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Anna Wierzbickas "Natural Semantic Metalanguage" - Theoretische Grundlagen und exemplarische Bedeutungsanalysen mithilfe der semantischen Primitiva

Termpaper, 2007, 16 Pages
Author: Tim Fischer
Subject: German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V81670
ISBN (E-book): 978-3-638-88524-9
ISBN (Book): 978-3-638-88666-6
File size: 134 KB

Abstract

Zu Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte die polnischstämmige Linguistin Anna Wierzbicka einen semantischen Ansatz, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks in kleinere, universale Einheiten zu zerlegen, und so gleichzeitig eine natürlichsprachliche Bedeutungsbeschreibung dieses Ausdrucks vorzunehmen. Bekannt wurde diese Theorie unter dem Terminus "Natural Semantic Metalanguage". Die vorliegende Hausarbeit legt zunächst die theoretischen Grundlagen dieser "Natural Semantic Metalanguage" dar, indem sie genauer auf die universalen Konzepte, die so genannten semantischen Primitva, eingeht. In einem zweiten Schritt wird dann das Analyseverfahren vorgestellt, welches es ermöglicht, mithilfe dieser semantischen Primitiva die Bedeutung eines Wortes zu beschreiben. Schließlich werden in einem letzten Teil an exemplarisch ausgewählten Begriffen eigene Analysen durchgeführt und die sich dabei ergebenden Schwierigkeiten aufgezeigt.


Excerpt (computer-generated)

Anna Wierzbickas "Natural Semantic Metalanguage" -
Theoretische Grundlagen und exemplarische Bedeutungsanalysen mithilfe der semantischen Primitiva

von

Tim Fischer

 


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG... 3

1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER „NATURAL SEMANTIC METALANGUAGE“... 3

1.1 WAS IST DIE „NATURAL SEMANTIC METALANGUAGE“?... 3
1.2 DIE SEMANTISCHEN PRIMITIVA... 5
1.3 ALLOLEXIE UND POLYSEMIE BEI DEN SEMANTISCHEN PRIMITIVA... 7
1.4 SYNTAX DER SEMANTISCHEN PRIMITIVA... 8

2. VERFAHREN ZUR BEDEUTUNGSANALYSE MITHILFE DER SEMANTISCHEN PRIMITIVA... 9

3. EXEMPLARISCHE BEDEUTUNGSANALYSEN... 10

3.1 DIE ADJEKTIVE GUILTY UND DISAPPOINTED... 10
3.2 DIE SUBSTANTIVE HOUSE UND RAINBOW... 12

SCHLUSSBEMERKUNG... 13

LITERATURVERZEICHNIS... 15


 

Einleitung

Zu Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte die polnischstämmige Linguistin ANNA WIERZBICKA einen semantischen Ansatz, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks in kleinere, universale Einheiten zu zerlegen, und so gleichzeitig eine natürlichsprachliche Bedeutungsbeschreibung dieses Ausdrucks vorzunehmen. Bekannt wurde diese Theorie unter dem Terminus „Natural Semantic Metalanguage“.
Die vorliegende Hausarbeit legt zunächst die theoretischen Grundlagen dieser „Natural Semantic Metalanguage“ dar, indem sie genauer auf die universalen Konzepte, die so genannten semantischen Primitva, eingeht. In einem zweiten Schritt wird dann das Analyseverfahren vorgestellt, welches es ermöglicht, mithilfe dieser semantischen Primitiva die Bedeutung eines Wortes zu beschreiben. Schließlich werden in einem letzten Teil an exemplarisch ausgewählten Begriffen eigene Analysen durchgeführt und die sich dabei ergebenden Schwierigkeiten aufgezeigt.

1. Theoretische Grundlagen der „Natural Semantic Metalanguage“

1.1 Was ist die „Natural Semantic Metalanguage“?

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die „Natural Semantic Metalanguage“ (NSM) ein von ANNA WIERZBICKA entwickelter linguistischer Ansatz, bei dem mithilfe von universalen Konzepten versucht wird, eine Bedeutungsbeschreibung von sprachlichen Ausdrücken vorzunehmen. Ihre Theorie stützt sich dabei auf die Annahme, „that the meanings expressible in any language can be adequately described within the resources of that language“ (GODDARD 2002: 5), so dass demnach jede natürliche Sprache auch als ihre eigene Metasprache dienen kann. Zur Beschreibung der Bedeutung eines komplexen Ausdrucks wird dazu eine Paraphrase verwendet, die sich aus Wörtern zusammensetzt, „which are simpler and easier to understand than the original [words]“ (GODDARD 2006). Diese Methode der Bedeutungsbeschreibung wird als „reductive paraphrase“ bezeichnet (GODDARD 2002: 5). Voraussetzung für eine solche Methode ist, dass in jeder natürlichen Sprache ein „semantic core“ vorhanden ist, „which would be left after all the decomposable expressions had been dealt with“ (ebd.). Dieser „semantic core“ muss eine sprachähnliche Struktur aufweisen, die aus einem Lexikon von nicht weiter zu definierenden Ausdrücken – den so genannten semantischen Primitiva (engl. „semantic primes“ oder „semantic primitives“) – und einer Grammatik besteht, die angibt, wie die Elemente des Lexikons kombiniert werden können (vgl. ebd.). Die semantischen Primitiva stellen somit zusammen mit den Kombinationsregeln eine Art Mini-Sprache dar, die als „Natural Semantic Metalanguage“ bezeichnet wird. „Natürlich“ ist diese semantische Metasprache – im Unterschied zu einer „künstlichen“ Metasprache – dadurch, dass die mithilfe der semantischen Primitiva gebildete „reductive paraphrase“ als „basically self-explanatory“ aufgefasst wird (WIERZBICKA 1972: 1). Wie lässt sich nun aber der „semantic core“ einer natürlichen Sprache finden? CLIFF GODDARD gibt darauf folgende Antwort:


„Presumably by experimentation; i.e. by an extensive program of trial and error attempts to explicate meanings of diverse types, aiming always to reduce the terms of the explications to the smallest and most versatile set.“ (GODDARD 2002: 6)

ANNA WIERZBICKA hat sich über einen Zeitraum von inzwischen mehr als 30 Jahren genau damit beschäftigt. Das Ergebnis ihrer langjährigen Forschungsarbeit besteht aus der Herausarbeitung eines Sets von aktuell etwas mehr als 60 semantischen Primitiva bzw. „indefinable meanings“ (ebd.), welches jedoch keinen Anspruch auf Vollständig-keit erhebt und durchaus noch erweitert werden kann (vgl. dazu vor allem WIERZBICKA 1996 und GODDARD/WIERZBICKA 2002).
Wenn ANNA WIERZBICKA und Vertreter ihres Ansatzes etwa THINK, WHEN oder GOOD als semantische Primitiva erachten, dann wird ihrer Ansicht nach der Anspruch erfüllt, „that the meanings of these words are essential for explicating the meanings of numerous other words and grammatical constructions, and that they cannot themselves be explicated in a non-circular fashion.” (GODDARD 2002: 6)


Ausdrücke bzw. Konzepte wie THINK, WHEN oder GOOD repräsentieren also „simple and intuitively intelligible meanings“ (ebd.) und sind als „definitional features […] not themselves defined, but […] given in the definitional metalanguage“ (GEERAERTS 1994: 3804).

Obwohl die semantischen Primitiva bisher ausschließlich in Englisch ausgedrückt werden, gehen viele NSM-Forscher davon aus, dass sie sich alle – oder zumindest ein Großteil von ihnen – als „semantic fundamentals in all languages“ erweisen (GODDARD 2006).

1.2 Die semantischen Primitiva

[...]


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