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Examination Thesis, 2007, 69 Pages
Author: Veronika Zattler
Subject: Sport - Sport Medicine, Therapy, Prevention, Nutrition
Details
Tags: Adipositas-, Ursachen, Folgen, Kindesalter
Year: 2007
Pages: 69
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 59 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-85906-6
File size: 809 KB
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Abstract
In der Zeitung „Die Welt“ vom 28. Februar 2007 wurden unter der Überschrift „Europas Bürger sollen abspecken“ über ein Programm der EU berichtet, das eine Bekämpfung des Übergewichts zum Ziel hat. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, dass „bis 2010 10 Prozent der Menschen in der EU eine halbe Stunde täglich Sport treiben. Jeder Fünfte soll täglich mehrere Male Obst und Gemüse essen. Auf diese Ziele haben sich mehr als 300 Gesundheitsexperten aus allen 27 EU-Staaten auf einer Konferenz im baden-württembergischen Badenweiler verständigt. Vor allem müsse auch die Zunahme von Übergewicht bei Kindern gestoppt werden.“ ( Die Welt vom 28.2.2007) In der Berliner Morgenpost vom 6. Februar 2007 wird unter der Überschrift „Fette Kosten“ der EU-Gesundheitskommissar Markos Kypriano zitiert, demzufolge heute bereits 14 Millionen Kinder in Europa zu dick sind bei steigender Tendenz. I Deutschland sind bereits heute 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Schätzungen zufolge verursachen ernährungsbedingte Krankheiten in der EU der Volkswirtschaft Kosten in Höhe von 70 Mrd € EU, davon alleine in Deutschland 15 – 20 Mrd €. Das Thema Übergewicht ist also mittlerweile in der Politik angekommen und wird derzeit publizistisch ausgeschlachtet. Meine Arbeit beschäftigt sich mit Ursachen, Risiken und Behandlungsmethoden von Adipositas bei Kindern und soll die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, Sozialisation und Körpergewicht darstellen.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität München
Fakultät der Sportwissenschaften
Fach: Sport
Adipositas - Ursachen und Folgen vor allem bei Kindern
Examensarbeit
vorgelegt von: Veronika Zattler
Gliederung:
Einleitung ... 5
1. Adipositas ... 7
1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung ... 7
1.2 Messverfahren ... 8
1.2.1 Messmethoden zur Feststellung von Adipositas ... 8
1.2.1.1 Broca – Index ... 8
1.2.1.2 Hüfte – Taille – Quotient ... 9
1.2.1.3 body – mass – index ... 10
1.2.2 Besonderheiten der Messverfahren bei Kindern ... 11
1.3 Ursachen ... 13
1.3.1 Krankheiten ... 13
1.3.2 genetische Faktoren ... 13
1.3.2.1 Ernährungsstoffwechsel und genetische Faktoren ... 14
1.3.2.2 Bedeutung des Sympathikus/Parasympathikus bei der Entstehung von Adipositas ... 15
1.3.2.3 Bedeutung der Botenstoffe bei der Entwicklung von Adipositas ... 15
1.3.2.4 Bedeutung der Thermogenese im Zusammenhang mit Adipositas ... 16
1.3.3 Umweltfaktoren ... 18
1.3.3.1 psycologische Faktoren ... 18
1.3.3.2 Lebensstil und sozio – kulturelle Faktoren ... 19
1.3.3.3 familiäre Interaktionen als Ursache ... 20
1.4 Folgen von Adipositas ... 22
1.4.1 primäre Folgen von Adipositas im Erwachsenenalter ... 22
1.4.1.1 medizinische Folgen ... 22
1.4.1.2 psychosoziale Folgen ... 24
1.4.2 primäre Folgen kindlicher Adipositas ... 25
1.4.2.1 medizinische Folgen ... 26
1.4.2.1.1 unmittelbare Folgen auf die Morbidität ... 26
1.4.2.1.2 Langzeitfolgen kindlicher Adipositas ... 27
1.4.2.2 psychosoziale Folgen ... 28
1.4.3 sekundäre Folgen von Adipositas im Kindes -, Jugend – und Erwachsenenalter ... 29
1.5 Epidemiologie ... 30
1.6 Grundlegendes zur Therapie von Adipositas im Kindes – und Jugendalter ... 31
2. dreigliedriges Basisprogramm ... 33
2.1 Effektivitätsnachweise ... 34
2.1.1 Ergebnisse einer erfolgreichen Basistherapie ... 35
2.1.2 beeinflussende Faktoren ... 35
2.2 Bewegungstherapie ... 37
2.2.1 Bedeutung von Bewegung und Sport ... 37
2.2.2 Risiken einer Bewegungstherapie bei adipösen Kindern ... 38
2.2.3 Ablauf des Bewegungsprogramms ... 38
2.3 Ernährungstherapie ... 39
2.3.1 Ernährungsberatung und – schulung ... 39
2.3.2 Richtlinien bei Diäten für adipöse Kinder und Jugendliche ... 40
2.4 Verhaltenstherapie ... 42
2.4.1 Technik der Stimuluskontrolle ... 43
2.4.2 Technik der Kontrakte/Trainingsverträge ... 43
2.4.3 Technik der Selbstkontrolle ... 44
2.4.4 Technik der Verstärkung und Token – Programme ... 44
2.4.5 Technik der Informationsvermittlung ... 44
2.4.6 Technik der Verhaltensübungen ... 45
2.4.7 Technik der Veränderung ungünstiger Konditionen ... 45
3 ambulante und stationäre Therapie ... 45
3.1 ambulantes Therapieprogramm ... 46
3.2 stationäres Therapieprogramm ... 48
3.3 Kombination von ambulanter und stationärer Therapie ... 49
4. Klinik Schönsicht ... 49
4.1 Ausstattung/Lage ... 50
4.2 Behandlungskonzept bei Adipositas mit Krankheitswert ... 52
4.2.1 Ablauf der Therapie ... 53
4.2.1.1 Diätetik ... 54
4.2.1.2 Psychotherapie ... 55
4.2.1.3 Sporttherapie ... 56
4.2.2 Teilnahme der Eltern ... 57
4.2.3 Erfolgsaussichten ... 56
4.3 Therapieansatz der Klinik Schönsicht im Lichte des dreigliedrigen Basisprogramms ... 57
4.3.1 Ernährungsprogramm ... 59
4.3.2 Verhaltenstherapie ... 59
4.3.3 Bewegungsprogramm ... 60
4.3.4 Effektivitätsnachweise ... 61
Schluss ... 62
Literaturverzeichnis ... 63
Einleitung
In der Zeitung „Die Welt“ vom 28. Februar 2007 wurden unter der Überschrift „Europas Bürger sollen abspecken“ über ein Programm der EU berichtet, das eine Bekämpfung des Übergewichts zum Ziel hat. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, dass „bis 2010 10 Prozent der Menschen in der EU eine halbe Stunde täglich Sport treiben. Jeder Fünfte soll täglich mehrere Male Obst und Gemüse essen. Auf diese Ziele haben sich mehr als 300 Gesundheitsexperten aus allen 27 EU-Staaten auf einer Konferenz im baden-württembergischen Badenweiler verständigt. Vor allem müsse auch die Zunahme von Übergewicht bei Kindern gestoppt werden.“
( Die Welt vom 28.2.2007)
In der Berliner Morgenpost vom 6. Februar 2007 wird unter der Überschrift „Fette Kosten“ der EU-Gesundheitskommissar Markos Kypriano zitiert, demzufolge heute bereits 14 Millionen Kinder in Europa zu dick sind bei steigender Tendenz. I Deutschland sind bereits heute 15 Prozent der Kinder übergewichtig.
Schätzungen zufolge verursachen ernährungsbedingte Krankheiten in der EU der Volkswirtschaft Kosten in Höhe von 70 Mrd € EU, davon alleine in Deutschland 15 – 20 Mrd €.
Das Thema Übergewicht ist also mittlerweile in der Politik angekommen und wird derzeit publizistisch ausgeschlachtet.
So wurde am 27.2.2007 in verschiedenen Zeitungen berichtet, dass der Fall eines achtjährigen Briten vor dem Sozialgericht in London verhandelt wird. Spiegel online vom 27. Februar 2007 schreibt dazu:
„Nicola McKeown hat gegen den Vorschlag der Behörden Einspruch eingelegt: Sie will ihren Sohn weiter zu Hause versorgen. Den Vorwurf, sie vernachlässige den Jungen, weist die allein erziehende Mutter zurück. "Ihn von seiner Familie wegzunehmen, wo er doch ihre Hilfe braucht, ist das Schlimmste für Connor. Ich glaube, dann geht es ihm noch schlechter", sagte sie. Sie bemühe sich, den ungezügelten Appetit ihres Sohnes zu bremsen, erklärte sie in einem Interview mit dem Fernsehsender ITV.
McKeown räumte allerdings ein, dass Connor häufig Lebensmittel stehle oder verstecke, weil er bei jedem Diätversuch hungrig gewesen sei. Wenn er abends nicht genug zu essen bekomme, gebe er die ganze Nacht über keine Ruhe und bettele nach etwas Essbarem.
Bisher sind alle Versuche, den Jungen auf Diät zu setzen, gescheitert. Die Gesundheitsbehörden in North Tyneside erklärten, Connors Familie habe wiederholt die Zusammenarbeit verweigert und Termine mit Gesundheitsberatern und Sozialarbeitern verstreichen lassen. "Kindesmissbrauch betrifft nicht nur Eltern, die ihre Kinder schlagen oder sie sexuell missbrauchen - es betrifft auch Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen", wird ein Mitarbeiter der Behörde zitiert.
Mediziner wiesen indessen darauf hin, dass der Junge mit 1,52 Metern für sein Alter nicht nur ungewöhnlich groß sei, sondern auch mehr als das dreifache Gewicht seiner Altersgenossen mit sich herumtrage. "Connors Lebensweise ist extrem gefährlich", warnte Colin Waine vom Forum für Fettleibigkeit in Nottingham. Wenn er weiter so übergewichtig bleibe, werde er sich schon als Teenager Diabetes zuziehen und spätestens mit 20 Herz- und Kreislaufbeschwerden. Mit 30 Jahren drohe ihm dann der Tod. "Es geht nicht darum, dass wir behaupten, dass die Familie nicht in der Lage ist, den Jungen zu versorgen, sondern es geht darum, dass sie ihn durch das, was sie ihm zu Essen geben, langsam töten", zitiert "CNN.com" den Kinderarzt Michael Markiewicz.“
In diesem Artikel sind zwar die wesentlichen Punkte aufgeführt, die bei der Entstehung und Behandlung von Adipositas eine Rolle spielen. Eine objektive Analyse der Ursachen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten bietet dieser Beitrag jedoch nicht.
Meine Arbeit beschäftigt sich mit Ursachen, Risiken und Behandlungsmethoden von Adipositas bei Kindern und soll die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, Sozialisation und Körpergewicht darstellen.
Die bei der Erarbeitung gewonnenen Erkenntnisse werden mir sicherlich beim Unterrichten adipöser Kenntnisse helfen.
1. Adipositas
1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
Von Adipositas spricht man, wenn der Anteil des Körperfettes an der Körpermasse über ein Normalmass hinaus erhöht ist. Bei Frauen spricht man von Adipositas, wenn ihr Fettanteil mehr als 25% beträgt; bei Männern ab einer Überschreitung von 20%.(Müller et al., 1990).1 Diese Definition erfordert eine Bestimmung der Fettmasse und eine Festlegung der Grenzwerte, ab welchen man von einer erhöhten Fettmasse spricht. Verschiedene Methoden zur Bestimmung der Fettmasse werden im nächsten Kapitel beschrieben.
Die Einteilung in Unter-, Normal-, Übergewicht und Adipositas und somit die Festlegung der Grenzwerte erfolgt über den Body- Mass- Index (BMI).
Umgangssprachlich werden Adipositas und Übergewicht oftmals synonym verwendet2. Das ist medizinisch nicht korrekt. Vielmehr ist eine saubere Trennung der beiden Begriffe erforderlich. Denn bei Adipositas ist die erhöhte Fettmasse ausschlaggebend, während man von Übergewicht dann spricht, wenn das körperhöhenbezogene Körpergewicht ein bestimmtes Maß überschreitet. So ist Adipositas zwar meist mit Übergewicht verbunden, aber Übergewichtige müssen nicht zwangsläufig adipös sein.3 Bei Übergewicht spricht man noch nicht von einer Krankheit. Dahingegen ist Adipositas eine Krankheit. Dies leitet sich aus einer erhöhten Komorbidität und psychosozialen Beeinträchtigungen ab, die beide bei Adipositas vorliegen (AGA 2002). So betont auch Jung (1997)4, dass Adipositas eine ernstzunehmende Krankheit ist, weil die Möglichkeit daran zu erkranken stark von einer genetischen Disposition abhängt und mit einer großen Zahl von Begleiterscheinungen einhergeht. Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass Adipositas eine chronische Krankheit ist.5 Unter einer chronischen Krankheit versteht man eine Störung der Körperfunktion, die sich langsam, manchmal unbemerkt entwickelt und für lange Zeit oder sogar lebenslänglich bestehen bleibt (Butler, 1991)6. Im Folgenden werden nun die drei gängigsten Messverfahren zur Bestimmung von Adipositas erläutert, die untrennbar von der Definition sind.
[...]
1 vgl. Barnstorf, J.& Jäger, B. (Hrsg.). Zum Dicksein verdammt? S.4
2 vgl. Wirth, (2000). In: Lehrke, S. (Hrsg.). Adipositas- Therapie bei übergewichtigen Kindern. S.15
3 vgl. Pudel & Westenhöfer , (1998). In: ebd., S.15
4 vgl. Barnstorf, J.& Jäger, B. Zum Dicksein verdammt? S.1
5 www.übergewicht-online.de
6 vgl. Barnstorf, J.& Jäger, B. Zum Dicksein verdammt? S.1
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