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Heinrich Heine und das Judentum - Methodische Überlegungen für einen thematischen Unterricht in der Oberstufe

Scholary Paper (Seminar), 2002, 15 Pages
Author: Patrick Müller
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 15
Grade: gut (2,0)
Language: German
Archive No.: V8250
ISBN (E-book): 978-3-638-15269-3

File size: 593 KB


Excerpt (computer-generated)

Otto-Friedrich Universität Bamberg
Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
PS: Heinrich Heine in der Schule
SS 2002

Heine und das Judentum
Didaktische Überlegungen und Textauswahl für einen
thematischen Literaturunterricht in der Ober- und Kollegstufe

Patrick Müller Semesterzahl: 06
Studiengang: LA GY
Fächerkombination: D/K

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der Frontalunterricht
1. Schwächen und Stärken
2. Relevanz für einen thematischen Literaturunterricht

II. Heine und das Judentum
1. Juden in Deutschland
2. Die jüdische Problematik zur Zeit Heines
3. Heines Einstellung und Verhältnis zum Judentum und zur Religion

III. Textauswahl und didaktische Analyse
1. Donna Clara
1.1 Sachanalyse
1.2 Begründung der Auswahl
1.3 Methodische Umsetzung
2. Der Rabbi von Bacherach
2.1 Sachanalyse
2.2 Begründung der Auswahl
2.3 Methodische Umsetzung

IV. Vorschlag einer Unterrichtsreihe

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Heinrich Heine gilt als umstrittenster deutschsprachiger Autor des 19. Jahrhunderts. Er ist der meist geliebte und zugleich meist geschmähte deutsche Dichter jüdischer Herkunft. Heine war zugleich Romantiker und Poet, Politiker und Ironiker, Jude und Deutscher, Europäer und Emigrant. Durch die farbige Mischung von poetischem Genie und journalistischer Begabung galt und gilt er heute noch als geistreicher Spötter.

Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Holocaust an den europäischen Juden wurde sein Werk in den beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich rezipiert.i Während man im Westen noch stark mit Vorurteilen gegen Heine zu kämpfen hatte, wurde er im Osten sehr viel mehr verehrt, jedoch nicht ohne stellenweise ideologisch ausgeschlachtet zu werden.

Mittlerweile hat sich in der Heine-Rezeption vieles zum Positiven gewandelt. Einen Höhepunkt an Publikationen – auch didaktischer – und Öffentlichkeit verursachte das Heine-Jahr 1997. So konnte auch in den Schulen um dieses Datum das Interesse an diesem bedeutenden deutschen Schriftsteller erhöht werden. In dieser Arbeit soll versucht werden, die methodischen und didaktischen Vorüberlegungen zu leisten, die nötig sind, um Heines Verhältnis zum Judentum zum Gegenstand eines thematischen Literaturunterrichts in der Ober- und Kollegstufe zu machen.

Da dieses Thema einen ganz bestimmten Aspekt aus Heines Leben behandelt, und Reflexe seiner Auseinandersetzung mit Religion und vor allem mit dem Judentum in seinem Werk zu erkennen sind, müssen den Schülern Zusatzinformationen geboten werden. In diesem Zusammenhang soll der Frontalunterricht zur Anwendung kommen, weshalb dieser am Anfang der Arbeit auf seine Zweckmäßigkeit hinsichtlich der Thematik überprüft werden soll.

Nach der didaktischen Analyse zweier Heine-Texte – „Donna Clara“ und „Der Rabbi von Bacherach“ – soll zum Schluss noch der mögliche Verlauf einer Unterrichtsreihe dargestellt werden.

I. Der Frontalunterricht
1. Schwächen und Stärken

Da der Frontalunterricht durch den Vormarsch des Offenen Unterrichts zunehmend in die Defensive geraten ist, bemühen sich einige Pädagogen – hier wären vor allem Hilbert Meyer und Karl Aschersleben zu nennen1 – diese immer noch am häufigsten praktizierte Sozialform nicht ganz dem Untergang preiszugeben. Dazu versuchen sie seine spezifischen Stärken darzulegen, ohne freilich die offensichtlichen Schwächen tot zu schweigen. Die am häufigsten angebrachte Kritik am Frontalunterricht ist seine zwangsläufige Erziehung zu Passivität und Anpassung, zu rezeptivem Verhalten, zu Ordnung- und Disziplinbewahren. Deshalb scheint er völlig ungeeignet, Selbständigkeit im Denken, Fühlen und Handeln des Schülers zu fördern. Intellektuelle Gedankenflüge werden an der kurzen Leine des Lehrers zurückgehalten, denn er gibt die Denkschemata vor. Dies alles führt weiterhin unweigerlich zu Lehrerzentriertheit und somit oftmals zu Langweile und Gleichgültigkeit gegenüber den vermittelten Inhalten.

Neben diesen großen Nachteilen, die einen verantwortlichen Pädagogen zu reflektiertem Gebrauch dieser Sozialform anhalten sollten, hat der Frontalunterricht aber auch einen Ort im Unterrichtsgeschehen2, wo er in seiner Effizienz kaum durch eine andere Methode ersetzt werden kann, nämlich wenn es darum geht, sachliche Zusammenhänge, Probleme und Fragestellungen aus der Sicht des Lehrers darzustellen. Deshalb ist er dann gut einsetzbar, wenn eine allgemeine bzw. gemeinsame Orientierungsgrundlage hergestellt, ein neues Wissensgebiet dargestellt, und in ein neues Thema eingeführt werden soll. Aber auch bei der Sicherung von Arbeitsergebnissen, der Überprüfung von Leistungsständen der Schüler, der gemeinsamen Auswertung von Einzel-, Partner- und Gruppenunterricht sowie zur Aushandlung von Regeln und zur Bearbeitung von Konflikten ist der Frontalunterricht gut geeignet.

2. Relevanz für einen thematischen Literaturunterricht

Wenn man einen Autor und sein Werk aus einer ganz bestimmten Perspektive betrachtet, ist es unabdingbar, den Schülern Vorinformationen zu liefern, um sie zu befähigen, die zu behandelnde Problematik auch aus den Texten herauslesen zu können.

[...]

I vgl. HOFFMANN. Er stellt dar, wie selten Heine im Deutschunterricht der BRD noch Mitte der 70er Jahre behandelt wurde, bzw. wie selten Texte von ihm auf Lehrplänen oder in Schulbüchern zu finden waren.
1 Siehe Literaturverzeichnis
2 vgl. ASCHERSLEBEN, S. 61-84.


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