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Die filmischen Techniken in Orson Welles´ "Citizen Kane"

Termpaper, 2007, 15 Pages
Author: Franziska Loth
Subject: Film Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V81957
ISBN (E-book): 978-3-638-88556-0
ISBN (Book): 978-3-638-88859-2
File size: 85 KB

Abstract

Man schrieb das Jahr 1941, als Orson Welles’ erster Film “Citizen Kane” in die Kinos kam. Mit seinem Debütwerk schrieb der erst fünfundzwanzigjährige Amerikaner Filmgeschichte und übte wegweisenden Einfluss auf nachfolgende Regisseure aus. Im Vorfeld wurden bereits zahlreiche Filmbiographien produziert und doch bildete “Citizen Kane” ein Novum für dieses Genre. Allein schon deshalb, weil dieser Film zwar Anspielungen auf verschiedene Genre macht, letztlich aber keinen Genrefilm darstellt. Daher stellt sich die Frage, wie es Welles und seinem Team gelang, diesen Film von anderen Hollywoodproduktionen seiner Zeit abzuheben. Innovativ war nicht nur die umfassende Anwendung der damals modernsten Techniken, sondern auch die Art und Weise der Erstählstruktur. Die Narration in diesem Film durchbricht die sonst übliche chronologische Wiedergabe durch eine diskontinuierliche Erzählweise. Als Ausgangspunkt für die folgende Betrachtung von “Citizen Kane” soll ein Zitat von François Truffaut dienen. Dieser formulierte: “Über Orson Welles kann man nur sprechen, indem man die Schönheit seiner Filme beschreibt, eine faszinierende Aufgabe (…).” Dieser faszinierenden Aufgabe wird diese Hausarbeit nachgehen. Die Schönheit dieses Filmes zeigt sich in seinem virtuosen Umgang mit Verfahren wie beispielsweise denen zur Erzeugung einer enormen Tiefenschärfe. Daher soll nachfolgend analysiert werden, durch welche besonderen filmischen Techniken sich “Citizen Kane” auszeichnet. Ebenso wird es zur Untersuchung der damit verbundenen Wirkungen kommen.


Excerpt (computer-generated)

FSU Jena
Philosophische Fakultät
Lehrstuhl für Geschichte und Ästhetik der Medien
WS 06/07

Veranstaltung: EPS Einführung in die Filmanalyse

Die filmischen Techniken in Orson Welles´ “Citizen Kane”

von

 Franziska Loth

 

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

1. Zusammenfassung des Filminhaltes  3

2. Die filmischen Techniken  5
2.1 Plansequenz, Tiefenschärfe und innere Montage  5
2.1.1 Analyse dieser Techniken an einer ausgewählten Sequenz  6
2.1.2 Ein weiteres Beispiel für die Tiefenschärfe  9
2.2 Die Untersicht  10
2.2.1 Entgegen der Regel: Die Wahlniederlage  10
2.2.2 Die Bedeutung ändert sich: Die zweite Ehe  11
2.3 Die Überblendung  13

3. Zusammenfassung  14

Literaturverzeichnis  15

 

 

Einleitung

Man schrieb das Jahr 1941, als Orson Welles’ erster Film “Citizen Kane” in die Kinos kam. Mit seinem Debütwerk schrieb der erst fünfundzwanzigjährige Amerikaner Filmgeschichte und übte wegweisenden Einfluss auf nachfolgende Regisseure aus.

Im Vorfeld wurden bereits zahlreiche Filmbiographien produziert und doch bildete “Citizen Kane” ein Novum für dieses Genre. Allein schon deshalb, weil dieser Film zwar Anspielungen auf verschiedene Genre macht, letztlich aber keinen Genrefilm darstellt. Daher stellt sich die Frage, wie es Welles und seinem Team gelang, diesen Film von anderen Hollywoodproduktionen seiner Zeit abzuheben. Innovativ war nicht nur die umfassende Anwendung der damals modernsten Techniken, sondern auch die Art und Weise der Erstählstruktur. Die Narration in diesem Film durchbricht die sonst übliche chronologische Wiedergabe durch eine diskontinuierliche Erzählweise.

Als Ausgangspunkt für die folgende Betrachtung von “Citizen Kane” soll ein Zitat von François Truffaut dienen. Dieser formulierte: “Über Orson Welles kann man nur sprechen, indem man die Schönheit seiner Filme beschreibt, eine faszinierende Aufgabe (…).”1 Dieser faszinierenden Aufgabe wird diese Hausarbeit nachgehen. Die Schönheit dieses Filmes zeigt sich in seinem virtuosen Umgang mit Verfahren wie beispielsweise denen zur Erzeugung einer enormen Tiefenschärfe. Daher soll nachfolgend analysiert werden, durch welche besonderen filmischen Techniken sich “Citizen Kane” auszeichnet. Ebenso wird es zur Untersuchung der damit verbundenen Wirkungen kommen.

Zu Beginn erfolgt eine kurze Zusammenfassung des Filminhaltes. Im Anschluss werden die zu untersuchenden Techniken vorgestellt und an ausgewählten Sequenzen analysiert. Am Schluss wird das Ergebnis der Analyse resümiert.

1. Zusammenfassung des Filminhaltes

Der 1941 veröffentlichte Film “Citizen Kane” erzählt die Lebensgeschichte des Charles Foster Kane. Parallelen zu einer realen Person, dem Pressetycoons William Randolph Hearst, sind nicht von der Hand zu weisen. Der Film beginnt mit dem Tod des Protagonisten in dessen Schloss “Xanadu“. Die letzten Worte des Sterbenden lauten “Rosebud”. Im Anschluss bringt die Wochenschau “News on the march” eine Zusammenfassung über Kanes öffentliches Leben. Es ist eine Parodie auf die damals bekannte Sendung "March of time" von Louis de Rochemont. Man erfährt, dass Kane im Alter von 25 Jahren Erbe einer Goldgrube wurde, was ihm großen Reichtum brachte. Seine Karriere als Publizist begann mit der Übernahme der erfolglosen Zeitung "Inquirer". Es gelang ihm nach und nach ein Zeitungsimperium aufzubauen. Man sieht Kane zusammen mit realen Politikern wie Roosevelt, Churchill und Hitler. Dies soll den Anschein erwecken, dass Kane tatsächlich lebte. Der Kurzfilm erwähnt seine gescheiterten Ehen. Die erste Frau, Emily Norton, war die Nichte des Präsidenten. Kane versuchte das Amt des Gouverneurs zu erlangen. Er verliert jedoch die Gunst seiner Wähler als publik wird, dass er eine außereheliche Affäre hat. Seine Geliebte Susan Alexander wird seine zweite Frau. Sie ist eine unbegabte Sängerin, dennoch will Kane sie zu einem Star machen. Eigens für sie lässt er ein Opernhaus erbauen. Die wirtschaftliche Depression von 1929 ruiniert Kane, er ist gezwungen seine Zeitungen an seinen Ersatzvater Thatcher abzugeben.

Nach diesem Kurzfilm erscheinen dessen Produzenten. Der Chef ist unzufrieden mit dem Ergebnis, weil nur die Taten dieser Persönlichkeit zum Ausdruck kommen. Er sieht in Kanes letztem Wort "Rosebud" einen Ansatz, um zu klären, wer dieser Mann wirklich war. Der Reporter Thompson wird beauftragt das Rätsel um "Rosebud" zu lösen. Thompson besucht vier Personen, die den Pressemagnaten gut kannten. Dies sind seine zweite Frau, sein ehemaliger Chefredakteur Bernstein, sein einstiger Freund Leland und sein Butler Raymond. Die Erinnerungen von seinem bereits verstorbenen Vormund Thatcher werden in dessen Memoiren nachgelesen.

Der Reporter wird meist von hinten, über seine Schulter hinweg, gefilmt. Die Kamera positioniert sich wie ein objektiver Beobachter. Dadurch wird verhindert, dass eine Identifikation mit Thompson stattfindet. Im Mittelpunkt stehen die subjektiven Berichte der Zeugen, die ein widersprüchliches Bild über Kane zeichnen. Ihre Erinnerungen werden mit sechs Rückblenden gezeigt. Keiner der Befragten weiß, was mit "Rosebud" gemeint ist. Thompson konnte das Rätsel nicht lösen. Der Zuschauer erfährt hingegen, was sich hinter "Rosebud" verbirgt. Die Lösung klärt aber nicht die Frage, wer diese schillernde Persönlichkeit war. Jeder Rezipient muss sich selbst aus allem, was er erfahren hat, eine Meinung über Kane bilden.

[....]


1 Truffaut, François: Orson Welles aus der Sicht André Bazins. In: Bazin, André: Orson Welles. Wetzlar: Verlag Büchse der Pandora, 1980. S.42

 


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