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Subtitle: Zum Artikel von Bartholomäus Grill „Die Stellvertreterin“, in: Die Zeit Nr. 43 vom 14. Oktober 2004)
Termpaper, 2006, 28 Pages
Author: Anonym
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Details
Institution/College: University of Rostock (Institut für Soziologie und Demographie)
Tags: Aber, Frauen, Hoffnung, Afrikas, Soziologie, Entwicklungsländer
Year: 2006
Pages: 28
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03734-1
File size: 404 KB
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Abstract
Im Jahr 2000 versammelten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen zum UNMillenniumsgipfel mit dem Ziel die „Millenniums-Erklärung“ zu verabschieden. Diese enthält wichtige Handlungsmaxime bezüglich der Entwicklungspolitik, welche unter anderem die Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung, die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten umfassen. Dieses und ähnliche Treffen werden durch zahlreiche politische und wissenschaftliche Debatten bezüglich der Wirksamkeit und der Folgen entwicklungspolitischer Maßnahmen begleitet. Die Grundlage vieler Beiträge, die sich mit der Bevölkerungsdynamik von Entwicklungsländern beschäftigen, verwenden die Theorie der demographischen Transition. Anhand der Kenntnisse dieses Prozesses, den die Industrienationen bereits durchlaufen haben, wird immer wieder versucht die Theorie mit ihren Phasen auf die Entwicklungsländer zu übertragen und die Entwicklungsziele anhand dieser Informationen auszurichten. Im Verlauf dieser Arbeit sollen angesichts der herrschenden Diskussionen wesentliche Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowohl hinsichtlich der Ausgangsbedingungen für die demographische Transition als auch hinsichtlich der Ursachen der verschieden Entwicklungen herausgearbeitet werden. Zusätzlich sollen die Erkenntnisse die Möglichkeit bieten, Handlungsoptionen bezüglich der Entwicklungspolitik aufzuzeigen. Bearbeitet werden sollen diese Vorhaben je nach vorhandener Datenlage anhand Westeuropa oder Deutschland als Vertreter für Industrienationen und anhand der Länder des subsaharischen Afrikas, die stellvertretend für die Entwicklungsländer stehen sollen. Ausgewählt wurden diese Länder bzw. Ländergruppen aufgrund der Tatsache, dass sie die Entwicklungen, die typisch für die jeweilige Gruppe sind , im besonderen Maße darstellen.
Excerpt (computer-generated)
,,Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas"
(Bartholomäus Grill ,,Die Stellvertreterin", in: Die Zeit Nr. 43 vom 14. Oktober 2004)
Universität Rostock
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Soziologie der Entwicklungsländer
BA Sozialwissenschaften
-1-
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Demographische Grundüberlegungen 5
2.1. Die Theorie der demographischen Transition 5
2.2. Begleitprozesse des demographischen Übergangs 8
2.2.1. Ökonomische Begleitprozesse 9
2.2.2. Soziale Begleitprozesse 9
2.3. Zusammenfassende Bemerkungen 11
3. Demographische Situation der Entwicklungsländer 12
3.1. Entwicklungsmerkmale der subsaharischen Länder Afrikas 17
3.1.1. Lebensumstände 19
3.1.2. Lebenserwartung und Sterblichkeit 20
3.1.3. Elternschaft und Familienplanung 21
3.1.4. Bildung und Fertilität 23
3.2. Schlussfolgerungen 24
4. Entwicklungspolitische Handlungsoptionen 25
-2-
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Phasen des ersten und zweiten demographischen Übergangs in Europa 7
Abbildung 2: Wachstumsraten in den Staaten der Welt 12
Abbildung 3: Globales Bevölkerungswachstum 13
Abbildung 4: Demographischer Übergang in Westeuropa im Vergleich zu den
Entwicklungsländern 15
Abbildung 5: Altersstruktur der Entwicklungs- und Industrieländer im Vergleich 16
Abbildung 6: Durchschnittliche Kinderzahl im subsaharischen Afrika 17
Abbildung 7: Gesamtfruchtbarkeitrate in Afrika 1950-2000 18
Abbildung 8: Gesamtfruchtbarkeitsrate und Bildungsniveau für Ausgewählte Länder 24
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Dauer des Bevölkerungswachstums 13
Tabelle 2: Zahl der jungen Mütter 20
Tabelle 3: Kinderwunsch in Afrika 22
-3-
1. Einleitung
Im Jahr 2000 versammelten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen zum UN-
Millenniumsgipfel mit dem Ziel die ,,Mil enniums-Erklärung" zu verabschieden. Diese
enthält wichtige Handlungsmaxime bezüglich der Entwicklungspolitik, welche unter
anderem die Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung, die Förderung der
Gleichstel ung der Geschlechter, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung
der Gesundheit von Müttern und die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten
umfassen.
Dieses und ähnliche Treffen werden durch zahlreiche politische und wissenschaftliche
Debatten bezüglich der Wirksamkeit und der Folgen entwicklungspolitischer Maßnahmen
begleitet. Die Grundlage vieler Beiträge, die sich mit der Bevölkerungsdynamik von
Entwicklungsländern beschäftigen, verwenden die Theorie der demographischen
Transition. Anhand der Kenntnisse dieses Prozesses, den die Industrienationen bereits
durchlaufen haben, wird immer wieder versucht die Theorie mit ihren Phasen auf die
Entwicklungsländer zu übertragen und die Entwicklungsziele anhand dieser Informationen
auszurichten.
Im Verlauf dieser Arbeit sollen angesichts der herrschenden Diskussionen wesentliche
Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowohl hinsichtlich der
Ausgangsbedingungen für die demographische Transition als auch hinsichtlich der
Ursachen der verschieden Entwicklungen herausgearbeitet werden. Zusätzlich sollen die
Erkenntnisse die Möglichkeit bieten, Handlungsoptionen bezüglich der Entwicklungspolitik
aufzuzeigen. Bearbeitet werden sollen diese Vorhaben je nach vorhandener Datenlage
anhand Westeuropa oder Deutschland als Vertreter für Industrienationen und anhand der
Länder des subsaharischen Afrikas, die stellvertretend für die Entwicklungsländer stehen
sollen. Ausgewählt wurden diese Länder bzw. Ländergruppen aufgrund der Tatsache,
dass sie die Entwicklungen, die typisch für die jeweilige Gruppe sind , im besonderen
Maße darstellen.
-4-
2. Demographische Grundüberlegungen
Ein Ziel dieser Arbeit sol es sein, zu zeigen, dass die demographische Transition nicht
ohne weiteres auf die Entwicklungsländer übertragen werden kann. Diese Theorie kann
lediglich unter Umständen einen ungefähren Weg weisen, wie die künftige
demographische Entwicklung in den Entwicklungsländern aussehen könnte, doch lassen
sich keine genauen Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung ableiten, da die
Entwicklung der Industrieländer in vielen Aspekten der demographischen Determinanten
anders verlaufen ist. Der folgende Abschnitt sol zunächst die Theorie der
demographischen Transition und ihren Verlauf erläutern, um Aussagen über die
Übertragbarkeit treffen zu können. Besonderes Augenmerk sol dabei auf die sozialen und
gesel schaftlichen Entwicklungen der Industriestaaten und der Entwicklungsländer gelegt
werden.
2.1. Die Theorie der demographischen Transition
Die Theorie der demographischen Transition, oft auch als demographischer Übergang
bezeichnet, entstand vor dem Hintergrund, dass man demographische Veränderungen
verschiedener europäischer Länder auf Regelmäßigkeiten hinsichtlich der
Bevölkerungsentwicklung untersuchte. Vorläufer hierfür waren insbesondere Deutschland,
England, Frankreich und auch die USA, da in diesen Ländern seit dem 18. Jahrhundert
regelmäßige Volkszählungen durchgeführt wurden, die als Datengrundlage für
entsprechende Vergleiche genutzt wurden. Im Zuge der Bearbeitung des Datenmaterials
sind zahlreiche Theorien zur Beschreibung der Bevölkerungsentwicklung entstanden. An
dieser sollen nur einige wichtige erwähnt und kurz umrissen werden.
Thomas Robert Malthus entwickelte 1798 das sogenannte ,,Bevölkerungsgesetz",
welchem nach die Bevölkerung mit konstanter Wachstumsrate zunimmt und somit
exponentiel wächst, wobei die Nahrungsmittelproduktion aufgrund begrenzter Bodenzahl
lediglich lineares Wachstum aufweist (Birg:1996:54). Zusätzlich führte Malthus sogenannte
,,checks" ein, die das Bevölkerungswachstum im Gleichgewicht zum
Nahrungsmittelangebot hielten. Diese waren zum einen ,,positive checks" wie zum Beispiel
Hungersnöte oder Seuchen, und ,,preventive checks" wie die sexuel e Enthaltsamkeit
durch Verhütungsmittel. Malthus Theorie wurde im Laufe des demographischen
Forschungsprozesses in vielen Gegenschriften widerlegt, da die Situation, wie sie
vorausgesagt wurde, empirisch nicht eingetreten ist. Vielmehr ergab sich das
-5-
Bevölkerungswachstum aus dem Rückgang der Sterberaten und den wachsenden bzw.
konstant bleibenden Geburtenraten (Vgl. Flöthmann:2005:67).
Einer der Bevölkerungswissenschaftler, der auch das Malthusianische
,,Bevölkerungsgesetz" versuchte zu widerlegen, war der Wohlstandstheoretiker Lujo
Brentano. Er argumentierte, dass die Geburtenraten rückläufig wurden durch die
Verbesserung des Lebensstandards, welcher das ökonomische Denken der Individuen
begünstigte. Weiterhin formulierte Brentano, dass die Bedürfnisse der Menschen steigen
und in Konkurrenz zueinander treten, wodurch das Bedürfnis, was die größte Befriedung
verspricht, verwirklicht wird. ,,Mit zunehmendem Wohlstand und zunehmender Kultur
wächst die Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse der Menschen, und mit dem Auftreten anderer
Bedürfnisse macht sich ... das Gossensche Gesetz geltend, wonach der nach der größten
Summe des Wohlgefühls strebende Mensch mit der Befriedigung eines Bedürfnisses da
abbricht, wo ein Fortfahren in seiner Befriedigung ihm geringeren Genuss bereiten würde,
als die Befriedigung eines anderen Bedürfnisses, auf die er sonst verzichten müsste. Der
Mensch bricht mit der Kindererzeugung da ab, wo die Mehrung der Kinderzahl ihm
geringere Befriedigung schafft, als andere Genüsse des Lebens, die ihm sonst
unzugänglich würden . . ." (Brentano 1909 in:Birg:1996:53).
Ein weiterer Bevölkerungswissenschaftler ist Gerhard Mackenroth, der 1952 seine Schrift
,,Bevölkerungslehre" verfasste, die sich von der ,,Biologie als Leitwissenschaft" abwandte
und sich der ,,historisch-soziologischen Betrachtungsweise" widmete (Birg:1996:54). Diese
Theorie war die bisweilen detaillierteste Form der Transformationstheorien, die dem
heutigen 5-Phasen Modell sehr nahe kam, welches den so genannten ersten
demographischen Übergang darstellt. Dieses ,,makroskopische Phasenmodel "
(Flöthmann:2005:70), welches die Entwicklung der Geburten- und Sterberaten im
Übergang von der vorindustriellen zu industriellen Gesel schaft zeigt, sol im Folgenden
erläutert werden.
-6-
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