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Diploma Thesis, 2007, 68 Pages
Author: Andre Tantzscher
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Trink, Mann, Entwicklung, Alkoholkonsums, Jugendlichen, Anforderungen, Arbeit
Year: 2007
Pages: 68
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 87 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-85904-2
ISBN (Book): 978-3-638-85452-8
File size: 3365 KB
Ansprechende Arbeit mit breitem Literaturbezug
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Abstract
Erschreckende Meldungen über Jugendliche, die sich auf Flatrateparty bis zur Bewusstlosigkeit, sogar bis ins Koma betrinken, konnten im Frühjahr / Sommer 2007 in den Medien und politischen Diskussionen verfolgt werden. Vor allem männliche Jugendliche scheinen diesem Phänomen nachzukommen. Es konnte der Eindruck entstehen, dass sich ein Gros der Jugendlichen diesem maßlosen Alkoholkonsum hingibt. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob die Jugendlichen tatsächlich so viel trinken und wie Soziale Arbeit darauf reagieren kann. Die ersten Kapitel setzen sich mit den Begriffen Jugend und deren Lebenswelt, das allgemeine Bild von Männern und Männlichkeit und dem entstehenden Druck, diesem Bild nachzukommen auseinander. Weiter werden die Wirkungen und Folgen von Drogen und im Besonderen Alkohol beschrieben sowie die Haltung der Werbung und einzelner Parteien gegenüber Flatratepartys. Das Trinkverhalten und der Konsum von Alkohol sowie die Motivation der Jugendlichen werden sich im fünften Kapitel gewidmet. Vor dem Fazit werden die Aufgaben Sozialer Arbeit genannt und das Projekt HaLT – Hart am Limit analysiert. Einleitung 3 1 Die Jugend 5 1.1 Definition: Jugendliche 1.2 Zum Begriff Lebenswelt 1.3 Lebenswelt und Interessen der Jugendlichen 2 Wann ist ein Mann ein Mann? – Mannsbilder und Mannserwartungen 11 2.1 Bilder vom „typischen Mann“ 2.2 Diskrepanzen zum Idealbild 3 Drogen und Sucht 18 3.1 Definition: Drogen 3.2 Sucht 4 Alkoho 24 4.1 Geschichte, soziale Gewohnheiten, Zahlen und Fakten 4.2 Wirkungen und Folgen des Alkoholkonsums 4.2.1 Wirkung auf Körper und Psyche 4.2.2 Folgen für Körper und Psyche, soziale Konsequenzen 4.3 Werbung und Politik Exkurs: Flatrate-Partys und deren Verbot 4.4 Trinkverhalten nach Typisierung 5 „Trink, wenn du ein Mann bist“ 37 5.1 Alkopops als Einstieg 5.2 Einfluss der Werbung auf das Trinkverhalten Jugendlicher 5.3 Alkoholkonsum männlicher Jugendlicher 5.4 Motivationen 5.5 Verfügbarkeit von Alkoholika 6 Anforderungen an die Soziale Arbeit 49 6.1 Kampagne „Na TOLL!“ / Bist Du stärker als Alkohol?“ 6.2 Prävention in Fahrschulen 6.3 Offene Tür / Jugendzentrum 6.4 Mitternachtssport 6.5 Projekt HaLT 7 Fazit 57 8 Literaturverzeichnis 61 9 Anhang
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Hannover (FHH)
University of Applied Sciences and Arts
Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales
Abteilung Soziale Arbeit
„Trink, wenn du ein Mann bist.“
Zur Entwicklung steigenden Alkoholkonsums be ... i
männlichen Jugendlichen und den daraus
entstehenden Anforderungen an Soziale Arbeit
Diplomarbeit zur Diplomprüfung Sommersemester 2007
eingereicht von: André Tantzscher
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 3
1 Die Jugend ... 5
1.1 Definition: Jugendliche ... 6
1.2 Zum Begriff Lebenswelt ... 6
1.3 Lebenswelt und Interessen der Jugendlichen ... 8
2 Wann ist ein Mann ein Mann? – Mannsbilder und Mannserwartungen ... 11
2.1 Bilder vom „typischen Mann“ ... 12
2.2 Diskrepanzen zum Idealbild ... 15
3 Drogen und Sucht ... 18
3.1 Definition: Drogen ... 18
3.2 Sucht ... 20
4 Alkohol ... 24
4.1 Geschichte, soziale Gewohnheiten, Zahlen und Fakten ... 24
4.2 Wirkungen und Folgen des Alkoholkonsums ... 25
4.2.1 Wirkung auf Körper und Psyche ... 26
4.2.2 Folgen für Körper und Psyche, soziale Konsequenzen ... 27
4.3 Werbung und Politik ... 28
Exkurs: Flatrate-Partys und deren Verbot ... 33
4.4 Trinkverhalten nach Typisierung ... 35
5 „Trink, wenn du ein Mann bist“ ... 37
5.1 Alkopops als Einstieg ... 37
5.2 Einfluss der Werbung auf das Trinkverhalten Jugendlicher ... 40
5.3 Alkoholkonsum männlicher Jugendlicher ... 41
5.4 Motivationen ... 44
5.5 Verfügbarkeit von Alkoholika ... 48
6 Anforderungen an die Soziale Arbeit ... 49
6.1 Kampagne „Na TOLL!“ / Bist Du stärker als Alkohol?“ ... 49
6.2 Prävention in Fahrschulen ... 50
6.3 Offene Tür / Jugendzentrum ... 50
6.4 Mitternachtssport ... 52
6.5 Projekt HaLT ... 52
7 Fazit ... 57
8 Literaturverzeichnis ... 61
Einleitung
Vor ein paar Wochen war in den Schlagzeilen der Tageszeitungen und im Fernsehen ein Thema sehr präsent: Jugendliche trinken bis zur Ohnmacht Alkohol. Das sog. „Komasaufen“ sowie Flatrate-Partys, bei denen für einen festen Betrag unbegrenzt viele Getränke ausgeschenkt werden sind bei den Jugendlichen sehr beliebt. Bemerkenswert sind die Preisunterschiede für Getränke in Bezug auf die Geschlechter. In verschiedenen Werbungen konnte ich lesen, dass Jungen / Männer einen höheren Betrag als Mädchen / Frauen zahlen mussten. Wird hier suggeriert, dass Jungen / Männer mehr (Alkohol) trinken als Mädchen / Frauen? Das Problem dieser Flatrate-Partys ist, dass viele Minderjährige an alkoholische Getränke gelangen, die für sie vom § 9 Jugendschutzgesetz noch nicht erlaubt sind. Meist handelt es sich hierbei um Spirituosen und Alkopops – alkoholische Mischgetränke mit einem häufig hohen Alkoholvolumenprozentteil, die mit süßen Geschmack und Aroma versetzt sind, so dass der hohe Alkoholgehalt nicht herauszuschmecken ist. Bei diesen Partys scheint sich ein Trend zu entwickeln: Das Trinken möglichst vielen Alkohols in geringer Zeit. Dabei ist zu beobachten, dass die Einweisung Jugendlicher in die Notaufnahmestationen der Krankenhäuser durch Alkoholvergiftungen enorm angestiegen ist. In Berlin trank sich ein 16-jähriger mit angeblich 45 Tequila ins Koma und starb in der Vorosterwoche1.
Schnell wurden Forderungen nach einem Verbot der Flatrate-Partys ausgesprochen, um diesem Trend Einhalt zu gebieten. Hannover setzte als erste bundesdeutsche Stadt dieses Verbot durch. Dabei ist letztendlich noch nicht geklärt, ob die Stadt das Recht hat, auf die Preisgestaltung der Gastronomie Einfluss zu nehmen oder die Partys ganz verbieten darf.
Die Medien haben die Themen des sog. Komasaufens und der Flatrate-Partys so weit verbreitet, dass der Gedanke entstehen könnte, die heutigen Jugendlichen trinken exzessiver als die Generationen zuvor. Ist dies eine neue Bewegung, eine neue Generation? Wie ist die Jugend heute? Welche Werte hat sie? Welche Interessen verfolgt sie? Da Jungen einen höheren Eintrittspreis als Mädchen zahlen sollen, stellt sich mir die Frage, ob männliche Jugendliche mehr trinken als weibliche Jugendliche. Alkohol ist in der Gesellschaft anerkannt. „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“ oder das „Feierabendbierchen“ sind gängige Phrasen und Ausdrücke. Hier wird etwas Bestimmtes verharmlost. Die Menschen sind sich bewusst, dass Alkohol psychotrop wirkt und nehmen dies billigend mit der Verniedlichung eines Wortes durch die Endsilbe –chen in Kauf. Mir ist noch nicht zu Ohren gekommen, dass ein Kokainschnupfender oder THC-Konsumierender von einem „Linechen“ oder einem „Jointchen“ spricht.
In Schlagerliedern wird Alkohol mythologisiert und als wertvolles Gut dargestellt (z.B. „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens). Der Genuss des Alkohols wird heute assoziiert mit guter Laune, Party, netten Leuten, Sex, Lifestyle, usw. Als psychotrope Substanz ist Alkohol eine Droge2. Gesellschaftlich wird Alkohol gerade mal als Genussmittel wahrgenommen. In Deutschland sterben jedes Jahr 42.000 Menschen an den Folgen des Alkohols3. Etwa 2,4 % der über 18-jährigen Wohnbevölkerung in Deutschland ist abhängig vom Alkohol. Die Zahl der Menschen, die Alkohol missbrauchen, ist fast doppelt so hoch4.
Die Toleranz des Konsums der Droge Alkohol ist soweit verinnerlicht, dass es immer wieder zu erstaunlichen Äußerungen kommt, wenn ich auf einer Party keinen Alkohol trinke. Häufig ist die erste Reaktion: „Ach, du musst noch fahren?“. Verneine ich dieses und erkläre, dass ich gar keinen Alkohol trinke, werde ich skeptisch angeschaut und häufig gefragt, ob ich trockener Alkoholiker sei. Ich stehe bei dieser Frage immer wieder in einem Rechtfertigungszwang5. Werde ich aber nach einer Zigarette gefragt und verneine dieses, weil ich Nichtraucher bin, gibt es kein Nachfragen und damit ist dieses Thema einfach beendet.
Das Thema Alkohol umfasst ein weites Gebiet. Ich befasse mich in dieser Arbeit mit der Frage nach dem steigenden Alkoholkonsum männlicher Jugendlicher und mit den entstehenden Anforderungen an Soziale Arbeit.
Im ersten Kapitel kläre ich den Begriff „Jugendliche“. Die Lebenswelt der Jugendlichen und ihre Interessen werden darin beschrieben.
Wann ist ein Mann ein Mann? Die Idealvorstellungen vom „Mann“ passen nicht unbedingt zu jedem jungen Mann und der Druck, diesem Ideal nachzukommen ist hoch. Dem Thema Mann und Männlichkeit widme ich mich im zweiten Kapitel.
Das dritte Kapitel soll einen kurzen Überblick über Drogen, Sucht und die verschiedenen Suchtformen schaffen.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich konkreter mit der Droge Alkohol, deren Wirkung, Folgen und Risiken. Es beinhaltet einen Exkurs zu aktuellen Ereignissen im Bezug auf die Flatrate-Partys und deren Verbot.
Im fünften Kapitel gehe ich der Frage nach, weshalb männliche Jugendliche Alkohol konsumieren und wie dies zu ihrem Leben passt.
Die Anforderungen Sozialer Arbeit werden im sechsten Kapitel näher untersucht. Es werden verschiedene Maßnahmen und Projekte vorgestellt.
Im siebten Kapitel werde ich in meinem Fazit eine Position formulieren.
Aus Gründen der Lesbarkeit habe ich mich entschlossen, die männliche Form zu wählen. Es sind immer beide Geschlechter gemeint.
Sozialpädagogik und Sozialarbeit wird in Niedersachsen in einem Studiengang angeboten. Dementsprechend meine ich bei Nennung einer einzigen dieser Berufsbezeichnungen stets beide.
An manchen Stellen werde ich Markennamen nennen. Diese sind nicht als geschützte Marke kenntlich gemacht. Die Nennungen von Marken stellen keinen Missbrauch derselben dar, sondern dienen lediglich Informationszwecken.
1 Die Jugend
Die allgemeine Auffassung über Jugend zeichnet eher ein negatives Bild der Jugendlichen ab. In diesem Bild verschwinden die Moral- und Wertvorstellungen bei Jugendlichen; sie avancieren zu frühen Alkoholikern; hören den ganzen Tag mit ihren Handys aus plärrenden Lautsprechern Musik und engagieren sich nicht mehr in Vereinen. In diesem Kapitel überprüfe ich kurz die allgemeine Auffassung über Jugend und gebe einen Überblick über die Lebenswelt und Interessen der Jugendlichen.
[...]
1 Hunfeld 2007, 37
2 s. Kapitel 3
3 vgl. DHS 2003,17ff ; Schliekau 2004, 85
4 vgl. DHS im Internet
5 vgl. Lindenmeyer 2001, 59
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