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Die Humesche Theorie des Verstandes und des Affekts des Stolzes und die Frage - ... close

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Die Humesche Theorie des Verstandes und des Affekts des Stolzes und die Frage - besitzt dieser ein intentionales Objekt?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 33 Pages
Author: Caroline Boller
Subject: Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 33
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V82005
ISBN (E-book): 978-3-638-88748-9
ISBN (Book): 978-3-638-88768-7
File size: 127 KB

Abstract

Ich behandle in meiner Hausarbeit zwei Themenbereiche: Einerseits die Humesche Theorie des Verstandes und andrerseits die Humesche Theorie des Affekts des Stolzes ("pride") unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob und inwiefern dieser ein "intentionales Objekt" besitzt. In diesem Zusammenhang werde ich natürlich die Frage zu beantworten versuchen, was unter einem "intentionalen Objekt" in der Philosophie überhaupt verstanden wird. Im Zuge meiner Hausarbeit werde ich folgende Fragen erörtern: 1. Wie ist der menschliche Verstand der Humeschen Theorie zufolge beschaffen? 2. Wie ist der Affekt des Stolzes (pride) der Theorie Humes nach zu charakterisieren? Inwiefern besitzt dieser ein intentionales Objekt? Ich habe mir als Themenbereiche meiner Hausarbeit die Humesche Theorie des Verstandes und des Affekts des Stolzes ausgewählt, weil mich im allgemeinen die Humesche Theorie der Affekte und damit zusammenhängend, die Humesche Theorie des Verstandes, interessiert. Humes Theorie des Verstandes ist deswegen als neu, originell und interessant zu bezeichnen, weil er als erster eine strikte begriffliche Unterscheidung zwischen den Inhalten des Fühlens und denen des Denkens innerhalb des Verstandes einführte. Die Humesche Theorie der Affekte, und damit auch die Theorie des Affekts des Stolzes (pride) ist meiner Meinung nach deswegen von bedeutung, weil auch diese originell ist, insofern Hume den Affekten einen viel höheren Stellenwert in seiner Philosophie gibt, als Philosophen vor und nach ihm dies getan haben. Schließlich vertrat Hume sogar die These, die Vernunft sei nur die Sklavin der Affekte und soll es auch sein. Meiner Ansicht nach ist aber auch die Methode, die Hume anwendet, um philosophische Fragestellungen zu beantworten von Bedeutung. Denn Hume gründet, als einer weniger Philosophen, seine Thesen und Erkenntnisse auf Beobachtung und Erfahrung. Hume versuchte das in den Naturwissenschaften geläufige Prinzip, durch Beobachtung Erkenntnis über die Dinge zu gewinnen, auf die Philosophie zu übertragen. In Zusammenhang mit der Darstellung und Bewertung der Humeschen Theorie des Verstandes ist das Werk " Hume" von Barry Stroud für mich sehr hilfreich und interessant gewesen. Dieses ist nämlich sehr verständlich geschrieben und eröffnete mir andrerseits auch neue Erkenntnisse hinsichtlich der Humeschen Theorie des Verstandes- vor allem was die Kritik an der Humeschen Theorie des Geistes betrifft.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg, Philosophisches Seminar
Hauptseminar: Philosophie der Gefühle
Wintersemester 2006/2007

Die Humesche Theorie des Verstandes und des Affekts des Stolzes und die Frage -
besitzt dieser ein intentionales Objekt?

von

Caroline Boller

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 2

2 Die Beschaffenheit des Verstandes gemäß der Humeschen Theorie... 3

2.1 Die für die Humesche Theorie grundlegende Unterscheidung zwischen Eindrücken („impressions) und Vorstellungen („ideas“)... 3
2.2 Die Kritik Strouds an der unzureichenden Bestimmung des Begriffs der Einfachheit („simplicity“) in der Humeschen Theorie des Verstande... 5
2.3 Die Bestimmung des Verhältnisses zwischen den einfachen und den zusammengesetzten Bewusstseinsinhalten in der Humeschen Theorie des Verstande... 7
2.4 Eigene Kritik an den von Hume verwendeten Beispielen und dem unzureichend bestimmten Begriff der „Vorstellungen“ ( „ideas)... 8
2.5 Das Verhältnis zwischen den einfachen Eindrücken und den einfachen Vorstellungen gemäß der Humeschen Theorie... 10
2.6 Das Verhältnis zwischen den einfachen Bewusstseinsinhalten und den zusammengesetzten Bewusstseinsinhalten in der Humeschen Theorie des Verstande... 11
2.7 Die Frage nach Ursache und Wirkung hinsichtlich der Entstehung der Eindrücke und Vorstellungen in der Humeschen Theorie... 12
2.8 Die Stroudsche Forderung nach Erweiterung der Humeschen These... 14
2.9 Ein Beispiel Humes das eine Ausnahme von der Humeschen These des Vorhergehens der Eindrücke vor den Vorstellungen darstellen soll... 16

3 Die Humesche Unterteilung der Eindrücke in einerseits Eindrücke der Sinneswahrnehmung („impressions of sensation“) und andrerseits Eindrücke der Selbstwahrnehmung („impressions of reflection“)... 20

3.1 Der Begriff des „intentionalen Objekts“ in der Philosophie... 21
3.2 Der Affekt des Stolzes(pride) in der Humeschen Theorie- dessen Entstehung, Objekte und Ursachen... 22

3.2.1 Die Einteilung des Affekts des Stolzes als Eindruck der Selbstwahrnehmung... 22
3.2.2 Das Objekt des Affekts des Stolzes in der Philosophie Hume... 23
3.2.3 Die Frage danach welche Merkmale gegeben sein müssen, damit es sich genau um den Affekt des Stolzes handelt- und die diesbezügliche These Baier... 24
3.2.4 Warum das Objekt des Affekts des Stolzes- das Selbst- der Humeschen Argumentation zufolge niemals die Ursache des Affekts des Stolzes sein kann... 25
3.2.5 Die Ursachen des Affekts des Stolzes gemäß der Humeschen Theorie... 27

4 Schlusswort... 29

Literaturverzeichnis... 32

 


1 Einleitung

Ich behandle in meiner Hausarbeit zwei Themenbereiche: Einerseits die Humesche Theorie des Verstandes und andrerseits die Humesche Theorie des Affekt des Stolzes („pride“) unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob und inwiefern dieser ein „intentionales Objekt“ besitzt. In diesem Zusammenhang werde ich natürlich die Frage zu beantworten versuchen, was unter einem „intentionalen Objekt“ in der Philosophie überhaupt verstanden wird.
Im Zuge meiner Hausarbeit werde ich folgende Fragen erörtern:
1. Wie ist der menschliche Verstand der Humeschen Theorie zufolge beschaffen?
2. Wie ist der Affekt des Stolzes (pride) der Theorie Humes nach zu charakterisieren?
Inwiefern besitzt dieser Affekt ein intentionales Objekt?
Die Frage danach, wie der menschliche Verstand der Humeschen Theorie zufolge beschaffen ist, werde ich zuerst in meiner Hausarbeit zu beantworten versuchen, weil der Affekt des Stolzes (pride) innerhalb der Humeschen Theorie des Verstandes schließlich selbst zu der einen Art der Bewusstseinsinhalte gezählt wird, nämlich zu den Eindrücken der Selbstwahrnehmung („impressions of reflexion“). Diese beiden Teile meiner Arbeit hängen insofern miteinander zusammen, als es unverzichtbar ist, die Humesche Theorie des Verstandes zu kennen, um zu einem Verständnis des Affekts des Stolzes der Philosophie Humes zu gelangen. Wenn ich die Humeschen Gedanken darstelle und erläutere, verwende ich den Begriff des „Geistes“ (mind), weil auch Hume diesen in seinem „Treatise“ benutzt, auch wenn der Titel des ersten Buches „Of the Understanding“ („Über den Verstand“) lautet. Schließlich ist es meine Absicht, die Gedanken und Thesen Humes möglichst sinngetreu wiederzugeben und in dieser Arbeit zu diskutieren. Ich habe mir als Themenbereiche meiner Hausarbeit die Humesche Theorie des Verstandes und des Affekts des Stolzes ausgewählt, weil mich im Allgemeinen die Humesche Theorie der Affekte und damit zusammenhängend, die Humesche Theorie des Verstandes, interessiert. Humes Theorie des Verstandes ist deswegen als neu, originell und interessant zu bezeichnen, weil er als erster eine strikte begriffliche Unterscheidung zwischen den Inhalten des Fühlens und denen des Denkens innerhalb des Verstandes einführte.
Die Humesche Theorie der Affekte, und damit auch die Theorie des Affekts des Stolzes (pride) ist meiner Meinung nach deswegen von Bedeutung, weil auch diese originell ist, insofern Hume den Affekten einen viel höheren Stellenwert in seiner Philosophie gibt, als Philosophen vor und nach ihm dies getan haben. Schließlich vertrat Hume sogar die These, die Vernunft sei nur die Sklavin der Affekte und soll es auch sein. Meiner Ansicht nach ist aber auch die Methode, die Hume anwendet, um philosophische Fragestellungen zu beantworten von Bedeutung. Denn Hume gründet, als einer weniger Philosophen, seine Thesen und Erkenntnisse auf Beobachtung und Erfahrung. Hume versuchte das in den Naturwissenschaften geläufige Prinzip, durch Beobachtung Erkenntnis über die Dinge zu gewinnen, auf die Philosophie zu übertragen. In Zusammenhang mit der Darstellung und Bewertung der Humeschen Theorie des Verstandes ist das Werk „Hume“ von Barry Stroud für mich sehr hilfreich und interessant gewesen. Dieses ist nämlich einerseits sehr verständlich geschrieben, und eröffnete mir andrerseits auch neue Erkenntnisse auf die Humesche Theorie des Verstandes- vor allem was die Kritik an der Humeschen Theorie des Geistes betrifft. In dem Kontext der Darstellung und Bewertung der Humeschen Theorie des Affekts des Stolzes und der Beantwortung der Frage, was ein intentionales Objekt ist, war das Werk „ A Progress of Sentiments“ von Annette Baier von großem Interesse für mich, weil der Affekt des Stolzes in diesem Werk sehr genau behandelt worden ist, und Baier auch in einleuchtender Weise dargestellt hat, welche Kriterien gegeben sein müssen, damit genau der Affekt des Stolzes hervorgebracht wird, und nicht etwa nur ein Gefühl der Freude.

2 Die Beschaffenheit des Verstandes gemäß der Humeschen Theorie

2.1 Die für die Humesche Theorie grundlegende Unterscheidung zwischen Eindrücken („impressions) und Vorstellungen („ideas“)

Hume behauptet im ersten Buch seiner „ Abhandlung über die menschliche Natur“ („A Treatise of Human Nature), dass alle Perzeptionen des menschlichen Geistes in zwei verschiedene Arten einzuteilen sind, nämlich in 1. Eindrücke („impressions“) und 2. Vorstellungen („ ideas“).1

Unter dem Begriff „Perzeptionen“ versteht Hume alle Bewusstseinsinhalte des Geistes. Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten der Perzeptionen bestehe in den verschiedenen Graden der Stärke und Lebendigkeit, hinsichtlich derer sie auf den Geist einwirken, argumentiert Hume für diese von ihm aufgestellte Unterscheidung. Die erste Art der Perzeptionen, nämlich die Eindrücke, sind diejenigen, die mit größter Stärke und Lebendigkeit auf den Geist einwirken, so die These Humes. Hume fasst unter den Begriff der „Eindrücke“ alle Sinneswahrnehmungen, Affekte und Emotionen der Menschen, die direkt in ihrer Seele auftreten. Dagegen versteht er unter dem Begriff der „Vorstellungen“, die schwachen Kopien der Eindrücke, wie sie sich im Denken und Urteilen zeigen. Hume versucht seine These zu begründen, indem er auf die Erfahrung verweist: Jede Person würde an sich selber den Unterschied zwischen Denken und Fühlen feststellen können. Ich denke, in diesem Kontext sollte darauf hingewiesen werden, dass der Begriff des Fühlens nicht nur auf das Empfinden von Emotionen zu beziehen ist, sondern es muß bedacht werden, dass es Hume auch um das Fühlen im Sinne der Wahrnehmung geht. Allerdings räumt Hume ein, dass es Ausnahmefälle gebe, in denen sich diese beiden unterschiedlichen Klassen der Perzeptionen sehr nahe kommen. Dies sei der Fall im Zustand des Schlafes, des Fiebers oder wenn die Seele sehr stark erregt werde, so lautet der Gedanke Humes. Diese Zustände ermöglichten es nämlich, dass Vorstellungen und Eindrücke kaum noch unterschieden werden könnten, argumentiert Hume. Es gebe es aber auch andersgeartete Ausnahmefälle von dieser Regel, dass die Eindrücke im Geist so schwach seien, dass sie sich im Grad ihrer Schwäche unseren Vorstellungen annäherte, behauptet Hume. Allerdings gibt Hume für diesen Fall kein Beispiel. Für diesen Fall ließe sich meiner Meinung nach das Beispiel eines Menschen anführen, dessen sinnliche Empfindungen, Affekte und Emotionen im täglichen Leben ohnehin eher schwach ausgeprägt sind, weil seine Seele unempfänglicher für sinnliche Eindrücke, Gefühle und Affekte ist, also nicht so stark erregt wird wie die Seelen der meisten Menschen. Im Fall eines Menschen, dessen Eindrücke ohnehin schon einen schwächeren Einfluss auf die Seele ausüben, als dies im Durchschnitt der Fall ist, bedeutet dies, dass die Eindrücke weil sie weniger wirksam sind, leicht mit den Vorstellungen verwechselt werden könnten. Der Grund ist, dass der Unterschied zwischen Eindrücken und Vorstellungen von dieser Person nicht so stark empfunden werden kann.
Außerdem stellt Hume die These auf, alle Perzeptionen (Bewusstseinsinhalte)seien weiterhin in 1. einfache Perzeptionen und 2. komplexe Perzeptionen zu unterteilen. Diese Einteilung trifft Hume sowohl für die Eindrücke („impressions“), als eine Art der Perzeptionen und die Vorstellungen („ideas“) als andere Art der Perzeptionen.
Hume versteht unter dem Begriff der einfachen Perzeptionen („simple perceptions“), diejenigen Inhalte des Bewusstseins, die keine Unterteilung erlauben. Es kann also gesagt werden, die einfachen Perzeptionen sind der Humeschen Theorie nach nicht unterteilbare Einheiten im menschlichen Geist. Die zusammengesetzten Perzeptionen, stellen der Humeschen Argumentation zufolge, das Gegenteil der einfachen Bewusstseinsinhalte dar. Sie seien nämlich, so die Humesche Überlegung, in unterteilbare Einheiten zerlegbar. Als Beispiel für einen zusammengesetzten Eindruck des Geistes nennt Hume den Eindruck eines Apfels. Auch wenn es sich bei der Farbe, dem Geschmack und dem Duft des Apfels, um Eigenschaften handele, die sich in dem Apfel vereinigen, so sei es doch einfach, zu erkennen, dass diese Eigenschaften nicht dieselben seien, sondern sich voneinander unterscheiden ließen, argumentiert Hume für die Plausibilität dieses Beispiels. Meiner Ansicht nach, ist es aber- auch wenn dieses Beispiel Humes zutrifft- nicht immer so, dass Personen, wenn sie eine komplexe Perzeption haben, sie diese auch als solche klar zu erkennen vermögen. Denn schließlich gibt es den Fall, dass ein Mensch aufgrund eines komplexen Eindrucks oder einer komplexen Vorstellung emotional stark ergriffen wird. Und dies führt dann dazu, dass dieser Mensch, wenn er gefragt werden würde, die einzelnen, unterschiedlichen Elemente des zusammengesetzten Eindrucks oder der zusammengesetzten Vorstellung nicht zu benennen wüsste. Dies kann beispielsweise dann auftreten, wenn eine Person einen Unfall miterlebt, der sie derart in Schock versetzt, dass sie aufgrund ihrer emotionalen Betroffenheit nicht mehr fähig ist, sich an Einzelheiten dieses Vorkommnisses zu erinnern.

2.2 Die Kritik Strouds an der unzureichenden Bestimmung des Begriffs der Einfachheit („simplicity“) in der Humeschen Theorie des Verstandes

[...]


1 vgl. David Hume, A Treatise of Human Nature, hrsg. von L.A. Selby- Bigge& P.H. Nidditch, Oxford, 1976, S.1-2, siehe auch für das Folgende.


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