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Der Fall Kostantinopels 1453

Titel: Der Fall Kostantinopels 1453

Seminararbeit , 2000 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Magister Artium Yves Dubitzky (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Glaubt man der These von Professor Johannes Helmrath, so löste die Eroberung von Konstantinopel am 29. Mai 1453 durch die Türken im lateinischen Westen unweigerliche einen tiefen Schock aus. Des weiteren bezeichnete dieser Untergang des Byzantinischen Reiches das Ende einer Epoche, wenn nicht sogar des gesamten Mittelalters. Allerdings lässt sich dieser Schock nirgendwo in Europa registrieren. Es ist nicht einmal eine Krise im Glauben der lateinischen Christen festzustellen. Gewiss, es werden Gedichte verfasst (Oliver de la Marche), die der angeblichen seelischen Qual Ausdruck verleihen sollen und gewiss finden zahlreiche Schwüre von Edelleuten statt, die es vorzogen, einzig die romantische Seite eines Kreuzzugsgedankens zu sehen und dies halt nur in rein theoretischer Natur. An den Höfen Europas ist man vorwiegend mit sich selbst beschäftigt. So ist in Deutschland Kaiser Friedrich III. viel zu schwach, ist finanziell alles andere als in der Lage, sich nach Konstantinopel zu begeben. Außerdem verfügt er über keinerlei Autorität bei den Fürsten. In Frankreich und England kommt noch der geographische Faktor hinzu, der Balkan und Konstantinopel sind weit entfernt, es werden also keine eigenen Interessensphären berührt. Zudem ist man in den Ländern von Karl VII. und Heinrich VI. noch zu sehr durch den Hundertjährigen Krieg geschwächt und hat mit seinen Nachwehen zu kämpfen. Als auf der britischen Insel 1455 die Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster ausbrechen, ist es dem Monarch aufgrund einer geistigen Umnachtung unmöglich, weiterhin den Regierungsgeschäften nachzugehen. Eine ständige Konkurrenz zu Burgund sorgt in Frankreich dafür, dass der König sich außerstande sieht, sein Land zu verlassen. Alfonso von Aragon sorgt lediglich für Verteidigungsmaßnahmen seiner Besitzungen in Italien und Herzog Philipp der Gute von Burgund begnügt sich mit einem pompösen Festbankett und dem anschließenden „Fasaneneid“, welcher aber nicht über den Abend hinaus kommt. Einzig Ladislaus von Ungarn hat berechtigten Grund zur Sorge, wird er doch unmittelbar von den Türken bedroht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ENEA SILVIO PICCOLOMINI

3 DAS KONZIL VON FERRARA-FLORENZ

4 DAS PATRIARCHAT VON KONSTANTINOPEL

5 FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption und die politischen Folgen des Falls von Konstantinopel im Jahr 1453 im lateinischen Westen. Dabei wird analysiert, warum das Ereignis entgegen der Erwartung keinen europaweiten „Schock“ oder eine geschlossene militärische Reaktion der christlichen Mächte auslöste, und welche Rolle das Papsttum sowie das Konzil von Ferrara-Florenz in diesem Kontext spielten.

  • Die Analyse der europäischen Reaktionen auf den Fall von Konstantinopel im Kontext spätmittelalterlicher Krisen.
  • Die Rolle von Enea Silvio Piccolomini (Pius II.) als Humanist und Diplomat im Umgang mit der „Türkengefahr“.
  • Das Konzil von Ferrara-Florenz und die gescheiterte Hoffnung auf eine dauerhafte Kirchenunion.
  • Die Entwicklung des Selbstverständnisses des Patriarchats von Konstantinopel gegenüber Rom.
  • Die langfristigen Auswirkungen auf das Kräftegleichgewicht zwischen dem Osmanischen Reich und Europa.

Auszug aus dem Buch

2 Enea Silvio Piccolomini

„Als aber Euryalus ihren Augen entschwunden war, sprach er unterwegs mit keinem der Seinen. Seine Gedanken jedoch waren bei Lucretia: er konnte sich von ihr nicht trennen. Und schließlich kam er nach Perugia, wo der Kaiser wartete. Und mit ihm ging er weiter nach Ferrara, Mantua, Trient, Konstanz und Basel und endlich nach Ungarn und Böhmen.“

So endet die tragische Geschichte zwischen Euryalus und Lucretia („De duobus amantibus historia“), der einzigen belletristischen Arbeit des Enea Silvio. In diesem Schlussteil nimmt er, natürlich unbewusst, Ereignisse der Zukunft vorweg, auf denen er entweder selbst zugegen sein wird (Mantuaner Tag 1459) oder die entscheidend für die Weiterentwicklung der Kirche sein werden (Tridentinum 1545-63, nach welchem 1566 die Gegenreformation einsetzte). Zudem werden mit den Städten Konstanz, Basel und Ferrara (also Florenz) die wichtigsten Konzile des 15. Jahrhunderts genannt beziehungsweise der häretische Krisenherd Böhmen erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Es wird die These diskutiert, ob der Fall Konstantinopels 1453 einen tiefen Schock in Europa auslöste, wobei die tatsächliche politische Passivität der europäischen Fürsten betont wird.

2 ENEA SILVIO PICCOLOMINI: Das Kapitel beleuchtet das Leben und Wirken des Humanisten und späteren Papstes Pius II. sowie seinen vergeblichen Versuch, ein europaweites Kreuzfahrerheer gegen die Osmanen zu organisieren.

3 DAS KONZIL VON FERRARA-FLORENZ: Hier wird analysiert, wie das Konzil und das Unionsdekret von 1439 trotz theologischer Annäherungsversuche politisch und militärisch scheiterten.

4 DAS PATRIARCHAT VON KONSTANTINOPEL: Der Text erörtert die Situation der griechisch-orthodoxen Kirche nach der Eroberung und die ideologischen Differenzen, die eine effektive Union mit dem Westen verhinderten.

5 FAZIT: Es wird resümiert, dass 1453 einen historischen Wendepunkt markiert, an dem das Papsttum massiv an Einfluss verlor und das Osmanische Reich fest in die europäische Politik eingebunden wurde.

Schlüsselwörter

Konstantinopel 1453, Enea Silvio Piccolomini, Konzil von Ferrara-Florenz, Osmanisches Reich, Kreuzzug, Papsttum, Kirchenunion, Schisma, Byzanz, Humanismus, Pius II., Halosis, Abendland, Geopolitik, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Rezeption und die politischen Reaktionen des lateinischen Westens auf den Fall von Konstantinopel im Jahr 1453.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Rolle des Papsttums in der spätmittelalterlichen Außenpolitik, das Scheitern der Kirchenunion von Florenz und die ideologische Distanzierung zwischen Ost- und Westkirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum es trotz der geopolitischen Bedeutung von 1453 zu keiner geschlossenen militärischen oder ideologischen Antwort der europäischen Mächte kam.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, insbesondere der Schriften von Enea Silvio Piccolomini, sowie auf der Sekundärliteratur zur Konzils- und Kirchengeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Rolle von Enea Silvio Piccolomini, den Ablauf und die Konsequenzen des Konzils von Ferrara-Florenz sowie das spezifische Schicksal und Selbstverständnis des Patriarchats von Konstantinopel.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Konstantinopel 1453, Enea Silvio Piccolomini, Kirchenunion, Osmanisches Reich und das Ende des Mittelalters.

Welche Bedeutung misst der Autor der Person Enea Silvio Piccolomini bei?

Piccolomini dient als zentrale Figur, um die Spannungen zwischen humanistischem Denken, dem päpstlichen Machtanspruch und der realpolitischen Hilflosigkeit Europas im 15. Jahrhundert zu verdeutlichen.

Warum war die geplante Kirchenunion zwischen Rom und Byzanz zum Scheitern verurteilt?

Laut der Arbeit war die Union primär ein politisches Zweckbündnis, das von der griechischen Bevölkerung abgelehnt wurde und an mangelnder militärischer Unterstützung durch den Westen scheiterte.

Welche Rolle spielte der „Vierte Kreuzzug“ für das 15. Jahrhundert?

Der Vierte Kreuzzug 1204 schuf ein tiefes Misstrauen bei den Griechen gegenüber dem Westen, was eine effektive Zusammenarbeit gegen die osmanische Bedrohung in der Folgezeit dauerhaft verhinderte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Fall Kostantinopels 1453
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
2,3
Autor
Magister Artium Yves Dubitzky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V81895
ISBN (eBook)
9783638885393
ISBN (Buch)
9783638889131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fall Kostantinopels Byzanz Ostrom Mittelalter Piccolomini
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Artium Yves Dubitzky (Autor:in), 2000, Der Fall Kostantinopels 1453, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81895
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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