"Man wird halt wieder Lieschen Müller." - Der Weg deutschsprachiger Filmschauspieler ins Exil und ihre Rolle als supporting actors in Hollywoods Anti-Nazi-Filmen

Autor: Holger Ziegler
Fach: Filmwissenschaft

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Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 138
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 139  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2138 KB
Archivnummer: V81994
ISBN (E-Book): 978-3-638-83991-4

Zusammenfassung / Abstract

Die Historiker und Filmwissenschaftler tun sich schwer mit den Anti-Nazi-Filmen. Als eigenständiges Genre sind sie zu indifferent, in vielen Arbeiten zu Kriegsfilmen tauchen sie gar nicht erst auf, und qualitativ befinden sie sich meist unter dem Niveau, das für nötig befunden wird, um Eingang in die Filmgeschichte zu finden. Sind sie so sehr in ihrer Zeit verankert, dass sie darüber hinaus keinen Verwertungseffekt mehr haben? Oder sind sie für den heutigen Zuschauer noch von Interesse? Dabei findet ein besonderer Verdienst dieser Filme überhaupt keine Berücksichtigung - sie waren häufig das letzte Refugium für Auftritte der aus Deutschland emigrierten Schauspieler. Heute längst vergessen, liefern die Filme Zeugnis ab von einer vergangenen Epoche, der eine Generation Schauspieler zum Opfer fiel. Ihre Namen und Gesichter kennt heute keiner mehr, doch in den Filmen sind sie noch zu sehen, fast so, als würden sie nur darauf warten, wieder entdeckt zu werden. Doch niemand scheint sich für die zu interessieren, die erst vertrieben, und dann nur noch in Kleinstrollen eingesetzt wurden. Aus der Filmgeschichtsschreibung fielen sie heraus, weil ihr Status anscheinend zu unbedeutend für eine ausführliche Auseinandersetzung mit ihnen und ihrem Schicksal war. Die Studien zum Filmexil nehmen nur einen kleinen Teil innerhalb des Forschungsbereichs 'Emigration' ein, und wenn das Thema Auseinandersetzung fand, lag der Schwerpunkt auf den Filmen und deren Macher, nicht aber auf den Schauspielern, zumal, wenn sie 'nur' als 'Supporting Actors' auftraten. Diese Lücke zu füllen, ist das Ziel von "Man wird halt wieder Lieschen Müller." Diesen Schauspielern wieder einen Namen bzw. ein Gesicht zu geben, um sie aus der Vergessenheit zurück in den filmgeschichtlichen Kontext zu holen. Vor dem Rahmen der allgemeinen Hintergründe der Emigration werden zunächst deren Folgen für die Filmschauspieler beleuchtet. Daraufhin werden einzelne Schauspieler porträtiert und die Anti-Nazi-Filme, in denen sie mitwirkten, vorgestellt. Den Abschluss bildet eine umfangreiche Filmografie dieser Schauspieler, um somit eine weitere Beschäftigung mit ihnen und den Filmen zu ermöglichen.

Textauszug (computergeneriert)

Johann Wolfgang Goethe-Universität
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Fachbereich Neuere Philologien (FB 10)

"Man wird halt wieder Lieschen Müller."1
Der Weg deutschsprachiger Filmschauspieler ins Exil und ihre Rolle
als supporting actors in Hollywoods Anti-Nazi-Filmen

Abschlußarbeit
zur Erlangung des Magister Artium

vorgelegt von: Holger Ziegler

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 4

1. Die Situation der Schauspieler in Europa ... 5

1.1 Arbeitsverbot im Heimatland ... 7
1.2 Ausweichen auf andere europäische Länder ... 8
1.3 Emigrantenwellen ... 11
1.4 Ausbruch des Krieges ... 12
1.5 Flucht durch Europa ... 12
1.6 Flucht nach Amerika ... 13
1.7 Affidavits ... 14

2. Die Situation in den USA ... 15

2.1 Isolationisten versus Interventionisten ... 16
2.2 Hollywoods Geschäfte mit den Nazis ... 19
2.3 Nye-Ausschuß ... 22
2.4 Office of War Information ... 23
2.5 European Film Fund ... 25

3. Die deutschsprachigen Schauspieler im amerikanischen Exil ... 27

3.1 Emigration nach 1933 ... 30
3.2 Emigration nach 1939 ... 30
3.3 Arbeitsmöglichkeiten ... 31
3.4 Ungewohntes Studiosystem in Hollywood ... 34
3.5 Sprachschwierigkeiten ... 35

4. Deutschsprachige Schauspieler in den Anti-Nazi-Filmen ... 37

4.1 Arbeitsfeld ... 38
4.1.1 accent roles ... 39
4.1.2 Rollen als Nazis oder deren Opfer ... 41
4.1.3 Rollenklischees ... 44

4.2 Beruf: Nebendarsteller ... 47
4.2.1 Character Actor ... 49
4.2.2 Supporting Actor ... 50
4.2.3 Bit ... 51
4.2.4 Extra ... 52

4.3 Die Personen ... 53
4.3.1 Felix Basch ... 53
4.3.2 Frederick Giermann ... 57
4.3.3 Faye Wall ... 60
4.3.4 Felix Bressart ... 62
4.3.5 Helmut Dantine ... 64
4.3.6 Ludwig Donath ... 66
4.3.7 Poldy Dur ... 67
4.3.8 Alexander Granach ... 68
4.3.9 Ilka Grüning ... 70
4.3.10 Lotte Palfi ... 71
4.3.11 Otto Reichow ... 73
4.3.12 Lionel Royce ... 75
4.3.13 Richard Ryen ... 76
4.3.14 Reinhold Schünzel ... 78
4.3.15 Ludwig Stössel ... 80
4.3.16 Helene Thimig ... 81
4.3.17 Gisela Werbezirk ... 83

5. Die Anti-Nazi-Filme ... 84

5.1 Anti-Nazi-Filme bis 1941 ... 86

5.2 Anti-Nazi-Filme nach 1941 ... 90

5.3 Das Deutschlandbild in den Anti-Nazi-Filmen ... 92

5.4 Filme zwischen Realität und Künstlichkeit ... 94

5.5 Genrefilme mit Nazithematik ... 95

5.6 Die Filme ... 97
5.6.1 Above Suspicion ... 97
5.6.2 The Cross Of Lorraine ... 98
5.6.3 Desperate Journey ... 98
5.6.4 Edge Of Darkness ... 99
5.6.5 Escape ... 100
5.6.6 Hitler Dead Or Alive ... 101
5.6.7 The Hitler Gang ... 102
5.6.8 Hostages ... 103
5.6.9 Hotel Berlin ... 104
5.6.10 Once Upon A Honeymoon ... 105
5.6.11 The Seventh Cross ... 105
5.6.12 So Ends Our Night ... 106

6. Epilog ... 107

6.1 Kriegsende ... 108
6.2 Rückkehr ... 109
6.3 A Foreign Affair ... 110

Abbildungsverzeichnis ... 11

Literaturverzeichnis ... 112

Anhang

Die Personen - Filmografie ... 120
Weitere, im Text erwähnte Emigranten im Überblick ... 130
Die Filme - Credits ... 135
Weitere, im Text erwähnte Filme im Überblick ... 137


Einleitung

Die Historiker und Filmwissenschaftler tun sich schwer mit den Anti-Nazi-Filmen. Als eigenständiges Genre sind sie zu indifferent, in vielen Arbeiten zu Kriegsfilmen tauchen sie gar nicht erst auf,2 und qualitativ befinden sie sich meist unter dem Niveau, das für nötig befunden wird, um Eingang in die Filmgeschichte zu finden. Sind sie so sehr in ihrer Zeit verankert, daß sie darüber hinaus keinen Verwertungseffekt mehr haben? Sollten sie unter Verschluß gehalten werden, wie im Fall von Disneys während des Zweiten Weltkrieges produzierten, propagandistischen Zeichentrickfilmen? Oder sind sie für den heutigen Zuschauer noch von Interesse? Die wenigen dieser Filme, die heute noch kursieren, fristen ein unscheinbares Dasein in den dritten Programmen der öffentlichen Fernsehsender, wo sie gelegentlich im Spätprogramm ausgestrahlt werden. Dabei findet ein besonderer Verdienst dieser Filme überhaupt keine Berücksichtigung - sie waren häufig das letzte Refugium für Auftritte der aus Deutschland emigrierten Schauspieler. Heute längst vergessen, liefern die Filme Zeugnis ab von einer vergangenen Epoche, der eine Generation Schauspieler zum Opfer fiel.

"Das Einzige im Exil... es weiß natürlich niemand, wer man war, und manchmal vergißt man es selbst: War ich eigentlich Schauspielerin? War ich einmal ein Star? [...] Man wird halt wieder Lieschen Müller."3

Ihre Namen und Gesichter kennt heute keiner mehr, doch in den Filmen sind sie noch zu sehen, fast so, als würden sie nur darauf warten, wieder entdeckt zu werden. Doch niemand scheint sich für die zu interessieren, die erst vertrieben, und dann nur noch in Kleinstrollen eingesetzt wurden. Aus der Filmgeschichtsschreibung fielen sie heraus, weil ihr Status anscheinend zu unbedeutend für eine ausführliche Auseinandersetzung mit ihnen und ihrem Schicksal war. Die Studien zum Filmexil nehmen nur einen kleinen Teil innerhalb des Forschungsbereichs ′Emigration′ ein,4 und wenn das Thema Auseinandersetzung fand, lag der Schwerpunkt auf den Filmen und deren Macher, nicht aber auf den Schauspielern, zumal, wenn sie ′nur′ als ′Supporting Actors′ auftraten.5 "Mit jedem von ihnen aber, der vergessen stirbt, gehen wertvolle Erfahrungen verloren."6

Einem Sammelschwerpunkt des Filmarchiv Metropolis in Hamburg ist es zu verdanken, daß die Filme, an denen Emigranten, in welcher Tätigkeit auch immer, beteiligt waren, heute wieder zugänglich sind. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Heiner Roß, der mich auf das Thema aufmerksam machte und dafür sorgte, daß eine Auswahl der Filme für Forschungszwecke zur Verfügung stand. Ausgehend von deren Sichtung fand die weitere Annäherung an die Thematik und der Situation der damit verbundenen Personen statt. Weitere Informationen zu Emigranten, die mit einem ′*′ gekennzeichnet sind, befinden sich im Anhang.


1. Die Situation der Schauspieler in Europa

Der Machtantritt der Nationalsozialisten in Deutschland am 30. Januar 1933, sollte einschneidende Veränderungen für die deutsche Filmproduktion zur Folge haben. Bereits am 28. März 1933, also knapp zwei Monate später, hielt Propagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Kaiserhof eine Rede vor der Dachorganisation der deutschen Filmschaffenden, die im Tonfall zwar wider Erwarten noch relativ gemäßigt ausfiel, aber schon die Weichen stellte für die zukünftige nationalsozialistische Filmpolitik. Goebbels ließ keinen Zweifel daran, "daß die nationalsozialistische Bewegung in die Wirtschaft und die allgemeinen kulturellen Fragen, also auch in den Film, eingreift"7 um anschließend anhand einiger Filmbeispiele auszuführen, was er unter Filmkunst verstand - Filme für das gesamte Volk:

"Allerdings ist der Publikumsgeschmack nicht so, wie er sich im Inneren eines jüdischen Regisseurs abspielt. Man kann kein Bild vom deutschen Volk im luftleeren Raum gewinnen. Man muß dem Volke aufs Maul schauen und selbst im deutschen Erdreich seine Wurzeln eingesetzt haben. Man muß ein Kind des Volkes sein."8

Obwohl sich bereits in dieser Rede ein deutlicher Hinweis darauf befindet, daß jüdische Mitarbeiter in der deutschen Filmindustrie zukünftig unerwünscht seien, wurde dieser weder von der Fachpresse, noch von der Industrie, weiter ernst genommen. Laut Horak, "waren die weitgehenden strukturellen und persönlichen Änderungen, die kommen sollten, noch nicht in ihrem vollen Ausmaß abzusehen."9 Nur wenige Schauspieler erkannten den Ernst der Lage und verließen Deutschland frühzeitig, die meisten blieben und versuchten, trotz der zunehmenden Einschränkungen, in der deutschen Filmindustrie tätig zu bleiben. Für die Schauspieler ohne ′arische′ Abstammung bedeutete das meist, daß es kaum noch Rollenangebote für sie gab, und wenn, mußten sie sich fortan mit kleinen Rollen zufrieden geben. Noch war es möglich, kontinuierlich auf der Leinwand präsent zu sein und es sogar zu allgemeiner Beliebtheit zu bringen, wie das Beispiel von Kurt Gerron bewies:

"Meist waren es nur winzige Rollen, die ihm angetragen wurden, doch durch eine schon phänomenale Häufigkeit seines Auftretens glich Gerron das Manko der Charge aus. Im Kinoprogramm jener Jahre spielte er eine Hauptrolle, war wie kaum ein anderer Schauspieler allgegenwärtig."10

Doch auch diese letzte Arbeitsmöglichkeit wurde den Schauspielern erschwert und letztendlich genommen. Nur einen Tag nach der Rede Goebbels′ beschließt der Vorstand der Ufa, in vorauseilendem Gehorsam gegenüber den neuen Machthabern, bei einer Sitzung:

"Mit Rücksicht auf die infolge der nationalen Umwälzung in Deutschland in den Vordergrund getretene Frage über die Weiterbeschäftigung von jüdischen Mitarbeitern und Angestellten in der Ufa beschließt der Vorstand grundsätzlich, daß nach Möglichkeit die Verträge mit jüdischen Mitarbeitern gelöst werden sollen. Es wird ferner beschlossen, zu diesem Zweck sofort Schritte zu unternehmen, die die Auflösung der Verträge der einzelnen in Betracht kommenden Personen zum Ziele haben."11


1.1 Arbeitsverbot im Heimatland

Die Ufa war die größte deutsche Filmproduktionsfirma12 und obwohl der endgültige Ausschluß aller ′Nichtarier′ aus der Reichsfilmkammer erst im Januar 1935 erfolgte, kam der Beschluß des Ufa-Vorstandes von 1933 bereits einem ersten Arbeitsverbot gleich. Wegen der von Staatsseite vorangetriebenen Monopolstellung der Ufa gab es außerhalb dieses Filmkonzerns kaum Möglichkeiten, weiterhin in der deutschen Filmindustrie eine Betätigung zu finden. Für die Filmschaffenden im Dritten Reich blieben als Möglichkeiten nur Berufswechsel oder Emigration.

[...]


1 Zitat aus einem Interview mit Grete Mosheim entnommen. Vgl. Zitat und Fußnote auf S. 4

2 Vgl.: Basinger, Jeanine: The World War II combat film : Anatomy of a Genre. New York 1986 / Butler, Ivan: The War Film. South Brunswick; New York 1974 / Kagan, Norman: The War Film. New York 1974 / Kane, Kathryn: Visions of War : Hollywood Combat Films of World War II. (Studies in Cinema, No. 9) Ann Arbor 1982 / Suid, Lawrence H.: Guts & Glory : Great American War Movies. Eading et al. 1978. Virilio fand lediglich TO BE OR NOT TO BE (1943) erwähnenswert. Vgl.: Virilio, Paul: Krieg und Kino : Logistik der Wahrnehmung. Frankfurt am Main 1991, S. 140ff.

3 Die Passage wurde entnommen aus einem Interview mit Grete Mosheim*. IN: Freyermuth, Gundolf S.: Reise in die Verlorengegangenheit : Auf den Spuren deutscher Emigranten (1933-1940). Hamburg 1990, S. 155

4 Vgl.: Baxter, John: The Hollywood Exiles. London 1976 / Frühwald, Wolfgang; Schieder, Wolfgang (Hrsg.): Leben im Exil : Probleme der Integration deutscher Flüchtlinge im Ausland 1933-1945. Hamburg 1981 / Heilbut, Anthony: Exiled in paradise : German refugee artists and intellectuals in America from the 1930s to the present. Berkeley; Los Angeles 1997 / Middell, Eike et al.: Exil in den USA : mit einem Bericht "Schanghai - Eine Emigration am Rande". (Kunst und Literatur im antifaschistischen Exil 1933- 1945; Band 3), Frankfurt am Main 1980

5 Vgl.: Asper, Helmut G.: "Etwas Besseres als den Tod..." : Filmexil in Hollywood : Porträts, Filme, Dokumente. Marburg 2002 / Cargnelli, Christian; Omasta, Michael (Hrsg.): Aufbruch ins Ungewisse, Band 1 : Österreichische Filmschaffende in der Emigration vor 1945. Wien 1993 / Filmexil. (Schriftenreihe, hrsg. von der Stiftung Deutsche Kinemathek) Berlin; München (seit 1992) / Hilchenbach, Maria: Kino im Exil : Die Emigration deutscher Filmkünstler 1933-1945. (Kommunikation und Politik; Band 14) München et al. 1982 / Horak, Jan-Christopher: Anti-Nazi-Filme der deutschsprachigen Emigration von Hollywood 1939-1945. Münster 1985 / Schnauber, Cornelius: Deutschsprachige Künstler in Hollywood : Emigration zwischen 1910 und 1945. Bonn 1996 / Taylor, John Russell: Strangers in Paradise : The Hollywood Émigrés 1933-1950. London 1983

6 Freyermuth, Gundolf S.: Reise in die Verlorengegangenheit... a.a.O., S. 124

7 Dr. Goebbels′ Rede im Kaiserhof am 28.3.1933. IN: Albrecht, Gerd (Hrsg.): Der Film im Dritten Reich : Eine Dokumentation. Karlsruhe 1979, S. 26f.

8 ebd., S. 29f.

9 Horak, Jan-Christopher: Anti-Nazi-Filme... a.a.O., S. 8

10 Prümm, Karl: Von der komischen Charge zum eigenwilligen Erzähler : Der Filmschauspieler und Filmregisseur Kurt Gerron. IN: Felsmann, Barbara; Prümm, Karl: Kurt Gerron - Gefeiert und gejagt : Das Schicksal eines deutschen Unterhaltungskünstlers : Berlin, Amsterdam, Theresienstadt, Auschwitz. Berlin 1992, S. 145-239, S, 145. Doch auch Gerron konnte dem Schicksal vieler anderer, die in Deutschland geblieben sind, nicht entgehen. Er kam ins KZ und gründete dort mit dem "Karussell" ein Kabarett. Unter dem Versprechen der Nazis, sein Leben würde verschont bleiben, drehte er mit DER FÜHRER SCHENKT DEN JUDEN EINE STADT (1944) einen Dokumentarfilm über das vermeintlich gute Leben der Juden im KZ Theresienstadt, der als Propagandafilm gegenüber dem Ausland benutzt werden sollte. Alle am Film beteiligten Personen, inklusive Gerron wurden im Herbst 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz transportiert und dort umgebracht. Vgl.: Felsmann, Barbara: Der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Kurt Gerron. IN: Felsmann, Barbara; Prümm, Karl: Kurt Gerron... a.a.O., S. 7-144, S. 81ff.

11 Niederschrift Nr. 905 (Vorstandssitzung vom 29.3.1933). IN: Kreimeier, Klaus: Die UFA Story : Geschichte eines Filmkonzerns. München; Wien 1992, S. 248

12 Vgl.: Kreimeier, Klaus: Die UFA Story... a.a.O.

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