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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Magistra Artium Petra Schmitt
Subject: Film Science
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Theater-,Film-und Medienwissenschaft)
Tags: Komik, Film, Kameramann, Buster, Keaton, Chaplin, Komiktheorie)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-89976-5
File size: 183 KB
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Abstract
„Ich glaube, ich habe nie eine gewisse Demut dem Publikum gegenüber verloren, weil ich immer der Meinung war, daß es die Aufgabe eines Schauspielers ist, alles, was er tut, verständlich zu tun.“ „stone face“, „dead-pan“, „Frigo“... So wird der Komiker Buster Keaton (1895- 1966) genannt. Der Mann, der niemals lachte, ist Thema der vorliegenden Hausarbeit. Über allem steht die Frage, wie jemand komisch sein kann, der nicht lacht. Der nicht einmal Interesse daran zu haben scheint, daß man mit ihm lacht oder mit ihm fühlt. „Buster“, der eigentlich Joseph Frank mit Vornamen hieß, erhielt seinen Spitznamen durch den berühmten Magier Harry Houdini. Dieser fand Baby Joseph am Fuße einer Treppe, die es soeben hinunter „gepurzelt“ war.
Excerpt (computer-generated)
Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt am Main
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Seminar: Chaplin (Medienarchäologie und Komiktheorie)
SS 2003
Komik im Film: "Der Kameramann" von Buster Keaton
von
Petra Schmitt
Gliederung
1.) Einleitung... 3
2.) Über den Film „Der Kameramann“... 3-5
3.) Witz und Komik bei Henri Bergson... 5-8
4.) Witz und Komik bei Sigmund Freud... 8-11
5.) Bergson und Freud treffen Buster Keaton... 11-12
5.1.) Die Situationskomik... 12-16
5.2.) Die Absurdität der Hauptfigur... 16-18
6.) Resümee... 19-21
7.) Literaturverzeichnis... 22
1.) Einleitung
„Ich glaube, ich habe nie eine gewisse Demut dem Publikum gegenüber verloren, weil ich immer der Meinung war, daß es die Aufgabe eines Schauspielers ist, alles, was er tut, verständlich zu tun.“1
„stone face“, „dead-pan“, „Frigo“... So wird der Komiker Buster Keaton (1895- 1966) genannt. Der Mann, der niemals lachte, ist Thema der vorliegenden Hausarbeit. Über allem steht die Frage, wie jemand komisch sein kann, der nicht lacht. Der nicht einmal Interesse daran zu haben scheint, daß man mit ihm lacht oder mit ihm fühlt. „Buster“, der eigentlich Joseph Frank mit Vornamen hieß, erhielt seinen Spitznamen durch den berühmten Magier Harry Houdini. Dieser fand Baby Joseph am Fuße einer Treppe, die es soeben hinunter „gepurzelt“ war.
Grundlage der Filmanalyse ist Keatons Film „Der Kameramann“. Inhalt und Form des Films werden im nächsten Kapitel näher beschrieben. Mit der Komik und dem Witz beschäftigten sich unter anderem Sigmund Freud und etwas später auch Henri Bergson. Ihre Überlegungen und Thesen werden in den nachfolgenden Kapiteln zusammengefaßt. Aufgabe der Arbeit wird sein, einzelne Aspekte der philosophischen Texte über das Lachen in einzelnen Filmszenen wiederzufinden.
2.) Der Film „Der Kameramann“
Nach einigen großen Film-Erfolgen schloß Buster Keaton einen Vertrag mit der Produktionsfirma MGM. Der erste gemeinsame Film im Jahre 1928 war „Der Kameramann“ und wurde trotz aller Vorbehalte ein weiterer Erfolg in Keatons Karriere. Die Regie in dem Stummfilm übernahm Edward Martin Sedgwick jr. Probleme bereitete Keaton der enorme Mitarbeiterstab der MGM. Er hatte über die Jahre seinen eigenen Mitarbeiterstab geformt und konnte sich auf dessen Fähigkeiten verlassen.. Jetzt mußte er mit Gagschreibern, Dramaturgen und Technikern zurechtkommen, deren Arbeitsweise er nicht kannte:
„Sie komplizierten unsere schlichte Handlung mit allem, was sie nur ersinnen konnten...“2
Bisher erfand Keaton seine Gags spontan. Er geht von einer witzigen Grundidee und einer Auflösung, meist einem Happy- End aus. Der Zwischenteil ergibt sich während der Dreharbeiten und entsteht im gedanklichen Austausch mit seinem Team. Gerade im Stummfilm ist die Handlung extrem wichtig und muß eindeutig durch Gesten und Körpersprache vermittelt werden können.
„Die Handlung ist und war, neben dem Hauptdarsteller, immer das Wesentliche.“3
Deshalb beruht die Handlung auf dem einfachsten Prinzip: Es gibt den Helden, den Bösewicht und das schöne Mädchen, um das man kämpft. Auch hier im vorliegenden Film gibt Buster den Helden, der mit seinem Widersacher, dem Bildreporter, um die Gunst der schönen Dame streitet.
Die Gags der Stummfilm- Macher bestehen nicht aus wortgewaltigen Beschreibungen wie die der MGM- Drehbuchautoren, sondern sind viel mehr an Stehgreif- und Situationskomik geknüpft. Komik muß bildlich umgesetzt und optisch erfass- und sichtbar gemacht werden:
„Je weniger Zwischentitel wir benutzten, umso besser für den Film. Die Zuschauer lachten über das, was sie auf der Leinwand geschehen sahen. Unsere Gags dienten dazu, die Absurdität der Dinge, die Handlungs- und Verhaltensweise der Menschen und die irrwitzige Lage zum Ausdruck zu bringen, in die die Filmgestalten gerieten und aus der sie sich befreien mußten.“4
Das in achtmonatiger Arbeit von MGM verfaßte Drehbuch wurde bald verworfen. Keaton konnte daraufhin seine Ideen von Spontaneität und Improvisation weitestgehend umsetzen.
„Je schneller Gags in einer Komödie einander folgen, desto besser. Ich fand bald heraus, daß in einem Spielfilm glaubhafte Personen auftreten müssen, und zwar in einer Situation, die das Publikum gelten lassen kann. Am besten war es, wenn ich mit einer ganz normalen Situation anfing, durchsetzt vielleicht schon mit ein wenig Ungemach, aber behutsam, damit noch nicht gelacht wurde.“5
Um Glaubwürdigkeit und Flexibilität der Hauptperson zu garantieren, geht Keaton im Film „Der Kameramann“ von einer Grundlage aus:
„Keiner in New York weiß, daß es diesen Menschen gibt.“6
Damit kann der Held für jede beliebige Person stehen und auch von jedem wiedererkannt werden. Die Hauptperson gestaltet einen Typus.
3.) Witz und Komik bei Henri Bergson
[...]
1 Keaton, 1986, S. 268.
2 Keaton, in: Giesen. 1991, S. 113.
3 Keaton, 1986, S. 213.
4 Keaton, 1986, S. 141.
5 Keaton, 1986, S. 179.
6 Keaton, 1986, S. 208.
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