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Subtitle: Das Gesichtskonzept
Termpaper, 2006, 16 Pages
Author: Max Prehn
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Philisophische Institut)
Tags: Chinesische, Höflichkeit, Chinesische, Höflichkeit
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-89051-9
ISBN (Book): 978-3-638-89293-3
File size: 151 KB
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Abstract
Die Chinesen nennen ihr Land „Land der Höflichkeit und Güte“. Es existieren tausende Höflichkeitsformeln und Rituale. Eine andere Denkweise, die den Chinesen von klein auf anerzogen wird, führt häufig zu Missverständnissen interkultureller Art. In der Ihnen vorliegenden Arbeit werden die Hintergründe und die Wurzeln der chinesischen Höflichkeit erläutert und mit Hilfe ausgewählter Beispiele die typischen Formen der Höflichkeit verdeutlicht. Inhaltsverzeichnis 1 Höflichkeitsbegriff im deutschen Sinne 2 Höflichkeit im chinesischen Sinne 3 Formen der Höflichkeit an ausgewählten Beispielen 3.1 Die Kunst der Andeutung 3.2 Die Chinesische Sprache der Overstatements 3.3 Spiralförmiges Reden 3.4 Stille Verweigerung 3.5 Die chinesische Entschuldigung 3.6 Höflichkeitsfloskeln 3.7 Körperhaltung und Nonverbale Kommunikation 4 Prägende Faktoren des Höflichkeitsverständnisses 4.1 Chinesisches Kollektiv / Gemeinschaft 4.1.1 Kollektiv 4.1.2 Hierarchie 4.1.3 Harmonie 4.1.4 Stellung des Ich – danwei单位 4.1.5 Gruppengrenzen 4.2 Anforderungen an das Verhalten des Individuums im Kollektiv 4.2.1 Bescheidenheit und Respekt 4.2.2 Herzenstausch 4.2.3 Gesichtskonzept - mianzi 面子 5 Zusammenfassung
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
„Chinesische Höflichkeit“
von
Max Prehn
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
1 Höflichkeitsbegriff im deutschen Sinne 3
2 Höflichkeit im chinesischen Sinne 4
3 Formen der Höflichkeit an ausgewählten Beispielen 5
3.1 Die Kunst der Andeutung 5
3.2 Die Chinesische Sprache der Overstatements 5
3.3 Spiralförmiges Reden 5
3.4 Stille Verweigerung 6
3.5 Die chinesische Entschuldigung 6
3.6 Höflichkeitsfloskeln 6
3.7 Körperhaltung und Nonverbale Kommunikation 7
4 Prägende Faktoren des Höflichkeitsverständnisses 7
4.1 Chinesisches Kollektiv / Gemeinschaft 7
4.1.1 Kollektiv 8
4.1.2 Hierarchie 8
4.1.3 Harmonie 9
4.1.4 Stellung des Ich – danwei 9
4.1.5 Gruppengrenzen 10
4.2 Anforderungen an das Verhalten des Individuums im Kollektiv 10
4.2.1 Bescheidenheit und Respekt 11
4.2.2 Herzenstausch 11
4.2.3 Gesichtskonzept - mianzi
5 Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
Einleitung
Die Chinesen nennen ihr Land „Land der Höflichkeit und Güte“. Es existieren tausende Höflichkeitsformeln und Rituale. Eine andere Denkweise, die den Chinesen von klein auf anerzogen wird, führt häufig zu Missverständnissen interkultureller Art. In der Ihnen vorliegenden Arbeit erläutere ich die Hintergründe und die Wurzeln der chinesischen Höflichkeit. An ausgewählten Beispielen werden die typischen Formen der Höflichkeit verdeutlicht.
1 Höflichkeitsbegriff im deutschen Sinne
Im Deutschen wird Höflichkeit häufig mit den Begriffen Anstand, Takt, Benimm, „guter Ton“ oder Etikette in Verbindung gebracht. Die etymologische Herkunft des Wortes lehnt am Begriff „höfisch“ an, der ursprünglich den Verhaltenskodex der feudalen Gesellschaft im Mittelalter bezeichnete. Spezielle Verhaltensregeln dienten dazu, sich von der bäuerlichen Gesellschaft abzuheben.1 Die heutige Verwendung des Begriffes Höflichkeit lässt sich in zwei Kategorien untergliedern, zum einen die zweckgerichtete Höflichkeit, die mit Hilfe von Taten den Respekt vor Mitmenschen aufzeigt, und zum anderen die formale Höflichkeit, die auch dazu verwendet werden kann, einen Mangel an echtem Respekt zu verbergen. Aber auch so genannte „Benimm-Regeln“, die dazu dienen, seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu deklarieren und zugleich einem ästhetischen Anspruch gerecht werden, werden mit dem Begriff der Höflichkeit verbunden (Thomas, 1996). Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge2 definiert mit seinem 1788 erschienen Werk „Über den Umgang mit Menschen“ (heute einfach kurz als "Knigge" bekannt) die Regeln für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen und Charakteren. Sein Nachfahre Moritz Freiherr Knigge3 veröffentlichte im Jahre 2004 eine moderne Fassung des bekanntesten Werkes unter dem Titel „Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten“. Diese Höflichkeits- oder Benimmregeln4 lassen sich als Präventionsmaßnahmen verstehen, die dazu dienen, Konfliktpotentiale, Unstimmigkeiten oder zwischenmenschliche Reibungspunkte zu minimieren und den sozialen Frieden zu wahren.
2 Höflichkeit im chinesischen Sinne
Die Höflichkeit gilt als eine der wichtigsten Tugenden der Chinesen. Sie ist eng mit dem Konfuzianismus verbunden. Es wäre jedoch unzureichend, ihren Ursprung ausschließlich in der Harmonie-Lehre des Konfuzianismus zu suchen. Sowohl im Daoismus als auch im Moismus und Legalismus5 sind wichtige zwischenmenschliche Verhaltensmaximen verwurzelt (Liang 1998, S. 252). Im Rahmen dieser Arbeit wird der Schwerpunkt aber auf die Aspekte der Schriften des Konfuzianismus und Daoismus liegen. Eine Übersetzung des deutschen Begriffes "Höflichkeit" wird als [Sonderzeichen] "limao" angegeben und lässt sich in [Sonderzeichen] li und [Sonderzeichen] mao zerlegen. Der Begriff li, der in seiner ursprünglichen Bedeutung "Ritual" bedeutet, wurde durch Konfuzius zum "Ordnungsprinzip der Gesellschaft und des Universums" ausgeweitet (Gernet 1979, S. 372).
[....]
Sonderzeichen in Downloaddatei enthalten
1 ausführlich in Jaeger, Charles Stephen (2001): Die Entstehung höfischer Kultur. Berlin: Schmidt,
2 deutscher Schriftsteller, 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover; † 6. Mai 1796 in Bremen
3 deutscher Unternehmensberater, 7. Oktober 1968 in Hannover, Nachfahre von Adolph Freiherr Knigge
4 Es sei darauf hingewiesen, dass die Termini des Benimms und der Höflichkeit verschiedene Bedeutungen aufweisen. Da sie jedoch ähnliche Funktionen im zwischenmenschlichen Umgang erfüllen und eine exakte Differenzierung zu weit führt, werden sie im Rahmen dieser Arbeit als Synonyme verwendet.
5 Es handelt sich hierbei um die vier bekanntesten philosophischen Richtungen Chinas, die zwischen der Vor-
Qin-Zeit und der Früh-Han-Zeit entstanden sind.
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