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Ökonomisierung des Studiums

Termpaper, 2006, 26 Pages
Author: Anita Kussmann
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Institution/College: Berlin School of Economics
Tags: Studiums
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 26
Grade: 1,1
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V83625
ISBN (E-book): 978-3-638-88998-8

File size: 174 KB
Notes :
Die Quellen sind auf jeder Seite in der Fußnote vermerkt.


Abstract

Einleitung Im Artikel 7 (1) des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist geregelt: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ Bereits dieser eine Satz impliziert, dass der Staat Hoheitsträger für das Gut Bildung ist und für die Durchsetzung des Rechtes auf Bildung Sorge trägt. Dazu zählt u. a. die Errichtung und Finanzierung von Bildungseinrichtungen wie Gesamtschulen und Hochschulen. Weiterhin soll der Zugang zu den öffentlichen Bildungseinrichtungen für jede Person, entsprechend ihrer Eignung, gewährleistet sein. Aktuell wird - auch im Hinblick auf die Konkurrenzfähigkeit von Deutschland - wieder viel über die Bedeutung von Bildung und ihr Erfordernis für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft diskutiert. Gleichzeitig müssen sich beispielsweise die Berliner Universitäten mit Budgetkürzungen auseinandersetzen. In seiner Rede vom 27. Juni 2002 führt der Präsident der TU-Berlin Prof. Dr. K. Kutzler an, dass ab 2006 das Budget der TU-Berlin um 20% gekürzt werden wird, was einer Summe von 56 Mio. Euro entspricht. Für diese Einsparungen müssten 1.120 Stellen im wissenschaftlichen Bereich abgebaut werden und der Personalbestand würde von ehemals 4.550 landesfinanzierten Stellen auf unter 2.000 sinken. Wenn Stellen gekürzt werden, nimmt bei konstanter Nachfrage die Anzahl der Studierenden in den einzelnen Hörsälen der Universitäten zu und das Bildungsangebot verschlechtert sich. Gleichzeitig werden Fachbereiche geschlossen und vorhandene Lehrmittel veralten immer häufiger. Es stellt sich die zentrale Frage, wie Bildung finanziert werden kann, wenn der Staat keine ausreichenden finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stellt! Diese Hausarbeit thematisiert das Hochschul-Sponsoring und das Stiftungswesen als Finanzierungsalternativen für Hochschulen und zeigt die Motive der Unternehmen für ihre Initiativen auf. Die Auswirkungen der Kooperationen zwischen Unternehmen und staatlichen Institutionen werden am Beispiel des Centrums für Hochschulentwicklung erläutert und es wird ein Bezug zu den Entwicklungen in den USA nach Einführung der Studiengebühren hergestellt.


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin

Ökonomisierung des Studiums

von Anita Kussmann
2006

 

Gliederung

1 Einleitung ... 1

2 Hochschul-Sponsoring als Finanzierungsalternative ... 2
2.1 Kommunikationsmittel als ein Motiv ... 2
2.2 Imagetransfer als Motiv und die Auswirkungen auf die Hochschulen ... 3
2.3 Strategisches Personalmarketing ... 4

3 Weitere Finanzierungsalternativen ... 5
3.1 Public Private Partnership (PPP) ... 5
3.2 Stiftung ... 5

4 Einflussnahme von Unternehmen auf die Bildungspolitik am Beispiel von CHE ... 6
4.1 Gründung und Finanzierung ... 6
4.2 Zusammensetzung ... 7
4.3 Aufgaben und Projekte ... 7
4.3.1 TU München (TUM) ... 8
4.3.2 Das „Unternehmen Selbstbeteiligen“ an der TU Dresden ... 10
4.4 Publikation von Umfrageergebnissen ... 11
4.5 Hochschulranking ... 12

5 Studiengebühren am Beispiel der USA ... 13
5.1 Hochschullandschaft der USA ... 13
5.2 Scholastic Assessment Test (SAT) ... 15
5.3 Hochschulgebühren ... 16
5.4 Stipendien, Darlehen und Verschuldung ... 17

6 Aktueller Bezug zur Einführung von Studiengebühren und deren Finanzierung über Studienkredite in Deutschland ... 19

7 Fazit ... 21

 

1 Einleitung

Im Artikel 7 (1) des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist geregelt: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ 1
Bereits dieser eine Satz impliziert, dass der Staat Hoheitsträger für das Gut Bildung ist und für die Durchsetzung des Rechtes auf Bildung Sorge trägt. Dazu zählt u. a. die Errichtung und Finanzierung von Bildungseinrichtungen wie Gesamtschulen und Hochschulen. Weiterhin soll der Zugang zu den öffentlichen Bildungseinrichtungen für jede Person, entsprechend ihrer Eignung, gewährleistet sein.
Aktuell wird - auch im Hinblick auf die Konkurrenzfähigkeit von Deutschland - wieder viel über die Bedeutung von Bildung und ihr Erfordernis für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft diskutiert. Gleichzeitig müssen sich beispielsweise die Berliner Universitäten mit Budgetkürzungen auseinandersetzen. In seiner Rede vom 27. Juni 2002 führt der Präsident der TU-Berlin Prof. Dr. K. Kutzler an, dass ab 2006 das Budget der TU-Berlin um 20% gekürzt werden wird, was einer Summe von 56 Mio. Euro entspricht. Für diese Einsparungen müssten 1.120 Stellen im wissenschaftlichen Bereich abgebaut werden und der Personalbestand würde von ehemals 4.550 landesfinanzierten Stellen auf unter 2.000 sinken.2
Wenn Stellen gekürzt werden, nimmt bei konstanter Nachfrage die Anzahl der Studierenden in den einzelnen Hörsälen der Universitäten zu und das Bildungsangebot verschlechtert sich. Gleichzeitig werden Fachbereiche geschlossen und vorhandene Lehrmittel veralten immer häufiger.
Es stellt sich die zentrale Frage, wie Bildung finanziert werden kann, wenn der Staat keine ausreichenden finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stellt!

Diese Hausarbeit thematisiert das Hochschul-Sponsoring und das Stiftungswesen als Finanzierungsalternativen für Hochschulen und zeigt die Motive der Unternehmen für ihre Initiativen auf. Die Auswirkungen der Kooperationen zwischen Unternehmen und staatlichen Institutionen werden am Beispiel des Centrums für Hochschulentwicklung erläutert und es wird ein Bezug zu den Entwicklungen in den USA nach Einführung der Studiengebühren hergestellt.

 

2 Hochschul-Sponsoring als Finanzierungsalternative

Das Hochschul-Sponsoring bezeichnet die Zuwendungen von Unternehmen an die Wissenschaft in Form von Finanz-, Sach-, und Dienstleistungen. Als Gegenleistungen erhalten die so genannten Sponsoren das Recht, Personen, Institutionen und wissenschaftliche Aktivitäten kommunikativ zu nutzen. Dafür werden Verträge geschlossen. Mögliche Rechte der kommunikativen Nutzung sind die Integration des Unternehmensnamens in die Lehrstuhlbezeichnung, die Anbringung des Logos an Lehrmaterialien und die Thematisierung der Sponsorentätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit. Unternehmen nutzen das Hochschul-Sponsoring als Kommunikationsmittel im Umgang mit ihren Zielgruppen, verfolgen einen bestimmten Imagetransfer und bezwecken eine strategische Personalrekrutierung.3

[...]


1 Vgl. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Die Verfassung von Berlin und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Berlin 2000, S. 50.
2 Vgl. Kutzler, Kurt, Rede anlässlich der Mitgliederversammlung/ Festveranstaltung Gesellschaft von Freunden der TU Berlin, 27.06.2002, S. 2.
3 Vgl. Beier, Stefanie, Hochschul-Sponsoring, Wiesbaden 2003, S. 29.


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