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Hausarbeit, 2007, 30 Seiten
Autor: Ludwig Finster
Fach: Pädagogik - Reformpädagogik
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt
Tags: Pädagogik, John, Deweys, Lernen, Erfahrung, Schul-, Unterrichtsmodelle, Reformpädagogik, Dewey, Schule, Schulmodelle
Jahr: 2007
Seiten: 30
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-88590-4
ISBN (Buch): 978-3-638-88883-7
Dateigröße: 222 KB
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Zusammenfassung / Abstract
„Die Menschheit besteht aus einer kleinen Gruppe von Tieren, die für einen kurzen Zeitraum sich kaum eben herausdifferenziert hat aus der Masse des animalischen Lebens auf einem kleinen Planeten, der um die Sonne kreist. Die Welt ist weit. Nichts ist wunderlicher als der selbstzufriedene Dogmatismus, mit dem die Menschheit in jeder Periode ihrer Geschichte die Endgültigkeit ihrer bestehenden Erkenntnisweisen sich vortäuscht.“ (Zitat und Übersetzung aus dem Englischen: Schreier 1994) Alfred North Whitehead, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, würdigte mit diesen Worten das Werk John Deweys, anlässlich dessen 80. Geburtstags. Und wie es sich für gewöhnlich in einem solchen Rahmen verhält, sparte auch Whitehead nicht mit Superlativen, um auf Werk und Leben des Jubilars Dewey zurückzublicken. Dewey könne demnach zweifelsohne mit zu den größten Geistern der Menschheit gerechnet werden und seine Leistungen erzeugten und erzeugen „Zerstörung erstarrter Denkgewohnheiten“. (Schreier 1994, S. 47) Allerdings – und hier ist Whitehead weniger Gratulant, denn selbst Philosoph und Wissenschaftler – sieht er in dieser Kraft und Wirkung des Werkes auch Gefahren, die er wie folgt beschreibt bzw. zusammenfasst: „The excellence of Dewey’s work in the expression of notions relevant to modern civilisation increases the danger of sterilising thought within the puny limitations of today.“ (ebd.) Diese erhöhte Gefahr einer neuerlichen Erstarrung liegt dabei besonders in der Schwierigkeit des Zugangs zu Deweys Philosophie bzw. Pädagogik begründet. Nicht nur die Gewaltigkeit seines Werkes (900 Titel, darunter 40 Bücher mit z.T. mehr als 500 Seiten), auch die weniger systematischen Züge, die immer wieder verschiedenste Dualismen durchspielen und lange Begriffsstränge – anstelle von präziseren Begriffen – verwenden, erschweren die Aufnahme und oftmals auch das Halten von Interesse. (vgl. ebd.)
Textauszug (computergeneriert)
Universität Erfurt
Hausarbeit zu 6 LP im Berufsfeld-Seminar „Schul- und Unterrichtsmodelle der Reformpädagogik“
Die Pädagogik John Deweys – Lernen mit und aus Erfahrung
Ludwig Finster
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitende Betrachtung und biografische Grundlagen ... 3
1.1) Einleitung ... 3
1.2) Wichtige biografische Grundlagen ... 4
2) Der Stellenwert des „Experience“/Erfahrungsbegriffes bei John Dewey ... 8
2.1) Was ist unter dem Begriff „Experience“ überhaupt zu verstehen? ... 8
2.2) Kriterien der Erfahrung für die Gestaltung von Erziehung ... 14
2.3) Mögliche Herleitungen und Begründungen des Erfahrungsbegriffes ... 18
3) Die praktische Seite des Erfahrungsbegriffes ... 22
3.1) Deweys Vorstellungen von Schule, Lehrstoff und Methode ... 22
3.2) Deweys Theorien in der heutigen Zeit – Ausblick und Fazit ... 27
4) Verwendete Literatur ... 30
1) Einleitende Betrachtung und biografische Grundlagen
1.1) Einleitung
„Die Menschheit besteht aus einer kleinen Gruppe von Tieren, die für einen kurzen Zeitraum sich kaum eben herausdifferenziert hat aus der Masse des animalischen Lebens auf einem kleinen Planeten, der um die Sonne kreist. Die Welt ist weit. Nichts ist wunderlicher als der selbstzufriedene Dogmatismus, mit dem die Menschheit in jeder Periode ihrer Geschichte die Endgültigkeit ihrer bestehenden Erkenntnisweisen sich vortäuscht.“ (Zitat und Übersetzung aus dem Englischen: Schreier 1994) Alfred North Whitehead, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, würdigte mit diesen Worten das Werk John Deweys, anlässlich dessen 80. Geburtstags.
Und wie es sich für gewöhnlich in einem solchen Rahmen verhält, sparte auch Whitehead nicht mit Superlativen, um auf Werk und Leben des Jubilars Dewey zurückzublicken. Dewey könne demnach zweifelsohne mit zu den größten Geistern der Menschheit gerechnet werden und seine Leistungen erzeugten und erzeugen „Zerstörung erstarrter Denkgewohnheiten“. (Schreier 1994, S. 47) Allerdings – und hier ist Whitehead weniger Gratulant, denn selbst Philosoph und Wissenschaftler – sieht er in dieser Kraft und Wirkung des Werkes auch Gefahren, die er wie folgt beschreibt bzw. zusammenfasst: „The excellence of Dewey’s work in the expression of notions relevant to modern civilisation increases the danger of sterilising thought within the puny limitations of today.“ (ebd.)
Diese erhöhte Gefahr einer neuerlichen Erstarrung liegt dabei besonders in der Schwierigkeit des Zugangs zu Deweys Philosophie bzw. Pädagogik begründet. Nicht nur die Gewaltigkeit seines Werkes (900 Titel, darunter 40 Bücher mit z.T. mehr als 500 Seiten), auch die weniger systematischen Züge, die immer wieder verschiedenste Dualismen durchspielen und lange Begriffsstränge – anstelle von präziseren Begriffen – verwenden, erschweren die Aufnahme und oftmals auch das Halten von Interesse. (vgl. ebd.) Wie bei einem Baum gibt es so einen Stamm mit Hauptästen, jedoch auch sehr viele Zweige, welche untereinander wieder verschiedenste Verzweigungen aufweisen. Es geht um Wissenschaft, Moral und Ästhetik, die miteinander verbunden und aufeinander bezogen werden, um Begriffe wie Demokratie, Erziehung, die Verhältnisse zwischen Prozess und Struktur, von Mittel und Zweck, um Situationen, Fortschritte, Gewohnheiten und schließlich auch Erfahrungen.
Um den Begriff der Erfahrungen soll es nun im Folgenden auch in meiner Hausarbeit gehen, in welcher ich versuchen möchte, darzustellen, welchen Stellenwert dieser doch recht häufig mit Dewey in Verbindung gebrachte Begriff in dessen Theorien einnimmt. Besonders die Erwähnung in der vorliegenden Literatur, dass eine Herangehensweise an Dewey darin bestehen könnte, zu zeigen, inwiefern viele andere Schlüsselbegriffe „den Hauptbegriff Erfahrung spiegeln und ihn in einer bestimmten Weise beleuchten“ (ebd., S. 48), hat mein Augenmerk nochmals auf gerade diesen Begriff gerichtet. Im Folgenden wird daher die Frage, was denn nun den Erfahrungsbegriff so entscheidend macht und woher dies überhaupt rührt, von entscheidender Bedeutung sein.
1.2) Wichtige biografische Grundlagen
Um im Folgenden auf die eben aufgeworfene Frage nach der Bedeutung des Erfahrungsbegriffes in Deweys Erziehung eingehen zu können, möchte ich zunächst einige wichtige biografische Daten seines Lebens erwähnen. Ich erhoffe mir dadurch ein besseres Verständnis, womöglich sogar einen ersten Zugang zu seinen Denkweisen sowie generell zu den Lebensumständen, die dieses evtl. mitbeeinflusst haben.
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