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Analyse von Lernaufgaben des Deutschunterrichts der Sekundarstufe II

Hauptseminararbeit, 2007, 48 Seiten
Autor: Michaela Hartmann
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 48
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 40  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V83294
ISBN (E-Book): 978-3-638-86950-8

Dateigröße: 181 KB

Zusammenfassung / Abstract

In meiner Arbeit wende ich das Kompetenzmodell Kaspar Spinners (11 Aspekte literarischen Lernens) auf die Lernaufgaben eines Lehrwerks der Oberstufe an. Es geht dabei unter anderem um die Frage, was literarische Kompetenz beinhaltet und wie diese im Deutschunterricht erlangt und erweitert werden kann.


Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Berlin
Institut für Sprache und Kommunikation
WS 2006/2007
HS Deutschdidaktik in Theorie und Praxis

Analyse von Lernaufgaben des Deutschunterrichts der Sekundarstufe II

vorgelegt von:

Michaela Hartmann

 

 

Inhaltsverzeichnis  2

1 Einleitung  3

2 Versuch einer Bestimmung und Abgrenzung der Begriffe „Lesekompetenz“, „Literarisches Lernen“ und „Literarische Kompetenz“  7

3 Literarisches Lernen nach Kaspar Spinner  9

4 Analysekriterien von Aufgaben im Deutschunterricht  16

5 Literarische Lernaufgaben im Deutschunterricht  21
5.1 Bestimmung literarischer Lernaufgaben  21
5.2 Analyse literarischer Lernaufgaben  23
5.2.1 Zur Auswahl der Aufgaben  23
5.2.2 Analyse der Aufgaben 1-2 ... 25
5.2.3 Analyse der Aufgaben 3-6 ... 31

6 Fazit  41

7 Literatur  44

 

 

1 Einleitung 

Wie aktuell die Diskussion um Bildungsstandards und die Umsetzung der in ihnen festgelegten Kompetenzen ist, zeigen sowohl die Vielzahl der sich auf dieses Thema beziehenden fachdidaktischen Publikationen als auch das bildungspolitische Interesse diesbezüglich. Anfang August erst sorgte die Forderung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nach einem bundesweit geltenden Zentralabitur für heftige Debatten. Oettinger erklärte in einem Interview, dass er es „für die Hochschulen, für die Arbeitswelt, aber auch für Eltern und Kinder begrüßen“ würde, „wenn es ein bundesweit abgestimmtes Zentralabitur für alle geben würde"1. Das Hauptargument Oettingers und anderer Befürworter des Zentralabiturs lautet, das dieses zu „einem besseren Leistungsvergleich über die Ländergrenzen hinweg“ führen würde. Gegner und Skeptiker dieses Vorschlags, wie beispielweise der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz und Bildungssenator Berlins Jürgen Zöllner, plädieren dafür, zuerst einheitliche, bundesweit geltende Standards für die Oberstufe einzuführen und damit inhaltlich festzulegen, was die Schüler2 bis zum Abitur an Wissen und Kompetenzen erlangt haben sollen3.

Die Forderung Oettingers kann als absehbare Folge dessen interpretiert werden, was seit den bezüglich der Kenntnisse deutscher Schüler ernüchternden Resultaten der nationalen und internationalen Monitoring-Studien (PISA, IGLU, DESI etc.) bildungspolitisch an Reformen unternommen wurde. Unter anderem hatten diese Ergebnisse zu folgender Schlussfolgerung der Kultusministerkonferenz geführt:


Außerdem zeigen die Ergebnisse skandinavischer und einiger angloamerikanischer Staaten, dass Staaten, in denen eine systematische Rechenschaftslegung über die Ergebnisse erfolgt – sei es durch regelmäßige Schulleistungsstudien, sei es durch zentrale Prüfungen oder durch ein dichtes Netz von Schulevaluationen –, insgesamt höhere Leistungen erreichen. Die Entwicklung und die Sicherung von Qualität, externe und interne Evaluation bedürfen klarer Maßstäbe. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Entwicklung und Einführung von bundesweit geltenden Bildungsstandards gelegt.4

Die Realisierung dieser Zielsetzungen begann 2003 mit den Beschlüssen zu den Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss (Jahrgangsstufe 10)5. Ein Jahr später wurden diese auch für den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4)6 sowie für den Hauptschulabschluss (Jahrgangsstufe 9)7 veröffentlicht. Die Bildungsstandards für alle drei Bereiche wurden „von den Ländern zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 als Grundlagen der fachspezifischen Anforderungen […] übernommen.“8 Für das Fach Deutsch wird dabei an allen drei „Schnittstellen der allgemein bildenden Schularten“9 (Jahrgangsstufe 4,9 und 10) festgelegt, „welche Kompetenzen die Kinder oder Jugendlichen“ bis dahin „mindestens erworben haben sollen“10, um somit unter anderem auch ihre Leistungen besser vergleichen zu können. Demzufolge verwundert es nicht, dass Politiker wie Oettinger diese Vergleichbarkeit auch für die Allgemeine Hochschulreife fordern. Kritiker halten aber dagegen, dass es mit den Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA)11 schon „Qualitätsstandards“ gebe, „die eine Vergleichbarkeit […] sicherstellen“12, und diese „bereits indirekt den Status von Bildungsstandards für die Gymnasiale Oberstufe“13 hätten. Auch aus fachwissenschaftlicher Sicht erklärt beispielsweise Juliane Köster, dass die Einheitlichen Prüfungsanforderungen genau wie die Bildungsstandards „verbindliche Aussagen“ sowohl zum „Überprüfungsgegenstand“ (den Kompetenzen) als auch zum „Überprüfungsinstrument“ (den Aufgabenbeispielen) treffen14.

Das Problem liegt also nicht in der Tatsache begründet, dass es keine einheitlichen Anforderungen für die Sekundarstufe II gibt, sondern dass diese häufig nur eine „Auflistung einschlägiger Lernziele“ darstellen, „wie sie sich in ähnlicher Form bereits in den Lehrplänen verschiedener Bundesländer finden“15, und diese Zielformulierungen sich zudem noch durch „Allgemeinheit“ und „Unverbindlichkeit“16 auszeichnen.

Aus diesen Gründen markiert die Einführung der Qualitätsstandards den Beginn einer Diskussion unter Deutschlehrern und Fachdidaktikern, welche zum einen hinterfragt, inwieweit diese Standards den Anforderungen an den Deutschunterricht entsprechen und zum anderen die Frage nach der Realisierung dieser Standards im Deutschunterricht zum Mittelpunkt hat.

[....]


1 Krause, Frank / Sellner, Jan: Oettinger will bundesweites Zentralabitur. Stuttgarter Nachrichten, 9.8.2007.
Zugänglich via Internet: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/1486033

2 Der Einfachheit halber werde ich bei geschlechtsbezogenen Formulierungen nur die jeweils männliche Form verwenden.

3 Vgl. Schlicht, Uwe: Ein Abi für alle. Tagesspiegel, 9.8.2007. Zugänglich via Internet:
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/schule/Schule-Zentralabitur;art295,2354953

4 Einführung zu den Bildungsstandards. Zugänglich via Internet:
http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/bildungsstandards.htm

5 Beschlüsse der Kultusministerkonferenz – Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Beschluss vom 4.12.2003. Zugänglich via Internet:
http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Deutsch_MSA_BS_04-12-03.pdf

6 Beschlüsse der Kultusministerkonferenz – Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich. Beschluss vom 15.10.2004. Zugänglich via Internet:
http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Grundschule_Deutsch_BS_307KMK.pdf

7 Beschlüsse der Kultusministerkonferenz – Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Hauptschulabschluss. Beschluss vom 15.10.2004. Zugänglich via Internet:
http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Hauptschule_Deutsch_BS_307KMK.pdf

8 Vereinbarung über Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss (Jahrgangsstufe 9). Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004. Zugänglich via Internet:
http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/RV-jg9-BS307KMK.pdf S. 3.

9 Ebd.

10 Bundesministerium für Bildung und Forschung: Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Expertise. 2007. Zugänglich via Internet: http://www.bmbf.de/pub/zur_entwicklung_nationaler_bildungsstandards.pdf S. 10.

11 Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA). Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i.d.F. vom 24.05.2002. Zugänglich via Internet: http://www.kmk.org/doc/besch/epa_deutsch.pdf

12 Schlicht, 9.8.2007.

13 Tagesspiegel vom 9.8.2007: Kultusminister streiten über Zentralabitur. Zugänglich via Internet:
http://www.tagesspiegel.de/politik/Deutschland-Zentralabitur;art122,2354628

14 Köster, Juliane: Evaluation von Kompetenzen im Deutsch-Unterricht – neues Etikett oder bildungspolitische Wende. In: Rösch, Heidi: Kompetenzen im Deutschunterricht. Frankfurt/Main: Peter Lang 2005. S. 175.

15 Kammler, Clemens (Hg.): Literarische Kompetenzen – Standards im Literaturunterricht. Modelle für die Primar- und Sekundarstufe. Seelze: Kallmeyer 2006. S. 9.

16 Köster, Juliane: Bildungsstandards – eine Zwischenbilanz. In: Deutschunterricht 5/2005. S. 6.


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