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„Wir wissen selbst, was das Beste für uns ist!“

Untertitel: Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung

Hausarbeit, 2007, 16 Seiten
Autor: Roland Raabe
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Veranstaltung: Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung
Institution/Hochschule: Hochschule Bremen
Tags: Beste, Selbstbestimmung, Leben, Menschen, Behinderung
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 16
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V83626
ISBN (E-Book): 978-3-638-00050-5
ISBN (Buch): 978-3-638-91051-4
Dateigröße: 119 KB

Zusammenfassung / Abstract

In den letzten Jahren ist die Forderung nach mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung immer lauter geworden. Doch umso mehr Menschen darüber sprechen oder schreiben, desto mehr unterschiedliche Bedeutungen scheint dieser Begriff, dieser Gedanke an mehr Selbstbestimmung zu bekommen. Was bedeutet nun Selbstbestimmung im Leben von Menschen, die als behindert gelten? Was heißt dies für die professionellen Helfer, die mit behinderten Menschen arbeiten? Lässt sich professionelles Handeln anderer und Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit Behinderung überhaupt miteinander vereinbaren? Diesen Fragen soll in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden. Zu diesem Zweck soll zunächst versucht werden, ein Verständnis des Selbstbestimmungsgedankens herzustellen, u.a. durch Überlegungen zu dem Menschenbild, welches mit diesem verbunden ist, um danach darauf einzugehen, ob eine Betreuung oder Begleitung durch andere im Sinne der Selbstbestimmung legitim sein kann und inwiefern sich Alltagsförderung und eine gewisse Fremdbestimmung realisieren lassen.


Textauszug (computergeneriert)

„Wir wissen selbst, was das Beste für uns ist!“
Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung

von

Roland Raabe

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit... 3

2.1 Das Verständnis von Selbstbestimmung - Eine Frage des Menschenbildes... 4
2.2 Selbstbestimmt leben und Begleitung – Ein Widerspruch in sich?... 7
2.3 Die Frage des Förderns und Forderns... 11

3. Schlussbetrachtung... 13

4. Quellennachweis... 15


 

1. Einleitung

In den letzten Jahren ist die Forderung nach mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung immer lauter geworden. Doch umso mehr Menschen darüber sprechen oder schreiben, desto mehr unterschiedliche Bedeutungen scheint dieser Begriff, dieser Gedanke an mehr Selbstbestimmung zu bekommen. Was bedeutet nun Selbstbestimmung im Leben von Menschen, die als behindert gelten? Was heißt dies für die professionellen Helfer, die mit behinderten Menschen arbeiten? Lässt sich professionelles Handeln anderer und Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit Behinderung überhaupt miteinander vereinbaren? Diesen Fragen soll in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden. Zu diesem Zweck soll zunächst versucht werden, ein Verständnis des Selbstbestimmungsgedankens herzustellen, u.a. durch Überlegungen zu dem Menschenbild, welches mit diesem verbunden ist, um danach darauf einzugehen, ob eine Betreuung oder Begleitung durch andere im Sinne der Selbstbestimmung legitim sein kann und inwiefern sich Alltagsförderung und eine gewisse Fremdbestimmung realisieren lassen.

2. Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit

Seit den Protesten der „Independent-Living-Bewegung“, einer Vereinigung von körperlich behinderten Menschen, in den 1960er Jahren in den USA, hat sich die Forderung nach mehr Selbstbestimmung in allen Gruppen von Menschen mit Behinderung in sehr vielen Ländern verbreitet. Doch was bedeutet nun mehr Selbstbestimmung und wie lässt es sich vereinbaren, durch professionelle Arbeit vor allem mit geistig behinderten Menschen in gewissem Maße in deren Leben einzugreifen und doch die Selbstbestimmung zu achten?

2.1 Das Verständnis von Selbstbestimmung - Eine Frage des Menschenbildes

Zuerst einmal bin ich ein Mensch. An erster Stelle müssen wir als Mensch und als Person behandelt werden. (….) Andere Menschen nehmen oft zuerst nur wahr, was wir nicht können. Daher beurteilen uns andere auch nach unseren Unfähigkeiten. Wir möchten betonen, dass wir Menschen wie alle anderen sind – mit Fähigkeiten und Unfähigkeiten. Und wir wollen als Menschen, Personen respektiert werden. (Walther, 1997, S.71 nach Lebenshilfe o.J.) Der Begriff Selbstbestimmung ist, vor allem bezüglich der Behindertenarbeit, relativ schwer zu bestimmen. Die Bedeutung scheint je nach Gruppe (Menschen mit Behinderung, Bezugspersonen usw.) zu variieren. Vor allem, wenn es um die Spannungspole zwischen „Ich weiß doch selber was ich will!“ und „Als Betreuer bin ich für dich verantwortlich!“ geht.
Oft wird Selbstbestimmung gleichgesetzt mit der Fähigkeit alle Entscheidungen des Lebens für sich frei treffen zu können oder ähnlichem. So findet man zahlreiche sehr unterschiedliche Auffassungen darüber auch in der Fachliteratur. Frühauf (1995) befürchtet sogar, dass dieser Begriff als Aufmacher für jedes beliebige Konzept missbraucht werden könnte, was aufgrund seiner diffusen Erscheinung leider nahe liegend ist. Um die Bedeutung von Selbstbestimmung etwas mehr ins Licht zu rücken, sollte man sich erst einmal das Menschenbild vergegenwärtigen, welches hinter diesem Gedanken steht.
In der Anthropologie wird der Mensch als instinktreduziertes Wesen gesehen, welches über ein Bewusstsein über sich selbst verfügt und seine Beziehung zur Umwelt etc. erst erlernen muss. Die Fähigkeit zu lernen ist ihm von Natur aus gegeben und gleichzeitig von existenzieller Bedeutung für ihn. Er baut ein Bild über sich selbst auf und kann über die Gestaltung seines Lebens selber bestimmen. Also ist Selbstbestimmung (oder selbstbestimmtes Lernen) genau genommen ein grundlegendes Merkmal eines jeden Menschen (vgl. Walther, 1997).

[...]


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