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Scholary Paper (Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Nicole Rendt
Subject: Communications: Movies and Television
Details
Institution/College: European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Tags: Emotionalisierung, Nachrichten, Beispiel, Tagesschau, News, Vertiefung, Fernsehanalyse
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-82917-5
File size: 90 KB
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Abstract
Ob es ein Foto von blutenden Opfern im Irakkrieg oder eine Aufnahme eines kleinen weinenden Mädchens ist, das ihren Vater durch die Anschläge vom 11. September verloren hat. Diese und andere Bilder lassen niemanden kalt und erzeugen bestimmte Gefühle in uns. Heutzutage werden in den Medien mehr und mehr die Gefühle der Zuschauer bewusst beeinflusst. Das sieht man sowohl im Rundfunk als auch im Fernsehen und in Zeitungen. In meiner Arbeit möchte ich mich auf Nachrichtensendungen des Fernsehens spezialisieren und diese insbesondere unter dem stilistischen Element der Emotionalisierung untersuchen. Meine These im Rahmen dieser medienwissenschaftlichen Untersuchung lautet: In Privatsendern wird mehr Emotionalisierung bei der Berichterstattung eingesetzt als in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Es sollen die Gründe und die Form dieses Einsatzes von Emotionalisierung erläutert werden. Mit diesen Aspekten werde ich mich in dem ersten Teil meiner Arbeit beschäftigen. Im zweiten Teil soll anhand einer Analyse der Tagesschau und der Sat.1 News nachgewiesen werden, wie Emotionalisierung in privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern eingesetzt wird. Was genau versteht man aber unter dem Begriff „Emotionalisierung“?
Excerpt (computer-generated)
Europa-Universität Viadrina
Fakultät für Kulturwissenschaften
Seminar: Vertiefung in die Fernseh-Analyse
Lehrstuhl: Vergleichende Literaturwissenschaft westeuropäischer Literaturen
Sommersemester 2004
Emotionalisierung von Nachrichtensendungen am Beispiel
der Tagesschau und den Sat.1 News
vorgelegt von:
Nicole Rendt
3. Semester Kulturwissenschaften
Inhaltsverzeichnis
Gefühle und Medien: Einleitung 1
1. Definition des Begriffs Emotionalisierung 1
2. Emotionalisierung in TV Nachrichten 2
2.1. Gründe des Einsatzes von Emotionalisierung 3
2.2. Formen der Emotionalisierung im TV 5
3. Untersuchung und Vergleich des Einsatzes von Emotionalisierung in der Tagesschau und den Sat.1 News 6
3.1. Analyse 6
3.1.1. Nachrichten allgemein 7
3.1.2. Beitrag Fuchsjagd 13
4. Zwischenergebnis 15
5. Verstärkte Emotionalisierung bei den privaten Sendern: Schlussbetrachtung und Ausblick 17
6. Literaturverzeichnis und Quellen 19
Gefühle und Medien: Einleitung
Ob es ein Foto von blutenden Opfern im Irakkrieg oder eine Aufnahme eines kleinen weinenden Mädchens ist, das ihren Vater durch die Anschläge vom 11. September verloren hat. Diese und andere Bilder lassen niemanden kalt und erzeugen bestimmte Gefühle in uns. Heutzutage werden in den Medien mehr und mehr die Gefühle der Zuschauer bewusst beeinflusst. Das sieht man sowohl im Rundfunk als auch im Fernsehen und in Zeitungen. In meiner Arbeit möchte ich mich auf Nachrichtensendungen des Fernsehens spezialisieren und diese insbesondere unter dem stilistischen Element der Emotionalisierung untersuchen. Meine These im Rahmen dieser medienwissenschaftlichen Untersuchung lautet: In Privatsendern wird mehr Emotionalisierung bei der Berichterstattung eingesetzt als in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Es sollen die Gründe und die Form dieses Einsatzes von Emotionalisierung erläutert werden. Mit diesen Aspekten werde ich mich in dem ersten Teil meiner Arbeit beschäftigen. Im zweiten Teil soll anhand einer Analyse der Tagesschau und der Sat.1 News nachgewiesen werden, wie Emotionalisierung in privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern eingesetzt wird.
Was genau versteht man aber unter dem Begriff "Emotionalisierung"?
1. Definition des Begriffs Emotionalisierung
Jeder Mensch erlebt täglich verschiedene Arten von Emotionen und ist in der Lage diese voneinander zu unterscheiden. Es gibt beispielsweise das Gefühl der Trauer, des Glücks, der Angst, der Freude, des Hasses, des Neids und des Mitleids. Je nachdem mit welchem Thema jemand konfrontiert wird, werden diese Gefühle in einem geweckt, wenn auch nicht jeder seine emotionale Erregung zeigt. Manchmal können Emotionen ganz plötzlich auftreten und ganz schnell wieder verschwinden. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn man sich vor jemandem erschreckt. Es gibt auch Emotionen, die sich langsam, also über mehrer Stunden oder Tage, aufbauen und die länger anhalten. Ein Beispiel hierfür wäre das Gefühl des Glücklichseins:
Wenn ich ein Ziel nach dem anderen erreiche, werde ich von kleinen Niederlagen für längere Zeit nicht so schnell enttäuscht sein, sondern sofort neuen Mut fassen.
Ulrich unterscheidet hier zwei Typen von Emotionen: Gefühlsregungen und Stimmungen. Nach Ulrich sind Gefühlsregungen "vorübergehende emotionale Zustände von meist kurzer Dauer(…), die durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst werden, einen ´Einsatz` sowie ein Auf- und Abklingen haben.“1. Diese Aussage trifft auf unser Beispiel des Erschreckens zu. Stimmungen unterscheiden sich in der Hinsicht von Gefühlregungen, dass sie für eine längere Zeit andauern und oft den „diffusen wenig gegliederten atmosphärischen Hintergrund des Erlebens“ 2 bilden. Dies trifft auf unser Beispiel des Glücklichseins zu.
Diese Emotionen werden von Produzenten genutzt und so gibt es heutzutage kaum noch Beiträge oder Sendungen im Fernsehen, die nicht zum Mittel der Emotionalisierung greifen, um, unter anderem, höhere Einschaltquoten zu erreichen. Das trifft nicht nur auf Nachrichtensendungen, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen sollen, sondern auch auf Unterhaltungssendungen wie „Der Bachelor“ (RTL) und „Big Brother“ (RTL II), auf Talkshows wie „Arabella“(Pro Sieben), auf das Sat.1 Frühstücksfernsehen und auch auf Unterhaltungsshows wie „Wetten dass…“ (ZDF) zu. Während der Zuschauer in Nachrichtensendungen beispielsweise mit dem Schicksal anderer Menschen konfrontiert wird, wird er in Talkshows mit dem Lösungsprozess der Probleme anderer Menschen konfrontiert. Bei Talkshows wird somit eine viel stärkere emotionale Bindung zwischen dem Zuschauer und den Akteuren in der Talkshow aufgebaut. Die eigentliche Information, also das Geschehen selbst, wodurch die Reaktionen der dargestellten Menschen entstanden sind, ist hier zweitrangig. Hiervon wird eher abgelenkt. So definieren Bente und Fromm den sehr umfassenden und somit schwierig zu definierenden Begriff der Emotionalisierung wie folgt: „Die Sendungen betonen den emotionalen Aspekt der Geschichten, das persönliche Erleben und Empfinden, weniger die Sachaspekte. Die Gesprächsführung der Moderatoren und die formale Angebotsweise unterstützen diese Tendenz“3
2. Emotionalisierung in TV Nachrichten
Vor allem in dem Medium Nachrichten greift man heutzutage gerne auf das Stilmittel der Emotionalisierung zurück.
Dem größten Teil der Bevölkerung sind unterbewusst Nachrichten ohne Einsatz von Emotionalisierung zu trocken, zu schwer zu verstehen oder zu langweilig. Sobald es in einem Beitrag beispielsweise um Menschen geht, denen etwas widerfahren ist, werden die Leute hellhörig und das Thema wirkt interessant.
[....]
1 Vgl. Ulrich 1992, S. 29
2 vgl. Ullrich 1992, S.29
3 s. Bente;Fromm 1998, S.614
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