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"Ansichten der Natur" - Alexander von Humboldt zwischen Wissenschaft und Ästhetik

Scholary Paper (Seminar), 2007, 13 Pages
Author: David Grupe
Subject: History - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 13
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V82839
ISBN (E-book): 978-3-638-88947-6

File size: 165 KB

Abstract

Humboldt versucht in den „Ansichten der Natur“ Wissenschaft und Ästhetik miteinander zu verbinden. Die vorliegende Arbeit analysiert, mit welchen Mitteln Humboldt dies unternimmt. Es stellt sich dabei die Frage, inwieweit Ästhetik und Wissenschaft im Widerspruch zueinander stehen bzw. miteinander vereinbar sind und wie gut Humboldt die Synthese gelingt. Nach einer kurzen Biographie Alexander von Humboldts stellt die Arbeit die historische Einordnung, die Entstehungsgeschichte und den konzeptionellen Aufbau der „Ansichten der Natur“ dar. Den Hauptteil bildet die literarische Analyse des 1. Kapitels „Über die Steppen und Wüsten“. Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften
BA Sonderpädagogik, Berlin, 30. August 2007

"Ansichten der Natur" - Alexander von Humboldt zwischen Wissenschaft und Ästhetik

von

David Grupe

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 1

2. Biographischer Überblick Alexander von Humboldt... 1

3. Ansichten der Natur... 4

3.1 Historische Einordnung... 4
3.2 Ausgaben und Aufbau... 5

4. Textanalyse anhand des 1. Kapitels: „Über die Steppen und Wüsten“... 6

5. Fazit: Eine ästhetische Wissenschaft?... 10

Literaturverzeichnis... 11


 

1. Einleitung

Alexander von Humboldt hatte ein hohes Ziel vor Augen: er wollte die Varietät, die unabsehbaren Ketten, die Verstreutheit und Heterogenität der Naturerscheinungen zu einem anschaulichen Ganzen verschmelzen.1 Im Vorwort der „Ansichten der Natur“, das er selbst als sein Lieblingswerk bezeichnete, formuliert er: „Überblick der Natur im großen, Beweis von dem Zusammenwirken der Kräfte, Erneuerung des Genusses, welchen die unmittelbare Ansicht der Tropenländer dem fühlenden Menschen gewährt: sind die Zwecke, nach denen ich strebe.“2
Humboldt versucht in den „Ansichten der Natur“ Wissenschaft und Ästhetik miteinander zu verbinden. Die vorliegende Arbeit analysiert, mit welchen Mitteln Humboldt dies unternimmt. Es stellt sich dabei die Frage, inwieweit Ästhetik und Wissenschaft im Widerspruch zueinander stehen bzw. miteinander vereinbar sind und wie gut Humboldt die Synthese gelingt.
Nach einer kurzen Biographie Alexander von Humboldts stellt die Arbeit die historische Einordnung, die Entstehungsgeschichte und den konzeptionellen Aufbau der „Ansichten der Natur“ dar. Den Hauptteil bildet die literarische Analyse des 1. Kapitels „Über die Steppen und Wüsten“. Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit.

2. Biographischer Überblick Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt wurde am 14. September 1769 in Berlin geboren. Sein Vater Alexander Georg von Humboldt war preußischer Kammerherr und Major, seine Mutter Marie Elisabeth entstammte einer französischen Hugenottenfamilie. Alexander von Humboldt wuchs gemeinsam mit seinem älteren Bruder Wilhelm von Humboldt im Schloss Tegel auf. Auf Wunsch der Mutter studierte Alexander von Humboldt Kameralistik in Frankfurt Oder als Vorbereitung auf den preußischen Verwaltungsdienst. Nach einem Semester kehrte er nach Berlin zurück und nahm Privatunterricht in Physik, Mathematik, Zeichnen, Griechisch, Philosophie und ließ sich von Karl Ludwig Willdenow in die Botanik einführen. Im April 1789 folgte er seinem Bruder an die Universität von Göttingen zum Studium der Chemie und Physik.
Mit Georg Forster, der James Cook auf dessen zweiter Weltumseglung begleitete, reiste Humboldt 1790 über Mainz, Köln, Brüssel und Amsterdam nach England. Er rühmte Forster später als seinen Lehrer und Anreger. Auf dem Rückweg aus England über Paris wurde er tief beeindruckt von der Feier der Revolution, die in seinen Augen nur eine Beschleunigung eines notwendigen Prozesses bedeutete. Er empfand das drückende Polizei- und Zensurregime Mitteleuropas als unwürdig und läuterte für Freiheit der Persönlichkeit sowie für Liberalismus und Toleranz.3
An der Bergakademie in Freiberg studierte er seit 1791 Bergbau, stieg vier Jahre später zum Oberbergrat auf, gründete die erste Arbeiter-Ausbildungsschule in Deutschland und machte die maroden Bergwerke profitabel und für die Arbeiter sicherer. Als seine Mutter 1796 verstarb und ihm ein großes Vermögen vererbte, schied er aus dem Staatsdienst aus. Dank seines Familienerbes konnte Humboldt nun unabhängig nach Forschungsleistung und Ruhm streben. Er verkörperte so die neuen Ideale des aufgeklärten und gebildeten Adels.4 Er arbeitete oft gemeinsam mit Goethe in der Anatomie und er bereitete sich auf seine großen Reise nach Westindien, also dem tropischen Amerika, vor. Dafür studierte er in Gewächshäusern intensiv die tropische Pflanzenwelt und eignete sich außerordentliche Kenntnisse in Geologie, Mineralogie, Astronomie, Klimatologie, Kartographie, Zoologie und Botanik an.5
Gemeinsam mit dem französischen Arzt und Botaniker Aimé Bonpland erhielt Humboldt von der spanischen Regierung die erstaunliche Erlaubnis zu uneingeschränkten Reisen und Forschungen im gesamten spanisch-amerikanischen Kolonialreich. Am 5. Juni 1799 begann auf der „Pizarro“ die erste Forschungsreise: eine Reise mit dem ausschließlichen Zweck der wissenschaftlichen Erforschung unter Verzicht auf neue Entdeckungen. Während der Reise erfasste Humboldt ständig Daten und stellte unentwegt Messungen an. Er klassifizierte und zählte botanische Arten, wollte ihre Verteilung auf der Erde feststellen. Die Reise führte die beiden Naturwissenschaftler über Teneriffa nach Venezuela. Sie erforschten die venezolanischen Küstenregion und ihr gebirgiges Hinterland, querten die Llanos (Feuchtsavannengebiete) und befuhren den Orinoko über 2250 km fast bis zu seinen Quellen an der brasilianischen Grenze. Über Guyana segelten sie nach Kuba und von dort nach Kolumbien, wo sie den Río Magdalena, den größten Fluss Kolumbiens erforschten. In Ecuador bestiegen sie den erloschenen Andenvulkan Chimborazo bis auf 500 m zum Gipfel, der damals als der höchste Berg der Welt galt (6297 m). Nach einer Ruhepause in Lima kehrten sie durch das Aztekenreich in Mexiko, weiter über Havanna und New York zurück nach Bordeaux, das sie am 03. August 1804 erreichten.

[...]


1 Vgl. Böhme, Ästhetische Wissenschaft, S. 17.

2 Humboldt, Ansichten der Natur, S. 7.

3 Vgl. Plewe, Alexander von Humboldt, S. 34.

4 Vgl. Raphael, Freiheit und Wohlstand der Nationen, S. 763.

5 Vgl. Osterhammel, Alexander von Humboldt, S. 110.


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