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Diploma Thesis, 2004, 116 Pages
Author: Dipl. Sportwissenschaftler Matthias Radtke
Subject: Sport - Sport Psychology
Details
Tags: Adipositas, Kindes-, Jugendalter, Modifikation, Intrumentes, Erfassung, Lebensqualität, Kinder, Jugendlicher
Year: 2004
Pages: 116
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 95 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04706-7
File size: 2923 KB
Der modifizierte Fragebogen wird mittlerweile international eingesetzt. In nationalen und internationalen Studien wurde er bereits mehrfach angewandt.
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Abstract
In der Entwicklungsgeschichte des Menschen hat sich hinsichtlich des Ernährungsverhaltens ein Wandel vollzogen. So war es für den Homo Sapiens von Vorteil, in Zeiten eines guten Nahrungsangebotes viel Energie aufzunehmen und zu speichern, um Perioden der Nahrungsknappheit zu überstehen. Im Zeitalter der alten Ägypter und Griechen bis hin in die Zeit der industriellen Revolution hatte das Essen stets mit gesellschaftlichem Status zu tun. Wohlbeleibtheit galt als Zeichen von Wohlstand und materieller Sorglosigkeit, kurzum als Ausdruck von Macht. Attribute wie Frohsinn, Gemütlichkeit und Friedfertigkeit wurden im Zusammenhang mit der korpulenten Gesellschaft assoziiert. Spätestens jedoch seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird das Schlanksein und Schlankwerden immer stärker zu einer gesellschaftlichen Norm, die in Kultur und Werbung transportiert und verstärkt wird. Dem gegenüber steht der tief greifende Ernährungswandel der letzten Jahrzehnte - Tiefkühl- und Fertiggerichte, Fastfood- und Imbisskultur, Functional- und Designerfood, Essstörungen und Fettleibigkeit, die neue Orientierungslosigkeit angesichts der Warenfülle. Das Image der „Dicken“ hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Nicht mehr die positiven Charaktere werden genannt, sondern Beigaben wie Faulheit, Dummheit und Willensschwäche. Die Ablehnung gegenüber Übergewichtigen beginnt bereits in jungem Alter: Kleinkinder beschreiben, einer Untersuchung folgend, die Silhouette eines adipösen Kindes mit abwertenden Formulierungen wie „faul“, „hässlich“, „dumm“, „dreckig“ und „verlogen“ (Lehrke & Laessle, 2002). Schon Kinder im Vorschulalter würden lieber mit einem behinderten Kind befreundet sein als mit einem übergewichtigen (Benecke, Vogel, 2003).
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität Hal e-Wittenberg
Fachbereich Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft
Institut für Sportwissenschaft
DIPLOMARBEIT
Adipositas im Kindes- und Jugendalter.
Modifikation eines Instruments zur Erfassung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher.
Radtke, Matthias
Studiengang: Diplom - Sportwissenschaft A1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
IV
Tabel enverzeichnis
VI
1
Einleitung
1
2
Adipositas
4
2.1
Bewertungskriterien 5
2.1.1
Bewertung des Ausmaßes 5
2.1.2
Körperzusammensetzung 6
2.1.2.1
Methoden zur Messung des Körperfettanteils 7
2.1.2.2
Fettverteilungsmuster 7
2.2
Prävalenz und Kosten der Adipositas 9
2.3
Risiko der Adipositas 11
2.3.1
Medizinische Auswirkungen 11
2.3.2
Psychische Auswirkungen 13
2.4
Ätiologie 15
2.4.1
Positive Energiebilanz 16
2.4.2
Bewegungsmangel .18
2.4.3
Die genetische Disposition .19
2.4.3.1
Adipositas bei syndromaler Krankheit und bei Einnahme von
Medikamenten 21
2.4.4
Ernährungsverhalten .22
2.4.4.1
Ernährungsverhalten im Wandel .23
2.5
Adipositastherapie 25
2.5.1
Indikation und Diagnostik 25
2.5.2
Therapieziele .26
2.5.2.1
Gewichtsziele 26
2.5.2.2
Verhaltenstherapeutische Ziele .27
2.5.3
Charakteristik des therapeutischen Vorgehens .28
2.5.3.1
Ernährungstherapie 28
2.5.3.2
Bewegungstherapie 31
2.5.3.3
Verhaltenstherapie .34
2.5.3.4
Kommerziel e Gewichtsreduktionsprogramme 37
2.5.3.5
Gewichtsenkende Medikamente 38
2.5.3.6
Chirurgie .39
2.5.4
Qualitätskriterien zum Aufbau eines
Adipositastherapieprogrammes .39
2.5.4.1
Strukturqualität 39
2.5.4.2
Prozessqualität .40
2.5.4.3
Ergebnisqualität .40
2.5.4.3.1
Kriterien zur Beurteilung der Ergebnisqualität .40
3
Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen 42
3.1
Erläuterung des Begriffs 42
3.2
Konzepte zur Erfassung der Lebensqualität .43
3.2.1
Messung der Lebensqualität .45
3.2.2
Grundaspekte zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität .45
3.3
Stand der Forschung 46
3.4
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen .48
3.4.1
Zentrale Gesundheitsprobleme im Kindesalter .50
3.4.2
Erklärungsansätze für gesundheitliche Beeinträchtigungen von
Kindern und Jugendlichen 50
3.4.2.1
Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen als
Determinanten von Gesundheit und Entwicklung .51
3.4.3
Gesundheitsförderung 56
3.4.3.1
Erläuterung des Begriffs 56
3.4.3.2
Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen .57
4
Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
60
4.1
Hintergrund der Modifikation .60
4.2
Subskalen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität . . . .61
4.2.1
Körperliche Aktivität .61
4.2.2 Körperliche Funktionsfähigkeit 61
4.2.3
Gesundheitszustand, Gesundheitswahrnehmung,
Gesundheitsempfinden 61
4.2.4
Psychisch-emotionales Wohlbefinden 62
4.2.5 Körperkonzept .62
4.2.5.1
Körperwahrnehmung 63
4.2.5.2
Körperbild .63
4.2.6
Soziales Umfeld 64
4.3
Erhebung der Daten 66
4.4
Codierung und Auswertung der Daten .67
4.5
Darstel ung der Ergebnisse 69
4.5.1
Körperliche Aktivität/Freizeitgestaltung 69
4.5.2
Körperliche Funktionsfähigkeit 70
4.5.3
Gesundheitszustand, Gesundheitswahrnehmung,
Gesundheitsempfinden .70
4.5.4
Psychisch-emotionales Wohlbefinden .71
4.5.5
Körperwahrnehmung 72
4.5.6
Körperbild .73
4.5.7
Soziales Umfeld 75
4.5.8
Die Figurenzeichnungen 77
4.6
Diskussion der Ergebnisse 79
5
Ausblick
84
6
Literaturverzeichnis
86
7
Anhang
Abbildungsverzeichnis
IV
Abbildungsverzeichnis
Nr.
Seite
1
Formen der Adipositas, links Apfelform; rechts - Birnenform (Pudel
8
& Westenhöfer, 1997)
2
Verhältnis Tail en-/Hüftumfang (Waist to Hip Ratio= WHR) 9
Tail enumfang: gemessen in der Mitte zwischen Rippenbogen und
Beckenkamm. Hüftumfang: gemessen auf Höhe des Hüftknochens
(Trochanter major). Krankhaft: bei der Frau > 0,85, beim Mann >1
(vgl. Imoberdorf, 2000)
3
Risikofaktoren der Adipositas (Nutritio, 2003)
11
4
Einflussfaktoren auf Entstehung und Aufrechterhaltung der
15
Adipositas (Fichter & Warschburger, 2002)
5
Verteilungskurve der durchschnittlichen Kalorienaufnahme pro Tag, 16
dargestel t für Probanden mit BMI < 25, BMI zwischen 25 und 30
und BMI > 30 (nach Pudel & Westenhöfer, 1997)
6
BMI in Abhängigkeit vom relativen Fettverzehr (Energieprozent)
17
(Pudel & Westenhöfer, 1997)
7
BMI in Abhängigkeit vom relativen Kohlenhydratverzehr
17
(Energieprozent) (Pudel & Westenhöfer, 1997)
8
Bedingungsfaktoren für den Bewegungsmangel (BZgA Gesundheit 19
von Kindern, 1998)
9
Durchschnittlicher BMI der Eltern, bezogen auf 4
20
unterschiedliche Gewichtsklassen der Adoptivkinder (nach Stunkard
et al, 1986)
10 BMI und Intrapaar- Korrelation bei ein und zweiei gen Zwil ingen,
21
die getrennt und gemeinsam aufgewachsen sind (nach Stunkard et
al. 1990)
11 Die Unterschiedliche Bedeutung verschiedener Faktoren für das
23
Essverhalten im Verlaufe der Entwicklung (aid Special, 2000)
12 Sättigungskaskade nach Blundel (aid Special, 2000)
25
13 Gewichtsveränderung in Abhängigkeit vom Lebensalter, vom
27
aktuel en BMI und vom Vorliegen adipositasassoziierter
Komplikationen (vgl. AGA, 2002)
Abbildungsverzeichnis
V
14 Rigide Verhaltenskontrol en gehen mit einem höheren BMI einher 36
(Pudel, 1991)
15 Korrelation subjektiver und objektiver Parameter der Lebensqualität 46
(Radtke, 2003)
16 Körperkonzept (Radtke, 2003)
62
17 körperliche Aktivität/Freizeitgestaltung (Radtke, 2003)
69
18 körperliche Funktionsfähigkeit (Radtke, 2003)
70
19 Gesundheitszustand/-wahrnehmung/-empfinden (Radtke, 2003)
71
20 Psychisch-emotionales Wohlbefinden (Radtke, 2003)
72
21 Körperwahrnehmung (Radtke, 2003)
73
22 Körperbild (Radtke, 2003)
74
23 Ich möchte abnehmen oder etwas an mir verändern weil,... (Radtke,
75
2003)
24 soziales Umfeld (Radtke, 2003)
76
25 Figurenzeichnungen Mädchen (Radtke, 2003)
78
26 Figurenzeichnungen Jungen (Radtke, 2003)
78
27 Differenzscore Jungen vs. Mädchen (Radtke, 2003)
79
Tabel enverzeichnis
VI
Tabel enverzeichnis
Nr.
Seite
1
Beurteilung des Risikos (vgl. Imoberdorf, 2000)
8
2
Adipositasprävalenz anhand unterschiedlicher Bewertungskriterien 9
(vgl. Wabitsch & Zwiauer, 1997; Kromeyer-Hauschild, Zel ner, Jäger,
Hoyer, 1999; Cole, Bel izzi, Flegal, Dietz, 2000; DGE, 2000)
3
Medizinische Auswirkungen der Adipositas nach Wirth (1997)
12
4
Einstufung des Risikos für Kinder und Jugendliche an bestimmte 12
Erkrankungen nach Dietz (1995), WHO (1998)
5
Metabolisches Syndrom: nach Kriterien des "National Cholesterol 13
Education Program ATP III 2001" (Wirth, 2003)
6
Anforderungsprofil an Sport- und Bewegungsprogramme bei 31
Adipositas (vgl. Feld, 2000)
7
Wirkung eines ganzheitlichen Trainings bei Adipositas (vgl. Feldt, 32
2000)
8
Eignung verschiedener Sport- und Bewegungsarten bei Adipositas 34
(vgl. Roche Deutschland, 2003)
9
Medikamentöse Adipositastherapie (DGE, 1999)
38
10 Dimensionen der Lebensqualität (Petermann, 2002)
43
11 Verschiedene Ansätze zur Messung der Lebensqualität (Charite)
44
12 Gesundheit von Kindern zentrale Probleme (BZgA Gesundheit von 50
Kindern, 1998)
13 Faktoren sozialer Benachteiligung (BZgA Gesundheit von Kindern,
5 2
1998)
14 Leitlinien der Gesundheitsförderung im Kindesalter (BZgA 59
Gesundheit von Kindern, 1998)
15 Untersuchungsdaten der Teilnehmer (Radtke, 2003)
67
16 Subskalen, Itemanzahl, Itemnummer und Codierung des Fragebogens 68
(Radtke, 2003)
17 Ratingskala-Codierung der Items (Radtke, 2003)
68
Tabel enverzeichnis
VII
18 Cronbachs Alpha der Subskalen (Radtke, 2003)
79
19 Ausschluss der ,,schlechten Items" (Radtke,2003)
80
Einleitung
1
1
Einleitung
In der Entwicklungsgeschichte des Menschen hat sich hinsichtlich des
Ernährungsverhaltens ein Wandel vol zogen. So war es für den Homo Sapiens von
Vorteil, in Zeiten eines guten Nahrungsangebotes viel Energie aufzunehmen und zu
speichern, um Perioden der Nahrungsknappheit zu überstehen. Im Zeitalter der
alten Ägypter und Griechen bis hin in die Zeit der industriel en Revolution hatte
das Essen stets mit gesel schaftlichem Status zu tun. Wohlbeleibtheit galt als
Zeichen von Wohlstand und materiel er Sorglosigkeit, kurzum als Ausdruck von
Macht. Attribute wie Frohsinn, Gemütlichkeit und Friedfertigkeit wurden im
Zusammenhang mit der korpulenten Gesel schaft assoziiert. Spätestens jedoch
seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird das Schlanksein und
Schlankwerden immer stärker zu einer gesel schaftlichen Norm, die in Kultur und
Werbung transportiert und verstärkt wird. Dem gegenüber steht der tief
greifende Ernährungswandel der letzten Jahrzehnte - Tiefkühl- und
Fertiggerichte, Fastfood- und Imbisskultur, Functional- und Designerfood,
Essstörungen und Fettleibigkeit, die neue Orientierungslosigkeit angesichts der
Warenfül e. Das Image der ,,Dicken" hat sich in den letzten Jahrzehnten
verändert. Nicht mehr die positiven Charaktere werden genannt, sondern Beigaben
wie Faulheit, Dummheit und Wil ensschwäche. Die Ablehnung gegenüber
Übergewichtigen beginnt bereits in jungem Alter: Kleinkinder beschreiben, einer
Untersuchung folgend, die Silhouette eines adipösen Kindes mit abwertenden
Formulierungen wie ,,faul", ,,hässlich", ,,dumm", ,,dreckig" und ,,verlogen" (Lehrke &
Laessle, 2002). Schon Kinder im Vorschulalter würden lieber mit einem
behinderten Kind befreundet sein als mit einem übergewichtigen (Benecke, Vogel,
2003). Diese Abneigungen haben nachhaltige Auswirkungen auf das
Selbstwertgefühl, die soziale Akzeptanz und das Interaktionsverhalten der
Betroffenen. Mit zunehmendem Alter und sozialer Schichtzugehörigkeit steigt
diese Tendenz noch an.
Einleitung
2
Im Zusammenhang mit dieser Stigmatation stehen immer höhere Morbiditäts1-
und Mortalitätsraten2 sowie die unzähligen Risiken, die mit Übergewicht und
Fettleibigkeit in Verbindung stehen. Vor al em der Anteil übergewichtiger und
adipöser Kinder hat sich in den letzten Jahrzehnten epidemisch erhöht. In
Deutschland sind je nach Definition 10-20% al er Schulkinder und Jugendlichen als
übergewichtig einzustufen (AGA, 2002; Benecke, Vogel, 2003).
Um die Kausalität sichtbar zu machen, ist es hinsichtlich einer
Adipositasbehandlung erforderlich, neben der Feststel ung der gesundheitlichen
Risiken ebenso die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu erfassen. Dies
bedeutet die Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, das physisch
und psychische Wohlbefinden, die Al tagsfunktionsfähigkeit, sowie die soziale
Integration zu untersuchen. Die Notwendigkeit die gesundheitsbezogene
Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher zu evaluieren, ergibt sich anhand
der kargen Datenlage im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit. Bisher
konzentrierte sich die Wissenschaft eher auf die Erforschung der Lebensqualität
von Erwachsenen. Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität Erwachsener
werden häufig für Kinder adaptiert, entsprechen aber selten dem kognitiven
Entwicklungsstand der Kinder.
Im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit wird ein Fragebogen zur Erfassung der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher
modifiziert.
Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in die folgenden 3 Teile:
1. Adipositas im Kindes und Jugendalter
2. Gesundheitsbezogene Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher
3. Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
1 Erkrankungsziffer
2 Sterblichkeitsziffer
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