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Gefahrguttransporte im Eisenbahnbetrieb

Diplomarbeit, 2006, 122 Seiten
Autor: Dipl.-Ing. Stefan Gottfried Scholz
Fach: Bauingenieurwesen

Details

Veranstaltung: Bahnsysteme & Bahntechnik
Institution/Hochschule: Technische Universität Darmstadt (Institut für Verkehr)
Tags: Gefahrguttransporte, Eisenbahnbetrieb, Bahnsysteme, Bahntechnik
Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 122
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 30  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V81615
ISBN (E-Book): 978-3-638-88107-4

Dateigröße: 1661 KB

Zusammenfassung / Abstract

Im Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt (EBF) sollen schwerpunktmäßig dispositive Betriebsfeldübungen durchgeführt werden. Dies dient der Ausbildung von Mitarbeitern der Railion Deutschland AG. Bei einem Teil des Güterverkehrs in Deutschland handelt es sich um Gefahrguttransporte, die bei der Disposition eine besondere Rolle spielen. Daher sollen auch solche Transporte und diesbezügliche Störfälle im EBF wirklichkeitsnah ermöglicht und im Rahmen der Betriebsfeldübung geübt werden. Ziel der Arbeit ist es, die Grundlage für Gefahrguttransporte und für damit verbundene Störfälle im EBF zu legen. Es ist also ein Konzept für die Simulation von Gefahrguttransporten zu erarbeiten, welches mit den Ausbildungszielen des EBF konform ist. Gefahrguttransporte sind eine besondere Form des Güterverkehrs. Es handelt sich dabei um die Beförderung von Gütern im öffentlichen Verkehrsraum, von denen im Zusammenhang mit ihrer Beförderung Gefahren ausgehen können. Gefahrgüter werden zwecks einer sicheren Handhabung und eines sicheren Transports u. a. in Klassen unterteilt und einer UN-Nummer zugeordnet. Dadurch können Aussagen über die notwendige Art der Umschließung sowie der Kennzeichnung und Bezettelung und über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gemacht werden. Gefahrguttransporte bedürfen besonderer Infrastruktur und Handhabung während des Betriebs. In dieser Arbeit ist eine Übersicht der für den Betrieb von Gefahrguttransporten wesentlichen gesetzlichen Regelungen dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf den speziellen Regelungen für Gefahrguttransporte (z.B. GGBefG, AtG, GGVSE, ADR, RID). Dabei unterscheiden sich die Vorschriften zu den einzelnen Verkehrsträgern Straße und Schiene sowie zu den Gutarten (normale Güter und Gefahrgüter) in einigen Punkten. So gibt es zwecks einer höheren Sicherheit bei Gefahrguttransporten bspw. eine differenziertere Aufgabenverteilung, Gefahrguttransporte im Eisenbahnbetrieb Kurzfassung eine Fülle an notwendigen Begleitpapieren, umfangreichere Vorschriften zur Verpackung und Kennzeichnung usw. Mit der Beschreibung des EBF ist die Grundlage für das Verständnis der weiteren Ausarbeitung gelegt, gefolgt von der Umsetzung des Gefahrgutrechts im EBF und der Ausarbeitung der Möglichkeiten, Gefahrguttransporte im EBF durchzuführen. Bei der Beschreibung des EBF gilt der Disposition besonderes Augenmerk. Die Disposition wird in 3 Ebenen ausgeführt: der Cargo Leitzentrale (CLZ), dem Transportmanagement (TM) und dem Cargo Zentrum (CZ). Es hat sich gezeigt, dass ein Großteil des Gefahrgutrechts im EBF nicht umgesetzt werden kann bzw. nicht umgesetzt werden muss. Dies aus dem Grund, weil die Übung dispositiver Natur ist, die gesetzlichen Regelungen aber vornehmlich auf den Betrieb abzielen (Klassifizieren, Verpacken, Verladen…). Es hat sich auch gezeigt, dass der Disposition im Regelbetrieb lediglich eine überwachende Funktion zukommt, die in einer Betriebsfeldübung nicht geübt werden muss. Für die Betriebsfeldübung viel interessanter ist der Betrieb mit auftretenden Störfällen. Hierbei kommt der Disposition ihre eigentliche Aufgabe zu. Dabei ist zum einen von Interesse, beispielhaft mögliche Störfälle und Maßnahmen gegen diese Störfälle aufzuzeigen. Zum anderen, wie ein Betriebsprogramm mit Störfällen aussehen könnte, welche Infrastruktur für erforderliche Maßnahmen gegen Störfälle notwendig wäre und wie diese Infrastruktur bei den auftretenden Störfällen örtlich von der Disposition zu gebrauchen wäre. So ist ein Betriebsprogramm mit Vorschlägen für Störfälle bei Gefahrguttransporten der einzelnen Linien erarbeitet worden, wie etwa Leckagen, falsche Bezettelung, Entgleisungen, Sitzblockaden und dergleichen mehr. Für ausgewählte Standorte sind Vorschläge für mögliche infrastrukturelle Maßnahmen im Störungsfalle gemacht worden. So können etwa Gleistassen oder Gummimatten und Wannen in ausgewählten Dispo-Gleisen vorgehalten werden. In manchen Fällen (Nukleartransporte) ist auch Sichtschutz und Unzugänglichkeit 2 Gefahrguttransporte im Eisenbahnbetrieb Kurzfassung notwendig. Die Auswahl der Standorte richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines Störfalles und der Anforderung, dass an jeder Stelle Maßnahmen bei einem Störfall schnell eingeleitet werden können. Sodann sind für das Betriebsprogramm Vorschläge gemacht worden, wie die Disposition auf die jeweiligen Störfälle reagieren könnte. So z.B. Disponieren in ein Gleis mit Gleistasse oder Gummimatten und Auffangwannen bei einer Leckage. Oder die Rückfahrt in den Ausgangsbahnhof eines Nukleartransportes bei behinderter Weiterfahrt. In einem letzten Schritt sind Vorschläge gemacht worden, welche Schritte (Maßnahmen bzw. Definitionen) für die Verwirklichung von Gefahrguttransporten im EBF unternommen werden müssen. So z.B. eine Gleisverlängerung, das Nachbilden mehrerer Bahnüberführungen, das Definieren mehrerer Dispo-Gleise, das Nachbilden mehrerer Gleistassen usw.


Textauszug (computergeneriert)

Gefahrguttransporte im Eisenbahnbetrieb

Diplomarbeit am Institut für VerkehrFachgebiet Bahnsysteme & Bahntechnik

(Bild 1: Fahrdienstleitstelle Wilhelmstal im Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt - In der Downloadversion enthalten)

vorgelegt von Stefan Scholz

Darmstadt, Juni 2006

 

 

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... IV

Bildverzeichnis ... VII

Tabellenverzeichnis ... VII

Kurzfassung ... 1

1 Einleitung ... 4

1.1 Ausgangslage ... 4

1.2 Thema & Ziel der Arbeit ... 4

1.3 Aufbau der Arbeit ... 5

2 Grundlagen zu Gefahrgut und Gefahrguttransporten ... 7

2.1 Einleitung ... 7

2.2 Erläuterungen zu Gefahrgut ... 7
2.2.1 Begriffsbestimmungen/Erläuterungen ... 7
2.2.2 Klassifizierung ... 8
2.2.3 Weitere Unterteilung ... 9
2.2.4 UN-Nummer ... 11
2.2.5 Umschließungen ... 11
2.2.6 Kennzeichnen und Bezetteln ... 12
2.2.7 Zusammenladung ... 14
2.2.8 Freistellungen ... 14
2.2.9 Besonderheiten beim Eisenbahnbetrieb ... 15

2.3 Einordnen der Gefahrguttransporte in den Güterverkehr ... 16

2.4 Vorbereitung von Gefahrguttransporten ... 17

3 Regelwerke und ihre Anwendung bei Gefahrguttransporten und normalem Güterverkehr ... 19

3.1 Einleitung ... 19

3.2 Allgemeine Regelwerke ... 20
3.2.1 Übersicht ... 20
3.2.2 Anwendung der Regelwerke ... 20

3.3 Regelwerke für normalen Güterverkehr auf Straße & Schiene ... 21
3.3.1 Übersicht ... 21
3.3.2 Anwendung der Regelwerke ... 21

3.4 Regelwerke für Gefahrguttransporte auf Straße & Schiene ... 27
3.4.1 Übersicht ... 27
3.4.2 Anwendung der Regelwerke ... 33

3.5 Unterschiede ... 49

4 Vorstellung des Eisenbahnbetriebsfeld ... 53

4.1 Einleitung ... 53

4.2 Rahmenbedingungen ... 53

4.3 Betriebsprogramm ... 54

4.4 Infrastruktur ... 54

4.5 Disposition ... 55
4.5.1 Cargo Leitzentrale ... 56
4.5.2 Transportmanagement ... 58
4.5.3 Cargo Zentrum ... 58

5 Realisierung von Gefahrguttransporten im Eisenbahnbetriebsfeld ... 60

5.1 Einleitung ... 60

5.2 Gefahrgutrecht im Eisenbahnbetriebsfeld ... 60

5.3 Regelbetrieb ... 63
5.3.1 Betriebsprogramm ... 63
5.3.2 Infrastruktur ... 65
5.3.3 Disposition ... 65

5.4 Betrieb mit auftretenden Störfällen ... 66
5.4.1 Mögliche Störfälle und Maßnahmen bei Störfällen ... 66
5.4.2 Betriebsprogramm ... 73
5.4.3 Infrastruktur ... 78
5.4.4 Disposition ... 83

6 Notwendige Anpassungen bzw. Definitionen ... 88

6.1 Einleitung ... 88

6.2 Betriebsprogramm ... 88

6.3 Infrastruktur ... 89
6.3.1 TM Nord ... 89
6.3.2 TM Süd ... 90

6.4 Disposition ... 92

7 Zusammenfassung & Ausblick ... 93

Quellenverzeichnis ... 97

Literatur ... 97

Internet ... 99

Studienarbeiten ... 100

Gespräche ... 100

Kontakte ... 101

Gesetze / Richtlinien / Vorschriften / Verordnungen / Merkblätter ... 101

Sonstige ... 104

Anhang ... 106

Anhang 1: Fotodokumentation ... 107

Anhang 2: Verteilung der Herrschaftsmacht ... 109

Anhang 3: Gefahrgutlinien ... 110

Anhang 4: Infrastruktur ... 111

Anhang 5: Störfälle ... 112

Anhang 6: Anpassungen bzw. Definitionen ... 113

Anhang 7: Streckenplan Eisenbahnbetriebsfeld ... 114

 

 

Kurzfassung

Im Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt (EBF) sollen schwerpunktmäßig dispositive Betriebsfeldübungen durchgeführt werden. Dies dient der Ausbildung von Mitarbeitern der Railion Deutschland AG. Bei einem Teil des Güterverkehrs in Deutschland handelt es sich um Gefahrguttransporte, die bei der Disposition eine besondere Rolle spielen. Daher sollen auch solche Transporte und diesbezügliche Störfälle im EBF wirklichkeitsnah ermöglicht und im Rahmen der Betriebsfeldübung geübt werden. Ziel der Arbeit ist es, die Grundlage für Gefahrguttransporte und für damit verbundene Störfälle im EBF zu legen. Es ist also ein Konzept für die Simulation von Gefahrguttransporten zu erarbeiten, welches mit den Ausbildungszielen des EBF konform ist.

Gefahrguttransporte sind eine besondere Form des Güterverkehrs. Es handelt sich dabei um die Beförderung von Gütern im öffentlichen Verkehrsraum, von denen im Zusammenhang mit ihrer Beförderung Gefahren ausgehen können. Gefahrgüter werden zwecks einer sicheren Handhabung und eines sicheren Transports u. a. in Klassen unterteilt und einer UN-Nummer zugeordnet. Dadurch können Aussagen über die notwendige Art der Umschließung sowie der Kennzeichnung und Bezettelung und über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gemacht werden.

Gefahrguttransporte bedürfen besonderer Infrastruktur und Handhabung während des Betriebs. In dieser Arbeit ist eine Übersicht der für den Betrieb von Gefahrguttransporten wesentlichen gesetzlichen Regelungen dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf den speziellen Regelungen für Gefahrguttransporte (z.B. GGBefG, AtG, GGVSE, ADR, RID). Dabei unterscheiden sich die Vorschriften zu den einzelnen Verkehrsträgern Straße und Schiene sowie zu den Gutarten (normale Güter und Gefahrgüter) in einigen Punkten. So gibt es zwecks einer höheren Sicherheit bei Gefahrguttransporten bspw. eine differenziertere Aufgabenverteilung, eine Fülle an notwendigen Begleitpapieren, umfangreichere Vorschriften zur Verpackung und Kennzeichnung usw.

Mit der Beschreibung des EBF ist die Grundlage für das Verständnis der weiteren Ausarbeitung gelegt, gefolgt von der Umsetzung des Gefahrgutrechts im EBF und der Ausarbeitung der Möglichkeiten, Gefahrguttransporte im EBF durchzuführen. Bei der Beschreibung des EBF gilt der Disposition besonderes Augenmerk. Die Disposition wird in 3 Ebenen ausgeführt: der Cargo Leitzentrale (CLZ), dem Transportmanagement (TM) und dem Cargo Zentrum (CZ).

Es hat sich gezeigt, dass ein Großteil des Gefahrgutrechts im EBF nicht umgesetzt werden kann bzw. nicht umgesetzt werden muss. Dies aus dem Grund, weil die Übung dispositiver Natur ist, die gesetzlichen Regelungen aber vornehmlich auf den Betrieb abzielen (Klassifizieren, Verpacken, Verladen…). Es hat sich auch gezeigt, dass der Disposition im Regelbetrieb lediglich eine überwachende Funktion zukommt, die in einer Betriebsfeldübung nicht geübt werden muss. Für die Betriebsfeldübung viel interessanter ist der Betrieb mit auftretenden Störfällen. Hierbei kommt der Disposition ihre eigentliche Aufgabe zu. Dabei ist zum einen von Interesse, beispielhaft mögliche Störfälle und Maßnahmen gegen diese Störfälle aufzuzeigen. Zum anderen, wie ein Betriebsprogramm mit Störfällen aussehen könnte, welche Infrastruktur für erforderliche Maßnahmen gegen Störfälle notwendig wäre und wie diese Infrastruktur bei den auftretenden Störfällen örtlich von der Disposition zu gebrauchen wäre.

So ist ein Betriebsprogramm mit Vorschlägen für Störfälle bei Gefahrguttransporten der einzelnen Linien erarbeitet worden, wie etwa Leckagen, falsche Bezettelung, Entgleisungen, Sitzblockaden und dergleichen mehr.

Für ausgewählte Standorte sind Vorschläge für mögliche infrastrukturelle Maßnahmen im Störungsfalle gemacht worden. So können etwa Gleistassen oder Gummimatten und Wannen in ausgewählten Dispo-Gleisen vorgehalten werden. In manchen Fällen (Nukleartransporte) ist auch Sichtschutz und Unzugänglichkeit notwendig. Die Auswahl der Standorte richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines Störfalles und der Anforderung, dass an jeder Stelle Maßnahmen bei einem Störfall schnell eingeleitet werden können.

Sodann sind für das Betriebsprogramm Vorschläge gemacht worden, wie die Disposition auf die jeweiligen Störfälle reagieren könnte. So z.B. Disponieren in ein Gleis mit Gleistasse oder Gummimatten und Auffangwannen bei einer Leckage. Oder die Rückfahrt in den Ausgangsbahnhof eines Nukleartransportes bei behinderter Weiterfahrt.

In einem letzten Schritt sind Vorschläge gemacht worden, welche Schritte (Maßnahmen bzw. Definitionen) für die Verwirklichung von Gefahrguttransporten im EBF unternommen werden müssen. So z.B. eine Gleisverlängerung, das Nachbilden mehrerer Bahnüberführungen, das Definieren mehrerer Dispo-Gleise, das Nachbilden mehrerer Gleistassen usw.

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