Die Ankunft der Portugiesen in China und die chinesisch-portugiesischen Beziehungen bis zur Gründung von Macau 1557

Autor: Ralf Käcks
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

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Details

Veranstaltung: Die Portugiesen in Asien
Institution/Hochschule: Universität Kassel (FB 5)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2000
Seiten: 28
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 232 KB
Archivnummer: V8326
ISBN (E-Book): 978-3-638-15319-5

Textauszug (computergeneriert)

Die Ankunft der Portugiesen in China und die chinesisch-portugiesischen
Beziehungen bis zur Gründung von Macau 1557

von Ralf Käcks

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Informationen und Kontakte außerhalb von China 6

3. Der Umgang der Chinesen mit Fremden 10

4. Die Ankunft der Portugiesen in China 13

5. Illegaler Handel und die Gründung von Macau  21

6. Schlussbetrachtung 24

7. Quellen- und Literaturverzeichnis 26


1. Einleitung

"Sie haben schon das Land vor sich erblickt,
Das viele draußen in der Welt ersehnen,
Das zwischen Indusfluß und Ganges liegt,
Die sich im Paradies auf Erden wähnen.
Nur zu, ihr tapferen Leute, daß im Krieg
Ihr euch nun könnt die Siegespalme nehmen:
Ihr seid jetzt hier, ihr könnt Euch jetzt ergötzen
Am Land mit seinen ungeheuren Schätzen!"

Mit dieser Strophe beginnt der portugiesische Poet, Schauspieler und Soldat Luís de Camoes den siebten Gesang seiner Lusiaden über die Ankunft seiner Landsleute unter Vasco da Gama 1498 in Indien. Camoes feiert den Erfolg im Wettrennen nach Indien und lässt auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass die "ungeheuren Schätze", nun in portugiesischen Händen, Lusitanien zu Reichtum und Macht verhelfen sollen.
Doch waren die Portugiesen in Indien noch längst nicht am Ende ihrer überseeischen Expansion angelangt. In den 20 Jahren, die auf die Ankunft Vasco da Gamas in Indien folgten, gelangten die portugiesischen Schiffe über Malakka, das 1511 von ihnen erobert wurde, weiter nach Osten hinaus, bis sie schließlich neben den Gewürzinseln auch China erreichten. In weniger als einem Jahrhundert hatte das kleine lusitanische Königreich seine Flotten Schritt für Schritt um Afrika herum nach Indien und schließlich bis zu den Molukken und in das Südchinesische Meer geführt - halb um den Globus und Tausende von Kilometern von der Heimat entfernt. So geradlinig das Vordringen auch scheinen mag, darf nicht übersehen werden, dass sich das Verhalten der Portugiesen von Region zu Region veränderte. Waren sie an den afrikanischen Küsten noch Entdecker, traten sie in Indien und im Indischen Ozean als Eroberer auf, wie in der zitierten Strophe der Lusiaden bereits anklingt. Auch wenn sie mit ihren kleinen Flotten nur eine Handvoll an Personen in den Indischen Ozean bringen konnten, waren sie sich ihrer militärischen Überlegenheit schnell bewusst, die sie auch ohne Hemmungen einsetzten, um an ihr Ziel der Hegemonie im Indik zu gelangen. Ganz anders stellte sich die Situation östlich von Malakka dar. Zum ersten Mal seitdem die portugiesischen Entdecker und Eroberer die Seerouten von Portugal ostwärts erkundeten, trafen sie auf ein ihnen ebenbürtiges Machtgefüge und ein wohletabliertes Handelssystem, das ihnen eine etwaige Hegemonialstellung mit den begrenzten Ressourcen an Menschen und Material in keinster Weise ermöglichte. Hier kam den Portugiesen lediglich die Position eines Geschäftsmannes unter anderen zu. Diese Erkenntnis kam den Lusitaniern aber erst allmählich und die Probleme, die ihnen ihre "Kolonialherrenattitüde" in China bereitete, werden u.a. als ein Aspekt in der folgenden Arbeit erläutert.
Bevor jedoch die Ankunft in China behandelt werden wird, will ich zu Beginn auf portugiesische Informationen über China und Kontakte zu Chinesen außerhalb des Reiches der Mitte eingehen. Im darauffolgenden Abschnitt wird es nötig sein, das Selbstverständnis der Chinesen und ihren hierauf basierenden Umgang mit Fremden zu erläutern. Ohne das Verständnis des Tributsystems und der chinesischen Isolationspolitik ist eine plausible Darstellung der chinesisch-portugiesischen Auseinandersetzungen nicht möglich. Hieran soll sich dann eine kritische Darstellung der ersten Kontakte zwischen Portugiesen und Chinesen in China anschließen, die mit der Gründung von Macau 1557 als Beginn der dauerhaften portugiesischen Präsenz bis immerhin zum Dezember 1999 ein Ende finden soll. Zentral werden hierbei die Fragen nach den Ursachen der verschiedenen Entwicklungen und nach der Beurteilung des Kontaktes gerade von chinesischer Seite sein.
Bei meiner Darstellung werde ich versuchen, möglichst häufig die zur Verfügung stehenden chinesischen Quellen in die Betrachtung einzubinden, da sich mit China einer der wenigen glücklichen Fälle verbindet, dass schriftliche Aufzeichnungen der "Gegenseite" über die Ankunft der europäischen Entdecker Auskunft geben und somit einen nicht eurozentrierten Blick auf Ursachen und Ereignisse ermöglichen.

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