einsetzt und Güter erstellt oder verwertet, definiert.2
Im Rahmen der Standortplanung befassen sich Unternehmen mit der Suche nach einem geeigneten Standort. Es wird versucht Antworten auf die Fragen warum, wo, wie, wie viel und wann investiert werden soll zu finden. Die Beantwortung dieser Fragen erfordert eine systematische Analyse alternativer Standorte. Zur Ermittlung des optimalen Standortes bedarf es einerseits der Kenntnis der relevanten Standortfaktoren und andererseits eines Verfahrens, das es ermöglicht die quantitativen und qualitativen Wirkungen der relevant erachteten Standortfaktoren zu bewerten.3
Die Standortplanung kann auch als ein Entscheidungsprozess bezeichnet werden, der die Aufgabe hat, aus einer Menge potentieller Standorte für ein Unternehmen einen bzw. mehrere so auszuwählen, dass eine weitestgehende Übereinstimmung zwischen Standortanforderungen und Standortbedingungen mit dem Ziel der Maximierung des wirtschaftlichen Erfolgs gewährleistet werden kann.4 Dies kann realisiert werden, wenn für eine komplexe und unsichere Entscheidungssituation eine möglichst optimale Informationsgrundlage geschaffen wird. Die Standortplanung bzw. der Standortplanungsprozess ist auch durch eine hohe Komplexität gekennzeichnet und es kann erwähnt werden, dass die Initiierung und der Ablauf dieses Prozesses stets individuell und einzelfallabhängig sind. Dennoch lassen sich bei den Ergebnissen der empirischen Untersuchungen erhebliche Übereinstimmungen erkennen, insbesondere in Bezug auf die Unterscheidung einzelner Phasen des Standortentscheidungsprozesses.5
[...]
1 vgl. Kinkel, S. (Hrsg.); Erfolgsfaktor Standortplanung; Berlin/Heidelberg 2004; S.1ff
2 vgl. Hansmann, K.-W.; Entscheidungsmodelle zur Standortplanung der Industrieunternehmen; Wiesbaden 1974 S.15
3 vgl. Hansmann, K.-W.; Industriebetriebslehre, München/Wien 1987; S.70f
4 vgl. Domschke, W.; Drexl, A.; Logistik: Standorte; München 1990 S.7
5 vgl. Lüder, K.; Küpper, W.; Unternehmerische Standortplanung und regionale Wirtschaftsförderung; Göttingen 1983; S.9
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