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Die buddhistische Ethik – Eine Untersuchung über Stellenwert, Verständnis und Darstellung von Ethik im tibetischen Buddhismus

Termpaper, 2004, 16 Pages
Author: Magister Artium Björn Rosenstiel
Subject: Philosophy - Philosophy Beyond Occidental Tradition

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V81713
ISBN (E-book): 978-3-638-87670-4

File size: 78 KB

Abstract

Der Buddhismus gilt heute neben dem Islam, dem Judentum, dem Christentum und dem Hinduismus als eine der großen Weltreligionen. Als sein Begründer wird der im 6. Jahrhundert v. Chr. lebende historische Buddha, Siddharta Gautama, gesehen. Auf seine Lehre berief sich zunächst nur der elitäre Mönchsorden der Theravada, bis um die Zeitenwende eine dem breiten Volke zugänglichere Form, der Mahayana-Buddhismus bzw. das „große Fahrzeug“ entstand. Erst in deren Folge entwickelte sich die tibetische Sonderform des „Diamant-Fahrzeugs“, der sogenannte Lamaismus, deren derzeitiges Oberhaupt Tenzin Gyatso, XIV. Dalai Lama, ist. Im Folgenden soll nun in Anlehnung an die tibetische Sonderform, vornehmlich die Rolle der Ethik im Gesamtkontext des tibetischen Buddhismus, ihr dortiges Verständnis und Ihre Darstellung untersucht werden. Der Grund, warum hier der tibetische Ableger Gegenstand der Untersuchung ist und nicht eine der beiden anderen Formen, liegt einerseits an seiner Übersichtlichkeit und klaren Gliederung, andererseits an seinem mittlerweile hohen Bekanntheitsgrad und „Beliebtheit“. In diesem Sinne soll anfangs ein allgemeiner Überblick über den historischen Buddha, Siddharta Gautama, und seine erste Lehrrede in Benares gegeben werden, um danach zu den Vorbetrachtungen zur Ethik und damit zum Menschen, seinen Taten sowie den ethischen Grundlagen überzugehen. Anschließend werden die drei Arten der Ethik im tibetischen Buddhismus dargelegt und zum Schluß noch eine ihrer individuellen Ausübungsformen beschrieben. Um das Jahr 563 v. Chr. wurde im südlichen Nepal der spätere Begründer des Buddhismus, Siddharta Gautama, in das fürstliche Geschlecht der Shakaya geboren. In jungen Jahren heiratete er die aus einer Nachbarprovinz...


Excerpt (computer-generated)

Universität Augsburg
Lehrstuhl für Philosophie und
Wissenschaftstheorie
Proseminar:
Moralbegründung


Eingereicht von:
Björn Rosenstiel
Mag. Gesch./Pol./Phil.
5. Sem.


Die buddhistische Ethik
Eine Untersuchung über Stellenwert, Verständnis und Darstellung von Ethik im tibetischen Buddhismus

 

Inhalt

1. Prolog 3
2. Der Buddhismus – Ein Überblick 4
    2.1 Der historische Buddha 4
    2.2 Buddhas Lehre 5
3. Vorbetrachtungen zur buddhistischen Ethik 8
    3.1 Der Mensch und seine Taten 8
    3.2 Ethische Grundlagen 9
4. Über die drei Arten der Ethik 11
5. Die Ethik der persönlichen Befreiung als Übung 12
6. Epilog 14
7. Bibliographie 16

 

1. Prolog

Der Buddhismus gilt heute neben dem Islam, dem Judentum, dem Christentum und dem Hinduismus als eine der großen Weltreligionen. Als sein Begründer wird der im 6. Jahrhundert v. Chr. lebende historische Buddha, Siddharta Gautama, gesehen. Auf seine Lehre berief sich zunächst nur der elitäre Mönchsorden der Theravada, bis um die Zeitenwende eine dem breiten Volke zugänglichere Form, der Mahayana-Buddhismus bzw. das „große Fahrzeug“ entstand.
Erst in deren Folge entwickelte sich die tibetische Sonderform des „Diamant-Fahrzeugs“, der sogenannte Lamaismus, deren derzeitiges Oberhaupt Tenzin Gyatso, XIV. Dalai Lama, ist.1
Im Folgenden soll nun in Anlehnung an die tibetische Sonderform, vornehmlich die Rolle der Ethik im Gesamtkontext des tibetischen Buddhismus, ihr dortiges Verständnis und Ihre Darstellung untersucht werden. Der Grund, warum hier der tibetische Ableger Gegenstand der Untersuchung ist und nicht eine der beiden anderen Formen, liegt einerseits an seiner Übersichtlichkeit und klaren Gliederung, andererseits an seinem mittlerweile hohen Bekanntheitsgrad und „Beliebtheit“.
In diesem Sinne soll anfangs ein allgemeiner Überblick über den historischen Buddha, Siddharta Gautama, und seine erste Lehrrede in Benares gegeben werden, um danach zu den Vorbetrachtungen zur Ethik und damit zum Menschen, seinen Taten sowie den ethischen Grundlagen überzugehen. Anschließend werden die drei Arten der Ethik im tibetischen Buddhismus dargelegt und zum Schluß noch eine ihrer individuellen Ausübungsformen beschrieben.

2. Der Buddhismus – Ein Überblick

2.1 Der historische Buddha

Um das Jahr 563 v. Chr. wurde im südlichen Nepal der spätere Begründer des Buddhismus, Siddharta Gautama, in das fürstliche Geschlecht der Shakaya geboren. In jungen Jahren heiratete er die aus einer Nachbarprovinz stammende Prinzessin Yashodara mit der er einen Sohn namens Rahula hatte. Bis zu seinem neunundzwanzigsten Lebensjahr führte Gautama als der Sohn eines Hindu Rajhas, ein seiner Kaste entsprechendes luxuriöses, ausschweifendes und sorgloses Leben in den drei Palästen seines Vaters.2

Des ewigen Müßiggangs und der isolierten Lebensweise überdrüssig, wollte er eines Tages die Welt außerhalb des Palastes erkunden und traf dabei auf Alter, Krankheit und Tod.3 Mit dem Leiden in der Welt konfrontiert, gab Siddharta, tief berührt von diesem prägenden Erlebnis, seinen königlichen Status auf, schnitt sich das standesgemäße, üppige Haar und verließ, mitten in der Nacht, seine Familie, nicht ohne noch einen letzten Blick auf seine schlafende Frau und seinen Sohn zu wagen.4

Er wählte bewußt das Leben eines Bettelasketen und nahm einen „ethischen Verhaltenskodex“ an.5 Aber sein Versuch, mit Hilfe brahamanischer Weiser den Sinn des Lebens durch Yoga und Askese zu ergründen, endete nach sechs Jahren abrupt, als er – obwohl er eine kleine Schar von Anhängern um sich sammeln konnte – keinen Fortschritt mehr bei sich selbst erkannte und daraufhin gegen die von seinen Lehrern übermittelten Regeln zu verstoßen begann.


1 Greschat, H.J., Die Religion der Buddhisten, München 1980, S.44.
2 Hackett, S.C., Oriental Philosophy. A Westerner`s Guide to Eastern Thought, London 1979, S. 75.
3 Gäng, P., Was ist Buddhismus?, Frankfurt/Main 1996, S.26,27.
4 Hackett, S. 76.
5 Gyatso, T., Der Weg zum Glück. Sinn im Leben finden, Freiburg 2002, S.24.


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