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Die Haltung der katholischen Kirche zum nationalsozialistischen Judenmord - Holocaust

Termpaper, 1998, 30 Pages
Author: Thorsten Hübner
Subject: Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

Details

Category: Termpaper
Year: 1998
Pages: 30
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V8197
ISBN (E-book): 978-3-638-15238-9

File size: 257 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Die Haltung der katholischen Kirche zum
nationalsozialistischen Judenmord - Holocaust


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Ursprünge des christlichen Antijudaismus

1.1. Antijudaismus im neuen Testament
1.2. Antijudaismus in der alten Kirche
1.3. Antijudaismus im Mittelalter und Reformation
1.4. Aufklärung und Emanzipation
1.5. Antijudaismus im 19. Jahrhundert und im Deutschen Kaiserreich
1.6. Antisemitismus in der Weimarer Republik

2. Das Verhältnis der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus

2.1. Die katholische Kirche und ihr Verhältnis zur Demokratie (Kaiserreich und Republik)
2.2. Katholische Kirche und Nationalsozialismus vor 1933
2.3. Katholische Kirche und Nationalsozialismus nach 1933
2.4. Das Konkordat zwischen der Hitlerregierung und dem Vatikan

3. Die nationalsozialistische Judenpolitik - Phasen der Vernichtung

4. Haltung der katholischen Kirche zum nationalsozialistischen Judenmord - Holocaust

4.1. Phase 1933-1945
4.1.1. Der Boykott vom 01.04.1933
4.1.2. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und seine Folgen

4.2. Phase 1935-1938
4.2.1. Die Nürnberger Gesetze und ihre Folgen
4.2.2. Die Enzyklika "Mit brennender Sorge"
4.2.3. Die Hilfsvereine
4.2.4. Die unveröffentlichte Enzyklika
4.2.5. Hirtenbrief über religiös - sittliche Irrtümer in der Rassenlehre

4.3. Phase 1938-1941
4.3.1. Die Reichspogromnacht
4.3.2. Die Einführung des Judensterns und seine Folgen

4.4. Phase 1941-1945
4.4.1. Der Protest gegen die Zwangsscheidungen von Mischehen
4.4.2. Bischof Preysings Schreiben und das Hirtenwort "Gottes und Menschenrechte" - Kehre um zum Herrn, Deinem Gott"

5. Fazit

6. Literaturangabe

 

Einleitung

Das Thema des Seminars im Grundstudium "Christliche Kirchen nach 1933" beschäftigt sich mit dem Verhältnis der beiden großen christlichen Kirchen, der katholischen, wie auch der evangelischen, mit dem Nationalsozialismus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war die mehrheitliche Meinung des deutschen Volkes, wie auch der alliierten Besatzungsmächte, davon überzeugt, daß eigentlich nur die beiden christlichen Kirchen schon von Anfang an den Nationalsozialismus bekämpften. Hier war man der Ansicht, daß sich die Kirchen als Institutionen gegen den nationalsozialistischen Staat stemmten, durch zahlreiche Literatur wurde dies auch bestätigt.
Nun taucht hier schon die erste Frage auf, nämlich inwieweit die Kirchen, in diesem Falle die katholische, nach dem Machtwechsel durch die Nationalsozialisten 1933 ihre Position bezog. Widerstand oder Anpassung der katholischen Kirche gegen den Nationalsozialismus soll unter dem besonderen Aspekt erläutert werden, von dem die Kirche auch und gerade heute wieder konfrontiert wird - Es geht dabei um die Position der katholischen Kirche, die sich selbst als Universalkirche definiert, mit dem Papst an der Spitze, des Klerus und der Laien, der Institution oder der einzelnen Gemeinde zum organisierten nationalsozialistischen Judenmord - zum Holocaust.
Der erste methodische Schritt zur Erläuterung der Fragen wird der Blick in die Geschichte des Christentums, bzw. der katholischen Kirche sein, da festgestellt werden soll, woher und inwieweit der christliche Antijudaismus den Holocaust begünstigte. Die Position der Kirche zu den Juden soll bis zum 20.Jahrhundert in groben Zügen aufgezeigt werden. Der zweite Schritt soll die Haltung und das Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus erforschen. Im dritten Schritt versucht diese Arbeit an bestimmten Beispielen die katholische Position zum Judenmord herauszustellen.

1. Die Ursprünge des christlichen Antijudaismus

1.1. Antijudaismus im neuen Testament

Das Bild des Volkes Israel ist im neuen Testament (NT) ambivalent. Die herausragende Rolle Israels als Volk Gottes, welches einen Bund mit Gott eingegangen ist, ist für die christliche Heilslehre im NT sehr wichtig. Dem entgegen stehen aber auch kollektive Verurteilungen der Juden. Der Apostel Paulus, speziell mit seiner Gesetzes- und Rechtfertigungslehre, scheint mit seinen Äußerungen den theologischen Nährboden für den Antijudaismus vorbereitet zu haben. Auslöser für die Verurteilung der Juden war die solidarische Kritik innerhalb des Judentums mit dem Aufruf nach Umkehr und Buße. Die entstandene Polemik gegen die Juden im NT war der Effekt eines Entfremdungsprozesses zwischen beiden Religionen.

1.2. Antijudaismus in der alten Kirche

[...]


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