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Bachelor Thesis, 2007, 41 Pages
Author: Bachelor of Arts Barbara Wawrzyniak
Subject: Cultural Studies
Details
Tags: Afrika-Bilder, Konstruktion, Alterität
Year: 2007
Pages: 41
Grade: 1,1
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84773-5
ISBN (Book): 978-3-638-84591-5
File size: 300 KB
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Abstract
Wie entstehen Bilder von Fremden und ihren Kulturen? Wie wird diese Alterität konstruiert? Welche Rolle spielen Stereotypen dabei? Welche Fremdheitskonstruktionen gibt es im Zusammenhang mit Afrika? Bietet der Exotismus eine Möglichkeit zur Darstellung dieser Afrika-Bilder? Wo kommen diese Bilder her? Welchen Beitrag leistete die Ethnografie hierbei? Angefangen mit der Fremdheitskonstruktion werden, anhand der Arbeiten von Hahn und Waldenfels, die dabei verlaufenden Prozesse beleuchtet. In Kapitel 2 wird geklärt, was Fremdheit bedeutet, wie diese konstruiert wird und welche Rolle das Ich und die Kultur bei der Konstruktion von Fremden einnehmen. Ausgehend von dieser Definition der Fremdheitskonstruktion wird das Mitwirken von Stereotypen analysiert. Was bedeutet Stereotypie und wie funktioniert sie? Lippmann liefert hierzu die ersten Ansätze, welche in Kapitel 3 beleuchtet werden. Dabei wird ein Einblick in die Funktionsweise von Stereotypen gegeben. Schaff indessen untersucht die Auswirkungen von Stereotypen auf das menschliche Handeln, die kurz in Abschnitt 3.1 hinterfragt werden. Im Anschluss wird geklärt, wie Rassismus und Stereotypen (Abs. 3.2) miteinander agieren und wie Stereotypen und Fetischismus zusammenhängen (Abs. 3.3). Das nächste Kapitel widmet sich einem spezifischen Stereotyp, dem Exotismus. Ich werde mich hierbei an SEGALENS Definition eines nicht hegemonialen Exotismus-Begriffs halten, der im Gegensatz zu dem in der Literatur verbreiteten Konzept steht. Auf die literarische Exotismuskonstruktion wird aber ebenfalls kurz eingegangen. Kapitel 5 befasst sich mit dem Ursprung der Afrika-Bilder, die hauptsächlich aus den ethnografischen Aufzeichnungen entstanden sind. In Abschnitt 5.1 wird das Augenmerk auf die Klassifizierung der neu entdeckten Kulturen und Völker gelegt. Im anschließenden Kapitel 6 steht ein ethnografisches Werk im Mittelpunkt: ‚Phantom Afrika’ von Michel Leiris. Kapitel 7 liefert einen Überblick über die diversen Fetischismustheorien, die sich in den ethnologischen Schriften wiederfinden lassen. Eingangs wird aber zuerst die Etymologie des Begriffs „Fetisch“ geklärt. Im Anschluss daran wird eine visuelle Darstellung von Fetischismus untersucht. Anschließend steht beispielhaft ein Pressebild für das aktuelle Medienbild Afrikas. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse
Excerpt (computer-generated)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Studiengang Medien- und Kulturwissenschaft, 5. Fachsemester
Bachelorarbeit
Afrika-Bilder.
Zur Konstruktion einer Alterität
vorgelegt von: Barbara Wawrzyniak
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Fremdheit – Die Konstruktion einer Alterität ... 4
2.1 Eine Topografie des Fremden ... 6
3. Das Stereotyp – Ontologie und Potenzial ... 8
3.1 Stereotyp und Handeln ... 10
3.2 Rassismus und Stereotypen ... 11
3.3 Stereotyp und Fetischismus ... 12
4. Exotismus – Stereotyp und Konstruktion ... 14
5. Bilder aus / in der Ethnologie und Ethnografie ... 16
5.1 Wilde, Primitive und Naturvölker ... 17
6. Phantom Afrika – Bilder eines Ethnografen ... 19
6.1 Magie Afrikas – Magie in Afrika ... 19
6.2 Religion und Synkretismus ... 21
6.3 Fetische ... 22
6.4 Sexualität ... 23
7. Fetischismus und Kultur ... 24
7.1 Fetischismus und Macht ... 26
8. Nackte Tatsachen? Mapplethorpes Bilder ... 25
9. Fotografien der Wirklichkeit? – Bilder Afrikas ... 31
9.1 Beispiel: World Press Foto 2005 ... 30
10. Konklusion ... 34
11. Bibliografie ... 39
1. Einleitung
Der Gedanke an ein fremdes Land weckt in uns Bilder, die die Gesellschaft und Kultur, in der wir leben, für uns vorherbestimmt hat. Es sind zusammengesetzte Bilder, die aus einem historischen Kontext heraus entstehen. Der Gedanke an Afrika, den dunklen Kontinent, weckt Bilder, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, die Afrika zugleich als Wiege der Menschheit und als primitiven, unzivilisierten Ort zeigen. Es ist ein Ort, über den nur die Wenigsten ausreichend Wissen verfügen, um ihn als den komplexen Ort zu verstehen, der er in Wirklichkeit ist. Dennoch wird der Wahrheitsgehalt von Afrika-Bildern nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Im Blickpunkt steht primär die Topografie des Anderen, an der sich die Identifizierung des Selbst und des Anderen orientiert.
Zentrale Fragestellungen dieser Arbeit sind dabei folgende: Wie entstehen Bilder von Fremden und ihren Kulturen? Wie wird diese Alterität konstruiert? Welche Rolle spielen Stereotypen dabei? Welche Fremdheitskonstruktionen gibt es im Zusammenhang mit Afrika? Bietet der Exotismus eine Möglichkeit zur Darstellung dieser Afrika-Bilder? Wo kommen diese Bilder her? Welchen Beitrag leistete die Ethnografie hierbei?
Angefangen mit der Fremdheitskonstruktion werden, anhand der Arbeiten von Hahn und Waldenfels, die dabei verlaufenden Prozesse beleuchtet. In Kapitel 2 wird geklärt, was Fremdheit bedeutet, wie diese konstruiert wird und welche Rolle das Ich und die Kultur bei der Konstruktion von Fremden einnehmen.
Ausgehend von dieser Definition der Fremdheitskonstruktion wird das Mitwirken von Stereotypen analysiert. Was bedeutet Stereotypie und wie funktioniert sie? Lippmann liefert hierzu die ersten Ansätze, welche in Kapitel 3 beleuchtet werden. Dabei wird ein Einblick in die Funktionsweise von Stereotypen gegeben. Schaff indessen untersucht die Auswirkungen von Stereotypen auf das menschliche Handeln, die kurz in Abschnitt 3.1 hinterfragt werden. Im Anschluss wird geklärt, wie Rassismus und Stereotypen (Abs. 3.2) miteinander agieren und wie Stereotypen und Fetischismus zusammenhängen (Abs. 3.3).
Das nächste Kapitel widmet sich einem spezifischen Stereotyp, dem Exotismus. Ich werde mich hierbei an SEGALENS Definition eines nicht hegemonialen Exotismus-Begriffs halten, der im Gegensatz zu dem in der Literatur verbreiteten Konzept steht. Auf die literarische Exotismuskonstruktion wird aber ebenfalls kurz eingegangen.
Kapitel 5 befasst sich mit dem Ursprung der Afrika-Bilder, die hauptsächlich aus den ethnografischen Aufzeichnungen entstanden sind. In Abschnitt 5.1 wird das Augenmerk auf die Klassifizierung der neu entdeckten Kulturen und Völker gelegt. Mit den Wortbezeichnungen gehen auch die damit verbundenen Konnotationen einher. Es wird ein bündiger Blick auf die Entwicklung dieser Klassifizierung geworfen.
Im anschließenden Kapitel 6 steht ein ethnografisches Werk im Mittelpunkt: ‚Phantom Afrika’ von Michel Leiris. Es ist ein eher außergewöhnliches ethnografisches Buch, das sich hauptsächlich aus den persönlichen Erfahrungen des Autors speist. Die Analyse beschäftigt sich mit den darin tradierten Bildern, die dem Leser zuteil werden. Insbesondere soll geklärt werden, inwiefern ethnografische Schriften ihren Beitrag zur Konstruktion einer Fremdheit leisten.
Im Zusammenhang mit Afrika partizipiert der Fetischismus an der alteritären Konstruktion, der sich in der Ethnografie wiederfinden lässt. Ethnografen und Ethnologen können sich nicht ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Einflüsse entziehen, so dass diese ebenso in ihren Aufzeichnungen vorzufinden sind. Sie enthalten immer projektive Anteile ihrer selbst, wie Böhme konstatiert. Kapitel 7 liefert somit einen Überblick über die diversen Fetischismustheorien, die sich in den ethnologischen Schriften wiederfinden lassen. Eingangs wird aber zuerst die Etymologie des Begriffs „Fetisch“ geklärt, ebenso wie seine Entwicklung von einer abwertenden Bezeichnung für ein Objekt, das für religiöse bzw. schamanische Praktiken verwendet wurde, bis hin zu einem Konzept, das in der Psychoanalyse Einzug hielt. Damit einhergehend wird untersucht, wie der Fetischismus als Machtpraxis agiert und durch welche Mechanismen die Objekte fetischisiert werden.
Im Anschluss daran wird eine visuelle Darstellung von Fetischismus untersucht. Die wesentlichen Merkmale der Werke von dem amerikanischen Fotografen Robert Mapplethorpe und insbesondere eines seiner Bilder werden auf die fetischisierenden Praktiken hin analysiert.
Anschließend steht beispielhaft ein Pressebild für das aktuelle Medienbild Afrikas. Es ist das Gewinnerbild des World Press Foto Awards 2005, das unter Berücksichtigung von BARTHES Arbeiten zur Fotografie auf seine Konstruktion und Wirkungsweise hin untersucht wird.
Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse und der behandelten Thesen.
2. Fremdheit – Die Konstruktion einer Alterität
Jeden Tag begegnen wir Fremden: auf der Straße, im Geschäft, im Bus, im Fernsehen. Menschen sind uns fremd, Dinge sind uns fremd, manchmal sind wir uns selber fremd. Doch was heißt Fremdsein überhaupt? Sind die Menschen, die ich treffe, von Natur aus fremd oder doch nur, weil ich sie mir als Fremde konstruiere? Alois Hahn ist in seiner Arbeit „Konstruktionen des Selbst, der Welt und der Geschichte“ (2000) genau auf dieses Phänomen eingegangen. Was ist Fremdheit und wie entsteht sie? Das sind seine zentralen Fragestellungen. Seine erste und meiner Meinung nach gewichtigste Diagnose lautet, dass Fremdheit keine Eigenschaft, sondern immer ein Akt der Zuschreibung ist. Der Andere wird aus eigener Sicht heraus konstruiert, aus dem Blick des Anderen bin ich der Fremde, womit jede Selbstzuschreibung einer Alterität bedarf.
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