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Subtitle: Die Vorschriften und der Erziehungsstil in Hogwarts und die besondere Bedeutung von Regelbrüchen in den Bänden 1-4
Termpaper, 2003, 27 Pages
Author: Bettina Arzt
Subject: Cultural Studies
Details
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Abstract
Mit ihren Harry Potter- Büchern ist es Joanne K. Rowling gelungen, in einem Zeitalter der Computerspiele und des Fernsehens Millionen von Kindern wieder für das Lesen zu begeistern. Bei genauerer Betrachtung der Plots fällt auf, dass trotz der zahlreichen Vorschriften in der Zauberschule „Hogwarts“, die Harry und seine Freunde besuchen, immer wieder Regeln gebrochen und Abmachungen missachtet werden. Nicht immer ziehen diese Regelbrüche Strafen für die Schüler nach sich. Was also haben diese Regeln von Hogwarts für eine Funktion? Was ist der Erziehungsstil dieser Schule, der toleriert, dass Schüler für ihren Ungehorsam nicht unbedingt bestraft werden? Mit diesen Fragen habe ich mich in der folgenden Hausarbeit beschäftigt.
Excerpt (computer-generated)
Proseminar:
„The Lord of the Rings“ und „Harry Potter“ - Moderne Mythen und ihre Medialisierungen
Sommersemester 2003
J.K. Rowling: HARRY POTTER
Die Vorschriften und der Erziehungsstil in Hogwarts und
die besondere Bedeutung von Regelbrüchen in den Bänden 1-4
von
Bettina Arzt
Universität Siegen
Inhalt
1. Zu dieser Arbeit S. 2
2. Die Organisation von Hogwarts
2.1. Die Aufnahme S. 2
2.2. Chancengleichheit S. 3
2.3. Die Schulform S. 3
2.4. Die Finanzierung S. 4
3. Die Didaktik von Hogwarts S. 4
3.1. Professor Lupin S. 6
3.2. Professor Snape .S. 7
4. Der Erziehungsstil von Hogwarts S. 8
5. Die Regeln von Hogwarts S. 9
5.1. Strafarbeiten ....S. 10
6. Punkteabzug und –gewinn S. 11
7. Die Dumbledore-Methode
7.1. Dubledores Einstellung in Hinblick auf Regelbrüche .S.12
7.2. Ethik der freien Entscheidung S.14
7.3. Hilfe zur Selbsthilfe S.16
8. Dubledores Regelverstöße S.17
9. Dubledore- Harrys Therapeut S.18
10. Die Bedeutung des Regelbruchs für das Fortschreiten der Handlung S.19
10.1. Band 1: Harry Potter und der Stein der Weisen S. 20
10.2. Band 2: Harry Potter und die Kammer des Schreckens S. 21
10.3. Band 3: Harry Potter und der Gefangene von Askaban S. 22
11. Abschließende Betrachtung S. 23
12. Bibliographie S. 24
1. Zu dieser Arbeit:
Mit ihren Harry Potter- Büchern ist es Joanne K. Rowling gelungen, in einem Zeitalter der Computerspiele und des Fernsehens Millionen von Kindern wieder für das Lesen zu begeistern.
Bei genauerer Betrachtung der Plots fällt auf, dass trotz der zahlreichen Vorschriften in der Zauberschule „Hogwarts“, die Harry und seine Freunde besuchen, immer wieder Regeln gebrochen und Abmachungen missachtet werden. Nicht immer ziehen diese Regelbrüche Strafen für die Schüler nach sich. Was also haben diese Regeln von Hogwarts für eine Funktion? Was ist der Erziehungsstil dieser Schule, der toleriert, dass Schüler für ihren Ungehorsam nicht unbedingt bestraft werden? Mit diesen Fragen habe ich mich in der folgenden Hausarbeit beschäftigt.
2. Die Organisation von Hogwarts
2.1. Die Aufnahme
Vor Beginn jedes Schuljahres wird allen Kindern, die gewisse (wenn auch noch unentdeckte) magische Fähigkeiten besitzen und die Grundschule beendet haben, eine Einladung zum Besuch der Zauberschule Hogwarts geschickt. Wichtig ist hierbei, dass die Zaubererkinder lediglich eingeladen werden, die Schule zu besuchen, es existiert aber keine gewöhnliche Schulpflicht.
Bei der Entscheidung der kleinen Zauberer, ob sie Schüler von Hogwarts werden wollen, haben die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten kein Mitspracherecht. Allein die Kinder entscheiden, ob sie nach Hogwarts kommen wollen, da sich die Einladungen direkt an sie richten.
Sehr geehrter Mr. Potter,
wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind.(...)Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihre Eule bis spätestens zum 31. Juli.(...)1
So können die Dursleys, Harrys herzlose Stiefeltern, nicht verhindern, dass Harry immer wieder Eulenpost erhält und schließlich ein Hogwarts-Schüler wird, als sie versuchen, die Einladungen zum Schulbesuch vor ihm zu verbergen. “Harry war gerade dabei, den Brief zu entfalten, (...)als Onkel Vernon ihm das Blatt aus der Hand riss.“2
Diese Entscheidungsfreiheit der Schüler spielt in Hogwarts auch im Hinblick auf den Erziehungsstil eine sehr wichtige Rolle, worauf ich im Laufe der Arbeit noch zu sprechen kommen werde. (Siehe 7.1.)
2.2. Chancengleichheit
Hinsichtlich der Auswahl der Schüler, die in Hogwarts aufgenommen werden, herrscht eine absolute Chancengleichheit: Herkunft, Religion, Geld oder Familientradition spielen keine Rolle. Sogar Kinder aus Muggle-Familien, also Nichtzauberer-Familien, können Schüler von Hogwarts werden, solange sie das „Magier-Gen“ in sich tragen. So stammt auch die schlaue Hermine, Harrys beste Freundin, aus einer nichtmagischen Familie. “Keiner in meiner Familie ist magisch, es war ja so eine Überraschung, als ich meinen Brief bekommen hab(...),“3 Das einzige Kriterium für die Aufnahme sind also magische Fähigkeiten und der Wille der Kinder, zu einem echten Zauberer ausgebildet zu werden. Eine Aufnahmeprüfung oder Bewerbungsgespräche zur Feststellung ob die Kinder überhaupt qualifiziert sind existieren nicht.
Doch trotz dieser egalitären Aufnahmekriterien sind die Hogwarts-Schüler einer gewissen Segregation unterworfen: Die Schule ist in 4 verschiedene Häuser (Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin) eingeteilt, welchen die Kinder gleich nach ihrer Ankunft in Hogwarts zugeordnet und auf diese Weise integriert werden. Diese Einteilung erfolgt einmalig und endgültig durch einen sprechenden Hut, der jedem Schüler auf den Kopf gesetzt wird, und der dasjenige Haus bekannt gibt, welchem der neue Schüler am meisten entspricht. Diese 4 Häuser, die für ihre unterschiedlichen Tugenden stehen, kämpfen während des gesamten Schuljahres dann gegeneinander um den begehrten Hauspokal von Hogwarts.
2.3. Die Schulform
Hinsichtlich der Schulform besitzt Hogwarts sowohl Komponenten einer staatlichen als auch einer privaten Schule; eindeutige Abgaben werden nicht gemacht.
Die große Menge von Schülern (28 Klassen), eine Zahl die sich aus der Menge der 7 Schuljahre, die man in Hogwarts verbringt, und der 4 Häuser zusammensetzt, spricht jedoch eher für eine staatliche Schule. Auch die egalitären Kriterien bei der Aufnahme der Schüler sind ein Hinweis auf die staatliche Schulform. Allerdings erinnert das Schulgebäude „ein gewaltiges Schloss mit vielen Zinnen und Türmen,“ 4 in starkem Maße an ein privates Elitecollege in England. Außerdem ist die Tatsache, dass die Tradition eine wichtige Rolle in Hogwarts spielt, ein Hinweis auf eine Privatschule. So werden jedes Jahr traditionell die gleichen Feste gefeiert (z.B. das Jahresabschlussfest), die Häuser haben ihre traditionellen Wappentiere, Farben etc. und oftmals gehören ganze Familiengenerationen immer wieder dem gleichen Haus an.
[....]
1 Rowling, Joanne K.: Harry Potter und der Stein der Weisen. Hamburg: Carlsen Verlag 1998.S.59
2 Ebd. S.42
3 Ebd. S.117
4 Rowling, J.K.: Harry Potter und der Stein der Weisen. S.124
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