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Lessings Jugendkomödie „Der junge Gelehrte“

Hauptseminararbeit, 2004, 26 Seiten
Autor: M.A. Florian Schneider
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 26
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 26  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V83197
ISBN (E-Book): 978-3-638-89496-8
ISBN (Buch): 978-3-638-89498-2
Dateigröße: 212 KB
Anmerkungen :
Kommentar des Dozenten: "Eine kluge und kenntnisreiche Arbeit. Einige unnötige Umwegigkeiten und Extravaganzen stören den insgesamten und guten Eindruck kaum."


Zusammenfassung / Abstract

Als der junge Lessing 1746 von der Meißener Fürstenschule St. Afra nach Leipzig kam, hatte er schon die ersten Seiten zu seinem „Jungen Gelehrten“ im Gepäck. Für den jungen Mann stand eine aufregende, neue Zeit bevor, die ihn in seiner Kreativität entscheidend vorantreiben sollte. Im Falle der Jugendkomödie über den jungen Gelehrten Damis lässt sich allerdings noch der Einfluss bereits existierender Dramen, wie etwa Ludvig Holbergs „Erasmus Montanus“ und Johann Elias Schlegels „Der geschäftige Müßiggänger“ erkennen. Zwar kann man folgendes ohne weiteres fest-halten: „Auch Lessings frühe Lustspiele entstanden noch unter dem Einfluß der auto-ritativen Gottschedschen Theorie“ , dennoch lassen sich starre dramentheoretische Einordnungen wohl eher schwer manifestieren, was unter anderem in dieser Hausar-beit dargestellt werden soll. Denn gerade bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem „Jungen Gelehrten“ stößt man auf Forschungsmeinungen, die nicht gravierend, aber trotzdem gelegentlich voneinander abweichen.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Karlruhe (TH), Institut für Literaturwissenschaften
WS 2003/2004, 5. Fachsemester
Hauptseminar: Lessings Dramen

Lessings Jugendkomödie „Der junge Gelehrte“

von

Florian Schneider

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 1

2. Inhalt und Aufbau... 2

3. Personal der Komödie... 4

3.1 Damis... 4
3.2 Chrysander... 7
3.3 Valer... 8
3.4 Juliane... 10
3.5 Lisette... 11
3.6 Anton... 13

4. „Der junge Gelehrte“ im Spiegel der Zeit... 15

4.1 Ist Damis wirklich die typische Komödienfigur?... 19

5. Fazit... 21

Literaturverzeichnis

 


1. Einleitung


Um den Monadenpreis umsonst dich zu bestreben,
Das, Damis, hat zum Spotte dich gemacht:
Doch Justi’n ward der Preis gegeben,
Und über wen ward da gelacht?1

So lautet das kurze Gedicht, das Abraham Gotthelf Kästner „An Lessings jungen Gelehrten“ genannt hat. Die ersten zwei Verse machen bereits deutlich, dass der Protagonist Damis im Mittelpunkt der Komödie und damit auch im Fokus des lachenden Publikums stehen wird. Als der junge Lessing 1746 von der Meißener Fürstenschule St. Afra nach Leipzig kam, hatte er schon die ersten Seiten zu seinem „Jungen Gelehrten“ im Gepäck. Für den jungen Mann stand eine aufregende, neue Zeit bevor, die ihn in seiner Kreativität entscheidend vorantreiben sollte. Im Falle der Jugendkomödie über den jungen Ge-lehrten Damis lässt sich allerdings noch der Einfluss bereits existierender Dramen, wie etwa Ludvig Holbergs „Erasmus Montanus“ und Johann Elias Schlegels „Der geschäftige Müßiggänger“ erkennen. Zwar kann man folgendes ohne weiteres festhalten: „Auch Lessings frühe Lustspiele entstanden noch unter dem Einfluß der autoritativen Gottschedschen Theorie“2, dennoch lassen sich starre dramentheoretische Einordnungen wohl eher schwer manifestieren, was unter anderem in dieser Hausarbeit dargestellt werden soll. Denn gerade bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem „Jungen Gelehrten“ stößt man auf Forschungsmeinungen, die nicht gravierend, aber trotzdem gelegentlich voneinander abweichen.

Ausführlich hat sich Manfred Durzak in seinem Aufsatz mit der Analyse des „Jungen Gelehrten“ beschäftigt, der ihn typenkomödiantisch einordnet. Zudem kann man auf die interessante Veröffentlichung von Klaus-Detlef Müller, die die Gelehrtensatire untersucht, in der Deutschen Vierteljahresschrift zurückgreifen; außerdem auf das sehr ausführliche Werk zum deutschen Lustspiel von Walter Hink, das ebenfalls zwischenzeitlich Lessings Jugendkomödien reflektiert; auf einen Aufsatz zum Polyhistorismus, verfasst von Conrad Wiedemann; einen Text von Charles E. Borden zu früheren textlichen Vorbildern aus der Sammlung der Universität von Berkeley; und diverse dramentheoretische und auf Lessing bezogene Publikationen, wie etwa von Klaus Briegleb, Eckehard Catholy, Peter Pütz, Thomas Dreßler oder Marion Gräfin Hoensbroech, die sich hier und da zum „Jungen Gelehrten“ äußern. Bereits hier kann angemerkt werden, dass das Stück zu Zeiten in St. Afra begonnen wurde, dann in Leipzig 1748 aufgeführt und erst 1754 abgedruckt wurde. So variiert der Wortlaut gelegentlich in verschiedenen Ausgaben. Auch deshalb geht man davon aus, dass Lessing den „Jungen Gelehrten“ möglicherweise später noch einige Male überarbeitet hat. „Zur Erklärung der relativen Reife des Werkes jedenfalls ist dieser Gedanke willkommen.“3

2. Inhalt und Aufbau


Lessing hat mit dem „Jungen Gelehrten“ ein Lustspiel in drei Aufzügen verfasst. Es ist sein erstes öffentlich aufgeführtes Theaterstück; 1748 wird es von der Neuberschen Schauspielergesellschaft in Leipzig uraufgeführt. Lessing selbst notiert über diese aufregende Zeit:

Mit so vielen Verbesserungen, als ich nur immer hatte anbringen können, kam mein junger Gelehrter in die Hände der Frau Neuberin. Auch ihr Urteil verlangte ich; aber anstatt eines Urteils erwies sie mir die Ehre, die sie sonst einem angehenden Komödienschreiber nicht leicht zu erweisen pflegte, sie ließ ihn aufführen.4

[...]


1 Abraham Gotthelf Kästner: Gesammelte poetische und prosaische schönwissenschaftliche Werke (1841). Band 1. Frankfurt am Main 1971. S. 29.

2 Wilfried Barner u.a. (Hg.): Lessing. Epoche Werk Wirkung. München 1987. S.85.

3 Walter Hinck: Das deutsche Drama des 17. und 18. Jahrhunderts und die italienische Komödie. Stuttgart 1965. S. 277.

4 Gotthold Ephraim Lessing: Werke. 1743-1750. Bd. 1. Frankfurt am Main 1989. S. 1052. Die zitierten Stellen aus „Der junge Gelehrte“, Lessings Briefen und der „Hamburgischen Dramaturgie“ sind alle der Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlages, herausgegeben von Wilfried Barner, entnommen.


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