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Scholary Paper (Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Kristina Hellhake
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Tags: Spanglish, Englisch-Spanischer, Sprachkontakt
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-87543-1
ISBN (Book): 978-3-638-88305-4
File size: 135 KB
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Abstract
1. Einleitung Diese Arbeit befasst sich mit dem englisch-spanischen Sprachkontakt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bedeutung von Spanisch in der amerikanischen Gesellschaft nimmt ständig zu, obgleich es sich um eine Minderheitensprache handelt. Wichtig für die Entwicklung einer Sprache sind die sozialen und ökonomischen Einflüsse, denen sie unterliegt. Spanisch stand aus sozialen, geographischen und politischen Gründen im historischen Verlauf stets in Konkurrenz zum Englisch. Aus diesem Verhältnis entwickelten sich sprachliche Veränderungen und damit Varietäten, am dominantesten das so genannte Spanglish. Die Betrachtung des Spanglish erscheint mir sehr interessant, da sich hier zwei Weltsprachen, die einen sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergrund aufweisen, in einer neuen Sprache vermischen. Dieser spezielle Fall des code-switchings ist nicht nur als linguistisches Phänomen wahrzunehmen. Vielmehr zeigt sich hier beispielhaft der fortschreitende Identitätskonflikt verschiedener Kulturen, angesichts wachsender Globalisierung und schwindender Sprachgrenzen. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit auch mit dem Phänomen der Identitätsbildung bei Jugendlichen mit Immigrationshintergrund und der Rolle, die das code-switching dabei einnimmt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, werden hier nur die relevanten Untersuchungsgegenstände behandelt. Ich möchte mich vor allem auf folgende Bereiche und Fragen konzentrieren: • Vorstellung der allgemeinen Begriffe der Soziolinguistik • Die historischen Anfänge des Sprachkontaktes. • Der Einfluss früher und heutiger Immigrationsströme in die USA auf die Entwicklung des Spanglish. • Vorstellung der verschiedenen Sprechergruppen. • Betrachtung des Spanglish unter linguistischen Aspekten. • Wie wirkt sich Spanglish auf den Alltag der amerikanischen Bevölkerung aus? • Wie stellt sich Spanglish in den Medien und der Literatur dar? • Portrait des mexikanisch-stämmigen Professor und Autor Ilan Stavans, der eine besondere Rolle in der jüngsten Spanglish-Bewegung einnimmt.
Excerpt (computer-generated)
Spanglish: Englisch-Spanischer Srachkontakt in den USA
Proseminar: Soziolinguistik des Spanischen in Spanien und Lateinamerika
Im Sommersemester 2006
Eingereicht am 02.05.2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik 4
2.1 Sprachkontakt 4
2.2. Bilingualismus 5
2.3. Diglossie 6
2.4. Interferenz 6
3. Die Wurzeln des Spanglish: Geschichte des englisch-spanischen Sprachkontaktes 6
3.1 Immigration und gesellschaftliche Angliederung in den USA 7
3.1.1 Mexikaner und Chicanos 7
3.1.2 Puertoricaner 9
3.1.3 Kubaner 10
4. Linguistische Aspekte des Spanglish 12
4.1 Sprechergruppen 15
5. Spanglish in Literatur und Medien 16
5.1 Ilan Stavans 18
6. Spanglish und seine Bedeutung im amerikanischen Alltag 19
7. Schluss 21
8. Bibliographie 22
1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit dem englisch-spanischen Sprachkontakt in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Bedeutung von Spanisch in der amerikanischen Gesellschaft nimmt ständig zu, obgleich es sich um eine Minderheitensprache handelt. Wichtig für die Entwicklung einer Sprache sind die sozialen und ökonomischen Einflüsse, denen sie unterliegt. Spanisch stand aus sozialen, geographischen und politischen Gründen im historischen Verlauf stets in Konkurrenz zum Englisch. Aus diesem Verhältnis entwickelten sich sprachliche Veränderungen und damit Varietäten, am dominantesten das so genannte Spanglish.
Die Betrachtung des Spanglish erscheint mir sehr interessant, da sich hier zwei Weltsprachen, die einen sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergrund aufweisen, in einer neuen Sprache vermischen.
Dieser spezielle Fall des code-switchings ist nicht nur als linguistisches Phänomen wahrzunehmen. Vielmehr zeigt sich hier beispielhaft der fortschreitende Identitätskonflikt verschiedener Kulturen, angesichts wachsender Globalisierung und schwindender Sprachgrenzen. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit auch mit dem Phänomen der Identitätsbildung bei Jugendlichen mit Immigrationshintergrund und der Rolle, die das code-switching dabei einnimmt.
Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, werden hier nur die relevanten Untersuchungsgegenstände behandelt.
Ich möchte mich vor allem auf folgende Bereiche und Fragen konzentrieren:
• Vorstellung der allgemeinen Begriffe der Soziolinguistik
• Die historischen Anfänge des Sprachkontaktes.
• Der Einfluss früher und heutiger Immigrationsströme in die USA auf die Entwicklung des Spanglish.
• Vorstellung der verschiedenen Sprechergruppen.
• Betrachtung des Spanglish unter linguistischen Aspekten.
• Wie wirkt sich Spanglish auf den Alltag der amerikanischen Bevölkerung aus?
• Wie stellt sich Spanglish in den Medien und der Literatur dar?
• Portrait des mexikanisch-stämmigen Professor und Autor Ilan Stavans, der eine besondere Rolle in der jüngsten Spanglish-Bewegung einnimmt.
2 Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik
2.1 Sprachkontakt
Heutzutage sind monolinguale Gesellschaften selten geworden. In den meisten Ländern existieren mehrsprachige Gesellschaften nebeneinander, die früher oder später miteinander in Kontakt treten. Dieser Kontakt kann bewusst oder unbewusst herbeigeführt werden und von einer gegenseitigen Beeinflussung bis hin zur Verschmelzung zweier Sprachen führen. Die diachrone1 Sprachwissenschaft unterscheidet drei Konstellationen von Sprachkontakt:2
(1) Substrat: Das eroberte Volk nimmt die Sprache der Eroberer an, lässt aber bestimmte Merkmale der eigenen Sprache in diese einfließen, um einen völligen Sprachverlust zu verhindern.
(2) Superstrat: Die Eroberer nehmen die Sprache des eroberten Volkes an, wobei hier die Sprache der Eroberer Einfluss findet.
(3) Adstrat: Zwei Sprachen beeinflussen sich nur geringfügig gegenseitig oder einseitig, existieren aber weiterhin gleichberechtigt nebeneinander.
Helmut Lüdtke beschreibt drei Phasen des divergenten3 Sprachwandels, die die Folgen eines Sprachkontaktes in einer Sprachgemeinschaft aufzeigen. Zunächst kommt es zu einer Wortkörperschrumpfung von mehreren Wörtern zu einem. Dieses bedeutet zwar das Selbe, hat aber durch die Schrumpfung hat das Wort an Eindeutigkeit verloren. Infolgedessen entwickelt sich eine semantische Erweiterung, bei der beispielsweise eine eingliedrige Form zweigliedrig wird. Die dritte Phase des divergenten Sprachwandels bezeichnet die Verschmelzung dieser benachbarten Elemente. Dieser Wandel vollzieht sich unbewusst und langfristig durch die Kommunikation in einer Sprachgemeinschaft.4
Das aus linguistischer Sicht am meisten untersuchte Sprachkontaktphänomen ist sicherlich das code-switching5, welches die Grundlage des Phänomens der sprachlichen Vermischung von Englisch und Spanisch bildet. Zunächst sollen aber die Begriffe Bilingualismus, Diglossie und Interferenz erläutert werden, da sie für die oben genannten Sprachkontakt bestimmend sind.
1 Die diachrone (historische) Sprachwissenschaft befasst sich im Gegensatz zur synchronen Sprachwissenschaft nicht mit der Sprache auf einer Zeitebene, sondern vergleicht die Sprachentwicklung einer Sprache auf verschiedenen Ebenen und zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entstehung.
Vgl: Coseriu, Eugenio (1974): Synchronie, Diachronie und Geschichte: Das Problem des Sprachwandels. München: Fink
2 Pomino/Zepp (2004): Hispanistik. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag GmbH & Co. KG. S.153
3 Der divergente Sprachwandel beschreibt das Phänomen der Auseinanderentwicklung von Varianten eines sprachlichen Elements, so dass zwei unabhängige Varainten koexistieren.
4 Lüdtke, Helmut (Hrsg) (1980): Kommunikationstheoretische Grundlagen des Sprachwandels. Berlin: de Gruyter. S.9
5 Winkelmann, Sophia (2007): Spanglish als Sprache. Grundlagen, Diskussionen, Programme. VDM Verlag Dr. Müller: Saarbrücken. S.11. Siehe dazu Kapitel 3
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