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Coping - Darstellung und kritische Würdigung

Untertitel: Stress und Menschenbild

Hausarbeit, 2007, 31 Seiten
Autor: Dipl.-Ing. Reinhard Bäckmann
Fach: Psychologie - Sozialpsychologie

Details

Veranstaltung: Seminar
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen
Tags: Coping, Darstellung, Würdigung, Seminar
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 31
Note: bestanden
Literaturverzeichnis: ~ 37  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V81404
ISBN (E-Book): 978-3-638-86180-9

Dateigröße: 176 KB
Anmerkungen :
Hausarbeit zum Seminar: Stress und Menschenbild A + O-Psychologie, FernUni Hagen


Zusammenfassung / Abstract

1. Einführung: Coping und Stress 2. Stress-Coping: Modelle und Theorien 3. Mensch und Arbeit: Copingmanagement Ein Blick in ein englisch-deutsches Wörterbuch zeigt, dass Coping mit - Bewältigung übersetzt werden kann (vgl. Schneider 2001). Im Allgemeinen geht es darum, ein Problem zu lösen oder eine Situation zu bewältigen, zu stabilisieren und im Griff zu behalten. In der Psychoanalyse wird darunter die Art des Umgangs mit schwierigen, krisenhaften Lebensereignissen oder –phasen verstanden (vgl. Bossong 1999). Die Medizin meint damit das Bewältigen von schweren Krankheiten oder Behinderungen (vgl. Schüssler u. Leibing 1994). Die Psychologie subsumiert als Coping die Bewältigung von stresshaften Mensch-Umweltbeziehungen (vgl. v. Rosenstiel 2003).


Textauszug (computergeneriert)

Fernuniversität Hagen, Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Seminar: Stress und Menschenbild
Abgabetermin: 18. Juni 2007

Coping - Darstellung und kritische Würdigung
Stress und Menschenbild

von

Reinhard Bäckmann

 


Inhalt

1 Einführung: Coping und Stress... 3

1.1 Definition Stresscoping... 3
1.2 Entwicklung der Stressforschung... 5
1.3 Theorie der Ressourcenerhaltung... 6
1.4 Stressmodelle im Vergleich... 8

2 Stress-Coping: Modelle und Theorien... 10

2.1 Transaktionales Copingmodell... 10
2.2 Copingfunktionen und -formen... 12
2.3 Multiaxiales Coping... 14
2.4 Verallgemeinerte Copingmodelle... 15

3 Arbeit und Mensch: Copingmanagement... 17

3.1 Coping kontra Arbeitsstress... 17
3.2 Gruppe und Organisation - Copingnetzwerke... 18
3.3 Copingmanagement im Unternehmen... 20
3.4 Coping – Welt ohne Stress?... 23

Literaturanhang... 27

 

 


1 Einführung: Coping und Stress

1.1 Definition Stresscoping

Ein Blick in ein englisch-deutsches Wörterbuch zeigt, dass Coping mit
- Bewältigung
übersetzt werden kann (vgl. Schneider 2001).
Im Allgemeinen geht es darum, ein Problem zu lösen oder eine Situation zu bewältigen, zu stabilisieren und im Griff zu behalten. In der Psychoanalyse wird darunter die Art des Umgangs mit schwierigen, krisenhaften Lebensereignissen oder –phasen verstanden (vgl. Bossong 1999). Die Medizin meint damit das Bewältigen von schweren Krankheiten oder Behinderungen (vgl. Schüssler u. Leibing 1994). Die Psychologie subsumiert als Coping die Bewältigung von stresshaften Mensch-Umweltbeziehungen (vgl. v. Rosenstiel 2003).

Coping ist offenbar
- ein relativ unscharfer Oberbegriff, der erst in der Anwendung auf spezielle Gebiete und Forschungsfelder ausdifferenziert werden kann (vgl. Breuer 1991, S 107 ff.).
Demnach sind Erweiterungen wie Copingstrategien oder Copingkonzepte, Copingforschung und sogar Copingtheorie nur dann sinnvoll, wenn
- ein weiteres kennzeichnendes Merkmal eingeführt wird, das angibt,
- was denn nun bewältigt werden soll, wie eine Lebenskrise, eine Krankheit oder eben STRESS im Allgemeinen oder speziell Arbeitsstress im Unternehmen.

In dieser Untersuchung wird zuerst
- Stresscoping
behandelt, oder, mit anderen Worten,
- Stressbewältigung und gerade nicht Alltagsbewältigung oder Krisenbewältigung.
Danach wird im Speziellen die Bewältigung von Arbeitsstress im weiteren Sinne betrachtet (vgl. Schumacher / Reschke 1994).

Der Anglizismus „Stress“ ist in der heutigen globalisierten Weltgesellschaft zu einem internationalen Negativzeichen für die Belastung des Menschen geworden, egal, ob diese Belastung und die daraus resultierende Beanspruchung überhaupt objektiv
- störende
- beeinträchtigende
- oder schädigende
Kurzzeit- oder Langzeitwirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit und sein Sozialnetzwerk hat. Es ist praktisch Mode, gestresst zu sein, und schon normale Alltags- und Jobprobleme führen zu der Aussage, sich gestresst zu fühlen und in der Folge daraus durch negative Rückkopplung und Verstärkungsmechanismen treten häufig schon typische Stressreaktionen auf. Das eigentliche Problem ist nicht, dass es Stress gibt (subjektiv und objektiv vorausgesetzt), sondern dass der moderne Mensch, so wie es aussieht, die Fähigkeit verloren hat,
- zwischen normalen Belastungen und Beanspruchungen und einem gesundheitsschädlichen Kurzeit- und Dauerstress durch Überbeanspruchung zu unterscheiden, und
- ersteres zu akzeptieren und zu adaptieren, und das Zweite zu bewältigen durch Vermeidung, Verminderung und, wenn dies nicht greift, dynamisch-aktive Stressbewältigung durch strategisches, effizientes Stress-Coping.

Allerdings ist Stress ein überaus komplexes Phänomen, das
- physische
- psychische
- technologische
- berufliche
- soziale und
- umweltbezogene (u. a. m.)
Aspekte hat, die zudem altersabhängige, geschlechtsspezifische, biografische und ethnografische Besonderheiten aufweist und noch vielfältig umweltabhängig ist (vgl. Legewie / Ehlers 1994, S 210 ff.).

Stress-Coping kann somit nur operationalisiert werden, wenn zumindest kurz
- der Begriff STRESS, die historische und aktuelle Stressforschung, die unterschiedlichen Stress-Modelle und –Theorien und Stress-Bereiche erörtert werden,
- denn Coping und Stressbewältigung setzt eine Konkretisierung der zu bewältigenden Stressoren oder Stressreaktion voraus, um dann daraus übergreifende Bewältigungsstrategien abzuleiten zu können mit effizienten Prozessen und effektivem, individuellem und organisatorischem Stressmanagement.

1.2 Entwicklung der Stressforschung

In der Geschichte der Stressforschung wurden zuerst zum einen die stressverursachenden Belastungssituationen untersucht, zum anderen die von diesen Situationen ausgelösten Stressreaktionen. Ein Beispiel für ersteren Ansatz ist das Belastungsmodell der Lebenskrisen, wie es von Thomas Holmes und Richard Rahe (1967) aufgrund von Einschätzungen von Befragten ermittelt wurde ( vgl. Holms / Rahe 1967 zit. Nach Scherer / Wallbott S. 94 ff.). Die Untersuchungen der Stressreaktion begann mit den Arbeiten von Walter Cannon und Hans Selye, die in den dreißiger Jahren die Überzeugung entstehen ließen, dass die physische und psychische Belastung des Menschen zu objektiv messbaren körperlichen Veränderungen führt. Die Antwort des Körpers auf belastende Ereignisse aus der Umwelt wird ausgelöst durch Anregung des Hormonsystems. Der Prozess der Anpassung des Körpers an den Stressreiz wurde von Selye in drei Phasen unterteilt:
Das erste Stadium wurde als Alarmreaktion bezeichnet und besteht aus der „Schockphase“ sowie einer gegen diese gerichtete Regulationsphase. Die durch den Schock ausgelösten somatischen Funktionsstörungen können aber oft nur teilweise vom Organismus ausgeglichen werden. Bei anhaltendem Dauerstress kommt es in der Widerstandsphase zu einer Aufbietung aller Kräfte, um der Gegenregulation zum Erfolg zu verhelfen. Was auch oft gelingt. Wenn der Stress jedoch weiter anhält, ist eine dauerhafte Schädigung des Somasystems nicht mehr zu vermeiden. Das Hormonsystem gerät in einen Zustand der Erschöpfung. In diesem Stadium gibt der Organismus die psychosomatische Abwehr und Bewältigung auf, was zum Zusammenbruch des Systems Mensch führen kann. Mit den Hormonen scheinen unterschiedliche Reaktionen auf Stress verbunden zu sein. Bei einer Kampf-Flucht-Reaktion ist der Bewältigungsversuch muskulär orientiert, woraus psychosomatische Erkrankungen resultieren können oder Schäden im Kreislaufsystem. Die mehr auf Rückzug ausgerichtete passive Bewältigung führt eher zu Organschäden im inneren System des Körpers (vgl. Hol / Rahe 1967, zit. nach Scherer / Walbott S. 94 ff.).

Die rein physische Betrachtung der Stressphänomene löste seit vielen Jahren heftige Kritik von Seiten der Psychologen und Psychosomatiker aus, und viele Forscher haben zu einer fundierten Veränderung der Stresstheorie beigetragen (vgl. Karmaus 1979). Ein wichtiger Beitrag der Forschergruppe um Lazarus sei vorab erwähnt: In Lazarus’ Stresstheorie steht nicht die fest programmierte biologische Stressreaktion, wie sie Selye beschrieben hatte, im Mittelpunkt. Sein Stresskonzept basiert vielmehr auf einer kognitiven Emotionstheorie, die besagt, dass physiologische Reaktionen erst durch die kognitive Bewertung ihre emotionale Prägung erhalten.
In einer wie auch immer belastenden Situation kommt es stets auf die kognitive Bewertung der Situation und die aktive Auseinandersetzung mit ihr an:
- In einer primären Bewertung (primary appraisal) wird die Gesamtsituation daraufhin eingeschätzt, ob damit eine Bedrohung, ein Verlust oder eine Herausforderung verbunden ist. Nur wenn einer dieser Faktoren gegeben ist, kann von Stress gesprochen werden.
- Die sekundäre Bewertung (secondary appraisal) ist nicht etwa der primären zeitlich nachgeordnet, sondern beinhaltet die Selbsteinschätzung in Bezug auf die differenzierten Bewältigungsmöglichkeiten, d. h. Copinginstrumente bzw. –ressourcen.
- Auf Grund dieser Bewertungen werden vom Individuum Bewältigungsstrategien, d. h. Copingstrategien ausgewählt und eingesetzt.

Lazarus unterscheidet noch zwischen emotionsbezogenen Strategien und problembezogenen Strategien, die eine aktive Veränderung der Situation im Sinne einer Problembewältigung anstreben. Das gesamte Modell bietet also einen Strukturierungsrahmen für den komplexen Prozess des individuellen Stresscoping. Lazarus hat sein Stresskonzept theoretisch abgeleitet und anschließend empirisch überprüft und optimiert. Diese transaktionale und weiterentwickelte Stresstheorie hat große praktische Bedeutung. Zum einen können die Untersuchungen über Belastungssituationen dazu beitragen, weniger stressverursachende Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Des Weiteren können Coping-Programme zur Stressreduzierung und Stressbewältigung für Stress-Risikogruppen entwickelt werden, deren Anwendung Integration in das Modell der Gesundheitspsychologie bedeutet (vgl. Beckert / Leventier / Miski 2002, S. 13 bis 30).

1.3 Theorie der Ressourcenerhaltung

[...]


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