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Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: M.A. Melitta Töller
Subject: Art - Photography / Film
Details
Institution/College: University of Paderborn (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Tags: Künstlerleben, Surrealismus, Dadaismus, Avantgardefilm
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-88591-1
ISBN (Book): 978-3-638-88887-5
File size: 242 KB
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Abstract
Einleitung (Auszug): Man kann Man Rays Œuvre keiner bestimmten Kunstrichtung zuordnen, seine Werke bleiben immer „Dada-Realistik oder Sur-Dada-Realismus“ , auch wenn in seinen früheren Arbeiten der dadaistische Anteil sicherlich überwiegt. Man Ray expermentierte Zeit seines Lebens mit den verschiedensten künstlerischen Techniken, er war Maler, Schriftsteller, Verleger, Photograph, Objektkünstler und Filmemacher. Er war der einzige amerikanische Dadaist, und verfolgte konsequent seine Prinzipien: Freiheit, Kreativität, Humor, Unabhängigkeit und Anarchismus. Er war der einzige amerikanische Avantgarde Künstler, der nicht daran interessiert war, eine moderne amerikanische Kunst zu schaffen. Er ‚wollte’ mit seinen Bildern nichts erreichen. Seine große Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte liegt darin, dass er dem französischen Dadaismus, zu einer Zeit, als dieser gerade in sich selbst zerfiel, den entscheidenden Übergang zum Surrealismus ermöglichte. In dieser Hausarbeit werde ich die Entwicklung Man Rays, vom Beginn seiner Malerei in der Pre-Dada Zeit, über seine Zeit als Photograph in Paris und seine Rückkehr nach Amerika, verfolgen. Schwerpunkte möchte ich auf die von ihm entdeckten neuen Möglichkeiten der Photographie, seine Ready-mades und Filme setzen. Zudem werde ich, an kurzen Beispielen, jeweils die Einflüsse des Dadaismus und des Surrealismus in seinen bekanntesten Werken darlegen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Paderborn
Fakultät für Kulturwissenschaften
Seminar: „Avantgardefilm“
Man Ray - Ein Künstlerleben zwischen Surrealismus und Dadaismus
Melitta Töller
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Definition der Begriffe ... 3
2.1. Dadaismus ... 3
2.2. Surrealismus ... 3
3. Pre-Dada in New York ... 4
3.1. Der Einfluss der europäischen Avantgardisten ... 4
3.2. Die Aerographien ... 5
4. Ein neuer Anfang in Paris ... 6
5. Photographie ... 7
5.1 Rayographie ... 8
5.2 Solarisation ... 9
6. Ready-mades ... 10
7. Filme ... 11
7.1. Le Retour à la raison ... 11
7.2. Emak Bakia ... 12
7.3. L’Etoile de Mer ... 13
7.4. Les Mystères du château de dés ... 14
8. Schlusswort ... 15
9. Literaturverzeichnis ... 16
1. Einleitung
„Ich habe keinerlei Probleme anzubieten, nur Lösungen.“ 1
Man kann Man Rays OEuvre keiner bestimmten Kunstrichtung zuordnen, seine Werke bleiben immer „Dada-Realistik oder Sur-Dada-Realismus“2, auch wenn in seinen früheren Arbeiten der dadaistische Anteil sicherlich überwiegt.3 Man Ray experimentierte Zeit seines Lebens mit den verschiedensten künstlerischen Techniken, er war Maler, Schriftsteller, Verleger, Photograph, Objektkünstler und Filmemacher. Er war der einzige amerikanische Dadaist, und verfolgte konsequent seine Prinzipien: Freiheit, Kreativität, Humor, Unabhängigkeit und Anarchismus. Er war der einzige amerikanische Avantgarde Künstler, der nicht daran interessiert war, eine moderne amerikanische Kunst zu schaffen. Er ‚wollte’ mit seinen Bildern nichts erreichen.
Seine große Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte liegt darin, dass er dem französischen Dadaismus, zu einer Zeit, als dieser gerade in sich selbst zerfiel, den entscheidenden Übergang zum Surrealismus ermöglichte. In seinen Werken, aber auch in seiner Person selbst, vereint er die wichtigsten Merkmale beider Kunstrichtungen: der surrealistischen und der dadaistischen Kunst.
In dieser Hausarbeit werde ich die Entwicklung Man Rays, vom Beginn seiner Malerei in der Pre-Dada Zeit, über seine Zeit als Photograph in Paris und seine Rückkehr nach Amerika, verfolgen. Schwerpunkte möchte ich auf die von ihm entdeckten neuen Möglichkeiten der Photographie, seine Ready-mades und Filme setzen. Zudem werde ich, an kurzen Beispielen, jeweils die Einflüsse des Dadaismus und des Surrealismus in seinen bekanntesten Werken darlegen.
2. Definition der Begriffe
2.1. Dadaismus
„Dada haßt Kunst, aber Dada erneuert die Kunst durch eine ‚künstlerische Anti-Kunst- Bewegung’.“4 Obwohl die Dada-Bewegung nur einige Jahre dauerte (1916 – 1922) gelang es ihr, die Kunst und Kunstwahrnehmung des 20. Jahrhunderts umfassend zu verändern.5 Die Dada-Bewegung war der totale Bruch mit der Vergangenheit, eine Rebellion gegen Traditionen, Glauben, Ideologien, gesellschaftliche Hemmungen und Barrieren (wozu auch die Ästhetik zählte). Gerne bezeichneten sich die Dadaisten selbst als ‚die freiesten Menschen der Welt’. Der Dadaismus war eine Internationale Bewegung, unabhängig von nationalen Grenzen, Religionen oder Berufen. Er war eine direkte Konsequenz des Ersten Weltkrieges: Die jungen Künstler machten die bürgerliche Gesellschaft für den Krieg verantwortlich und zeigten ihren Protest in ihrer Kunst und großangelegten öffentlichen Aktionen. „The beginnings of Dada were not the beginnings of art, but of disgust.“6 Die meisten Dadaisten standen aus politischen Gründen in enger Verbindung mit dem Kommunismus, dem Anarchismus und den revolutionären Bewegungen.
[...]
1 Alain Sayag und L’Ecotais (Hrsg.): Man Ray – Das Photographische Werk. München: Schirmer/Mosel
Verlag 1998, S.212.
2 Hans Richter: Dada – Kunst und Antikunst. Köln: DuMont Verlag 21970, S.200.
3 Dies liegt zum größten Teil daran, dass der beginnende Surrealismus mit Dada fast identisch war. Z.B. gibt uns Salvador Dali noch 1929 eine Beschreibung des Surrealismus, die auch auf den Dadaismus zutrifft: „Der Surrealismus ist die Systematisierung der Konfusion. Der Surrealismus schafft scheinbar eine Ordnung. [...] Der Surrealismus ist destruktiv, aber er zerstört nur, was er als Ketten betrachtet, die unsere Vision einschränken.“ Ebd., S. 200.
4 Hans Richter in: Frankfurter Kunstverein (Hrsg.): Man Ray – Inventionen und Interpretationen. Frankfurt: Frankfurter Kunstverein 1979, S.89.
5 Die Dada-Bewegung war z.B. maßgeblich an der Erforschung neuer Techniken und moderner Ausdrucksmittel, wie der Collage, der Typographie, der Photographie, und des Films beteiligt.
6 Tristan Tzara in: William S. Rubin: Dada, Surrealism, and their Heritage. New York: Verlag des Museums of Modern Art 21977, S.12.
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