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Termpaper, 2005, 15 Pages
Authors: M.A. (Magistra Artium) Julia Brenner, Nadine Hoffmann
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Siegen
Tags: Ehrendrama, Siglo, Literarische, Gattungen, Siglo
Year: 2005
Pages: 15
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00420-6
ISBN (Book): 978-3-638-91201-3
File size: 191 KB
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Abstract
1. Einleitung: Als Gegenstand dieser Ausarbeitung wird das spanische Ehrendrama (drama de honor) im Siglo de Oro sowie die Umsetzung der Ehrenkonzeption in Clarins Novelle La Regenta (dt.: Die Präsidentin) dienen. Im Zusammenhang mit der literarischen Gattung „Ehrendrama“ sind dabei zwei Namen von besonders wichtiger Bedeutung, Lope de Vega und Pedro Calderón de la Barca. Nach einer Darstellung der Biographien der beiden wohl bedeutendsten Dramatiker des Siglo de Oro und ihrer berühmtesten Werke, werde ich anhand einer Figurenanalyse der Protagonisten feststellen, in wie weit die Konzeption des Ehrbegriffs in La Regenta umgesetzt wurde. Neben einer Einteilung der Epoche des „goldenen Zeitalters“ werden hierbei auch die soziokulturellen Hintergründe sowie die Bedeutung der Literatur im Siglo de Oro eine besondere Berücksichtigung finden.
Excerpt (computer-generated)
Universität Siegen
Seminar: Clarín, La Regenta (WS o4/o5)
El drama de honor
Das Ehrendrama im Siglo de Oro
von
Julia Brenner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:... 3
2. Epochale Einteilung:... 3
3. Soziokulturelle Hintergründe / Bedeutung der Literatur... 4
4. Lope de Vega... 5
5. Pedro Calderón de la Barca... 7
6. Umsetzung der Ehrenkonzeption in La Regenta... 9
6.1. Ana Ozores... 9
6.2. Don Víctor Quintanar... 10
6.3. Don Álvaro Mesía... 11
6.4. Don Fermín de Pas:... 12
Literaturverzeichnis... 14
1. Einleitung:
Als Gegenstand dieser Ausarbeitung wird das spanische Ehrendrama (drama de honor) im Siglo de Oro sowie die Umsetzung der Ehrenkonzeption in Clarins Novelle La Regenta (dt.: Die Präsidentin) dienen.
Im Zusammenhang mit der literarischen Gattung „Ehrendrama“ sind dabei zwei Namen von besonders wichtiger Bedeutung, Lope de Vega und Pedro Calderón de la Barca. Nach einer Darstellung der Biographien der beiden wohl bedeutendsten Dramatiker des Siglo de Oro und ihrer berühmtesten Werke, werde ich anhand einer Figurenanalyse der Protagonisten feststellen, in wie weit die Konzeption des Ehrbegriffs in La Regenta umgesetzt wurde. Neben einer Einteilung der Epoche des „goldenen Zeitalters“ werden hierbei auch die soziokulturellen Hintergründe sowie die Bedeutung der Literatur im Siglo de Oro eine besondere Berücksichtigung finden.
2. Epochale Einteilung:
Das Siglo de Oro bezeichnet die klassische Epoche der spanischen Kultur, die auf das 16. und 17. Jahrhundert datiert wird. Das goldene Zeitalter umfasst dabei die Renaissance (= Regierungszeit Karl V.) und die Epoche des Barocks, das eigentliche Siglo de Oro (vom Regierungsantritt Philipps II. bis zum Tode Calderóns 1688)1. Diese Blütezeit Spaniens ist geprägt durch ein außergewöhnliches und umfangreiches kulturelles Schaffen auf allen Gebieten der verschiedensten Künste, allen voran der Literatur, aber auch im Bereich der Malerei und Architektur. Neue literarische Gattungen wurden geschaffen, welche die abendländische Kultur nachhaltig beeinflussten. Insbesondere das spanische Ehrendrama erlebte im „goldenen Zeitalter“ eine Phase des glanzvollen Aufstiegs und brachte Werke hervor, die heute zu den berühmtesten der spanischen Literatur zählen. Gleichzeitig erlebte Spanien die größte territoriale Ausdehnung seines Machtgebiets und behauptete damit seine Vormachtstellung innerhalb Europas. Der geläufige Terminus „Siglo de Oro“ wird von spanischen Historikern jedoch oft vermieden, da gerade das 17. Jahrhundert auch mit Machtverlust und dem Niedergang des spanischen Imperiums einherging.
3. Soziokulturelle Hintergründe / Bedeutung der Literatur
In der Epoche des Siglo de Oro wurden nicht nur bedeutende Klassiker und Werke der Weltliteratur verfasst, insgesamt entwickelte sich ein blühendes literarisches Leben am Hof und in den kulturellen Zentren.2
Aber die Epoche des Siglo de Oro ist gleichermaßen eine Phase von außerordentlicher Problematik“3, Américo Castro prägte daher den Begriff „edad conflictiva“ (= Zeitalter der Konflikte). Begründet auf den Gesetzen von „rassischer Reinheit“ (limpieza de sangre = Blutreinheit) und religiöser Orthodoxie in ihrer striktesten Form erzwang Spanien seine staatliche, gesellschaftliche und geistige Einheit. Durch die Gesetze zur Blutreinheit erfolgte eine Ausgrenzung all jener Spanier, jüdischer oder maurischer Abstammung, die als Zwangs- oder Neubekehrte in ständigem Verdacht standen, in frühere Glaubenspraktiken zurückzufallen. Auffällig ist, dass viele der bedeutendsten Autoren des Siglo de Oro, von Mateo Alemán (1547-1615), Autor des Guzmán de Alfarache (1599-1602), bis hin zu Miguel de Cervantes (1547-1616), Verfasser des Don Quijote (1605-1615), so genannte Neuchristen waren und als solche ständig mit der Inquisition in Konflikt gerieten. Daher kann ein großer Teil der spanischen Literatur des 16. Jahrhunderts als „Protest gegen die Repression der geistig immer weniger offenen Welt der Altchristen“4 in Zusammenhang mit der europäischen Bewegung der Renaissance gedeutet werden. Wer sich nicht durch die Inquisition der Selbstzensur unterziehen wollte, wählte das Exil, wie zum Beispiel der Humanist Juan Luis Vives (1492-1549). Wie Lope de Vega und Calderón de la Barca, suchten viele Autoren Zuflucht in Priesterämtern, um ihre Werke mit gottgewollter Richtigkeit zu rechtfertigen, das theologische Denken der Zeit wurde zum geistigen Rahmen ihrer Werke5. Die Beleuchtung der soziokulturellen Hintergründe soll dem Verständnis der Umsetzung der Ehrenkonzeption in Clarins Werk dienen.
4. Lope de Vega
[...]
1 Elwert, Wilhelm Theodor: „Die romanischen Sprachen und Literaturen“; Beck (Hrsg.), München 1979, S.119
2 Simson, Ingrid: „Das Siglo de Oro“; Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2001, S.14
3 Rössig, Wolfgang: „Hauptwerke der spanischen und portugiesischen Literatur“; Kindler Verlag, München 1995, S.12
4 ebd.: S.12
5 ebd.: S.13
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