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Untertitel: Chancen und Schranken
Hausarbeit, 2006, 29 Seiten
Autor: MA Björn Fischer
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Germanistik)
Tags: Lexikalisierung, Wortneubildungen, Lexikalisierung, Wortbildung, Morphem, Morpheme, Wortbildungsmorphem, Linguistik, Sprachwissenschaft, Sprachwissenschaften, Germanistik, Lexem, Lexikon, Usualisierung, Üblichwerdung, Motivierung, Demotivierung, Wortbildungsmorpheme
Jahr: 2006
Seiten: 29
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-88960-5
ISBN (Buch): 978-3-638-88969-8
Dateigröße: 271 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit will den Versuch unternehmen, an bestimmten Beispielen herauszufinden wie Lexikalisierung vonstatten geht, welchen Bedingungen sie unterworfen ist und welche Möglichkeiten sich an diese Bedingungen knüpfen. Anhand dieser Beispiele sollen bereits bestehende Lexikalisierungstheorien überprüft sowie methodische Alternativen erkannt und diskutiert werden. Zunächst werden dazu aus Texten die hierfür nötigen Beispiele extrahiert. Die verwendeten Texte stammen alle aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, um eine eventuell eingesetzte Lexikalisierung anhand von (bereits erschienenen) Nachschlagewerken überprüfen zu können. Bevor diese Arbeit jedoch beginnt, ist es vorerst wichtig die Terminologie für den Begriff ‚Lexikalisierung’ zu klären. Für Motsch ist es zunächst ein Auswahlprozess der Sprachgemeinschaft, den er über diverse Prinzipien, Grundformen und Beschränkungen, welche diese Auswahl steuern, erläutert und definiert. Fleischer entwickelt eine Dichotomie aus Speicherung und Demotivation, wobei Speicherung die dauerhafte Ablegung im mentalen Lexikon des Sprechers meint und Demotivation die Schwächung der Einzelbedeutung der Wortkomponenten bei der Wortbildung bezeichnet. Er betont, dass diese beiden Prozesse bei der Lexikalisierung nicht notwendig aneinander gebunden sein müssen, sondern auch getrennt voneinander vorkommen können, jedoch nur in ihrer Dichotomie als Lexikalisierung bezeichnet werden können. Für die vorliegende Arbeit soll der Begriff Lexikalisierung an diese Interpretation angelehnt, jedoch etwas allgemeiner gefasst und die Demotivation in den Hintergrund gerückt werden, um Platz für neue mögliche Ansätze zu lassen. Lexikalisierung heißt hier demnach die Übernahme und Speicherung von neuen Benennungen im mentalen Lexikon, d.h. im Gedächtnis, und deren Usualisierung, also ‚Üblichwerdung’.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig, Institut für Germanistik
WS 2005/06, 7. Fachsemester
Seminar: Lexikalisierung
Zur Lexikalisierung von Wortneubildungen
Chancen und Schranken
von
Björn Fischer
Inhaltsverzeichnis
Einleitung... 3
1. Typologisierung... 4
1.1 Wortbildung... 4
1.2 Irregularität/Abweichung... 7
2. Lexikalisiert oder nicht?... 9
3. Ergebnisuntersuchung und -auswertung an bereits bekannten Lexikalisierungsthesen... 9
4. Mögliche neue Ansätze der Lexikologie... 11
Fazit... 13
Literaturverzeichnis... 14
Anhang 1 - Kontexte... 15
Anhang 2 - Okkasionalismenliste... 27
Einleitung
Die vorliegende Arbeit will den Versuch unternehmen, an bestimmten Beispielen herauszufinden wie Lexikalisierung vonstatten geht, welchen Bedingungen sie unterworfen ist und welche Möglichkeiten sich an diese Bedingungen knüpfen. Anhand dieser Beispiele sollen bereits bestehende Lexikalisierungstheorien überprüft sowie methodische Alternativen erkannt und diskutiert werden. Zunächst werden dazu aus Texten die hierfür nötigen Beispiele extrahiert. Die verwendeten Texte stammen alle aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, um eine eventuell eingesetzte Lexikalisierung anhand von (bereits erschienenen) Nachschlagewerken überprüfen zu können.
Bevor diese Arbeit jedoch beginnt, ist es vorerst wichtig die Terminologie für den Begriff ‚Lexikalisierung’ zu klären. Für Motsch ist es zunächst ein Auswahlprozess der Sprachgemeinschaft, den er über diverse Prinzipien, Grundformen und Beschränkungen, welche diese Auswahl steuern, erläutert und definiert.
Fleischer entwickelt eine Dichotomie aus Speicherung und Demotivation, wobei Speicherung die dauerhafte Ablegung im mentalen Lexikon des Sprechers meint und Demotivation die Schwächung der Einzelbedeutung der Wortkomponenten bei der Wortbildung bezeichnet. Er betont, dass diese beiden Prozesse bei der Lexikalisierung nicht notwendig aneinander gebunden sein müssen, sondern auch getrennt voneinander vorkommen können, jedoch nur in ihrer Dichotomie als Lexikalisierung bezeichnet werden können.
Für die vorliegende Arbeit soll der Begriff Lexikalisierung an diese Interpretation angelehnt, jedoch etwas allgemeiner gefasst und die Demotivation in den Hintergrund gerückt werden, um Platz für neue mögliche Ansätze zu lassen. Lexikalisierung heißt hier demnach die Übernahme und Speicherung von neuen Benennungen im mentalen Lexikon, d.h. im Gedächtnis, und deren Usualisierung, also ‚Üblichwerdung’.
1. Typologisierung
Die im Anhang 2 verzeichneten Wörter stammen aus dem in der Einleitung beschriebenen Zeitraum und sollen nun zunächst typologisiert werden. Wie der Begriff ‚Wortneubildung’ schon andeutet, sind Okkasionalismen und Neologismen Wörter, die so entweder überhaupt noch nicht vorgekommen sind oder immerhin so neu sind, dass sie noch nicht lexikalisiert sind. In beiden Fällen müssen sie aber erst gebildet werden und genau hier findet sich die Verbindung von Lexikologie und Wortbildung.
Die Wortneubildungen durchlaufen also Wortbildungsprozesse, was es nützlich macht auch hier bei der Untersuchung nach Wortbildungsarten zu differenzieren, um gegebenenfalls eine Lexikalisierungsaffinität zu entdecken.
1.1 Wortbildung
Was aber sind Wortbildungsarten? In der Wortbildung unterscheidet man zunächst den internen Aufbau eines Wortes: ist es aus mehreren Bestandteilen aufgebaut oder nicht. Diese Bestandteile heißen Konstituenten, weil sie das Wort in seiner Struktur erstellen, also konstituieren. Von dieser Vorstellung geht die erste Differenzierung aus: ist das Wort in seiner Struktur durch mehrere (unmittelbare) Kostituenten (uK) erschaffen worden oder nicht, das heißt: gibt es eine uK-Struktur oder nicht. Diese uK-Struktur ist stets binär, was bedeutet, dass jedes Wort zunächst aus zwei Konstituenten besteht, welche wiederum jeweils wieder aus zwei Konstituenten bestehen können und so weiter.
Ist eine uK-Struktur vorhanden, muss man wissen, ob jede uK für sich selbst stehen könnte, also wortfähig ist. Ist dies der Fall, wie in ‚Blumentopf’ oder ‚süss-sauer’ nennt man die Wortbildungsart Komposition, also eine Zusammensetzung. Ist nur eine uK selbst wortfähig, wie in ‚Gleichheit’ oder ‚gelblich’ nennt man die Wortbildungsart Derivation. Beide, Komposition und Derivation, lassen sich jeweils noch mal unterscheiden. Ist bei der Komposition eine uK bestimmend und kann man beide uK nicht ohne Bedeutungswandel vertauschen, nennt man dies Determinativkomposition. Eine uK determiniert die Bedeutung des gesamten Wortes. Sind beide uK gleichwertig, so heißt dies Kopulativkomposition.
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