Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Sara Hagenauer
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Deutsches Institut)
Tags: Bedeutung, Todes, Thomas, Bernhards, Kranke, Irre, Gestörte, Literatur, Jahrhunderts
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 24 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-89945-1
ISBN (Book): 978-3-638-90529-9
File size: 201 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Thomas Bernhard ist ein Autor, der nicht nur durch seine außergewöhnlichen Schriften, sondern auch durch sein Verhalten in der Öffentlichkeit, wo er das Publikum stets mit seinen provokanten Äußerungen schockierte , immer wieder Aufsehen erregt hat. Die Thematik seiner Stücke entspricht nicht dem Wunsch vieler Leser, durch die Lektüre eines Buches eine angenehme Abwechslung vom Alltag zu erleben; vielmehr will der Autor hier eine Art von Aufklärung der Rezipienten betreiben.Ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch alle Werke Bernhards zieht, und daher in jedem Fall eine genaue Analyse wert ist, ist das des Todes. Dieses Thema wird in dieser Arbeit aufgegriffen und anhand des Romans „Verstörung“ näher untersucht. Dabei werden die Hintergründe Bernhards ständiger Anwendung dieses Motivs beleuchtet; ferner erfolgt eine genaue Ausarbeitung seiner Todesauffassung.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutsches Institut
Hauptseminar: Kranke, Irre und Gestörte in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts
Sommersemester 2004, 7. Semester
Die Bedeutung des Todes in Thomas Bernhards „Verstörung“
von
Sara Hagenauer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 01
2. Autobiografie Thomas Bernhardts... 02
2.1 Kurzer Abriss der Biographischen Daten... 02
2.2 Zusammenfassung der Krankengeschichte Thomas Bernhards...02
2.3 Bedeutung der Autobiografie für den Inhalt von Bernhards Werken... 03
3. Tod in „Verstörung“... 04
3.1 Untersuchung der Form... 04
3.1.1 Struktur des Werkes und Erzählperspektive... 04
3.1.2 Sprache des Werkes...06
3.1.2.1 Sprache im ersten Teil des Buches... 06
3.1.2.2 Die Besonderheiten im Monolog des Fürsten Saurau... 08
3.2 Untersuchung des Inhalts... 09
3.2.1 Interpretation des Inhalts hinsichtlich der Todesthematik... 09
3.2.2 Die daraus resultierende Todesauffassung in „Verstörung“... 12
3.2.3 Die besondere Bedeutung des Monologes des Fürsten Saurau... 14
4. Fazit... 17
5. Literaturverzeichnis... 19
1. Einleitung
Thomas Bernhard ist ein Autor, der nicht nur durch seine außergewöhnlichen Schriften, sondern auch durch sein Verhalten in der Öffentlichkeit, wo er das Publikum stets mit seinen provokanten Äußerungen schockierte1, immer wieder Aufsehen erregt hat: „Für eine derart nachhaltige und auch außerliterarische Breitenwirkung, die wiederum die Rezeption der Werke determiniert, ist der außergewöhnlich massive Eindruck der Schriftstellerpersönlichkeit […] partiell mit zu verantworten[…]“.2 Die Thematik seiner Stücke entspricht nicht dem Wunsch vieler Leser, durch die Lektüre eines Buches eine angenehme Abwechslung vom Alltag zu erleben; vielmehr will der Autor hier eine Art von Aufklärung der Rezipienten betreiben: „Die Wirkung Bernhards geht, und das trifft ja nach dem Tod des Autors noch mehr zu, weit über den Bereich des Literarischen hinaus und erreicht auch eine andere Öffentlichkeit.“3 Ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch alle Werke Bernhards zieht, und daher in jedem Fall eine genaue Analyse wert ist, ist das des Todes:
Daß der Topos Tod für Bernhard einen Supersignifikanten repräsentiert, der seinem literarischen
Begriffssystem überhaupt erst eine semantische Valenz zukommen läßt und allen übrigen
Signifikanten die Plätze ihrer Aussagekraft zuweist, wird schon bei Berücksichtigung der
Tatsache manifest, daß in keinem nennenswerten Interview der Rückgriff auf ihn fehlen darf.
Meistens wird er vom Dichter selbst lanciert, ansonsten laufen die Fragen der Journalisten den
Horizont des Todes entlang oder stehen vor dem Tod, weil er von der Poetik der Texte
vorgegeben wird.4
Dieses Thema wird in dieser Arbeit aufgegriffen und anhand des Romans „Verstörung“ näher untersucht. Dabei werden die Hintergründe Bernhards ständiger Anwendung dieses Motivs beleuchtet; ferner erfolgt eine genaue Ausarbeitung seiner Todesauffassung.
Bei einer so exzessiven Verarbeitung des Todesmotivs in allen Schriften kann sicherlich von einer Beteiligung biographischer Gründe für die Wahl dieses Themas ausgegangen werden, die im zweiten Kapitel näher untersucht werden. Der erste Teil des dritten Kapitels analysiert Bernhards Gebrauch der Todessymbolik zunächst formal, woraufhin im zweiten Teil dieses Kapitels die inhaltlichen Aspekte herausgearbeitet werden. Die besondere Relevanz des Monologes des Fürsten Saurau in „Verstörung“ wird in Kapitel 3.2.3 analysiert. Im vierten Teil der Arbeit werden die erarbeiteten Ergebnisse zusammengefasst und zu einem daraus resultierenden Fazit geführt.
2. Autobiografie Thomas Bernhards
2.1 Kurzer Abriss der biographischen Daten
Thomas Bernhard wurde am 9. Februar 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte er jedoch bei seinen Großeltern. Als seine Mutter Herta Bernhard Anfang 1936 heiratete, nahm sie ihren Sohn zunächst wieder zu sich, doch wegen schulischer Schwierigkeiten und Erziehungsproblemen wurde er schließlich in einem Heim für schwer erziehbare Kinder untergebracht. 1942 besuchte er zunächst ein Internat in Salzburg, als jedoch 1943 sein Vater starb, den er nie kennen gelernt hatte, ging er zurück nach Wien, wo er wieder bei seinen Großeltern lebte. Von 1945 bis 1947 besuchte Bernhard das Johanneum in Salzburg, woraufhin er eine kaufmännische Lehre absolvierte. 1949 starben sowohl Bernhards Großvater als auch seine Mutter. Trotz der Veröffentlichung von Thomas Bernhards erster Prosa im Jahr 1950 begann er 1952 ein Schauspielstudium im Mozarteum. Er reiste von 1953 bis 1964 durch Europa, woraufhin er sich einen Bauernhof in Österreich kaufte, den er bis zu seinem Tod bewohnte. Als er 1989 starb wurden nur Fragmente seines Testaments bekannt, diese verfügten jedoch dass die nächsten 70 Jahre nach seinem Tod nichts aus seinem Nachlass veröffentlicht werden darf, geschweige denn verlegt, vorgetragen oder aufgeführt. Obwohl dieses Verbot 1988 aufgehoben wurde besteht nach wie vor Bernhards letzter Wille, „dass nach seinem Tod nichts publiziert werden dürfe, was er nicht bereits zu Lebzeiten veröffentlicht hatte.“5
2.2 Zusammenfassung der Krankengeschichte Thomas Bernhards
Thomas Bernhards Krankengeschichte begann 19496: Durch eine verschleppte Grippe, die er sich 1948 zugezogen hatte, wurde er mit einer Rippenfellentzündung, die sich schnell zu einer Lungenentzündung entwickelte, ins Landeskrankenhaus Salzburg eingewiesen. Dort wurde sein Zustand als so kritisch eingeschätzt, dass er in das „Sterbezimmer“ verlegt wurde, wo man praktisch nur noch auf sein Ableben wartete. Trotz seiner damaligen Genesung verfolgten seine Lungenkrankheit, die bald als Lungentuberkulose diagnostiziert wurde, und die daraus entstandenen Folgekrankheiten (sowie weitere hiervon isoliert zu betrachtende Erkrankungen), den Schriftsteller den Rest seines Lebens. Immer wieder musste er stationär behandelt werden und ab 1978 war ihm ein Überleben nur noch durch den „Höchsteinsatz von Medikamenten“7 möglich. Im Februar 1989 schließlich versagte sein Herz aufgrund der unheilbaren Lungenkrankheit endgültig.
2.3 Bedeutung der Autobiografie für den Inhalt von Bernhards Werken
[...]
1 Zu diesen Aussagen siehe Kapitel 3.2.2.
2 Janner, Markus: Der Tod im Text. Thomas Bernhards Grabschriften. Frankfurt a.M., Bern u.a. 2003 (= Regensburger Beiträge zur deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft Reihe B: Untersuchungen. Hrsg. von Bernhard Gajek, Band 85), S. 13.
3 Janner: Der Tod im Text. Thomas Bernhards Grabschriften, S. 13.
4 Janner: Der Tod im Text. Thomas Bernhards Grabschriften, S. 106.
5 http://www.dieterwunderlich.de/Thomas_Bernhard.htm
6 Vgl. Hoell, Joachim: Thomas Bernhard. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 2000.
7 Hoell: Thomas Bernhard, S. 39.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Die Funktion der Krankheitsdarstellung bei Thomas Bernhard
Author: Vera AllmanritterGerman Studies - Modern German Literature, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Max Frischs "Mein Name sei Gantenbein" - Biographie im Spannungsfeld von Wirklichkeit und Vorstellung
Author: Martin EndresGerman Studies - Modern German Literature, 2001 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: