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Adipositasprävention bei der Zielgruppe männlicher Erwachsener im mittleren Lebensalter

Bachelorarbeit, 2006, 76 Seiten
Autor: Susanne Bader
Fach: Gesundheitswissenschaften

Details

Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 76
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 58  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V83316
ISBN (E-Book): 978-3-638-86905-8
ISBN (Buch): 978-3-638-88675-8
Dateigröße: 245 KB

Zusammenfassung / Abstract

Männer gehen anders mit ihrer Gesundheit um als Frauen. Dies zeigt sich häufig in einem riskanteren Lebensstil, beispielsweise im Umgang mit Alkohol, Zigaretten und Ernährung. Auch nehmen sie seltener angebotene Früherkennungsmaßnahmen und Gesundheitskurse in Anspruch und neigen zur Verdrängung gesundheitlicher Beschwerden. In Zeiten der Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen stellt sich verstärkt die Frage nach zielgruppengerechter Ansprache. Am Beispiel von Übergewicht und Adipositas wird gezeigt, welche Ursachen ausschlaggebend sein können und wie Männer hinsichtlich gesundheitlicher Belange besser angesprochen und motiviert werden können.


Textauszug (computergeneriert)

Adipositasprävention bei der Zielgruppe
männlicher Erwachsener im mittleren
Lebensalter

Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades

Bachelor of Science (B.Sc.)
in Health Communication

eingereicht an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften
der Universität Bielefeld

von Susanne Bader
März 2006

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und methodisches Vorgehen ... 3

2 Einführung in die Thematik ... 5

2.1 Problemdarstellung ... 6
2.1.1 Mortalität und Morbidität im Geschlechtervergleich ... 6
2.1.2 Männliches Verhalten im gesundheitlichen Kontext ... 7
2.1.2.1 Gesundheits- und Risikoverhalten ... 8
2.1.2.2 Ernährungsverhalten ... 10
2.1.3 Übergewicht und Adiposita ... 13
2.1.4 Inanspruchnahme präventiver Angebote im Gesundheits- und Ernährungskontext ... 14

2.2 Fragestellung ... 15

2.3 Gesundheitspolitische und –wissenschaftliche Relevanz der Thematik ... 17
2.3.1 Gender Mainstreaming ... 17
2.3.2 Übergewicht und Adipositas als gesundheitspolitische und gesundheitswissenschaftliche Herausforderung ... 18

3 Literaturstand und Stand der Forschung ... 19

3.1 Erklärungsansätze männerspezifischen Gesundheits- und Ernährungsverhalten ... 19
3.1.1 Biomedizinische Erklärungsansätze ... 21
3.1.2 Soziologische und psychologische Erklärungsansätze ... 22


Männliche Sozialisation ... 23
Die traditionelle Männerrolle ... 25
Die soziale Konstruktion von Geschlecht ... 27
Emotionen ... 30
Persönlichkeitsmerkmale ... 31

3.2 Prävention ... 33
3.2.1 Prävention im mittleren Lebensalter ... 35
3.2.2 Geschlechtersensible Prävention ... 36

3.3 Ansatzmöglichkeiten der Adipositasprävention ... 39
3.3.1 Ernährungsaufklärung über Massenmedien ... 41
3.3.2 Ernährungsinformation ... 43


Printmedien ... 43
Internet ... 44
Persönliches Informationsgespräch ... 45

3.3.3 Ernährungsberatung ... 46


Individuelle Beratung ... 47
Gruppenberatung ... 47
Ernährungsberatung via Internet ... 48

3.3.4 Strukturelle Maßnahmen ... 49
3.3.5 Soziales Marketing als präventive Strategie im Ernährungskontext ... 51
3.3.6 Barrieren der Adipositasprävention ... 53
3.3.7 Qualitätskriterien ... 54

4 Diskussion und Synthese ... 56

4.1 Konzeptionelle Überlegungen zu einer männersensiblen Adipositasprävention ... 56
4.1.1 Voraussetzungen ... 57
4.1.2 Zugangswege und Barrieren ... 58

4.2 Visionen effektiver Strategien der Adipositasprävention für die fokussierte Zielgruppe ... 66

5 Fazit ... 67

6 Literaturverzeichnis ... 68

 

 


„Man muss Hindernisse wegnehmen, Begriffe aufklären, Beyspiele geben, alle Theilhaber zu interessieren suchen, das ist freylich beschwerlicher als befehlen, indessen die einzige Art zum Zweck zu gelangen und nicht verändern wollen, sondern auch verändern“
(Johann Wolfgang von Goethe)

1 Einleitung und methodisches Vorgehen

„1. Je weniger Schlaf ich benötige, 2. je mehr Schmerzen ich ertragen kann, 3. je mehr Alkohol ich vertrage, 4. je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse, 5. je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin, 6. je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke und 7. je weniger ich auf meinen Körper achte, desto männlicher bin ich“ (Goldberg, 1979, zit. nach Hollstein, 2002, S.60). Diese sieben, von Goldberg formulierten, maskulinen Imperative (Hollstein 2002) zeichnen ein Bild von männerspezifischem Gesundheitsverhalten, das durch empirische Untersuchungen bestätigt wird. Hier deutet sich bereits an, dass männliche Verhaltensweisen im gesundheitlichen Kontext nicht allein auf biologischen Geschlechtsunterschieden basieren. Ursachen für die Herausbildung spezifisch männlicher, gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen sind unter anderem im soziokulturellen und psychologischen Kontext zu betrachten (vgl. Kolip, Hurrelmann 2002; vgl. Kemper et al. 2004). Das Geschlecht hat, neben zahlreichen weiteren Faktoren, einen entscheidenden Einfluss auf gesundheitsförderndes bzw. -riskantes Verhalten, den Gesundheitszustand und die Entstehung von Krankheiten. Darüber herrscht in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen Konsens. Dennoch fließen diesbezügliche Forschungsergebnisse bislang eher wenig in die Praxis von Prävention und Gesundheitsförderung ein (vgl. Merbach, Brähler 2004) .

Diese Bachelorarbeit hat das Ziel, mögliche Ursachen männlichen Gesundheitsund Ernährungsverhaltens zu identifizieren und sie – mit dem Fokus auf Übergewicht und Adipositas – analytisch in den Kontext von Prävention einzubinden. Sie versteht sich als Beitrag zum Abbau geschlechtsbedingter gesundheitlicher Ungleichheit und möchte neue Impulse geben, zu einer Adipositasprävention bei der geschlechtersensiblen, bedarfsgerechten Versorgung von übergewichtigen Männern im mittleren Lebensalter1.

Die Beschreibung der Problemsituation erfolgt anhand einer Darstellung der aktuellen männlichen Gesundheits- und Ernährungssituation, überwiegend im Geschlechtervergleich. Weitere Ausführungen beziehen sich auf die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas mit Fokus auf das männliche Geschlecht, sowie deren Konsequenzen für Gesundheit und Krankheit (Kapitel 2). Die daraus resultierenden Fragestellungen werden nachfolgend im ebenfalls deskriptiven Hauptteil anhand des aktuellen Literatur- und Forschungsstandes und unter Fokussierung dreier Themenbereiche beleuchtet. Zunächst werden, aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven, mögliche Erklärungsansätze für männerspezifisches Gesundheits- und Ernährungsverhalten dargestellt (Kapitel 3.1). Ein weiterer Themenkomplex hinterfragt, einerseits bezogen auf das mittlere Lebensalter, andererseits unter dem Aspekt der Geschlechtersensibilität, die Sinnhaftigkeit von präventiven Interventionen (Kapitel 3.2). Eine Übersicht über Zugangswege und Interventionsmöglichkeiten der Adipositasprävention, unter Berücksichtung jeweiliger Vorteile, Grenzen und evidenten Qualitätsanforderungen, rundet den deskriptiven Teil der Darstellung ab (Kapitel 3.3). Diese drei Themenbereiche werden im abschließenden Diskussionsteil (Kapitel 4) unter der eingangs formulierten Fragestellung zusammengeführt und münden in konzeptionelle Überlegungen zur Erreichbarkeit der fokussierten Zielgruppe und zu bedarfsgerechten Interventionsstrategien. Die Arbeit endet mit einem Fazit (Kapitel 5).

Basis dieser Ausführungen bildet der aktuelle Literatur- und Forschungsstand. Die Zusammenstellung der Literatur erfolgte in zwei Schritten, einerseits anhand gesundheitswissenschaftlicher Basisliteratur sowie einschlägiger themenspezifischer Literatur der drei relevanten Themenbereiche, andererseits mittels Internetrecherche. Das Heranziehen weiterführender Literaturangaben innerhalb der ausgewählten Bücher, Fachzeitschriften und Aufsätze diente dem tieferen Eindringen in die Thematik. Die Recherche im Internet erfolgte über die Seiten einschlägiger Fachgesellschaften2, außerdem über die Eingabe verschiedener Stichworte in allgemeinen oder speziellen Suchmaschinen3. Auf diesem Weg erfolgte ein Zugang zu relevanten Publikationen. Recherchiert wurde sowohl im deutschsprachigen als auch im internationalen, überwiegend amerikanischen Kontext. Als Kriterien bei verschiedenen Suchmaschinen, sowie auch auf den Seiten einzelner Fachgesellschaften wurden in verschiedenen Kombinationen unter anderem folgende Begriffe verwendet: Männer – Gesundheit – Ernährung – Gesundheitsverhalten - Ernährungsverhalten – Übergewicht - Adipositas – Geschlecht – Prävention (im internationalen Web: men – health – diet – health behavio(u)rs - eating behavio(u)rs – overweight – obesity – gender - prevention). In den nachfolgenden Ausführungen wird unter Berücksichtigung der eingangs formulierten Fragestellungen der aktuelle Literatur- und Forschungsstand gezielt erschlossen.

2 Einführung in die Thematik

Eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik der Männergesundheit findet erst in jüngerer Zeit Eingang in entsprechende wissenschaftliche Disziplinen. Während epidemiologische und sozialepidemiologische Studien ansatzweise Daten zu männerspezifischem Gesundheits- und Risikoverhalten (vielfach im Geschlechtervergleich) und deren Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität liefern, zeigt sich bezogen auf die Erforschung möglicher Ursachen diesbezüglicher geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen noch erheblicher Forschungsbedarf. Eine Umsetzung in die Praxis findet darüber hinaus eher selten oder gar nicht statt (vgl. Kolip, Hurrelmann 2002). Dabei herrscht politisch und wissenschaftlich Konsens darüber, dass das Geschlecht einen der zentralen Indikatoren für das Gesundheits- und Krankheitsgeschehen im Lebenslauf darstellt. Der Begriff Geschlecht im deutschen Sprachgebrauch vereint zwei Perspektiven, das biologische Geschlecht (engl. sex) und das soziale Geschlecht (engl. gender) (vgl. Jahn 2004). Die nachfolgenden Ausführungen fokussieren überwiegend die soziale Geschlechterperspektive. Beide Seiten sind jedoch eng miteinander verknüpft (ebda.). Neben dem Geschlecht ist das Alter ein weiterer bedeutsamer Einflussfaktor auf die Gesundheit, der im Zuge dieser Darstellungen auf das mittlere Lebensalter begrenzt wird. Darüber hinaus haben weitere soziodemographische Faktoren (beispielsweise persönliche Lebensformen, sozialer Status) einen gesundheitsrelevanten Einfluss (vgl. Lademann, Kolip 2005). Diese Faktoren sind es unter anderem auch, die eine Heterogenität innerhalb der Gruppe der Männer entstehen lassen. Wenn nachfolgend von ‚Männergesundheit’, ‚männerspezifischem’ oder ‚männlichem’ Verhalten (und den jeweiligen Pendants für das weibliche Geschlecht) die Rede ist, ist dies nicht im Sinne einer vereinfachenden Pauschalisierung zu verstehen. Eine Differenzierung nach unterschiedlichen Männergruppen erweist sich, insbesondere im Zusammenhang von Prävention und Gesundheitsförderung, zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Zielgruppe und zur Steigerung der Effektivität von entsprechenden Interventionen als unabdingbar (vgl. Faltermaier 2004a; vgl. auch Altgeld 2004). Eine detaillierte Thematisierung dieser Aspekte würde jedoch den Rahmen dieser Ausführungen sprengen.

Im Hinblick auf konzeptionelle Überlegungen zu männergerechten Präventionsstrategien im Kontext von Übergewicht und Adipositas erweist sich neben der spezifischen Darstellung männlichen Ernährungsverhaltens auch die Ausführung allgemeiner gesundheitlicher Verhaltensweisen von Männern als relevant.

2.1 Problemdarstellung

Die einleitende Betrachtung spezieller gesundheitlicher Problemlagen von Männern erfolgt anhand geschlechtervergleichender epidemiologischer Daten. Nach einer kurzen Darstellung der Mortalität und des Krankheitsspektrums fokussiert die Problemdarstellung im Geschlechtervergleich auf männerspezifisches Gesundheits- und Ernährungsverhalten. Sie wird ergänzt durch Daten zur Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Männern und einen Blick auf männliches Verhalten, bezogen auf die Inanspruchnahme gesundheitsfördernder und präventiver Angebote.

[...]


1 Das mittlere Lebensalter umfasst in Anlehnung an Lademann und Kolip (2005) die ungefähre Altersgruppe von 30-65 Jahren.

2 Beispielhaft zu nennen sind an dieser Stelle WHO (www.who.int), die Deutsche Adipositas- Gesellschaft (www.adipositas-gesellschaft.de), Obesity-Task-Force (www.ioft.org), American Obesity Association www.obesity.org)

3 Gesucht wurde unter anderem bei Google (www.google.de), Altavista (www.altavista.de), Medknowlege (www.medknowledge.de mit Verweis auf andere Medizinsuchmaschinen).


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