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Interkulturelle Kommunikation aus kulturwissenschaftlicher Sicht

Intermediate Examination Paper, 2002, 29 Pages
Author: Andreas von Richthofen
Subject: Cultural Studies

Details

Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2002
Pages: 29
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V8118
ISBN (E-book): 978-3-638-15184-9

File size: 166 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Uhland Institut für
Empirische Kulturwissenschaft

Zwischenprüfungsarbeit

Thema:
Interkulturelle Kommunikation
- aus kulturwissenschaftlicher Sicht -

Vorgelegt von: Andreas v. Richthofen
Empirische Kulturwissenschaft (HF, MA)
4.Fachsemester

SS 2002

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 2

1 Einführung in das Thema der interkulturellen Kommunikation ... 4
   
1.1 Gesellschaftliche Herausforderungen ... 4
    1.2 Neue Anforderung erfordern neues Wissen ... 5
    1.3 Was ist interkulturelle Kommunikation? ... 7

2 Interkulturelle Kommunikation im wissenschaftlichen Kontext ... 8
   
2.1 Begriffsklärung ... 11
        2.1.1 Kultur (und Kommunikation) ... 12
        2.1.2 Kommunikation (und Kultur) ... 14

3 Interkulturelles Lernen ... 18
   
3.1 Ziele interkulturellen Lernens ... 19
    3.2 Formen des interkulturellen Lernens ... 21

4 Zusammenfassung und Ausblick ... 24

5 Literaturverzeichnis ... 27


Einleitung

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das Interesse, den Prozess des Verstehens einer fremden Kultur genauer zu untersuchen, eine wissenschaftliche Eingrenzung zu versuchen und Faktoren ausfindig zu machen, die den Prozess fördern oder behindern.

Hierzu werden zunächst die Grundzüge einer Theorie vorgestellt, die Verstehen als Kommunikationsprozess sieht. Zugleich wird aufgezeigt, wie dieser Ansatz helfen kann, Konflikte bei interkulturellen Begegnungen zu vermeiden.
Nach einer notwendigen Antwort auf die Frage ,,Was ist interkulturelle Kommunikation?" soll gezeigt werden, welcher Bezugsrahmen die interkulturelle Forschung umgibt, welche Theorien ihr zugrunde liegen und mit welchen Problemen sie sich auseinandersetzen muss. Anschliessend wird die Vermittlung von interkultureller Kompetenz und ihrer Anwendung in der Praxis untersucht. Den Schluss bilden neben einem Fazit, ein Plädoyer an die Kulturwissenschaften sich mit dem Thema interkulturelle Kommunikation stärker zu befassen.

Was wir bei der Suche nach geeignetem Material finden, sind Statements, Fragen, Probleme und manchmal schlicht Hoffnungen; handfeste Definitionen hingegen selten. Denn, so scheint es, wer definiert, legt (sich) fest. Daher soll erst nach Aufbau eines Analyseinstrumentariums den Fragen nachgegangen werden, wie Interkulturelle Kompetenz vermittelt werden kann und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.

So gliedert sich diese Arbeit wie folgt:
Das erste Kapitel versucht gegenwärtige Gesellschaftsprozesse wiederzugeben, um deutlich zu machen, was das Thema interkulturelle Kommunikation zu einem erörterungswürdigen Thema macht.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte des Begriffs der Interkulturelle Kommunikation, sowie mit dem Versuch, eine fachliche Identität ausfindig zu machen.
Im dritten Kapitel wird der Versuch unternommen, die beiden Grundpfeiler des Begriffs interkulturelle Kommunikation, Kultur und Kommunikation, voneinander abzulösen und einzeln zu klären. Den nächsten Schritt bildet eine Analyse zu möglichen Auswirkungen, welche unterschiedliche Kulturteilhabe auf die Kommunikation haben kann, Grundlagen interkultureller Kommunikation werden behandelt und zentrale interkulturelle Kommunikationstheorien vorgestellt.
Ziel des vierten Kapitels soll sein, aus der Fülle unterschiedlicher theoretischer Modelle und praktischer Ansätze zum Thema "Lernen interkultureller Kompetenz" einige Ansätze und Ideen auszuwählen, die im Hinblick auf das Lernziel interkulturelle Kompetenz wichtig sind.
Im abschließenden fünften Kapitel werde ich die genannten Ergebnisse sammeln und nochmals auf einige Probleme, aber auch Chancen hinweisen, die sich für eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema ergeben.
Angesichts des vorgegebenen Umfangs dieser Arbeit kann hier auf sicher wichtige empirische Studien, Diskussionen oder weiterführende Studien zu einzelnen Themen nicht eingegangen werden1.

1 Einführung in das Thema der interkulturellen Kommunikation

1.1 Gesellschaftliche Herausforderungen

Ob wir es mit dem Geschäftspartner aus China oder mit dem türkischen Gemüsehändler an der Ecke zu tun haben - "Unsere Welt wächst zusammen", darin sind sich nicht nur Experten aus Wissenschaft und Politik einig.

Die Konsequenzen von Innovation, technischem Fortschritt und globalen politischen und ökonomischen Veränderungen sind vielfach erwünscht; weniger erwünscht und für einige unerwartet sind hingegen die Reaktionen vieler Betroffener, die auf die Öffnung aller möglichen Grenzen zunehmend mit Abschottung nach außen antworten. Die Schwächung oder Auflösung lokaler Werte und Normen, das fortschreitende Erlöschen lokaler Sprachen und Ethnien verlaufen parallel zur Stärkung neuer, globaler Werteelemente. Effizienz, Zweckrationalität, Konsumdenken, Kosten-Nutzen-Kalkül, Mobilitäts- und Fortschrittsdenken und andere Prinzipien drängen viele traditionelle Werte zurück und untergraben die Stabilität sozialer Beziehungen. Die Angst vor einer multikulturellen Gesellschaft, vor einer Vielfalt ohne Einheit, vor dem Schwinden der Heimat und der eigenen Identität breitet sich aus und fördert die Attraktivität lokaler Zugehörigkeiten und partikularer Bindungen. In seinem Buch "The Clash of Civilizations"2 sieht Samuel P. Huntington statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt neue Konflikte globalen Ausmaßes entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Wird sich diese bedrohliche Prognose erfüllen, oder gibt es Ansätze, die ein friedliches Zusammenleben unterstützen?

[...]

1 vgl. z.B. Hinnenkamp 1994 für einen umfassenden Überblick.

2 Vgl. Huntington 1997.


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