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Subtitle: Eine Literaturrecherche und eine Analyse von Daten aus einem sozioökonomischen Panel
Scholary Paper (Seminar), 2007, 120 Pages
Author: Diplom-Sozialwissenschaftlerin Manuela Kulick
Subject: Sociology - Miscellaneous
Details
Tags: Umgang, Arbeitslosigkeit
Year: 2007
Pages: 120
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 39 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-85783-3
ISBN (Book): 978-3-638-85555-6
File size: 771 KB
Die Arbeit wurde in dem Wahlpflichtfach Statistik und Empirische Sozialforschung in einem drei Semester andauernden Seminar angefertigt. Sie gliedert sich dabei in zwei Teile. Im ersten Teil wird anhand von Literatur der Umgang der Arbeitslosen mit der Situation untersucht, im zweiten Teil werde die Ergebnisse anhand einer eigenen empirischen Analyse untersucht.
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Abstract
Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein sehr weites Thema und es wurde schon viel darüber geschrieben. Fehlen tut nur die Lösung des Problems „Arbeitslosigkeit“. Manche Menschen behaupten, es sei genug Arbeit für alle da, und die Arbeitslosen würden nur auf Kosten des Staates und der Steuerzahlen ein faules Leben genießen. Sicher gibt es auch solche Arbeitslose, aber sind wirklich alle Arbeitslose so? Dies ist die Ausgangsfrage dieser Arbeit. Bei der Literaturrecherche kamen die faulen Arbeitslosen eher selten vor. Viel eher wurde über die Probleme des „arbeitslos seins“ berichtet, zum Beispiel schrieb Stefanie Winter: „Arbeit ist längst nicht mehr das halbe Leben, sondern das Ganze. Und ohne sie ist man nichts.“ Arbeit bedeutet für viele Menschen nicht einfach bloß Geldverdienen um sich die Freizeit angenehm gestalten zu können, sondern Arbeit ist auch soziales Leben. Man hat einen festen Rhythmus, trifft Menschen mit denen man in Kontakt treten kann, usw. Sobald man die Arbeit verliert, verliert auch der Tag seine Struktur und man hängt bis zum gewissen in der Luft. Die Arbeit beschäftigt sich damit, wie Arbeitslose mit dieser für sie erst einmal neuen Situation umgehen. Außerdem interessierte, in welchen Gruppen die Arbeitslosigkeit am höchsten ist, und so wurde die Arbeitslosigkeit nach Alter und Bildungsabschluss untersucht. Des Weiteren wird auch der Frage nachgegangen, wie hoch die Bereitschaft Arbeitsloser ist, einen neuen Job anzunehmen und welche Bedingungen sich daran knüpfen.
Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Wintersemester 2006 / 2007, 7. Semester
Empirisch-statistisches Praktikum
Der Umgang mit der Arbeitslosigkeit
Eine Literaturrecherche und eine Analyse von Daten aus einem sozioökonomischen Panel
von
Manuela Kulick
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 5
II Entwicklung der Arbeitslosigkeit 8
1. Einleitung 9
2. Definitionen von Arbeitslosigkeit 10
2.1 Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch 10
2.2 Erwerbslosigkeit nach der IAO 11
3. Arbeitslosigkeit in Deutschland 13
4. Arbeitslosigkeit 16
4.1 ... nach Alter 16
4.2 ... nach Bildungsschicht 20
4.3 Umgang mit der Arbeitslosigkeit 24
4.4 Bereitschaft für eine neue Arbeitsstelle 28
4.5 Zusammenfassung 29
5. Entwicklung der Hypothesen 31
III Analyse der Daten aus dem sozioökonomischen Panel 33
1. Einleitung 34
2. Sozioökonomischer Panal 35
3. Datenaufbereitung 36
3.1 Datenmodifikation 36
3.2 Datenselektion 38
4. Analyse der Daten 39
4.1 Alter und Arbeitslosigkeit 40
4.1.1 Chi-Quadrat-Test 41
4.1.2 Korrelationsmaße 42
4.1.3 Neues Beschäftigungsverhältnis 45
4.1.4 Zusammenfassung 47
4.2 Bildung und Arbeitslosigkeit 48
4.2.1 Chi-Quadrat-Test 48
4.2.2 Korrelationsmaße 49
4.3 Bemühungen um einen neuen Job 50
4.3.1 Schwierigkeit bei Stellensuche 52
4.3.2 Passende Stelle sofort annehmen 53
4.3.3 Aktive Stellensuche 54
4.3.4 Erlernter Beruf oder etwas Neues 55
4.3.5 Wahrscheinlichkeit zur Weiterqualifikation 56
4.3.6 Zusammenfassung 57
4.4 Wirtschaftliche Zukunft 58
4.4.1 Diskriminanzanalyse: Problemstellung 59
4.4.2 Dummy-Variablen 60
4.4.3 Analyse 61
4.4.4 Zusammenfassung 65
4.5 Zufriedenheit mit der Lebenssituation 66
4.5.1 OLAP-Würfel 66
4.5.2 Chi-Quadrat-Test 68
4.5.3 Korrelation 69
4.6 Gesellschaftliches Leben 70
4.6.1 Varianzanalyse: Problemstellung 70
4.6.2 Analyse 71
4.6.3 Zusammenfassung 75
5. Zusammenfassung 76
IV Fazit 77
V Literaturverzeichnis 80
VI Anhang 84
I Einleitung
Arbeitslosigkeit ist schon seit Jahren ein brisantes Thema und das nicht nur in Deutschland. Nach der Bundestagswahl 1998 sagte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, man solle ihn in vier Jahren nach den Arbeitslosenzahlen messen, denn er würde es schaffen diese zu senken. 1998 lag die Arbeitslosenquote bei 11,1%1 heute, acht Jahre nach der Bundestagswahl 1998, und einer neue Kanzlerin hat Deutschland eine Arbeitslosenquote 10,9%.2 Die Arbeitslosigkeit war nach der Wiedervereinigung 1990 stark angestiegen. Besonders die Menschen in den neuen Bundesländern waren, und sind auch weiterhin, stark von der Arbeitslosigkeit betroffen. Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein sehr weites Thema und es wurde schon viel darüber geschrieben. Fehlen tut nur die Lösung des Problems „Arbeitslosigkeit“. Manche Menschen behaupten, es sei genug Arbeit für alle da, und die Arbeitslosen würden nur auf Kosten des Staates und der Steuerzahlen ein faules Leben genießen. Sicher gibt es auch solche Arbeitslose, aber sind wirklich alle Arbeitslose so?
Dies war meine Ausgangsfrage, als ich mich vor drei Semestern das erste Mal mit diesem Thema auseinander setzte. Ich durchstöberte die Literatur und lass verschiedenste Artikel, wo die faulen Arbeitslosen eher selten vorkamen. Viel eher wurde über die Probleme des „arbeitslos seins“ berichtet, zum Beispiel schrieb Stefanie Winter: „Arbeit ist längst nicht mehr das halbe Leben, sondern das Ganze. Und ohne sie ist man nichts.“3 Arbeit bedeutet für viele Menschen nicht einfach nur bloß Geldverdienen um sich die Freizeit angenehm gestalten zu können, sondern Arbeit ist auch soziales Leben. Man hat einen festen Rhythmus, trifft Menschen mit denen man in Kontakt treten kann, usw. Sobald man die Arbeit verliert, verliert auch der Tag seine Struktur und man hängt bis zum gewissen in der Luft.4 Ich fragte mich im Folgenden, wie Arbeitslose mit dieser für sie erst einmal neuen Situation umgehen, dies ist ein Teil meiner Arbeit. Außerdem interessierte mich, in welchen Gruppen die Arbeitslosigkeit am höchsten ist, und so untersuchte ich auch die Arbeitslosigkeit nach Alter und Bildungsabschluss.
Um noch einmal auf meine Anfangsfrage zurückzukommen, ob alle Arbeitslosen einfach nur faul sind, wurde ich anhand der Literatur, aber auch der eigenen Auswertung überprüfen. Ebenso wie hoch die Bereitschaft ist, einen neuen Job anzunehmen und welche Bedingungen sich daran knüpfen.
Aber nicht nur wie Arbeitslose sich in ihrer Situation fühlen, erschien mir interessant. In Deutschland herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und man vergleicht sich häufig mit anderen europäischen Ländern. Da aber in verschiedenen Ländern die Arbeitslosigkeit nicht immer gleich gemessen wird, ist der Vergleich oft nicht ganz einfach. In Deutschland gibt es im wesentlichen zwei Messungen zur Arbeitslosigkeit. Einmal die Arbeitslosigkeit nach dem Sozial Gesetzbuch, die die Bundesagentur für Arbeit verwendet und die Erwerbslosigkeit nach der IAO, die vom Statistischen Bundesamt erstellt wird. Die Zahlen zur Arbeitslosigkeit nach der IAO sind international vergleichbar und stets etwas niedriger als die der Bundesagentur für Arbeit. Auch darauf werde ich im Laufe der Arbeit noch eingehen. 2003 lag die Erwerbslosigkeit in Deutschland genau im Durchschnitt der EUStaaten.5 Nun möchte ich kurz noch auf den Aufbau meiner Arbeit eingehen. Als erstes werde ich in einem theoretischen Teil meine Ergebnisse der Literaturrecherche vorstellen. Um dann im zweiten Teil diese Ergebnisse anhand von sechs Hypothesen zu überprüfen. Dies wird mit einem Teildatensatz aus dem sozioökonomischen Panal geschehen. Zum Schluss werde ich ein Fazit ziehen und die Ergebnisse aus dem theoretischen und praktischen Teil kurz miteinander vergleichen. Schließen möchte ich die Einleitung mit einem weiteren Zitat von Stefanie Winter, welches die Gefühlslage, in die ein plötzlich arbeitslos gewordener Mensch geraten kann, gut beschreibt. „Eine Arbeit, die alles bieten soll, fordert eben den ganzen Menschen. Fällt diese Arbeit weg, ist der ganze Mensch plötzlich in Frage gestellt. Weil nicht die Karriere gescheitert (oder möglicherweise nur für einige Zeit unterbrochen ist), sondern die Verwirklichung seiner selbst.“6
II Entwicklung der Arbeitslosigkeit (theoretischer Teil)
1. Einleitung
In diesem theoretischen Teil meiner Arbeit, werde ich die Ergebnisse meiner Literaturrecherche vorstellen. Als erstes wäre eine einheitliche Definition von Arbeitslosigkeit sinnig. Da aber die verschiedenen Autoren sich mal auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beziehen und andere auf die Zahlen der IAO, werde auch ich mit beiden Erhebungsmethoden arbeiten. So wird über Erwerbslosigkeit gesprochen, wenn die Zahlen nach der IAO erhoben wurden; beziehen sich die Zahlen auf Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit, werde ich von Arbeitslosigkeit sprechen. Als erstes aber möchte ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Erhebungsmethoden schildern.
Danach gebe ich einen kurzen Überblick über die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie kamen wir von einer Vollbeschäftigung zu momentan fast fünf Millionen Arbeitslosen? Der vierten Punkt des theoretischen Teils, ist der Hauptpunkt. Dort betrachte ich die Arbeitslosigkeit unter vier verschiedenen Gesichtspunkten, Alter, Bildungsabschluss, Umgang mit der Arbeitslosigkeit und schließlich die Bereitschaft eine neue Stelle anzunehmen. Die Ergebnisse des vierten Punktes werde ich anschließend kurz zusammenfassen. Zum Abschluss des theoretischen Teils werde ich sechs Hypothesen bilden, die dann im nachfolgenden praktischen Teil untersucht werden.
2. Definitionen von Arbeitslosigkeit
Wie nun mittlerweile schon mehrfach angedeutet, gibt es in Deutschland zwei verschiedene repräsentative Erhebungen, um auf die Arbeitslosenzahlen schließen zu können. Ganz allgemein bedeutet Arbeitslosigkeit, dass man keine Arbeit hat und dieser Zustand unfreiwillig ist. Der Arbeitslose steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und sucht nach einem neuen Beschäftigungsverhältnis.7 Je nachdem, wie diese Daten erhoben und dann ausgewertet werden, erhält man verschiedene Ergebnisse. So kommt die Bundesagentur für Arbeit im Juni 2004 auf 4,4 Millionen Arbeitslose. Die IAO-Standard verzeichnet dagegen „nur“ 3,8 Millionen erwerbslose Personen.
Ein Teil der Personen (2,5 Millionen) waren nach beiden Erhebungsmethoden ohne Arbeit. 1,9 Millionen Menschen wurden allerdings nur bei der Bundesagentur für Arbeit mitgezählt und 1,3 Millionen Menschen gelten zwar nach dem IAO-Standard als erwerbslos, nicht aber nach der Bundesagentur für Arbeit.8 Um diese Unterschiede zu erklären, muss man sich die verschieden Erhebungsmethoden und Definitionen anschauen.
2.1 Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch
Mit der Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch arbeitet die Bundesagentur für Arbeit. Danach ist arbeitslos wer, sich persönlich beim Arbeitsamt meldet, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sucht, für die Arbeitsaufnahme sofort verfügbar ist, zur Zeit der Meldung weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet und zwischen 15 und 64 Jahren alt ist.8
Wichtig ist, dass der Arbeitslose aktiv nach einer neue Stelle sucht. Aktiv bedeutet für die Bundesagentur für Arbeit, dass eine Beschäftigung von mehr als 15 Wochenstunden gesucht wird und ein Vermittler der Agentur in einem Gespräch zu dem Ergebnis kommt, dass der Arbeitslose alles in seiner Macht stehende tut. Dabei kann das Gespräch auch schon länger zurückliegen. Unter Verfügbarkeit versteht die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsbereitschaft sowie Arbeitsfähigkeit. Außerdem muss der zu Vermittelnde den Vorschlägen (Vorstellungsgespräch) zeitnah Folge leisten, sonst wird bei mehrmaligen Versäumen die Unterstützung gestrichen. Es handelt sich hierbei um eine Totalerhebung, da alle Personen gezählt werden, die zu einem bestimmten Stichtag bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchende gemeldet sind und die vorangegangenen Kriterien erfüllen.9
2.2 Erwerbslosigkeit nach der IAO
[...]
1 Vgl.: Statistisches Bundesamt: Datenreport 1999, 2000
2 Vgl.: Baumann: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2005
3 Zit.: Winter, S.: Elite ohne Arbeit, 2003; S. 76
4 Vgl.: Winter, S.: Elite ohne Arbeit, 2003
5 Vgl.: Morgenpost: Höhere Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, 2005
6 Zit.: Winter, S.: Elite ohne Arbeit, 2003; S. 77
7 Vgl.: Hartmann, Riede: Erwerbslosigkeit nach dem Labour-Force-Konzept – Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch, 2005
8 Vgl.: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit: Monatsbericht 07-2005
9 Vgl.: Hartmann, Riede: Erwerbslosigkeit nach dem Labour-Force-Konzept – Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch, 2005
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