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Der "Hauptmann von Köpenick" und das Wilhelminische Zeitalter

Scholary Paper (Seminar), 2000, 15 Pages
Author: Magister Artium Yves Dubitzky
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V82051
ISBN (E-book): 978-3-638-89262-9
ISBN (Book): 978-3-638-89306-0
File size: 121 KB

Abstract

Eine Uniform, so will uns das Lexikon glauben machen, ist eine einheitliche Dienstkleidung für Soldaten und Beamte. Der Begriff setzt sich aus den zwei lateinischen Wörtern unus und forma zusammen und bedeutet übersetzt einförmig. Der eigentliche und ursprüngliche Gedanke der Uniform war allerdings die Idee einer Vereinheitlichung einer bestimmten Anzahl von Menschen. Lediglich spezifische (und zugeben kleine) Merkmale sollten über eine Rangordnung bestimmen, dennoch aber einen sozialen Status verbergen. Das heißt, gegenüber dem zivilem Leben sollte sie als Instrument dienen, um sich abzugrenzen oder wenn man so will, hervorzuheben. Innerhalb des Militärs allerdings sollte die Uniform dazu beitragen, dass zum einem die Klassengesellschaft nach Mannschafts- und Unteroffiziers- bzw. Offiziersdienstgraden eingehalten wurde. Zum anderen aber, dass eine militärische Formation einheitlich wurde und dies jenseits sozialer Schranken. So jedenfalls gab sich der Urgedanke der Uniform, welche nicht immer im Zusammenhang mit Militär und Armee steht, wie das Beispiel verschiedener konservativer Schulen in Großbritannien dokumentiert. An solchen pädagogischen Einrichtungen soll eben jene gespaltene Gesellschaft mittels Tragen von Uniformen gerade verhindert werden. Und so ist das deutsche Märchen von Carl Zuckmayer sekundär auch die Geschichte eines Kleidungsstücks, um welches sich der komplette Spielverlauf dreht. Die Uniform dient somit dem Handlungsaufbau und steht in dessen Zentrum. Radial näher oder entfernter bewegen sich auch sämtliche Figuren der Komödie an der Peripherie. Somit sind Personen wie Voigt oder auch die kränkelnde Untermieterin der Hoprechts entsprechend abseits, Vertreter der militärischen Kaste wie zum Beispiel von Schlettow hingegen deutlich näher zur Uniform bzw. zum Militarismus anzusiedeln.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät
Deutsche Literatur der Neuzeit, Proseminar: Komödie II
3. Semester

Der "Hauptmann von Köpenick" und das Wilhelminische Zeitalter

von

Yves Dubitzky

 


Inhalt

1. Einleitung... 3

2. Die Geschichte der Uniform... 5

3. Der zeitliche Aspekt bei Zuckmayer... 7

4. Der Mittelstand und das Bürgertum bei Zuckmayer... 9

4.1 Die Angestellten... 9
4.2 Das Bildungsbürgertum... 11
4.3 Das Wirtschaftsbürgertum... 12

5. Der Konflikt Voigt – Hoprecht... 12

6. Fazit... 14

7. Bibliographie... 15

Primärliteratur... 15
Sekundärliteratur... 15


 

1. Einleitung

Eine Uniform, so will uns das Lexikon glauben machen, ist eine einheitliche Dienstkleidung für Soldaten und Beamte. Der Begriff setzt sich aus den zwei lateinischen Wörtern unus und forma zusammen und bedeutet übersetzt einförmig. Der eigentliche und ursprüngliche Gedanke der Uniform war allerdings die Idee einer Vereinheitlichung einer bestimmten Anzahl von Menschen. Lediglich spezifische (und zugeben kleine) Merkmale sollten über eine Rangordnung bestimmen, dennoch aber einen sozialen Status verbergen. Das heißt, gegenüber dem zivilem Leben sollte sie als Instrument dienen, um sich abzugrenzen oder wenn man so will, hervorzuheben. Innerhalb des Militärs allerdings sollte die Uniform dazu beitragen, dass zum einem die Klassengesellschaft nach Mannschafts- und Unteroffiziers- bzw. Offiziersdienstgraden eingehalten wurde. Zum anderen aber, dass eine militärische Formation einheitlich wurde und dies jenseits sozialer Schranken. So jedenfalls gab sich der Urgedanke der Uniform, welche nicht immer im Zusammenhang mit Militär und Armee steht, wie das Beispiel verschiedener konservativer Schulen in Großbritannien dokumentiert. An solchen pädagogischen Einrichtungen soll eben jene gespaltene Gesellschaft mittels Tragen von Uniformen gerade verhindert werden.

Und so ist das deutsche Märchen von Carl Zuckmayer sekundär auch die Geschichte eines Kleidungsstücks, um welches sich der komplette Spielverlauf dreht. Die Uniform dient somit dem Handlungsaufbau und steht in dessen Zentrum. Radial näher oder entfernter bewegen sich auch sämtliche Figuren der Komödie an der Peripherie. Somit sind Personen wie Voigt oder auch die kränkelnde Untermieterin der Hoprechts entsprechend abseits, Vertreter der militärischen Kaste wie zum Beispiel von Schlettow hingegen deutlich näher zur Uniform bzw. zum Militarismus anzusiedeln.

Dahingehend stellt sich die Frage nach der eigentlichen Gattung des Stückes, welches Akteure in so reichlicher Zahl und mit so unterschiedlichen Eigenschaften präsentiert. Was also ist Carl Zuckmayers Bühnenstück "Der Hauptmann von Köpenick"? Eine Komödie? Natürlich. Eine Satire? Auch das. In aller erster Linie aber ist es ein Gesellschaftsquerschnitt, der, wenn auch nicht immer, es versteht, Lokalkolorit zu vermitteln und dies durchaus nicht nur auf sprachlicher Ebene. Man darf Zuckmayers Stück sehr wohl zu den Klassikern der neuesten deutschsprachigen Literaturgeschichte zählen, da es weltweiten Ruhm erntete. Ein Garant seines Erfolges dafür dürfte unter anderem auch gewesen sein, dass er seine Figuren nicht der Lächerlichkeit preisgibt; er lässt sie zwar verlieren (so zum Beispiel der eigentliche Hauptmann von Schlettow), auf der anderen Seite gibt er ihnen genügend Spielraum, um sich einen ihnen entsprechenden Abgang zu verschaffen. Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll es ein, sich mit dem wilhelminischen Zeitgeist zu beschäftigen, welcher unter dem krassen Gegensatz zwischen aufstrebenden Wirtschaftsbürgertum bzw. der monopolistischen Großindustrie und dem veralteten Junkertum bzw. der Adelskaste litt. Es ist daher Zuckmayer hoch anzurechnen, dass er sein 1931 veröffentlichtes Werk nicht aus der Perspektive des herannahenden Großen Krieges 1914-1918 betrachtet und es damit vermeidet, den preußisch dominierten Staat allein auf seinen Militarismus herunter zu definieren. Ein Beweis dafür sollte allein schon die "Artenvielfalt" seiner Akteure sein, deren Betrachtung sich diese Arbeit widmet und damit beweisen soll, dass weit mehr als nur der militaristische Aspekt bei Zuckmayer im Vordergrund steht. Hauptschwerpunkt der Arbeit wird demgemäß in der Betrachtung der einzelnen Akteure liegen und zu einem Vergleich auffordern, der die Frage aufwirft: Inwiefern stimmen die handlungstragenden Personen mit ihren historischen „Vorbildern“ überein? Lassen sich Parallelen oder Unterschiede ausmachen? Darüber hinaus erachte ich als absoluten Höhepunkt der Handlung nicht den eigentlichen Einsatz der Uniform, welcher sich in der Besetzung des Rathauses äußert, sondern vielmehr den Dialog zwischen Voigt und Hoprecht in der vierzehnten Szene. Darin spiegeln sich ganz klar zwei unterschiedliche Auffassungen von Ordnung und Weltanschauung wider. Der Gegensatz von Naturrecht (Voigt) und staatlicher Rechtsordnung (Hoprecht) gestaltet sich auch als Gegensatz zur kompletten Handlung an sich, da Voigt nur an dieser einen Stelle als überlegen dargestellt wird. Dieser Dialog soll demnach auch ein weiterer zentraler Punkt in der Arbeit sein, an deren Anfang wieder die Uniform stehen soll.

2. Die Geschichte der Uniform

[...]


Comments

Ike
16.04.2008 12:04:09
Kp
Hi Leute wir haben mit unserer Klasse dieses Buch gelesen. Es ist leider recht langweilig bis zum 18 Kap. wo schließlich Voigt seine Rolle als "von Köpenick" einnimmt. Ich gebe euch einen Tipp: Lest Zusammenfassungen, welche kurz das wiedergeben, was im Buch lange und langweilig wieder gegeben wird. MFG N€()
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